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SAMIAM – OFF WITH THEIR HEADS

Ort: Dortmund - FZW

Datum: 06.10.2011

Nachdem es lange Jahre sehr ruhig um SAMIAM war, hatte man bereits 2010 im Rahmen des ebenfalls im FZW stattfindenden Visions Westend Festivals die Möglichkeit, sich zu überzeugen, dass die Pioniere des Emocores es keineswegs verlernt hatten. Damals konnten SAMIAM als Co-Headliner von ALEXISONFIRE in der großen Halle des FZW das Publikum begeistern. Anno 2011 kehrten sie nun nach Dortmund in das FZW zurück, die neue Platte „Trips“ im Gepäck und OFF WITH THEIR HEADS als Support. Dieses Mal reichte allerdings der kleine Club des Ladens aus. Ich war ein wenig irritiert, dass sich gegen den eigentlich für 20 Uhr angekündigten Beginn des Konzertes gerade einmal 2 Hand voll Menschen im Vorraum des FZW eingefunden hatten. Nach und nach kam der ein oder andere Fan nach, doch auch als mit einer ¾ Stunde Verspätung dann endlich OFF WITH THEIR HEADS die Bühne enterten, war der kleine Club vielleicht lediglich zur Hälfte gefüllt.

Den Anwesenden gefiel das, was die US-Punks dann darboten, aber auf jeden Fall. Auch wenn OFF WITH THEIR HEADS den Punk ganz sicher nicht neu erfanden, machte die Show dennoch Spaß. Eine muntere Mischung aus typischem Poppunk mit rotzigerem Gesang. Auch das RAMONES-Shirt des Schlagzeugers kam nicht von ungefähr, konnte man doch den einen oder anderen Verweis in diese Richtung finden. Wie dem auch sei: Kaum Ansagen, 30 Minuten Vollgas, 14 Songs und eine Menge nickender Köpfe. Viel mehr brauchte es für einen guten Support ja nicht wirklich, viel mehr als ein guter Support waren OFF WITH THEIR HEADS dann aber auch nicht.

Setlist OFF WITH THEIR HEADS
I am you
The eyes of death
Drive
Your child is dead
Go on git now
Theme song
Their own medicine
For the four
Closed early
Hard to admit
Self checkout
Fuck this, I´m out
Die today
Clear the air

Es folgte eine erfreulich kurze Umbaupause und ebenso freute es mich, dass pünktlich zu Beginn der Show von SAMIAM doch noch einige Fans ins FZW trudelten. Dennoch dürften an diesem Abend kaum mehr als 200 Zuschauer vor Ort gewesen sein. Das störte die Band aber anscheinend wenig, denn man war in den folgenden 60 Minuten in bester (Spiel-) Laune. Gestartet wurde das Konzert mit „80 West“ vom neuen Album „Trips“. Doch insgesamt waren die Songs der neuen Platte, so gut diese auch sein mögen, eher ein nettes „Nebenprodukt“ an diesem Abend. Der Blick ins Publikum bewies, dass nicht nur ich allein aus Nostalgiegründen gekommen war, um einer der größten und bedeutendsten Emobands aller Zeiten zu huldigen. Bereits der zweite Song „Clean“ wurde lauthals mitgesungen und als dann kurze Zeit später mit „Sunshine“, „Wisconsin“, „Mexico“ und „Mud Hill“ gleich vier Titel in Folge vom 2000er Überalbum „Astray“ präsentiert wurden, gab es im Publikum kein Halten mehr. Die 200 Anwesenden bewiesen, dass auch eine kleine Personenschar lauthals singen kann und man gab alles. Es bildete sich ein kleiner Pit und Mitte des Sets folgten dann zudem zaghafte Stage-Dive Versuche. Die Band zeigte sich in blendender Laune, gab einem Fan mit einem Kult-Shirt ein Bier aus (um welches Oberteil es sich handelte, konnte ich leider nicht erkennen) und blödelte sich durch spaßige Ansagen. In dieser Hinsicht hatte die familiäre Club-Atmosphäre dann wieder seine Vorteile, denn die Interaktion mit dem Publikum klappte hervorragend und zum Teil ohne Mikro.

SAMIAM hauten einen Klassiker nach dem anderen ins Publikum und ließen sich dementsprechend abfeiern. Das alles wirkte unglaublich ehrlich, sympathisch und machte einfach nur Spaß zuzuschauen. Etwas unbeholfen war dann das Ende der Show. Irgendwie konnte man sich nicht entscheiden, ob man die Bühne verlassen sollte oder nicht, dann ging ein Teil und Sänger Jason Beebout startete in Form von „Take care“ nur mit Gitarre begleitet den Zugabenteil. Der Rest der Band kam kurze Zeit wieder dazu und dann war aber nach „Dull“ und „Full on“ endgültig Schluss. Da erst eine Stunde vergangen war, glaubte das Publikum noch nicht so wirklich an ein Ende und entsprechend lauthals wurde eine Rückkehr von SAMIAM gefordert. Als kurze Zeit später allerdings die Lichter angingen und Musik ertönte war klar, dass keine weiteren Zugaben folgen würden. Das war zwar einerseits schade, die hervorragende Setlist und ein überragender Auftritt sorgten jedoch dafür, dass niemand traurig nach Hause gehen musste.

Setlist SAMIAM
80 West
Clean
September holiday
Sunshine
Wisconsin
Mexico
Mud Hill
Dead
She found you
El Dorado
Factory
Stepson
Super Brava
Capsized

Take care
Dull
Full on

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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