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ROCKAREA FESTIVAL 2007

Ort: Losheim am Stausee (Saarland)

Datum: 01.09.2007 - 02.09.2007

Was tut man nicht alles, um das Ende der Sommerfestivalsaison weiter nach hinten zu verschieben? Richtig, man sucht nach weiteren kleinen Festivals, die den arg geschmälerten Geldbeutel nach einem anstrengenden August voller Konzerte nicht noch mehr beuteln. Und siehe da, Rettung nahte! In meinem Fall rettete mich das Rockarea Festival am Losheimer Stausee im Saarland. Alle Punkte meiner imaginären Checkliste wie „nicht zu weit weg“, „nicht zu teuer“, „ordentliche Bands“ und Co waren größtenteils erfüllt, also ging’s am 1. September Richtung Saarland und bei einem Ticketpreis von 17,50 Euro im Vorverkauf durfte man sich sicherlich nicht beschweren.

Die Location direkt am Stausee konnte sich wirklich sehen lassen. Ein kleines überschaubares Gelände, leicht ansteigend, so dass man auch weiter hinten auf dem Boden sitzend das Geschehen auf der Bühne verfolgen konnte und hinter der Bühne – ganz malerisch – der Losheimer Stausee. Man ging wohl davon aus, dass sich kaum ein Nichtsaarländer dorthin „verirren“ würde, was die kaum vorhandene Beschilderung zum Rockarea erklären könnte. Also Richtung Stausee gefahren, welcher glücklicherweise schon ab der Autobahn ausgeschildert war, geparkt wurde dann einfach mal auf einem größeren Parkplatz vor einem Hotel, wo schon einige Langhaarige rumliefen – würde schon richtig sein, dachte ich. Und ja, irgendwie klappte das auch erstaunlich gut und so kam ich pünktlich zu den ersten Bands auf dem Gelände an, welches zu Beginn leider noch recht spärlich gefüllt war.

So wurde das Gelände während der ersten Formationen erst mal unter die Lupe genommen, Essensstände getestet und nach bekannten Gesichtern Ausschau gehalten, was sich aufgrund des Größe des Geländes recht einfach gestaltete. Die ersten Bands des Samstags waren für mich größtenteils völlig unbekannt und wirklich positive, vom Hocker hauende Überraschungen, blieben leider auch aus. Hier wäre es vielleicht ratsam gewesen, sich nach etwas bekannteren Metalacts in der nicht gerade kleinen Saarländer Metalszene umzusehen. Den meisten Anwesenden, die die ersten Bands noch eher sitzend aus der Ferne genossen, wären wohl auf Anhieb gleich mehrere geeignete Kandidaten eingefallen.

Samstag 01.09.2007

SERAPHS FALL
Die Position des Openers war den Saarländern SERAPHS FALL zugeteilt. Ihr hardcorelastiger Metal war gar nicht mal so verkehrt zur noch recht frühen Stunde, allerdings mussten sie, wie auch die folgenden Kombos vor einigen wenigen Nasen spielen, die sich bereits vor die Bühne bequemt hatten. Der Rest war entweder noch an den Ständen unterwegs, saß gemütlich auf dem Boden oder war gar noch mit Zeltaufbauen und ähnlichem beschäftigt. Die Jungs ließen sich aber nicht beirren und zockten ihr Set munter runter.

BLACK ROSE
Danach wurden recht ruhige Töne angeschlagen, welche von der Band als Mystic Rock bezeichnet wurden. Definitiv zu ruhig für die allermeisten Anwesenden, die dann nach und nach den Platz vor der Bühne räumten und sich beim Essenfassen oder bei Unterhaltungen mit Bekannten wohl lieber aus der „Ferne“ beschallen ließen. Nette Mucke für nebenbei, aber zu ruhig für dieses Festival, die angereisten Fans und vor allem für diese Uhrzeit.

EVERMENT
Danach sollte es etwas schmissiger, aber dennoch recht ruhig zugehen. EVERMENT waren in Indierock-Gefilden unterwegs und lieferten wieder die Art von Musik, die man als Metalfan gerne mal nebenbei hören kann, ohne dass es „wehtut“. Aber auch hier galt wieder: Was Härteres wäre besser gewesen!

SPEEDRECORDER
tanzten dann mit ihrem Alternativ Rock/ Grunge Mix noch ein wenig mehr aus der Reihe und hatten ebenfalls so ihre Probleme, Leute vor die Bühne zu ziehen. Mehr als Mitwippen und Kopfnicken war auch da nicht drin.

