Konzert Filter

ROCK IM PARK 2014

Ort: Nürnberg – Zeppelinfeld

Datum: 06.06.2014 - 08.06.2014

Pfingsten 2014 – ein Marathonprogramm für die Park-Rocker in Nürnberg, denn ausnahmsweise wurde das Festival um einen Tag verlängert, weshalb an vier Tagen nicht nur rund 100 Bands auf drei Bühnen spielten sollten, sondern von den Beteiligten auch unter Beweis gestellt werden musste, dass die Kondition für das viertägige Spektakel reichte. Deutschland schwitzte bei Temperaturen jenseits der 30C°-Marke und die geschätzten 65.000 Besucher taten gut daran, ausreichend Sonnencreme einzupacken, denn nicht nur die Mucke war beim 19. Rock im Park wirklich heiß.

Freitag

Kurz vor 16.00 Uhr wurde das diesjährige RiP von den Mittelalter-Rockern von IN EXTREMO auf dem geschichtsträchtigen Zeppelinfeld eröffnet. Wenn man so will, waren die Ostdeutschen an diesem Freitag so etwas wie die erste METALLICA-Vorband, denn außer der Centerstage wurde zu diesem Zeitpunkt noch keine Bühne bespielt. Vielleicht war es aber auch ganz gut, dass der Auftakt ein wenig reduzierter vonstatten ging, immerhin mussten die Kräfte ja für vier schweißtreibende Tage reichen. In EXTREMO wären allerdings nicht IN EXTREMO, wenn sie die Wärme nicht noch zusätzlich mit ein paar Pyro-Einlagen befeuert hätten. Nach diesem Ausflug in lang zurück liegende Epochen (auf den Zeltplätzen findet in gewisser Weise ja auch hier und da eine Abkehr von der jetztzeitigen Zivilisation statt), begab sich Nürnberg fest in amerikanische Hand. Die Besatzungsmächte okkupierten allerdings anders als vor knapp 70 Jahren ausschließlich die Bühne: zunächst einmal waren da die Alternative-Rocker von ALTER BRIDGE, auf welche die Jungmetaller AVENGED SEVENFOLD folgten. In Amiland sind die beiden Kapellen schon ziemlich große Nummern, hierzulande arbeiten sie noch an diesem Status, über den sich die Headliner des Abends definitiv keine Gedanken machen müssen. Bereits zum sechsten Mal rockte die Truppe aus San Fransisco den Park und wie es sich gehört, begann die Show mit dem Intro von ENNIO MORRICONEs „The Ecstasy of Gold“ aus dem Western „Zwei glorreiche Halunken“. Die erste Gänsehaut war so um kurz nach halb neun schon mal garantiert und das lag wahrlich nicht an zu kühlen Außentemperaturen. Mit einem derben Thrasher aus den Anfangsjahren ging es weiter, ehe die Spielregeln des heutigen Konzertes erklärt wurden. METALLICA sind aktuell nämlich im Studio und wollten sich die Arbeit sparen, selbst eine Setlist zusammenzustellen. Deshalb durfte auf der Homepage jeder, der ein Ticket gekauft hatte, seine Wünsche äußern, auf das die Mets dann live die Jukebox für ihre Fans gäben. Dass sich auf den ersten vier Plätzen Smasher wie „Master of Puppets“, „Enter Sandman“, Nothing Else Matters“ und „One“ fanden, überrascht dabei nicht wirklich, aber die Nummern machen ja auch jedes Mal wieder Spaß. Dem Wunschkonzert, das im wesentlichen auf den Songs der ersten fünf Studioalben (1983 bis 1991) fußte, wurde mit „Lords of Summer“ aber auch ein neuer Track hinzugefügt, der in flotter METALLICA-Manier mit ellenlangem Kirk-Hammett-Gitarren-Solo daherkam. Nicht unbedingt alltäglich auf der Setlist: die alte irische Saufnummer „Whiskey In The Jar“, mit der das bierselige Party-Wochenende standesgemäß eingeläutet werden konnte. Für meinen Geschmack etwas zu viel Kommerz war dann allerdings die Aktion des Votings zum „Song des Tages“. Mit einer SMS und 50 Cent war man dabei, umsonst ist offensichtlich nur der Tod – auch für Metal-Fans. Und in die bestimmt nicht leere METALLICA-Kasse wird mit Sicherheit ein zusätzliches erkleckliches Sümmchen geflossen sein. Wer nach über zwei Stunden Schwermetall noch eine kleine Abwechslung brauchte, wurde indoor bedient. Auf der Club Stage fand nämlich die Electro-After-Show-Party mit RUDIMENTAL und KLANGKARUSELL statt. Bis 1.30 Uhr gab’s hier noch live was auf die Mütze und wer dann immer noch nicht genug hatte, wurde bis in die frühen Morgenstunden im 1.500 qm großen Discozelt mit Konservenkost beschallt.

Setlist IN EXTREMO (ohne Gewähr)
Rasend Herz
Horizont
Zigeunerskat
Vollmond
Feuertaufe
Viva La Vida
Unsichtbar
Gaukler
Liam
Himmel und Hölle
Merseburger Zaubersprüche II
Sängerkrieg
Frei zu sein
Küss mich
Lebemann
Belladonna

Setlist ALTER BRIDGE (ohne Gewähr)
Addicted To Pain
White Knuckles
Come To Life
Cry of Achilles
Find The Real
Ties That Bind
Metalingus
Blackbird
Rise Today
Isolation

Setlist AVENGED SEVENFOLD (ohne Gewähr)
Shepherd of Fire
Critical Acclaim
Bat Country
Hail to the King
Doing Time
Buried Alive
So Far Away
Nightmare
Burn It Down
Guitar Solo
Afterlife
Almost Easy
Unholy Confessions

Setlist METALLICA (ohne Gewähr)

Intro By Request
The Ecstasy of Gold (ENNIO MORRICONE)
Battery
Master of Puppets
Welcome Home (Sanitarium)
Ride The Lightning
The Unforgiven
Creeping Death
Lords of Summer
Sad But True
Fade To Black
…And Justice For All
One
For Whom The Bell Tolls
Whiskey In The Jar
Nothing Else Matters
Enter Sandman

St. Anger
The Day That Never Comes (Vote of the Day*)

Seek & Destroy

*Zur Wahl standen “Fuel”, Whereever I May Roam” und “The Day That Never Comes”

Samstag

Mein Rock im Park sollte allerdings erst am Samstag so richtig beginnen. Mein erstes Ziel war um kurz nach 14.00 Uhr die Alternastage, wo die FRATELLIS aus Glasgow knackige 35 Minuten servierten. Die Temperaturen waren zu diesem Zeitpunkt vollkommen jenseits von gut und böse, weshalb die wenigen Schattenplätze beliebte Mangelware wurden. Die Kapelle, die sich 2005 nach dem Mädchennamen der Mutter des Bassisten Garry Wallace benannt hat, „adoptierte“ diesen Namen auch gleich mal für alle Mitglieder. Warum auch nicht? Schließlich heißt „Fratelli“ im Italienischen nichts anderes als Brüder. Die Gebrüder Jon (Vocals & Gitarre), Mince (Drums) und Barry Fratelli hatten in Nürnberg einen weiteren Mitstreiter an den Tasten und gemeinsam präsentierten sie einen Schotten-Rock, der es in sich hatte. Der ruppige Gesang wurde von treibenden Langäxten und einem soliden Rhythmusfundament begleitet. Die Landsmänner FRANZ FERDINAND oder auch die LIBERTINES könnten hier als Referenzen genannt werden. Passenderweise ist der Song „Chelsea Dagger“ auch die Torhymne des 1.FC Nürnberg – schade nur, dass sie in der letzten Saison zu selten gespielt werden konnte und der Verein deshalb demnächst in der zweiten Liga kicken muss.

