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SATYRICON – CHTHONIC

Ort: Essen - Turock

Datum: 08.11.2013

Über SATYRICON und ihren Wandel über die Jahrzehnte kann man denken, was man will, Fakt ist jedoch, dass die Herren Sigurd „Satyr“ Wongraven und Kjetil „Frost“ Haraldstad vor mittlerweile 20 Jahren ihr Debüt-Album „Dark Medieval Times“ veröffentlicht haben. Im September 2013 meldeten sich SATYRICON mit ihrem gleichnamigen, mittlerweile neunten Studioalbum nach einer fünfjährigen Pause zurück. Zusammen mit CHTHONIC aus Taiwan präsentierten die Norweger ihr aktuelles Werk auf einem von fünf Deutschlandkonzerten unter anderem auch im Turock in Essen. Ausverkauftes Haus, da durfte man doch gespannt sein, was der Abend so mit sich bringen würde. Also raus aus dem Regen und rein in die gute Stube. Der Laden war gegen 19:30 Uhr noch erstaunlich leer, schließlich war der Beginn schon eine halbe Stunde später angekündigt. Der Blick Richtung Bühne zeigte ein gigantisches, verhülltes Drumset, davor dann das separate Set von CHTHONIC. Im Hintergrund prangte bereits ein Banner mit dem Cover vom aktuellen SATYRICON Album.

Mit einer halben Stunde Verspätung fingen CHTHONIC schließlich mit ihrem Auftritt an und die Stimmung war von Beginn an sofort gut. Die Musik der Gruppe einzuordnen fällt schwer. Eine Mischung aus melodischem Keyboard Black-Metal gepaart mit Death-Metal und folkloristischen Einflüssen wäre wohl eine meiner Meinung nach halbwegs zutreffende Beschreibung. Mit eingängigen Melodien und ordentlich Druck zogen die Jungs und Bassistin Doris das Publikum direkt vom Start in ihren Bann. Als „interessant“ würde ich die Outfits der Herrschaften bezeichnen. Keyboarder CJ und Drummer Dani trugen Masken, die an Cyber-Gothic erinnerten, Sänger Freddy erschien mit Corpse-Paint, das asiatische Elemente enthielt. 35 Minuten kraftvoller Musik später war dann das Ende ihres Auftritts erreicht und ich muss sagen, dads CHTHONIC es wirklich verstanden das Publikum in Fahrt zu bringen.

Setlist CHTHONIC
Supreme Pain for the Tyrant
Sail Into the Sunset’s Fire
Southern Cross
Next Republic
Set Fire to the Island
Defenders of Bú-tik Palace
Takao

Danach war erst einmal wieder Warten angesagt. Der Umbau zog sich über eine dreiviertel Stunde hin, dominierend im Bühnenbild: Frosts gigantische, mit Hörnern verzierte Schießbude. Dann war es aber endlich soweit, SATYRICON enterten die Bühne mit dem ersten Song des aktuellen Albums, „Voice of Shadows“, direkt gefolgt von „Hvite Krists Død“ von „The Shadowthrone“. Das Publikum war direkt von der ersten Sekunde an voll dabei und die Stimmung extrem. Umso besser entlud sich die Wirkung des brachialen Black-Metals, den SATYRICON zelebrierten. Es war Satyr anzusehen, dass er schwer beeindruckt von der ausverkauften Halle war, die die Norweger feierte. Nach einigen salbungsvollen begrüßenden Worten übergab Satyr die Regie an Frost, der sogleich zu einem beeindruckenden Schlagzeug-Solo ansetzte, das direkt in „Now, Diabolical“ überging. SATYRICON spielten in der Folge ein Lied vom Vorgängeralbum „The Age of Nero“ sowie überwiegend Material von der aktuellen Scheibe, um „dem Publikum zu zeigen, was SATYRICON in der jetzigen Phase ihres Schaffens definiert“. Unterbrochen wurden die neuen Stücke von „Repined Bastard Nation“. Mit „Forhekset“ („Nemisis Divina“) läuteten die Herrschaften schließlich den Endspurt ein. Zwei Songs von „Now, Diabolical“ kamen noch hinterher, bevor Satyr versuchte, sich vom Publikum zu verabschieden. „Versuchen“ ist hier wörtlich zu nehmen! Die Menge war am Toben und brüllte, was das Zeug hielt, so dass die Herren ohne großartige Pause und „von der Bühne gehen“ zur Zugabe ansetzten. Wie so oft ging es mit „Mother North“ als Nachschlag in die Verlängerung. Zusätzlich dazu gab es noch „Fuel for Hatred“ und „K.I.N.G.“ auf die Lauscher, bevor es dann endgültig genug sein sollte.

SATYRICON hinterließen nach 90 Minuten ein durchgeschwitztes Publikum, über das ein wahrer Sturm norwegischen Black-Metals hinweg gefegt war. Aus meiner Sicht ein absolut beeindruckendes Konzert, an das ich gerne zurück denken werde! Das liegt aber auch an der familiären Atmosphäre des Turocks und den anderen Zuschauern, die wirklich alles gegeben haben und keine Müdigkeit aufkommen ließen.

Setlist SATYRICON
Voice of Shadows
Hvite Krists Død
Now, Diabolical
Black Crow on a Tombstone
Our World, It Rumbles Tonight
Walker Upon the Wind
Repined Bastard Nation
Tro og Kraft
The Infinity of Time and Space
Forhekset
To the Mountains
The Pentagram Burns

Mother North
Fuel for Hatred
K.I.N.G.

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