HARDCUT
Waren dann die erste Band des Tages, die mir schon eher in den Kram passte und nicht in seichten Rockgewässern dahindümpelten. Auch wenn das Rockarea nun mal Rockarea heißt, wären ein paar härtere Bands gerade zu Beginn vielleicht nicht die schlechteste Wahl gewesen, um direkt mal Schwung in die Menge zu bringen. HARDCUT bemühten sich daher erst mal mit Kräften genau diesen Schwung zu bringen. welches ihnen mit ihrem Metal/ Hardcore auch recht gut gelang.

Setlist HARDCUT
We Apologize For Giving A Fuck
The Very Last Night
Gamma
Eyes Wide Shit
Fuck You Please
Look At Us
Break The Silence

NO ONE KNOWS
Wurden dann zwecks Essenfassen mal ausgelassen. Auch hier gibt’s nichts wirklich Neues von der Metalcore/ Hardcore Front zu vermelden. Zu viele Bands aus der gleichen Ecke in zu kurzer Zeit, welche vielleicht so einige Metalanhänger auch davon abgehalten haben könnten, sich schon früher zum Gelände zu begeben.

NION
Waren dann die erste richtige Überraschung des Tages für mich. Allein schon aus optischer Sicht, war der Auftritt einfach anders. Gitarrist Siggi dürfte einigen vielleicht schon als Sänger von MESSENGER bekannt sein. Die Sängerin verlieh dem Ganzen einen recht orientalischen Touch, sowohl stimmlich, als auch outfittechnisch. Und wie oft sieht man schon Power Metal mit Bauchtanzeinlage? NION haben gerade ihr erstes Album veröffentlicht und wussten definitiv eine Menge der Besucher zu begeistern. Zum Abschluss gab’s dann eine Coversion von „Hunting High And Low“ (STRATOVARIUS), welche mit Sängerin fast besser klang als das Original. Zusammen mit einer weiteren Bauchtanzeinlage definitiv eine interessante Sache, auch wenn es vielleicht vom gesanglichen her nicht jedermanns Sache war, die Band stach jedenfalls aus dem restlichen Billing heraus.

GRIND INC.
Bei GRIND INC ging’s, wie auch schon in der Woche zuvor beim Up From The Ground Festival mächtig rund auf der Bühne. Zwei Sänger, die dem Publikum einheizten, brachten besonders unter den Anhängern der härteren Gangart endlich mal Bewegung in die Menge vor der Bühne. So eine Band hätte es schon früher gebraucht, um einige dazuzubringen sich von ihrem gemütlichen Plätzchen vor der Bühne zu erheben. (mich eingeschlossen ;-)).

REPULSED
Da THE SORROW kurzfristig wegen Krankheit absagen mussten, hatten es die Jungs von REPULSED zunächst nicht leicht, warteten doch nicht gerade wenige auf die Österreicher von THE SORROW. Allerdings gelang es den sympathischen Saarländern binnen kürzester Zeit das Publikum auf ihre Seite zu ziehen und sie davon zu überzeugen, dass sie durchaus ein würdiger Vertreter waren. Genretechnisch in einer ganz anderen Ecke, tat dies der Stimmung keinen Abbruch und der stimmgewaltige Fronter begeisterte mit überzeugender Bühnenpräsenz und hatte das Publikum am Ende in der Hand. Sauberer Auftritt, den Namen werde ich mir merken!

MOONSORROW
Danach gab es eine kleine Änderung in der Running Order, hervorgerufen durch einen Stau auf der Autobahn. Und zwar einen Stau, in dem DISILLUSIONen standen und welcher es ihnen unmöglich machte, zum geplanten Zeitpunkt auf der Bühne zu stehen. Aber man ist ja flexibel und so wurde der Gig der Finnen MOONSORROW einfach ein wenig nach vorne gezogen. Alleine schon am Zuschauerauflauf vor der Bühne war ganz klar zu erkennen, weswegen die meisten Besucher heute gekommen waren. Wie man es von den Finnen nicht anders gewohnt ist, kamen sie in bester Laune auf die Bühne und vom ersten Song an, fraß ihnen das Publikum aus der Hand und feierte die Band. Kein Wunder bei einer ordentlichen Mischung alter und neuer Songs! Mit der beste Auftritt des Tages, wonach es für die mittlerweile eingetroffenen DISILLUSION wirklich nicht leicht werden sollte.