Setlist THE FRATELLIS
Halloween Blues
Jeannie Nitro
Henrietta
Whistle For The Choir
Seven Nights Seven Days
This Is Not The End of The World
We Need Medicine
Chelsea Dagger
Until She Saves My Soul

HUNTRESS

Ein kurzer Abstecher führte mich in die Eissport- und Veranstaltungshalle, in der sich die Clubstage befand und auf der HUNTRESS bereits alles kurz und klein holzten. Die Schwermetaller unter dem Vorsitz von Sängerin Jill Janus hauten klassischen Heavy Metal raus, wobei der Gesang der Kalifornierin ein wenig an eine Kreuzung aus Sabina Classen und Doro Pesch erinnerte. Miss Janus gab dazu die moderne Hexe, wozu auch die Texte über Okkultismus und Magie passten. Zumindest während meines kleinen Besuches gab’s jedoch keine fiesen Opfergaben oder sonst wie gearteten Riten, mal ganz davon abgesehen, dass Satanismus bei HUNTRESS keine Rolle spielt.

Setlist HUNTRESS (ohne Gewähr)
Senicide
Destroy Your Life
Spell Eater
Starbound Beast
Zenith
Children
I Want To Fuck You To Death
Eight of Swords

PORTUGAL.THE MAN

Zurück zu meinem lauschigen Plätzchen am Rande der Alternastage, wo PORTUGAL. THE MAN aus Wasilla/ Alaska mit den hochsommerlichen Temperaturen konfrontiert wurden, die uns heiße Saharawinde beschert hatten. Auch wenn sich in Alaska der Klimawandel deutlich bemerkbar macht, steigt das Thermometer dort selten über 20C°, was die Combo aber nicht davon abhielt, schwungvoll loszulegen. Der Indie-Sound lud sogleich zum Tanzen ein und bei den Hartgesottenen vor der Bühne wurde diese Einladung ohne Verzögerung angenommen. Abwechslungsreich und doch fast ohne Punkt und Komma absolvierten PORTUGL. THE MAN (übrigens gibt es eigentlich überhaupt keine Verbindung zu Portugal, vor der Bandgründung vor zehn Jahren war noch nicht mal einer der Beteiligten dort gewesen, ob sich das zwischenzeitlich geändert hat, vermag ich allerdings nicht zu sagen) ihre 40 Minuten, die mit einem druckvollen Cover der PINK-FLOYD-Nummer „Another Brick In The Wall“ endeten.

Setlist PORTUGAL.THE MAN (ohne Gewähr)
Atomic Man
All Your Light (Times Like These)
Evil Friends / Day Man
So American
Hip Hop Kids
Another Brick In The Wall Part 2/ Purple Yellow Red And Blue

AWOLNATION

Theoretisch wäre jetzt für ein Viertelstündchen Zeit gewesen, dem Singer/ Songwriter JAKE BUGG auf der Centerstage zu lauschen. Aber das hätte auch bedeutet, den Schattenplatz aufzugeben und sich der sengenden Nachmittagssonne auf dem Zeppelinfeld auszusetzen. Die Entscheidung war einfach: Kräfte schonen für die US-amerikanischen Indie-Rocker um Aaron Bruno, der seine Jünger als Jesus-Lookalike im Streifen-Shirt begrüßte. Mit „Guilty Filthy Soul“ gelang AWOLNATION dann auch ein entspannter Einstieg, bevor es die hitzeerprobten Herrschaften aus L.A. mit „Not Your Fault“ krachen ließen. Mit blitzschnellen Hooks schloss sich „Burn It Down“ an, bevor zu Pianoklängen entschleunigt wurde. „Sail“ setzte ebenfalls nicht erstrangig auf Tempo, wusste aber genügend Druck aufzubauen, bevor es auf der Zielgeraden noch mal in die Vollen ging. Mr. Bruno, dessen Highschool-Spitzname „Awol“ (Abkürzung aus dem Englischen für„Absent Without Official Leave“) 2010 bei der Namensfindung für die Band maßgeblich war, schien nach 45 Minuten noch nicht wirklich müde und auch der großzügig gespendete Beifall ließ ahnen, dass AWOLNATION noch ein wenig Spielzeit vertragen hätten, doch der Zeitplan war straff organisiert und so hieß es Abschied nehmen.

ARCHITECTS

Während auf der Hauptbühne der irische Kuschelrocker RAY GARVEY für warme Gefühle sorgte, brettertern indoor die ARCHITECTS, was das Zeug hielt. Auf dem Programm stand derber Math- und Metalcore mit gutturalem und Klargesang. Dieser Sound hatte jede Menge Leute angezogen, denn die Arena der Nürnberger Versicherungen war weitgehend voll und im vorderen Drittel herrschte ordentlich Bewegung. Die Jungs aus Brighton sind inzwischen auch schon seit zehn Jahren im Geschäft (anfangs firmierte man unter dem Namen INHARMONIC) und hatten ganz offensichtlich ihre Anhängerschaft bestens im Griff.

Setlist ARCHITECTS (ohne Gewähr)
Gravedigger
C.A.N.C.E.R
Naysayer
The Devil Is Near
Alpha Omega
Follow The Water
Day In Day Out
Early Grave
Broken Cross
These Colours Don’t Run

