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ROYAL REPUBLIC – KOPEK

Ort: Münster - Jovel Music Hall

Datum: 24.10.2012

Wenige Bands im Rock-Genre konnten in den letzten Jahren einen solch kometenhaften Aufstieg verzeichnen wie ROYAL REPUBLIC aus dem schwedischen Malmö. Erste Bekanntheit erlangten die Schweden dabei als Vorband auf der Tour unserer Punkrock-Lieblinge – den DONOTS. Schnell sprach sich die energiegeladene Show des Vierers herum und man tourte fortan weiterhin als Support noch größerer Bands wie z.B. BLINK 182, spielte auf fast allen wichtigen Festivals und konnte auch als Headliner immer größere Clubs und Hallen füllen. Das Jovel in Münster war an diesem Abend allerdings dann doch eine Nummer zu groß und gerade einmal zur Hälfte gefüllt. Zudem war die Band oder zumindest deren Management scheinbar auch der Ansicht, in der obersten Rockliga angekommen zu sein und forderte von den Fotografen die in den Medien in letzter Zeit sehr stark in die Kritik geratenen Fotoverträge ein (siehe die Diskussion um COLDPLAY).

Viel Zeit zum Ärgern blieb nicht, denn mehr als pünktlich kamen um kurz vor 20 Uhr KOPEK auf die Bühne, um die Show an diesem Abend zu eröffnen. Das Trio aus Irland startete dabei mit zwar ganz ansprechendem, aber am Ende doch recht belanglosem und austauschbaren Rock. Während der Show konnten sich KOPEK aber immer mehr steigern und versuchten auch auf der Bühne alles, um das Publikum mitzureißen. So kam der Bassist beim Versuch, mit seinen kurzen Haaren zu bangen, auch recht schnell ins Schwitzen und als der Sänger mit Dreadlockpalme auf dem Kopf dann zum fünften Song „Love is dead“ das Publikum zum Mitklatschen aufforderte, machten fast alle begeistert mit. So steigerte sich auch der Applaus des Publikums stetig und es war schade, dass KOPEK genau in dem Moment, wo sie das Publikum vollends auf ihrer Seite hatten, die Show nach nicht einmal 30 Minuten beenden mussten.

Umso ärgerlicher, da der folgende Bühnenumbau keine 5 Minuten dauerte, dann aber bis 21 Uhr rein gar nichts mehr passierte. So hätten KOPEK gut und gerne noch ein paar weitere Songs spielen können. Pünktlich um 21 Uhr kamen dann ROYAL REPUBLIC unter großem Jubel des überwiegend recht jungen Publikums, dass sich nun in der vorderen Hälfte der Halle vor der Bühne versammelt hatte, auf die Bühne und begannen ihr Konzert auf der „Save the nation“-Tour zum neuen, gleichnamigen Album gleich folgerichtig auch mit dem gleichnamigen Song. Ab dem ersten Titel hatten ROYAL REPUBLIC ihr Publikum in der Hand, scheinbar hinderte auch ein Mittwoch die anwesenden Fans nicht am Feiern. Damit das so blieb, feuerten RR erst einmal 5 Songs ohne nennenswerte Unterbrechung in die Menge und gaben ordentlich Gas. Dann erst begann Frontmann Adam seine Ansagen und bewies in der Folge immer wieder seine Deutschkenntnisse, oftmals auf sehr humorvolle Weise. Nach dem Hinweis, dass man auch an einem Mittwoch ordentlich feiern könne, lieferten die Fans zum anschließenden „Full steam space machine“ eindrucksvoll den Beweis, sprangen und sangen lauthals den Refrain. Drummer Per brachte dann noch die kleinen Mädels zum Kreischen als er sich mit nacktem Oberkörper bangend auf sein Drumkit stellte und zum Mitklatschen aufforderte.

Die Band spielte an diesem Abend eine gute Mischung aus Songs beider Longplayer, man sei vor allen Dingen nun froh, dass man ein zweites Album habe, so Adam, denn nun könne er endlich ankündigen, „den alten Kram“ zu spielen. Um etwas Abwechslung in das Set zu bekommen, präsentierten ROYAL REPUBLIC „Walking down the line“ in einer Akustikversion und forderten die Fans auf, sich jeweils einen Tanzpartner zu suchen und mitzutanzen. Nun kam auch Per vorne zu Hannes ans Mikro und „Addictive“ wurde kurzerhand in bester Max Raabe-Manier A Capella (na gut, mit Gitarrenbegleitung) performt.

Insgesamt boten die Schweden ein sehr abwechslungsreiches und unterhaltsames Set, unterbrochen immer wieder von lustigen Ansagen wie z.B., dass Adam immer gerne in einer Metal-Band gespielt hätte. Wie zum Beweis wurde dann im Song „The End“ einmal auf METALLICAs „Battery“ umgeschwenkt. Bei „Tommy-Gun“ gab es dann sogar so etwas wie einen Circle Pit, jedoch recht langsam und hüpfend und danach war das reguläre Set nach ziemlich genau einer Stunde Spielzeit beendet. Natürlich gab es Zugaben und um diese musste auch nicht lange gebettelt werden. Zunächst schmetterte man die aktuelle Single „Everybody wants tob e an astronaut“ und kam dann nach „Be my baby“ zu dem Coversong „I don´t wanna go out“. Dieser Titel wurde vom Bassisten Jonas „gesungen“. Man habe ihn als B-Seite haben wollen, aber bei der Plattenfirma hätten zu der Zeit alte graue Herren gesessen, die dies nicht wollten.

Dann kam die abschließende Frage, ob man zum Schluss einen schnellen oder langsamen Song hören wolle. Lautstark wurde etwas Schnelles gefordert, aber da nach Aussage von Adam der „Alles ist andersrum Tag“ (schwer zu übersetzen) sei, begann er „Wind of change“ zu pfeifen. Anschließend allerdings gleich seine Frage „Who is the Royal“, die das Publikum zu seinem Entsetzen mit „You“ beantwortete. So ginge das nicht, bei der letzten Tour habe das besser geklappt und nachdem er dem Publikum antrainiert hatte lautstark „We are the royal“ zu antworten, wurde eben dieser Song auch zum Abschluss eines gelungenen, 80 minütigen Gigs gespielt.

Setlist ROYAL REPUBLIC
Save the nation
You ain´t nobody (‘til somebody hates you)
Make love not war (if you have to make war – make sure to make time to make love in between)
All because of you
I must be out of my mind
Full steam spacemachine
Molotov
Walking down the line (akustisch)
Addictive (special version)
Let your hair down
Cry baby cry
Sailing man
The end
Underwear
Tommy-Gun

Everybody wants to be an astronaut
Be my baby
I don’t wanna go out (Cover)
The Royal

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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