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SATYRICON – DARK FORTRESS

Ort: Bochum - Zeche

Datum: 13.09.2006

Tja, da spielt die Natur einem auch mal einen Streich. Eigentlich gänzlich unpassend für ein Black Metal-Konzert hielt der Spätsommer Einzug in NRW, was zudem einen schweißtreibenden September-Abend ankündigte. Durch unser verspätetes Interview mit SATYRICON-Drummer Frost war die deutsche Black Metal-Hoffnung DARK FORTRESS schon einige Minuten auf der Bühne, als wir die noch nicht wirklich volle Zeche betraten. Endlich konnten die Süddeutschen ihr neues starkes Album „Séance“ in einem würdigen Umfeld vorstellen. Selbstbewusst standen Sänger Azathoth, Basser Draug und die Gitarristen Asvargr sowie V. Santura am Bühnenrand und nutzen selbst den spärlich vorhandenen Platz vor Frosts Drumkit kaum wirklich aus. Engagiert und spielfreudig präsentierte die Combo ihre teils sehr brachialen, teils getragenen Kreationen, die auch live verdammt eindrucksvoll und düster rüber kamen. Für die gelungene Atmosphäre sorgte neben dem recht guten Sound vor allem Fronter Azathoth, der nur durch seine wenigen aber gezielt gesetzten Gesten und speziell die wirklich gelungene und vielseitige Vocal-Performance beeindruckte. So zogen DARK FORTRESS die sich immer mehr füllende Halle in ihren Bann und in den ersten Reihen gab es schon so einige Mosh-Action zu sehen. Zum Ende wurden die Süddeutschen nach einem gelungenen Gig zurecht mit viel Jubel von der Bühne entlassen und auch die anwesenden Label-Vertreter nickten anerkennend mit dem Kopf. Von diesen Jungs wird man noch viel hören! DARK FORTRESS waren übrigens kurzfristig für die deutschen Dates als Support engagiert worden, da INSOMNIUM und KEEP OF KALESSIN (mit Obsidian C von SATYRICON) erst ab England auf den Tour-Tross aufspringen werden. So machte sie die Crew rasch an die Vorbereitungen für den Headliner.

Und SATYRICON legten dann auch gleich lautstark mit dem Song zum aktuellen Video „The Pentagram burns“ los. Und ab dem ersten Riff gingen die Fans sofort mit. Die fett rockenden Songs der letzten beiden Alben eignen sich einfach perfekt für die Live-Action und so sah man vom Fleck weg auf und vor der Bühne ordentlich fliegende Mähnen. Dass SATYRICON trotz aller Entwicklung sich selbst und ihrem Sound über die Jahre treu geblieben sind, bewies gleich der zweite Song des Abends „Dominions of Satyricon“ (von „The Shadowthrone“). Dieser Klassiker fügt sich wirklich ideal ein und eignet sich wunderbar als Übergang zum Titelsong des neuen Albums „Now, Diabolical“, welchen Fronter Satyr als „Test für den Black Metal-Charakter“ ankündigte und damit die Fans zum Stimmung machen aufforderte, was auch gleich lautstark ausgeführt wurde. Der charismatische und sehr energisch gestikulierende Norweger betonte besonders, dass man Wert darauf legt, alle Alben abzudecken und so kamen neben neuern Krachern wie „K.I.N.G.“, das gefeierte „Delerium“ oder „Repined Bastard Nation“ auch Hits wie „Forhekset“ oder das eindringliche „Walk the Path of Sorrow“ zum Zuge. Die Band selbst zockte ihr Set sehr routiniert und tight. Aber auch wenn die Band-Mitglieder als Einheit auftraten, war schon klar zu bemerken, dass Satyr der Chef im Ring und der Großteil der Kommunikation, wenn auch mit mehr mit Gesten als mit Worten, zwischen ihm und Drummer Frost stattfand. Daran konnte man erkennen, wie gut und lange sich die beiden kennen. Der Schlagzeuger war auch an diesem Abend wieder ein beeindruckender Anblick. Es ist wahrlich faszinierend, wie konzentriert und präzise der Mann seine Arbeit verrichtet. Im Black Metal dürfte es wohl nur wenige geben, die an Frosts Leistung heran kommen. Aber auch die anderen Musiker (inkl. einer hübschen Blondine am Keyboard) zeigten eine klasse Leistung!

Das mächtig rockende „Fuel for Hatred“ sorgte nach gut 75 Min. noch mal für richtig Alarm in der Zeche und die lautstarken „Zugabe-Rufe“ holten SATYRICON recht bald wieder auf die Bretter. Schon im Vorfeld erzählte Frost, dass man die Songwahl auf Wunsch spontan halten kann und so war auf der Setlist zum Schluss nur „Encore“ (Zugabe) zu lesen. Als ersten Titel präsentierten die Black Metaller eine Version des BATHORY-Klassikers „Raise the Dead“, womit man vor allem die jüngeren Fans mit den Wurzeln dieses Genres vertraut machen will. Als dann das nicht fehlen dürfende „Mother North“ durch die Zeche krachte, war es für den Terror-Schreiber Zeit zum aufbrechen, wobei ich leider einen weiteren Song verpasste, wie ich draußen noch hörte. Dennoch bleibt als Fazit zu sagen, dass es mal ganz angenehm ist, bei einem Konzert nicht 4 Baller-Bands vorgesetzt zu bekommen. So kann man sich jeder Band angemessen widmen und wenn es sich dann noch um einen wirklich guten Newcomer als Support und einen legendären und noch immer auf höchsten Niveau agierenden Pionier des Black Metals handelt, kann man nur von einem beinahe perfekten Abend sprechen.

Setlist SATYRICON
The Pentagram Burns
Dominions of Satyricon
Now, Diabolical
Walk the Path of Sorrow
Forhekset
K.I.N.G.
Delirium
Supersonic Journey
G.OT / Repined Bastard Nation
Fuel for Hatred

Raise the Dead
Mother North
+ 1 Song

Copyright Fotos: Torsten Hellge

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