KASABIAN

Nun half es alles nichts. Auch wenn die Sonne um 18.00 Uhr noch nichts von ihrer gleißenden Kraft eingebüßt hatte und nicht das laueste Lüftchen wehte, musste ich aufs martialisch anmutende Zeppelinfeld, denn KASABIAN hatten sich angekündigt. Tags zuvor war das fünfte Studioalbum „48:13“ erschienen und genau diese Zahlenkombination prangte auch auf einem großen Backdrop im Bühnenhintergrund, auf der Basstrommel und auf dem T-Shirt von Mr. Pizzorno. Tom Meighan scheint hingegen ein etwas anderes Wärmeempfinden als andere Menschen zu haben, denn der Sänger der 1997 gegründeten Britpop-Kapelle erschien in T-Shirt und Karo-Jackett, wobei wir die großformatige Sonnenbrille im Puck-die-Stubenfliege-Style ebenfalls nicht vergessen wollen. Weshalb der Longplayer „48:13“heißt, ist leicht zu erraten, denn die 13 Songs der Scheibe ergeben eine Gesamtspielzeit von eben 48 Minuten und 13 Sekunden. Beim Rock im Park hatten die Briten sogar eine ganze Stunde Zeit, die sie wahrlich zu nutzen wussten. Mit „Bumblebeee“ von der besagten brandneuen Full Length groovten sich die Herrschaften zunächst einmal sehr entspannt ein, ehe es mit „Shoot The Runner“ vom gleichnamigen Album aus 2007 mitsamt Gebläse und präsenten Krachlatten treibend nach vorn ging. Ähnlich tanzbar schloss sich „Underdog“ an, das wie das grandiose „Where Did All The Love Gone?“ vom 2009er „The West Ryder Pauper Lunatic Asylum“ stammte. Mit „Days Are Forgotten“ (2011 auf „Velociraptor!“ erschienen) folgte umgehend der nächste Knaller und auch das eben erst geschlüpfte „Eez-Eh“ mit seinem „The Roof Is On Fire“-Snippet ging amtlich steil. „Club Foot“ vom zehn Jahre alten selbstbetitelten Debüt ließ sich ebenfalls nicht lumpen und gab sich sehr straight, bevor das rhythmusbetonte „Re–Wired“ zum Klatschen aufforderte, In diesem Sinne ging es auch mit „Empire“ (der gleichnamige Silberling hat 2006 das Licht der Plattenläden erblickt) weiter und mir nichts dir nichts war eine riesige Party im Gange. Was ein Liebeslied ausmacht, wird bei KASABIAN wohl ein bisschen anders definiert, denn „Switchblade Smiles“, das als „love song for the couples“ angekündigt wurde, ging ziemlich ab und da wunderte es dann auch nicht, dass alsbald ein Circle Pit befohlen wurde. Bei „Vlad The Impaler“ durfte dann auch noch gesprungen werden – das Zeppelinfeld verwandelte sich langsam in einen brodelnden Hexenkessel. Darauf noch „Fire“ und die Centerstage stand endgültig in Flammen!

Setlist KASABIAN
Bumblebeee
Shoot The Runner
Underdog
Where Did All The Love Go?
Days Are Forgotten
Eez-Eh
Club Foot
Re-Wired
Empire
Switchblade Smiles
Vlad The Impaler
Fire

CRYSTAL FIGHTERS

Währendessen waren auf der Alterna bereits die CRYSTAL FIGHTERS in ihrem Element. Als ich dazu stieß, brachte die englisch-baskische Elektro-Formation mit Sitz in London gerade ihren Hit „You & I“ zu Gehör und auch die noch folgenden Lieder animierten uneingeschränkt zum ausgelassenen Abfeiern. Die Kombination aus elektronischen Beats und baskischen Tradionals brachte ein wenig Hippie-Feeling ins Geschehen, wofür die Briten Sebastian, Gilbert und Graham gemeinsam mit den spanischen Ladies Mimi und Laure verantwortlich zeichneten. „Love Is All I Got“ darf da fast als Motto der Show betrachtet werden, die ich mal als tanzbaren Electro-Flower-Power bezeichnen möchte. „Are We One“ wurde derweil von Percussion-Eruptionen begleitet, während auf den gemischtgeschlechtlichen Gesangsparts viel Hall lag und ein Feelgood-Song nach dem nächsten rausgehauen wurde.

MANDO DIAO

Zum Tanzen hatten auch MANDO DIAO eingeladen, die auf der Centerstage residierten und ihr Bühnenbild mit allerlei weiß gehaltenen geometrischen Elementen versehen hatten. Bevor die Party jedoch beginnen sollte, gedachte man eines Freundes, der nach zweijährigem Kampf vor einem halben Jahr an Krebs gestorben war. Ihm war mit „If I Don’t Have You“ der eindringliche Auftakt gewidmet, auf den dann in der Tat ein Dancefloor-Fest folgte. Mit „God Knows“ stand ein alter Klassiker vom 2004er „Hurricane Bar“ auf dem Programm, der jedoch mit einer ordentlichen Portion Elektronik einen neuen, flotten Anstrich bekommen hatte und ebenso wie „Welcome Home, Luc Robitaille“ („Ode To Ochrasy“ aus 2006) umgehend auf die Hüften ging. „Sweet Wet Dreams“ vom jüngsten Studio-Output „Aelita“ versprach spanisch anmutendes Feuer, während es mit „Long Before Rock’n’Roll“ ab durch die Mitte ging. Die coole Nummer „Money Doesn’T Make You A Man“ machte amtlich Druck und auch der Alltime-Favorite „Down In The Past“ vertrug sich bestens mit der elektronischen Verjüngungskur. „Mr. Moon“ vom 2002er Debüt „Bring ’em In“ nahm derweil ein wenig Tempo raus und schon ging’s mit einem Gast wieder in die Vollen. Natty Silver, mit dem Björn Dixgård und Gustav Norén bei CALIGOLA gemeinsame Sache machen, enterte die Stage und gemeinsam performte man die beiden CALIGOLA-Nummern „Morning Light“ und „Forgive Forgot“, die beide wie der Teufel groovten. Der Einfachheit halber blieb Natty für den Rest der Show ebenfalls involviert und so konnte es mit „Gloria“ („Give Me Fire“ aus 2009) erneut in die Vollen gehen. Björn nahm an dieser Stelle im Bühnegraben Kontakt mit den Fans auf, während der aktuell wasserstoffblonde Gustav für die erste Zugabe „Dance With Somebody“ erstmal ein paar Züge aus seiner Sauerstoffmaske nahm. Vermittels eines angeordneten „Elephant Runs“ brachten die Anwesenden schließlich noch schnell das Zeppelinfeld zum Beben, Herr Norén köpfte eine Flasche Schampus und dann wurde die aktuelle Hitsingle „Black Saturday“ gemeinsam zelebriert. Bot sich an einem Pfingstsamstag ja auch an  Großartig, auf welche Weise sich MANDO DIAO neu erfunden haben.

Setlist MANDO DIAO
Intro
If I Don’t Have You
God Knows
Welcome Home, Luc Robitaille
Sweet Wet Dreams
Long Before Rock’n’Roll
Money Doesn’t Make You A Man
Down In The Past
Mr. Moon
Morning Light (CALIGOLA-Cover)
Forgive Forget (CALIGOLA-Cover)
Gloria

Dance With Somebody
Black Saturday

EDITORS

Rasch rüber zu den EDITORS, die auf der zweiten Open-Air-Bühne bereits seit rund 40 Minuten hantierten, weshalb ich nur noch „A Tone of Love“ und die Bandhymne „Papillon“ mitbekam. Tja, man muss manchmal Prioritäten setzen. Zumindest kann ich aber sagen, dass kurz vor 21.00 Uhr auch die Lichteffekte zur Geltung kamen und das Publikum vor der Alternastage einen sehr zufriedenen Eindruck machte. Mich hätte es gefreut, wenn die britischen Indie-Urgesteine um Sänger Tom Smith ihre gesamte Spielzeit ausgenutzt und noch einen Titel nachgelegt hätten.

