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ROME – SPIRITUAL FRONT – MOON FAR AWAY

Ort: Leipzig WGT Felsenkeller

Datum: 11.06.2011

Die Tatsache, dass es mindestens einmal regnet, gehört zum WGT genauso dazu wie die Farbe Schwarz. Der Termin dafür also der heutige Nachmittag. Pünktlich, als wir zum Heidnischen Dorf wollten, ging es los. Als wir nach einer halben Stunde ankamen, war es aber schon fast wieder vorbei und nach einer weiteren halben Stunde schien bereits wieder die Sonne. Ein Happen gegessen, ein paar Flaschen Met und schon ist die Zeit wieder so dahin gerast. Also schnell zum Felsenkeller.

Leider haben wir dort schon die beiden italienischen Neofolk-Formationen THE GREEN MAN und EGIDA AUREA vom DER BLUTHARSCH-Sublabel Hau Ruck! SPQR verpasst.

Aber der Abend hält ja noch drei weitere Schmankerl parat. Der große Saal des Felsenkellers ist sehr gut gefüllt, als wir zu MOON FAR AWAY eintreffen. Auf der Bühne begegnen uns vier in helle Sackleinen-Gewänder gehüllte Musiker mit Zipfelkapuzen. Die Sängerin der russischen Formation hat dazu noch eine Maske auf, die das Gesicht ab Nase aufwärts verdeckt. Sehr mystisch und urig. Und genau so klingt auch die Musik: traditionell, mit Gitarren und Trommeln. MOON FAR AWAY haben sicherlich nicht nur mich mit ihrer wunderschönen klassischen Neofolk/ Heavenly Musik beglückt.

Nihilist Suicide Pop. Oder aber auch die eingängigste und poppigste Variante des Neofolk bieten uns dann SPIRITUAL FRONT. Schon zig Mal live gesehen, aber wieder eine Ohren- und vor allem für die Damen im Saal auch eine Augenweide. Die italienische Formation um den charismatischen Simone Salvatori. Der Mann braucht keine Show um sich, er ist selber eine Show, wie er flott und stimmgewaltig sämtliche Hits à la „Jesus died in Las Vegas“, „No Kisses“ oder „Bastard Angel“ zum Besten gibt. Beim wohl besten Song der Band steigt das Publikum mit in die Show ein und im Chor erklingt immer wieder „I’m walking down the deadline“. Das beeindruckt selbst Salvatori, der das ganze Konzert über flotte Sprüche für die Zuschauer in Petto hat. Im Hintergrund wieder ein alter italienischer Filmklassiker. So funktioniert SPIRITUAL FRONT und so lieben die Fans die Konzerte. Auch noch nach dem 100. Mal.

Setlist SPIRITUAL FRONT
Shining Circle
Cold Love in a cold Coffin
Walk the Deadline
Darkroom Friendship
Jesus died in Las Vegas
Kiss the Girls
Hey Boy
Song for the old Man
German Boys
Soulgambler
Slave
No Kisses
Bastard Angel

Auch die nächste Band ist eine der ganz Großen der Neofolk-Szene. ROME erblickte Ende 2005 das Licht der Welt und bereits mit dem ersten Album, damals noch auf Cold Meat Industry erschienen, scharrten sich die Fans um das Trio aus Luxemburg. Martialische Sounds mit Trommeln, ruhige Passagen, viel Gitarre, aber vor allem die tiefe Ausnahmestimme von Jérôme Reuter machen den Sound einzigartig. Auch der Wechsel zum Major-Label Trisol 2009 störte die wenigsten „alten“ Fans, bescherte aber viele neue. Und dennoch sind ROME ihrem Stil weitestgehend treu geblieben. Nach gut der Hälfte des Auftrittes verließen zwei Musiker die Bühne, worauf Reuter meinte, dass das ok wäre, da sie nur für eine halbe Stunde bezahlt worden sein. Zwei Songs später kamen sie jedoch mit einem Tablett wieder und reichten, wie es schon etwa 2000 Jahre zuvor ein junger Mann getan hat, den Gästen zum Song „Bread and Wine“ eben selbige Ingredienzien. Das Konzert war (für uns) das Highlight des Tages und mit einer frischen 10“-Single steigt die Freude auf die neuen Veröffentlichungen, die in ein paar Monaten erscheinen sollen.

Setlist ROME
Intro / Like Lovers
The Consolation of Man
The Spanish Drummer
All for Naught
Der Erscheinungen Flucht
Das Feuerordal
The Death of Longing
The Merchant Fleet
To die among Strangers
Bread and Wine
To teach Obedience
Hope dies painless
Sons of Aeeth
The Torture Detachment
Neue Erinnerung
Swords of Rust

Das offizielle WGT-Programm für heute war damit beendet. Aber es stand noch der Besuch eines anderen Festivals an, doch das ist ein anderer Artikel…

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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