DISILLUSION
Die Truppe war mittlerweile glücklicherweise auf dem Gelände eingetroffen und so konnte es nach einer etwas längeren Umbaupause weitergehen. Leider war die Menge vor der Bühne schon etwas kleiner geworden, es waren wohl nicht gerade wenige wegen MOONSORROW dagewesen und hatten jetzt schon die Heimreise oder den Weg auf den Campingplatz angetreten. DISILLUSION ließen dennoch nichts anbrennen und legten sich mächtig ins Zeug, um die Fans trotz vorgerückter Stunde in Bewegung zu halten. Da es mittlerweile recht frisch geworden war, war in Bewegung bleiben sicherlich auch nicht die schlechteste Idee. Hits wie „Don’t Go Any Further“ vom aktuellen Album funktionieren live einfach bestens, was wieder einmal unter Beweis gestellt wurde.

Freitag 02.09.2007

SIX FLYING PUTANAS
War die erste Band des Sonntags für mich und diese vertrieb wohl mehr Leute vor der Bühne als ihnen lieb war. Rein von der Musik her, welche wie eine seltsame Death/ Thrash Mischung klang, war das ganze schon nicht gerade überzeugend, aber der Sänger machte dann jeden Ansatz eines positiven Eindrucks zunichte. Dieser brüllte dermaßen unmelodisch und schräg über jedweden guten Groovepart hinweg und hinterließ einen arg faden Beigeschmack. Glücklicherweise haben sich die meisten nach einer Weile an die wenig überzeugende „Hintergrundbeschallung“ gewöhnt. Und hier waren wohl nicht wenige froh über die ansonsten ärgerliche Tatsache, dass die meisten Bands nur 30 Minuten Spielzeit hatten.

Setlist SIX FLYING PUTANAS
Vegetate Agitate
Backless Kind
Behind The Forhead
With MX M-16
Back From Oblivion
Blood Stained Age
Cervix

OBSCENITY
Getreu dem Motto „Es kann nur besser werden“, ging’s nach kurzer Umbaupause mit deftigerer Deathmetalkost weiter. Und ja, es wurde besser! Wesentlich besser, denn OBSCENITY machten aus den ihnen zur Verfügung stehenden 30 Minuten das beste und pfefferten ein Death Metal Brett nach dem anderen in die Menge. Die Zahl der langhaarigen Metaller vor der Bühne stieg, es wurde geheadbangt was das Zeug hielt und die Band selbst schien auch bestens aufgelegt. Besonders einer der Gitarristen hatte wohl den ständigen Drang die lustigsten Grimassen vor Kameras zu ziehen.
Ein sauberer Auftritt!

Setlist OBSCENITY
Human Barbecue
Return To Flesh
Die Again
Incomplete
Obsessed With Slavery
The Arrival
Where Sinners Bleed
Bleed For Me
Utter Disgust
Cold Blooded Murder

EPILOGUE
SUICIDAL TENDENCIES anyone? Das war mein erster Gedanke, als die Jungs von EPILOGUE auf die Bühne kamen. Denn deren Fronter erinnerte recht stark an den Herrn Muir. Sowohl vom Outfit her, als auch bezüglich der Hyperaktivität auf der Bühne. Geboten wurde hier, wie bei so einigen Bands an diesem Wochenende Hardcore, der wohl so einige der anwesenden Fans begeistern konnte. Auch wenn das musikalisch nicht so ganz meine Baustelle ist, gelang es ihnen Schwung in die Menge zu bringen. Wer mit AS I LAY DYING, HIMSA und Co etwas anfangen kann, wird auch bei EPILOGUE auf seine Kosten kommen!

MACHINEMADE GOD
Ok, beim Summer Breeze hatte ich sie nicht gesehen, zunächst mochte ich sie auch nicht wirklich, weil Metalcore eben nicht so ganz meins ist. Aber im nachhinein sollte ich mich ärgern, die Jungs so lange ignoriert zu haben. Der Auftritt war nämlich wirklich ordentlich und besonders die cleanen Gesangpassagen schafften es mich doch mich wieder Richtung Bühne zu locken. Wie auch bei anderen Bands zuvor entstanden vor der Bühne kleine Mosh- und Circlepits und die unvermeidlichen Violent Dancer starteten ab und an ihren „Kampf“ gegen unsichtbare Gegner. Genau diese Violent Dancer verleideten wohl so manchem den Moshpit, denn wer möchte schon fliegende Fäuste oder gar Füße auf Kopfhöhe haben?!