Setlist EDITORS (ohne Gewähr)
Nothing
The Racing Rats
All Sparks
A Life as a Ghost
Formaldehyde
Honesty
Sugar
Munich
Smokers Outside the Hospital Doors
A Ton of Love
Papillon

OF MICE & MEN

Stattdessen nahm ich ein letztes Mal für diesen Abend die Clubstage in Augenschein, wo OF MICE & MEN aus dem sonnigen Kalifornien bereits ihre Plätze eingenommen hatten. Inzwischen war nicht nur der Innenraum gut gefüllt, sondern auch der erste Rang weitgehend besetzt. Die Metalcore-Aspiranten, die sich nach dem Roman von John Steinbeck benannt haben und 2009 vom ehemaligen ATTACK!ATTACK!-Sänger Austin Carlile aus der Taufe gehoben wurden, waren ganz eindeutig im blitzschnellen Highenergy-Level unterwegs und provozierten so einen Circle Pit nach dem nächsten. Besonders spannend waren von oben die verschiedenen Spielarten zu betrachten. Insbesondere die Variante, bei der sich auf ein Zeichen hin alle Beteiligten auf den Boden setzen und Bewegungen vollführten, die ans Rudern erinnerten, wusste zu unterhalten.

Setlist OF MICE & MEN (ohne Gewähr)
Public Service Announcement
The Flood
O.G. Loko
Feels Like Forever
You Make Me Sick
Bones Exposed
Would You Still Be There
Still YDG’n
Glass Hearts
The Depths
You’re Not Alone

QUEENS OF THE STONE AGE

Inzwischen war es auch vor der Alternastage recht voll geworden, schließlich hatten dort auch Josh Homme und seine Mannen ihr Kommen für 21.40 Uhr angekündigt. Das hoch gewachsene Mastermind der 1996 ins Leben gerufenen Stoner-Kapelle hat im Laufe der Jahre so manchen Musiker „verschlissen“ und ist inzwischen das einzig verbliebene Gründungsmitglied und gleichzeitig auch ganz klar der kreative Kopf der Truppe. Im letzten Jahr erschien die sechste Studio-Langrille „…Like Clockwork“, mit der abermals die Top Ten geentert werden konnten und nach diversen Hallen-Konzerten in 2013 sind die QUEENS OF THE STONE AGE jetzt wieder auf Festival-Tour. Für den Beginn der Show hatte man jedoch einen Song eines älteren Albums ausgewählt: „You Think I Ain’t Worth A Dollar, But I Feel Like A Millionaire“ vom 2002er „Songs For The Deaf“ legte den Grundstein für 70 druckvolle Desert-Rock-Minuten, die beim folgenden „No One Knows“ vom gleichen Silberling gleich einmal Klassiker-Qualitäten bewiesen. Das knackige „My God Is The Sun“ vom aktuellen Longplayer könnte ob des Titels an diesem Wochenende tatsächlich eine neue Religion eingeläutet haben, fest steht auf jeden Fall, dass „Smooth Sailing“ ein cooler Grummler war, bei dem Mr. Homme seine Stimme mal wieder in exorbitante Höhen schraubte. Lichtgewitter zogen zum knackigen „The Lost Art of Keeping A Secret“ (vom 2000er „Rated R“) über das Gelände und mit „If I Had A Tail“ bewiesen QOTSA, dass Stoner-Mucke auch disco-tauglich sein kann. Für das getragene „The Vampyre of Time And Memory ?” wechselte Mr. Homme ans Tasteninstrument, während es mit „Little Sister” („Lullabies to Paralyze“ – 2005) und „Feel Good Hit of The Sommer” abermals gehörig krachte. Mit „Sat By The Ocean“ stand erneut neues Material auf dem Programm, das uneingeschränkt Spaß machte und vom etwas abseitigen „The Fun Machine Took A Shit And Died“ (vom „Era Vulgaris“-Longplayer aus 2007) abgelöst wurde. „Sick Sick Sick“ und „Go With The Flow“ kam stattdessen wieder ohne Umwege in den Gehörgängen an und mit dem abschließenden „A Song For The Dead“ zogen die Herrschaften aus Amiland noch einmal alle Licht- und Soundregister. Nur schade, dass die Kapelle um 22.50 Uhr so sang- und klanglos verschwand. Schließlich wäre noch zehn Minuten Zeit gewesen, aber das kennt man von den QUEENS OF THE STONE AGE auch schon und so freuen wir uns einfach über einen gelungenen Gig, bei dem die Ohren mal wieder richtig frei gepustet wurden und die Beine nicht still stehen wollten.

Setlist QUEENS OF THE STONE AGE (ohne Gewähr)
You Think I Ain’t Worth A Dollar, But I Feel Like A Millionaire
No One Knows
My God Is The Sun
Smooth Sailing
Burn The Witch?
The Lost Art Of Keeping A Secret
If I Had A Tail
The Vampyre of Time And Memory ?
Little Sister?
Feel Good Hit of The Summer
I Sat By The Ocean
The Fun Machine Took A Shit And Died
Sick, Sick, Sick
Go With The Flow
A Song For The Dead

NINE INCH NAILS

Wenn JOSH HOMME schon die Macht bei den QUEENS OF THE STONE AGE für sich beansprucht, geht Trent Reznor bei seinem Projekt NINE INCH NAILS noch einen Schritt weiter. Was eben geht, macht der Tüftler selbst und wenn’s dann doch nicht ohne fremde Hilfe machbar ist, handelt es sich eher um Assistenten, dem um echte Mitglieder der bereits 1988 ins Leben gerufenen Unternehmung. Nach einer längeren Auszeit gab es 2013 neue Konservenkost aus dem Hause NIN, „Hesitation Marks“ betitelt, die in den deutschen Albumcharts einen hervorragenden fünften Platz belegen konnte und auch in vielen anderen Ländern erfolgreich platziert wurde. Mit dem Silberling im Gepäck sind Kollege Reznor und seine Live-Mitstreiter erneut auf Tour, die eben auch zum Festival-Zwilling Rock im Park/ Rock am Ring führte. Zum Intro hatte der 49-jährige seinen großen Auftritt, ehe er mit „Copy of A“ treibende Rhythmen ins Rund schickte. Nebenschaden waberten zu „1,000,000“ über die Bühne, bevor das schnelle „March of The Pigs“ leicht dissonant rüberkam. „Piggy“ startete äußert smooth und nahm Tempo raus, während Klavierklänge „The Frail“ eröffneten. Nach dieser ruhigen Anfangssequenz gab’s wieder ordentlich was auf die Mütze und auch „The Wrechted“ geizte nicht mit krachenden Stakkatosounds. „Gave Up“ konterte blitzschnell und wurde von den geheimnisvollen „Sanctified“-Rhythmen abgelöst. Nicht fehlen durfte natürlich DER Hit der NIN-Discografie, der 1994 auf „The Downward Spiral“ erschien: Die Rede ist natürlich von „Closer“, das entsprechend abgefeiert wurde, bevor es mit „Find My Way“ etwas getragener zur Sache ging. Derweil sah man Trent vorm blau ausgeleuchteten Hintergrund als Schatten – eine wirklich coole Optik! Perlende Beats erwarteten den geneigten Hörer mit „Disappointed“ und fürs Auge gab’s dreidimensional wirkende Animationen in Kastenform, während „The Great Destroyer“ flirrende Elektronik und gewisse Störgeräusche durch die Boxen jagte. „Wish“ drückte derweil amtlich aufs Gas und „The Hand That Feeds“ ging abermals ins Bein. Fehlte noch „Head Like A Hole“, das ebenfalls nichts anbrennen ließ und der letzte Track des regulären Sets war. Inzwischen war’s 0.55 Uhr, auf den Bildschirmen war das Bandlogo und von den Herren Musikern nichts zu sehen. Wäre ich etwas geduldiger gewesen, wäre mir auch noch „Hurt“ beschert worden, aber ich machte mich zu früh auf den Weg Richtung Auto.

