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ROYAL REPUBLIC – MONTREAL

Ort: Hamburg - Docks

Datum: 28.11.2013

Wer zuerst kommt, der steht und sieht am besten. Das war wohl der Grund, dass der Besucheransturm bereits kurz nach Einlass das Docks bestens füllte. Somit spielte die Vorband MONTREAL bereits vor vollem Haus. Zu Beginn ihres Auftritts flogen noch pfandfreie Becher auf die Bühne, aber nach kurzer Zeit gelang es der Band, insbesondere durch Fronter Hirschs humorvolle Ansagen, das Publikum für sich zu gewinnen. Nun wurde teilweise gepogt und mitgeklatscht. Positiv wirkte sich mit Sicherheit auch die 10 jährige Bühnenerfahrung der Band aus. Nicht nur der Heimvorteil, sondern auch ihre unterhaltsame und sympathische Art sorgten für ein gutes Konzerterlebnis sogar für „Nicht“ Punk Rocker. MONTREAL gaben mit dem Song „Neues aus der Hobbythek“ nicht nur dem bebrillten Chemiestudenten einige Tipps mit auf den Weg. Auch für den Veranstalter hatte sie die Idee parat, anstelle von Glitter doch lieber Kokain auf das Publikum niederrieseln zu lassen. Die Spendierlaune der Band ging weiter. So gab es einen Gratisdownload des Songs „Das falsche Pferd“ und die CD zu einem Schleuderpreis von nur 5,- Euro. Ob die Tipps befolgt werden, bleibt offen. Am Ende ihres Gigs gab es Applaus von allen Seiten.

Setlist MONTREAL
Walkman Revolution
Solang die Fahne weht
Ubahnlinie 2
Aber Morgen ganz bestimmt
Max Power
Neues aus der Hobbythek
Das falsche Pferd
Zum aller ersten Mal
Hauptgewinn
Endlich wieder Discozeit

Gut vorgewärmt waren die Hamburger nun bereit für den Rock‘ n Roll von ROYAL REPUBLIC. Gleich zu Beginn schleuderten die Schweden ihren Fans drei Stücke hintereinander weg um die Ohren. Das Ergebnis war ein rasanter Anstieg der Temperaturen im Docks und eine erhöhte Schweißproduktion auf und vor der Bühne. Befürchtungen, dass die Nordlichter das Set nur so herunterspielen könnten, wurden zum Glück nicht bestätigt. Mit netten Anekdoten schaffte es Mr. Grahn zum einen den Fans eine Atempause einzuräumen und zum andern erfuhr man so, dass ROYAL REPUBLIC zu den wenigen Schweden gehören, die Campino und DIE TOTEN HOSEN kennen, da sie gemeinsam auf Tour waren. ROYAL REPUBLIC haben mittlerweile in fast allen bekannten Hamburger Locations gespielt. Vielleicht erklärt sich so, warum Adam über einige Deutschkenntnisse verfügt.

Im Verhältnis zum Album kommen RR live um einiges härter, straighter und dreckiger rüber, und das liegt nicht nur daran, dass Adam ständig auf die Bühne spuckte, sondern sie musikalisch dem Gitarrensound mehr Raum gaben. So scheute sich die Band auch nicht davor, „Be my baby“ in der ersten Rohfassung zuspielen. Außerdem forderte ROYAL REPUBLIC QUEENS OF THE STONE AGE zum Battle heraus und gaben „No one Knows“ zum Besten. Leider blieb die Frage ungeklärt, ob im Gegenzug QUEENS OF THE STONE AGE zeitgleich in der Hamburger O2 World „Full Steam Spacemachine“ performten. Unberührt davon spielten sie ihr Set und bei „Walking down the line“ trieben die Gitarren und die Drums die Geschwindigkeit voran und bestimmten auch die Bewegungen der tanzenden Menge. Adams Frage, ob die Hamburger nun müde seien oder ob sie noch rocken wollten, ließ nur eine Antwort zu und so preschte die Band weiter mit „I must be out of my mind“. Währenddessen verteilte die Security Wasser an die ersten Reihen, warteten doch noch einige Titel auf die durstigen Anhänger. Das erste Highlight folgte gleich im Anschluss mit „Tommy-Gun“, zu dem das komplette Publikum hüpfte. Zu diesem Song schaffte es Adam das komplette Docks zum Hinknien zu bewegen, um dann gemeinsam beim Einsetzen der ersten Takte erneut emporzuschnellen und sich von dem Gitarrensound wieder antreiben zu lassen. Das sind Momente, die Konzerte besonders machen oder wie Mr. Grahn sagte, einen „magic moment“ bescheren. Die Herren vermittelten den Hanseaten das Gefühl, das beste Publikum gewesen zu sein, das die Band je hatte. Wen wundert es, dass nach solch einem Kompliment die Halle bebte, als ROYAL REPUBLIC an diesem Abend die letzte Zugabe „Full Steam Spacemachine“ spielten, wobei sie von Nebelfontänen, eingerahmt wurden.

Mit der letzten Zugabe warf Adam sein letztes Plektrum in die Menge. Den Weg ins Publikum fanden noch die Drumsticks und die Setlists. Auch als der letzte Ton verklungen war und mit den Lichtern im Docks die Musik vom Band losging, blieben die Musiker auf der Bühne, applaudierten den Fans und riefen etwas der Menge zu. Es schien, als ob sie den Abschied noch etwas herauszögern wollten, doch mit diesem Auftritt näherte sich unausweichlich das baldige Ende der „Save the Nation“ Tour. Auf jedes Ende folgt jedoch ein Neubeginn und die Fans können bereits im Januar die Schweden erneut live bei ihrer Akustik-Tour erleben. Dieser Abend endet mit nassgeschwitzten T-Shirts, hohen Blutdruck, niedrigen Wasserhaushalt und glücklichen Gesichtern.

Setlist ROYAL REPUBLIC
Molotov
Underwear
Everybody wants to be an astronaut
Good to be bad
Make love not war
Addictive
OIOIOI
Save the nation
You ain’t nobody
Be my baby (Demoversion)
No one knows (QUEENS OF THE STONE AGE)
The Royal
President’s daughter
Walking down the line
I must be out of my mind
Tommy- Gun

Revolution
All because of you
Full Steam Spacemachine

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

2 Kommentare

  1. Sven Lüthje sagt:

    Moin Sandra,

    den Gig hast Du vom Allerfeinsten reflektiert. Ganz großes Kino und ich war mit meiner Luft- Flying V nicht dabei…

    Stay metal + LG
    Sven

  2. Thea sagt:

    Danke für den Konzertbericht! Das frischt meine Erninnerung nochmal auf!
    Es war aber auch einfach nur ein geiles Konzert!

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