LEGION OF THE DAMNED
Kamen dann mit gewohnt epischem Intro auf die Bühne und ballerten gleich einen Song vom aktuellen Album in die Menge – „Son of the Jackal“. Verschnaufpausen gab’s keine und es wurde ein Thrash Kracher nach dem anderen abgefeuert. Sowohl auf der Bühne, als auch davor gab’s eine Menge fliegender Haare, in die Luft gereckte Pommesgabeln und einen kleinen, aber feinen Moshpit. Mit „Slaughtering The Pigs“ wurde ein neuer Song angekündigt, der sich nahtlos in die Setlist einfügte und mit gewohnt hohem Arschtrittfaktor daherkam. „Diabolist“ beendet dann einen, besonders für die Thrashfans, viel zu kurzen Auftritt, der wirklich eine Menge Spaß gemacht hat.

Setlist LEGION OF THE DAMNED
Intro
Son Of The Jackal
Undead Stillborn
Death´s Head March
Bleed For Me
Slaughtering The Pigs
Werewolf Corpse
Infernal Wrath
Malevolent Rapture
Diabolist

HATESPHERE
Danach eroberten die dänischen Grinsbacken HATESPHERE die Bühne und somit auch das Publikum im Sturm und das mit absoluter Leichtigkeit. Kein Wunder, wenn man mit einer solchen Spielfreude, fast dauergrinsend auf der Bühne herumspringt und es einfach dermaßen offensichtlich ist, dass sie es total genießen auf der Bühne zu stehen. Die Nordlichter eröffneten den wohl sympathischsten Gig des gesamten Festivals mit „Sickness Within“. Sänger Jakobs Ansagen zwischen den Songs sorgten für so einige Lacher, wenn auch Sätze wie „Fuck The Sun“ wohl nur für die allerwenigsten so richtig Sinn gemacht haben. Diesen Spruch hatte sich der Herr nämlich vom IMMORTAL Fronter „ausgeliehen“, nachdem dieser die Sonne beim diesjährigen Tuska Festival aufgrund zu früher Auftrittszeit „verflucht“ hatte. Auch um das leibliche Wohlergehen der Fans erkundigte er sich „Everyone in the front – got enough beer?! And the guys in the back? – OK, this song is about drinking!“ Und mit einem breiten Grinsen wurde damit „Drinking With The King Of The Dead“ angekündigt. Einen kleinen Seitenhieb in Richtung EKTOMORF gab’s dann auch: „I think SOULFLY are playing next!“. Nach wiederum viel zu kurzer Zeit ging ein Gig mit starker Setlist zu Ende und ließ wohl jeden mindestens ebenso grinsend vor der Bühne zurück.

Setlist HATESPHERE
Sickness Within
Hate
Let Them Hate
Heaven Is Ready To Fall
Drinking With The King
Disbeliever
Floating
Only The Stronges
Lowlife Vendetta
Reaper Of Life
Lies & Deceit

EKTOMORF
Einige waren nach dem HATESPHERE Gig vielleicht schon etwas platt, als die Ungarn EKTOMORF die Bühne enterten. Aber trotz vorgerückter Stunde und eventuell vorhandenen Ermüdungserscheinungen nahmen die Jungs keine Rücksicht und ließen so einige Songs vom Stapel, bei denen auch der müdeste im Publikum kaum stillhalten konnte. Und Aufforderungen wie „Jump! Jump! Jump!“, zu denen auf der Bühne ebenso fleißig mitgesprungen wird, kamen viele nur allzu gern nach. Ganz nebenbei auch keine so schlechte Idee, um sich warmzuhalten. Denn sobald die Sonne weg war, wurde es an diesem Wochenende doch immer wieder recht frisch.

Setlist EKTOMORF
Outcast
I Choke
I´m Against
Ambush
Show Your Fist
Set Me Free
We Rise
Fuck You All
United Nation
Leech
Fire
Serial Man
I Know Them
Holy Noise

Alles in allem ein kleines gemütliches Festival in toller Lage, nur sollte man bei der nächsten Auflage, die im nächsten Jahr hoffentlich folgen wird, vielleicht noch ein paar Bands aus der Death/ Thrashecke einladen. Denn davon gibt’s im Saarland genug. Qualitativ hochwertige lokale Acts sollten also sicherlich nicht das Problem sein. Also auf ein zweites Rockarea im nächsten Jahr! Ich für meinen Teil werde dort gerne wieder die Sommerfestival Saison ausklingen lassen.

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