Setlist NINE INCH NAILS (ohne Gewähr)
Copy of A
1,000,000
March of The Pigs
Piggy
The Frail
The Wrechted
Gave Up
Sanctified
Closer
Find My Way
Disappointed
The Great Destroyer
Wish
The Hand That Feeds
Head Like A Hole

Hurt

Für mich sollte der zweite Festivaltag nämlich mit NINE INCH NAILS enden, während auf der Clubstage noch ANTHRAX erwartet wurden. Die Thrash-Metal-Urgesteine aus New York sind bereits seit 33 Jahren im Geschäft, auch wenn von der Urbesetzung nur noch Scott Ian mit von der Partie ist. Nach 17 Stunden auf den Beinen konnten mich die Herrschaften jedoch nicht so sehr reizen wie die Aussicht auf mein Bett. Am Sonntag sollte es weitergehen, dann mit der Variante nasses Handtuch im Nacken, um vielleicht der Hitze ein zumindest kleines Schnippchen zu schlagen, denn die Temperaturen bewegten sich wieder sehr deutlich jenseits der 30C°-Marke, weshalb auch auf den großen Bühnen-Leinwänden immer wieder darauf hingewiesen wurde, ausreichend zu trinken und sich im Schatten aufzuhalten (was wäre es doch schön, wenn es auch ausreichend Schatten gäbe, hörte ich doch jemanden sagen, er bekäme immer nur Schatten ab, wenn sich jemand Dickes vor ihn stellte…).

Sonntag

15.00 Uhr, das Thermometer zeigt 35C° an, die sich noch mal ein paar Grad wärmer anfühlen. Freibad oder Rock im Park? Ich habe mich natürlich für RiP entschieden, auch wenn ich ob der drückenden Hitze die ersten Bands des Tages von meiner persönlichen Liste gestrichen hatte. Das Risiko erschien mir einfach zu groß, ansonsten nicht durch den Tag zu kommen, denn Abkühlung war nicht in Sicht. Deshalb überließ ich die Entscheidung, vor welche Bühne ich mich treiben ließ, auch dem Umstand, wo ich Schatten zu erwarten hatte: die Alternastage!

KARNIVOOL

Dort hatten sich für 15.15 Uhr ein paar Herren aus down under angekündigt, die ich am Freitag noch kurz im Vorbeigehen an einer ganz anderen Stelle gehört hatte. Während ich im holländischen Groningen SIVERT HØYEM im kleinen Saal lauschte, hatten KARNIVOOL nämlich die größere Venue des Konzertgebäudes in Beschlag genommen und spielten noch, als ich wieder auf dem Weg nach draußen war. Jetzt wollte ich mich den fünf Prog-Metallern etwas ausführlicher widmen und bekam dazu 45 Minuten Gelegenheit. Dass der Sänger Ian Kenny und seine Truppe den weiten Weg von Australien zu uns nicht umsonst gemacht haben, wollte das Quintett unter Beweis stellen und startete zu diesem Zweck mit dem hymnischen „Shutterspeed“ vom 2005er „Themata“. Mit „Goliath“ (2009 auf „Sound Awake“ erschienen) ging’s mit Midtempo-Geschrammel etwas frickeliger weiter, bevor das gitarrendominierte „Simple Boy“ vom aktuellen „Sound Awake“ (daheim auf der 1 der Charts, bei uns immerhin auf der 44) leicht verkopft übernahm. „Cocktails for everyone!“ versprach der Band-Vorstand, ehe es mit „Set Fire To Hive“ schwungvoll weiterging – leider blieb diese Ansage nur eine leere Versprechung, während mit „The Refusal“ nach allen Regeln der Prog-Kunst geschwurbelt und gegniedelt wurde. Gleiches galt für „We Are“, in dessen Vorfeld uns Ian wissen ließ, dass er den deutschen Akzent ebenso mag wie deutsche Würstchen. Lieber Mr. Kenny, bei beidem ist Obacht geboten, da gibt es sehr, sehr große Unterschiede! Der Titelsong „Themata“ gab dann richtig Gas und der Mann am Mikro zeigte, in welche Höhen er sein Organ schrauben konnte, um schließlich mit „New Day“ einen epischen Abschluss abzuliefern.

Setlist KARNIVOOL
Shutterspeed
Goliath
Simple Boy
Set Fire To Hive
The Refusal
We Are
Themata
New Day

KVELERTAK

Ja, die KAISER CHIEFS sind meiner Weigerung zum Opfer gefallen, mich der prallen Sonne auszusetzen. Es wären aber auch höchstens noch drei Songs gewesen, die ich an der Centerstage zu hören bekommen hätte, und so blieb ich lieber meinem bewährten Standort treu und verfolgte die Umbauarbeiten für KVELERTAK. Wie das Aufhängen des großen Backdrops mit einem magisch wirkenden Tier, das auf die Entfernung wie ein verhexter Hase wirkte, aber vermutlich eine Eule zeigte – ein Tier, das die Norweger stetig begleitet. Fronter Erlend Hjelvik pflegt nämlich mit eben so einer Eule seine Bühnenshow zu beginnen. Der riesige Vogel thront dann als Kopfschmuck auf seiner langen Mähne – genauso sollte es heuer auch in Nürnberg sein. In der hellen Nachmittagssonne kam der Flattermann zwar gar nicht so richtig zur Geltung, aber das machte ungefähr so viel, wie der Umstand, dass die wenigsten die norwegischen Texte des Sechsers verstehen konnten. Die Mucke sprach für sich und drei Krachlatten nebst Tieftöner und Drums sagten ziemlich genau, wohin die Reise gehen sollte. Irgendwo zwischen Hardcore Punk, Rock’n’Roll und Black Metal sind die Nordmannen zuhause und da wurde dann auch gar nicht lang gezappelt, sondern gleich amtlich vom Leder gezogen. Nach dem Opener „Åpenbaring“ verabschiedete sich Erlend zunächst einmal von der unpraktischen Kopfbedeckung, um sein Haar ausgiebig schütteln zu können, wenn er nicht gerade sein gewaltiges Organ erklingen ließ – im Zweifel ging das aber auch gleichzeitig und zur Not konnte der Schreihals dabei auch noch im Grabenvorsprung rumturnen. Die Instrumentalfraktion stand dem in Sachen Energie-Level in nichts nach und schickte wahre Trommelkaskaden und brettharte Gitarrensalven in die Zuschauerschaft. Geredet wurde da nicht viel, stattdessen ging es blitzschnell zur Sache, Gefangene können schließlich andere machen. Daheim gehören KVELERTAK zur ersten Liga, deren Platten wie geschnitten Brot über den Ladentisch gehen, hierzulande hat die zweite Langrille „Meir“ im letzten Jahr immerhin #64 entern können und mit dem Track dieses Albums, der auch den Bandnamen trägt, schlossen die Skandinavier ihre Show in bewährter Form: Zur Kopfnicker-Hymne wurde noch die Fahne der Kapelle geschwungen und dann war der großartige Spuk auch schon wieder vorbei.

