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SARAH CONNOR – FLIPSYDE

Ort: Bielefeld - Stadthalle

Datum: 14.03.2009

SARAH CONNOR im Terrorverlag? Manchmal darf man ruhig über seinen normalen musikalischen Tellerrand schauen, zumal wenn es dort optisch so ansehnlich zugeht wie bei der 28 Jährigen aus Delmenhorst, die es zweifelsohne zu internationalem Erfolg gebracht hat. So pilgerten wir also an diesem nassen Samstag Abend ein weiteres Mal in die Bielefelder Stadthalle, die wenn auch nicht ganz ausverkauft dennoch sehr gut gefüllt war. Überwiegend mit weiblichen und überwiegend mit recht jungen Gästen. Viele Mädels hatten auch gleich ihre Mütter mitgebracht. Damen aller Altersklassen dürften sich über die Anwesenheit Marc Terenzis gefreut haben, der zwar nicht mehr mit Sarah liiert ist, es sich aber dennoch nicht nehmen ließ, mal auf der Tour vorbeizuschauen. Gleich vorab: Wir erblickten den Herren zum Unbill meiner Terrorkollegin nicht, nur ein Raunen bzw. ein Blitzlichtgewitter ließen erahnen, wo sich der Herr mit der Vorliebe für harte Metal Klänge gerade aufgehalten haben muss.

Vor der Attraktion des Abends stand noch eine sehr interessante Vorband auf dem Programm, die selbst bereits beträchtliche Erfolg hat sammeln können. Die Kalifornier FLIPSYDE durften immerhin die Hymne der Olympischen Winterspiele in Turin 2006 schreiben („Someday“), auch mit den weiteren Singles „Happy Birthday“ und „Angel“ konnte man weltweit Erfolge einfahren. Ohne große Ankündigung ging es kurz nach 19 Uhr auch schon los mit den Amis, als noch relativ viele Fans draußen in der Schlange gestanden haben dürften. Für den Gesang bzw. die Rhymes verantwortlich ist ein Dreiergespann: Steve Knight, Piper und eine sehr sportliche Lady namens Chantelle Paige, die mit Stimme und Body punkten konnte. Dazu kam auch noch eine Backing Band, der Sound der Truppe ist nämlich irgendwo zwischen den BLACK EYED PEAS und softeren LINKIN PARK angesiedelt, wenn die Gitarre von Dave Lopez mal losbraten durfte. Neben dem schon angesprochenen älteren „Happy Birthday“ wurden auch Songs des im April erscheinenden 2ten Albums „State of Survival“ präsentiert, die zu ordentlichen aber nicht überschwänglichen Reaktionen der Zuschauer führten. Ostwestfalen halt. Die Show war durchaus in Ordnung, die Musiker gaben sich fannah (auch nach dem Gig, wo man noch im Graben Autogramme gab und Flyer verteilte). Erst mit dem letzten Titel „Trumpets“ brach ein wenig das Eis, mittlerweile hatte sich das Rund gefüllt. FLIPSYDE könnte man sich durchaus auch auf Headliner Tour vorstellen.

Setlist FLIPSYDE
Champion
Spinnin out of my Head
Happy Birthday
Toss it up
Spun
High on Life
When it was good
Trumpets (Never be the same again)

Nach relativ kurzer Pause ging es dann bereits um 20 Uhr mit dem Hauptact weiter. Zunächst beklebten einige Herren den mittleren Bühnensteg der Stadthalle mit Markierungen, bevor dann auch Frau Connor selbst in Erscheinung trat. Unter Feuerfontänen wirbelte sie in einem offenherzigen Body herum, immer wieder in neckische Spiele mit ihren 4 gelenkigen Tänzern verwickelt. Auch hier erfolgte im Hintergrund wieder Begleitung durch Drums, Gitarren und Background Sänger. Schnell wurde deutlich, dass Frau Lewe (so ihr Geburtsname) ausnehmend gut bei Stimme ist, Playback Einlagen hat die mittlerweile mit einer sehr schicken Kurzhaarfrisur ausgestattete Lady nicht nötig. Nicht sonderlich überraschend wechselte sie immer wieder ihre Klamotten, währenddessen Bilder auf den verschiedenen Leinwänden, Tanz- oder Instrumentaleinlagen das Publikum weiter unterhielten. Es gab u.a. ein pinkes Hosenoutfit (mit dazu passendem Mikro!), ein Abendkleid, das sportliche Adidas-Dress oder auch ein 80er Outfit mit zerrissenen Jeans auf die Augen. Immer passend zu den jeweiligen Songs und immer sehr nett anzusehen. Die Interaktion mit dem Publikum stimmte ebenso. So erklärte sie vor „One Nite Stand…“, dass sie ja nun Single sei, sich aber weiterhin gut mit Marc verstehen würde und man außerdem nicht alles glauben möge, was es im Boulevard zu lesen gibt. „I’ll kiss it away” wurde der Tochter Summer Antonia gewidmet, die bekanntermaßen unter einem Herzfehler litt. Ein (wohl gestellter Anruf) von Sohnemann Tyler leitete einen kleinen Gute Nacht Song direkt ins Handy ein… usw. usw. Emotionale Balladen wechselten sich also mit Power-Stücken der Marke „From Zero to Hero“ ab. Weitere Singles wie „Under My Skin“, „Music is the Key“ oder das brandaktuelle „Takin’ Back My Love“ (hier natürlich ohne ENRIQUE IGLESIAS) befanden sich auf der Setlist, schön auch das Duett mit der jüngern Schwester Lulu (aka Sophia-Luisa), die lediglich beim nächsten Mal ihre Kleiderwahl überdenken sollte. Der Ausfall eines Pianos wurde ebenso locker überspielt wie der ein oder andere anzügliche Ruf aus dem weiten Rund. Nach gut 90 Minuten und weiteren Nummern wie „Skin on Skin“ oder „Touch“ ging es dann langsam dem Ende entgegen.

Natürlich fehlte noch das bekannte „From Sarah with Love“, zu dem ein glitzernder Konfettiregen einsetzte. Ein weiterer Zugabetitel war das kraftvolle „See you later“, welches Sarah als ihr Lieblingsstück bezeichnete, weil sie da mal richtig abhotten könnte. Zu den Klängen von „I believe in you“ verließen wir gegen 22 Uhr dann die Konzertstätte, mit der Gewissheit, dass SARAH CONNOR ihren Fans eine annähernd perfekte und dennoch menschliche Show geboten hatte. Selbst für uns als sagen wir neutrale Beobachter ein unterhaltsamer Abend, perfekt wäre natürlich noch eine spontane Foto Session mit Herrn Terenzi gewesen, doch der schien sich aus dem Staub gemacht zu haben…

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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