Setlist KVELERTAK
Åpenbaring
Spring fra livet
Mjød
Bruane Brenn
Ulvetid
Offernatt
Intermission
Undertro
Månelyst
Fossegrim
Evig Vandrar
Blodtørst
Kvelertak

OPETH

50 Minuten Spielzeit und dann nur fünf Lieder geschafft? In dem Genre, in dem OPETH unterwegs sind, ist das nicht unbedingt ungewöhnlich, denn im Prog Metal nimmt man sich gern ein wenig Zeit, um die Songs in der gebührenden Ausführlichkeit zu begehen. Zwar wollte Fronter Micheal Åkerfeldt sein Auditorium glauben machen, er und seine vier Kumpels wären in Düsseldorf zuhause, aber das ist natürlich völliger Blödsinn. Vielmehr steht das Hauptquartier der 1990 gegründeten Combo in Stockholm und ihr Sänger und Gitarrist beherrscht sowohl den hymnischen Gesang wie das gutturale Gegrowle. Selbiges gab es beispielsweise bei „Heir Apparent“ zu hören, nachdem das Klaviergeklimper verklungen war und die massiven Gitarrenwände für Stabilität sorgten. Es darf aber auch gern etwas verspielter und vertrackter bei den Herrschaften zugehen, wie sie bereits mit ihrem Eröffnungslied „The Devil’s Orchard“ signalisierten. Auch orchestrale Passagen kommen durchaus vor und manchmal lassen die Schweden es sogar ein bisschen ruhiger angehen. Davon war bei „Deliverance“ allerdings nichts mehr zu spüren, hier gab’s vielmehr wieder so richtig was auf die Zwölf und auch das finale „Blackwater Park“ schlug noch mal gewaltig Alarm. Dabei vergaß Herr Åkerfeldt nicht, sich artig fürs Zuhören zu bedanken, da sage noch einer, diese langhaarigen Zausel hätten kein Benehmen. Im Übrigen rührt der 40-jährige übrigens in allen möglichen Pötten und kann gern einmal als Gastsänger ausgeliehen werden (vgl. PORCUPINE TREE, KATATONIA; SOILWORK, DREAM THEATER und weitere).

Setlist OPETH
The Devil’s Orchard
Heir Apparent
Hope Leaves
Deliverance
Blackwater Park

WE ARE SCIENTISTS

Einmal musste ich an diesem Sonntag ja auch noch an der Clubstage vorbeigucken, da bot sich an, dass WE ARE SCIENTISTS gut in mein persönliches Zeitfenster passten. Also auf in die dunkle Halle, die angesichts der drei Indie-Rocker aus New York nicht ganz so gut gefüllt war, wie tags zuvor bei den diversen Core-Combos. Es wurde sich vor der Bühne auch nicht ganz so ausschweifend körperlich betätigt wie am Samstag, dabei gaben Keith Murray (Gitarre & Gesang), Chris Cain (Bass) und Andy Burrows (Drums) alles, um Bewegung in den Laden zu bekommen. Von der ersten Minute an stand Speed auf dem Programm, weshalb der Titel „Nobody Move, Nobody Get Hurt“ vom 2006er „With Love And Squalor“ auch ein wenig missverständlich gewesen sein könnte. Genau so muss tanzbarer Indie nämlich klingen! „Chick Lit“ vom 2008er Nachfolger „Brain Thrust Mastery“ wurde aber dann kräftig mitgeklatscht und spätestens dank „Make It Easy“ vom aktuellen Silberling „TV en Francais“ (dessen Cover auch das Backdrop zierte) war auch die Zeit zum ausgelassenen Hüpfen gekommen. Es folgten Mini-Moshpit und fette Gitarrenwände, „Slow Down“ war eindeutig nicht das Motto des flotten Dreiers, der mit „The Great Escape“ einen kleinen Hit hatte, der auch beim RiP mit Begeisterung aufgenommen wurde. Müde wirkten die vermeintlichen Wissenschaftler auch bei ihrem finalen „After Hours“ noch nicht, die Jungs hatten unübersehbar richtig Bock.

Setlist WE ARE SCIENTISTS (ohne Gewähr)
Dinosaurs
Dumb Luck
Nobody Move, Nobody Get Hurt
Chick Lit
Sprinkles
Lousy Reputation
I Don’t Bite
Make It Easy
Slow Down
The Great Escape
After Hours

DIE FANTASTISCHEN VIER

Die Fantas feiern Silberhochzeit und wir waren alle eingeladen – hurra! Ja, die Zeit vergeht… Nicht nur, dass der dritte Festivaltag bereits den Abend erreicht hatte, Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon blicken auf satte 25 gemeinsame Jahre zurück. Das musste natürlich gefeiert werden und zu diesem Zweck hatten sich vor der Centerstage geschätzte 50.000 Leute eingefunden. Wobei man anfangs meinen konnte, in ein Hardrock-Konzert geraten zu sein, denn als Intro erklang „Thunder“ von AC/DC. Oder hieß es „Fanta“??? Auf jeden Fall ließen sich die Herren nicht lumpen und hauten neben diesem Wortspiel auch gleich noch die passende Pyro-Untermalung raus, die sich in den goldfarbenen Platten im Bühnenhintergrund zusätzlich spiegelte. „Gebt uns ruhig die Schuld“ baten die FANTAs alsbald und forderten gleichzeitig zum Tanz auf, bevor „Der Picknicker“ sich nicht aus der Ruhe bringen ließ. Zum ersten Mal haben die Jungs ja „Danke“ auf ihrem letzten Studio-Album „Für dich immer noch Fanta Sie“ gesagt, jetzt war mal wieder Gelegenheit dazu und mit „Sie ist weg“ vom 1995er „Lauschangriff“ war ein echter Evergreen angesagt, den vermutlich so ziemlich jeder mitsingen konnte. Gesungen wurde überhaupt sehr viel, schließlich mauserten sich die Anwesenden ruckzuck zum größten fränkischen Gospelchor unter der Leitung von Smudo, der mithilfe seiner fix rekrutierten Jünger „Smudo in Zukunft“ zum Besten gab. „Das Spiel ist aus“ war ein kleiner Ausblick auf die kommende Platte, die für Oktober angekündigt ist und „Rekord“ heißen soll. Gleichzeitig kokettierten die Herrschaften an dieser Stelle ein wenig mit ihrem Alter und woben in den Track ein „Deutschland ist Weltmeister“ ein – ich glaube, ich hänge mich nicht zu sehr aus dem Fenster, wenn ich sage, dass dies bei der WM in Brasilien vermutlich nicht passieren wird. Dafür war der muntere Song richtig gut und nach so viel Bewegung durfte es an im Folgenden auch etwas gemächlicher zugehen. Diesen Part übernahm Thomas D ohne seine Mitstreiter und entledigte sich gleichzeitig seines Shirts, um die richtigen Voraussetzungen für „Krieger“ zu schaffen, das mal wieder ebenso großartig wie intensiv war. Das groovende „Yeah Yeah Yeah“ wurde wieder in Soll-Stärke performt, bevor es nahtlos mit „MfG“ weiterging. Auch wenn es für manche Kürzel, die in dem Track vom 1999er „4:99“ vorkommen gar keine Entsprechung gibt (z.B. ist der Frauensender TM 3 längst in der Versenkung verschwunden), bleibt das Lied einfach ein Kracher, dem sich niemand entziehen konnte und der mit viel Beifall bedacht wurde. „Was geht“ führte zu einem wahren Massenhüpfen und dem 1:0 zwischen RiP und RaR, weil am Nürburgring angeblich niemand gesprungen ist und mit dem sich anschließenden „Einfach sein“ konnten die Parkrocker sogar ihren Vorsprung auf 2:0 ausbauen und den inoffiziellen Kampf zwischen den Zwillingen für sich entscheiden. Zumindest aus Sicht der Fantas, die schnell noch „Ernten was wir säen“ und sich und dem Zeppelinfeld daraufhin mit „25“ ein wunderbares Geburtstagsständchen brachten. „Troy“ zu sein, lohnt sich manchmal eben doch und so ein „Tag am Meer“ ist ja grundsätzlich schon mal eine gute Sache. Bei den Temperaturen, mit denen die Festivalisten ebenso wie die Musiker und RiP-Mitarbeiter zu kämpfen hatten, wäre das sogar eine sehr gute Idee gewesen. Immerhin durften wir improvisierten Wellengeräuschen lauschen, die vom berühmten „Gerät“ stammten. Smudo hatte sich dafür extra den Penis verkleinern lassen, damit aus der überschüssigen Vorhaut die Bespannung gemacht werden konnte… Ach ja, es war wieder ein Spaß mit den FANTASTISCHEN VIER, die einfach absolute Entertainer sind und irgendwie lassen sich deutsche Texte ja doch besser mitsingen. Die Party war auf jeden Fall gelungen und wenn es anlässlich der neuen Langrille zu Nachfeiern kommt, sollte man nicht zögern, dabei zu sein.

Setlist DIE FANTASTISCHEN VIER
Thunder/ Fanta
Gebt uns ruhig die Schuld
Der Picknicker
Danke
Sie ist weg
Smudo in Zukunft
Das Spiel ist aus
Krieger
Yeah Yeah Yeah
MfG
Was geht
Einfach sein
Ernten was wir säen
25
Troy
Tag am Meer

SLAYER

And now something complete different: SLAYER! Die Altvorderen des Thrash-Metals hatten die Alternastage besetzt und hauten ein Highspeed-Geballer vom allerfeinsten raus. Viel habe ich nach den Fantas und vor LINKIN PARK nicht mitbekommen, aber „Raining Blood“ vom 1986er-Meilenstein „Reign In Blood“ war zufällig mit dabei. Vom gleichen Longplayer stammte auch der letzte Song „Angel of Death“ mit dem die Truppe um Sänger und Bassist Kerry King noch einmal zur Höchstgeschwindigkeit auflief. Zwischenzeitlich hatte sich auch das Backdrop verändert. Zu sehen war nicht mehr der Totenkopf mit dem Wehrmachtshelm, sondern eine Erinnerung an den ehemaligen Gitarristen Jeff Hanneman, der im letzten Jahr 49-jährig an Leberversagen gestorben ist. Passenderweise hatte das überdimensionale Memorial die Aufmachung einer Heinecken-Dose, rest in peace! Die übrige Mannschaft wirkte durchaus munter und drosch unbeirrt auf die Instrumente ein, um dann ohne ein weiteres Wort von der Bühne zu verschwinden. Vielleicht kam Gottvater Kerry aber auch noch mal zurück und ich hab’s einfach nicht mehr mitbekommen, denn mich zog es zur Centerstage zurück, wo ich mein Rock im Park 2014 mit LINKIN PARK beschließen wollte.

Setlist SLAYER (ohne Gewähr)
World Painted Blood
Hate Worldwide
Necrophiliac
Mandatory Suicide
Captor of Sin
War Ensemble
Disciple
Seasons In The Abyss
Hallowed Point
Dead Skin Mask
Raining Blood
Black Magic
South of Heaven
Angel of Death

LINKIN PARK

27 Songs in 100 Minuten? Das schaffen Punk-Bands (die spielen aber meistens gar nicht so lange) oder aber LINKIN PARK, die es sich zur Angewohnheit gemacht haben, viele ihrer Tracks nur scheibchenweise zum Vortrag zu bringen, damit auch alle Hits gespielt werden können. Und davon gibt es bei den Crossover-Veteranen aus Los Angeles ja wahrlich genügend. Mit „The Hunting Party“, das am 13.06.2014 erscheint, werden die Herrschaften diese Liste mit Sicherheit noch fortschreiben, da habe ich gar keine Zweifel. Einen kleinen Vorgeschmack auf die neue Langrille bot „Guilty all The Same“, das vergleichsweise hart rüberkam, jedoch voll überzeugen konnte. Mit „Given Up“ folgte ein tighter Track vom „Minutes To Midnight“-Album aus 2007, hier können wir das Thema Hit ebenso abhaken, wie dies bei „One Step Closer“ aus den „Hybrid Theory“-Anfangstagen in 2000 der Fall ist. Ganz klar eines der ersten Höhepunkte der grandiosen Show, die auch an den unterschiedlichsten visuellen Elementen nicht gespart hatte. Die Lightshow war erstklassig und was an Videotechnik aufgefahren wurde, ebenfalls eines Headliners würdig. „Blackout“, „Papercut“, With You“ und „Runaway“ bildeten im Folgenden den ersten Block mit Liedern, die quasi zusammengefasst wurden, dabei aber immer die Quintessenz der einzelnen Nummer im Focus behielt und für Abwechslung sorgte. Es wurde gescratcht, geschrien und gerockt was das zeug hielt. Dem verschloss sich auch das brandneue „Wastelands“ nicht, das es komplett auf die Ohren gab und dem sich das mit Begeisterung aufgenommene „Castle of Glass“ von der 2012er „Living Things“-VÖ anschloss. Ein Piano-Balladen-Medley darf bei LINKIN PARK selbstverständlich nicht fehlen und so wurden „Leave Out All The Rest“, „Shadow of The Day“ und „Iridescent“ entsprechend aufbereitet. Insbesondere der mittlere Track traf den Geschmack seiner Zuhörer, die mit „Robot Boy“ („A Thousand Suns“ aus 2010) neben flirrender Elektronik auch schnarrendes Scrating und wummernde Beats auf die Ohren bekamen. Nachdem sich Mike Shinoda (Rap, Gitarre, Keyboard und Hintergrundgesang), Chester Benningfield (Gesang) und ihre Mannen sicher waren, alle wach und auf Betriebstemperatur zu haben, wurde ein Highlight nach dem anderen durch die Boxen gejagt. Mit „Wretches And Kings”, „Remember The Name” und WSkin To Bone” stand giftiger Hip Hop im Mittelpunkt, nachdem bei „Waiting For The End” easy going angesagt war. „Numb“ („Meteora“ 2003) war der nächste Höhepunkt, der in großer Runde abgefeiert wurde (trotzdem war auch bei ROB ZOMBIE an der Alternastage und bei SDP auf der Clubstage ne Menge los). Mit „In The End“ ging es Schlag auf Schlag, worauf „Faint“ wieder Gas gab und Chester seinen gut gebauten 38-jährigen Oberkörper präsentierte. 70 Minuten waren wie nichts verflogen, aber nachdem sie ein bisschen gebeten wurden, kehrten LINKIN PARK an ihre Wirkungsstätte zurück und servierten mit „Until It’s Gone“ echten Bombast-Sound. Die Zeit drängte, also wurde auch nicht lange gefackelt und der nächste Extendend-Hit-Mix serviert. „Crawling“ und „New Divide“ waren in diesem Package meine Lieblinge, doch damit nicht genug, gab es „What I’ve Done“ noch mit großem Gitarrensolo und zu guter Letzt wurde auch „Bleed It Out“ in der gebotenen Ausführlichkeit zelebriert. Viel gab’s vom kommenden, sechsten Studio-Output noch nicht zu hören, aber wenn die übrigen Songs ähnlich sind wie „Guilty As The Same“, „Wastelands“ und „Until It’s Gone“, lassen es die Herren Musiker ganz schön krachen. Der Abend hätte auf jeden Fall nicht schöner enden können, weshalb auch weder Rap aus dem Hause EXAMPLE, noch BOOKA-SHADE-Electro oder Näselgesang mit JAN DELAY für mich infrage kamen.

Setlist LINKIN PARK
The Catalyst/The Requiem
Guilty All The Same
Given Up
Points of Authority
One Step Closer
Blackout
Papercut
With You
Runaway
Wastelands
Castle of Glass
Leave Out All The Rest/ Shadow of the Day/ Iridescent
Robot Boy
Joe Hahn Solo
Burn It Down
Waiting For The End
Wretches And Kings/ Remember The Name/ Skin To Bone
In The End
Faint

Until It’s Gone
A Light That Never Comes
Lost In The Echo
Crawling
New Divide
What I’ve Done
Bleed It Out

Montag

Damit war für mich das Rock im Park 2014 auch schon wieder Geschichte, denn den Festival-Montag musste ich schweren Herzens zugunsten einer möglichst staufreien Rückfahrt canceln. Der Pfingstmontag drohte mit vollen Straßen einherzugehen und am Dienstag rief auch schon wieder die Arbeit. Also überließ ich den letzten Festivaltag den unermüdlichen Parkrockern, die sich noch auf IRON MAIDEN als Headliner freuen konnten. Auf der Alternastage dürften insbesondere die BABYSHAMBLES mit Spannung erwartet worden sein, denn bei Peter Doherty weiß man ja nie… Als Ausputzer des Festivals fungierten zu später Stunde noch GESAFFELSTEIN auf der Clubstage, die an diesem Montag, der sich wie ein Sonntag anfühlte, im Übrigen ganz im Zeichen des treibenden Rocks stand. Die Sonne war an allen Tagen mit dabei und wahrscheinlich hat’s an diesem Pfingstwochenende nicht nur beim RiP ne Menge Sonnenbrände gegeben. Abgesehen von einigen Unbelehrbaren scheinen sich die meisten Besucher jedoch den hochsommerlichen Temperaturen angepasst zu haben, denn die Rettungskräfte berichteten nicht von gravierenden gesundheitlichen Problemen. Wahrscheinlich ist dem unerbittlichen Himmelskörper aber auch zuzuschreiben, dass die Infields nachmittags noch vergleichsweise leer waren. Wer konnte, suchte sich vielfach lieber ein schattiges Plätzchen. Deshalb an dieser Stelle ein ausdrücklicher Dank an alle, die beim Rock im Park arbeiten mussten und diese Möglichkeit nicht hatten! Wir sprechen immerhin von 48 Technikern, 60 Mitgliedern der Produktionscrew, der 21-köpfigen Sitecrew, 50 Mann für Licht und Ton, ca. 1000 Securities, 1.200 Gastro-Mitarbeitern, 20 Leuten in der Band-Betreuung, 100 Personen in der Aufbaucrew, 18 Elektrikern, 60 Bühnenbauern, 12 Runnern, 60 Cateringmitarbeitern, 30 Leuten im personal Office und 20 Transport-Fahrern. Dazu kommen noch reichlich Sanitäter und Polizisten, die auch ihren Teil dazu beigetragen haben, dass in Nürnberg ausgiebig und sehr sicher gefeiert werden konnte. Noch ein paar Zahlen: es wurden insgesamt 13 km Kabel für Licht und Ton verlegt, 20 km Zaun gezogen, 1.000 m Barrikaden und 1.400 m Polizeigitter aufgestellt. Der Boden wurde auf 30.000 qm abgedeckt und Licht und Ton hatten jeweils eine Leistung von max. 500.000 Watt. Ob 3 Tonnen Würfeleis und 2.000 Handtücher beim Catering und in der Garderobe wirklich gereicht haben, weiß ich nicht zu sagen, aber ich freue mich schon jetzt aufs Rock im Park 2015, das Nürnberg abermals am ersten Juni-Wochenende in den Ausnahmezustand versetzen wird.

Copyright Fotos: Britta Flachmeier

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu ALTER BRIDGE auf terrorverlag.com

Mehr zu ARCHITECTS auf terrorverlag.com

Mehr zu AVENGED SEVENFOLD auf terrorverlag.com

Mehr zu AWOLNATION auf terrorverlag.com

Mehr zu CRYSTAL FIGHTERS auf terrorverlag.com

Mehr zu DIE FANTASTISCHEN VIER auf terrorverlag.com

Mehr zu EDITORS auf terrorverlag.com

Mehr zu FALL OUT BOY auf terrorverlag.com

Mehr zu HUNTRESS auf terrorverlag.com

Mehr zu IN EXTREMO auf terrorverlag.com

Mehr zu KAISER CHIEFS auf terrorverlag.com

Mehr zu KARNIVOOL auf terrorverlag.com

Mehr zu KASABIAN auf terrorverlag.com

Mehr zu KINGS OF LEON auf terrorverlag.com

Mehr zu KVELERTAK auf terrorverlag.com

Mehr zu LINKIN PARK auf terrorverlag.com

Mehr zu MANDO DIAO auf terrorverlag.com

Mehr zu METALLICA auf terrorverlag.com

Mehr zu NINE INCH NAILS auf terrorverlag.com

Mehr zu OF MICE & MEN auf terrorverlag.com

Mehr zu OPETH auf terrorverlag.com

Mehr zu PORTUGAL. THE MAN auf terrorverlag.com

Mehr zu QUEENS OF THE STONE AGE auf terrorverlag.com

Mehr zu SLAYER auf terrorverlag.com

Mehr zu THE FRATELLIS auf terrorverlag.com

Mehr zu WE ARE SCIENTISTS auf terrorverlag.com