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SATYRICON – SHINING – DARK FORTRESS – POSTHUM

Ort: Osnabrück - N8

Datum: 16.12.2009

Der Winter hielt seinen eisigen Einzug und damit waren beste Vorraussetzungen für die „Finale in Black Tour“ der norwegischen Black Metal-Pioniere SATYRICON geschaffen. Alles andere als gute Vorraussetzungen fand der Tour-Tross vor, als er in Osnabrück eintraf. So war die Orga für diesen Abend alles andere als rund geplant und auch der Vorverkauf war mit nicht mal 60 verkauften Karten nicht gerade überwältigend ausgefallen. Durch diese und weitere Unanehmlichkeiten verschoben sich auch der Soundcheck, der Einlass, das geplante Meet-and-Greet und und und…

Um kurz nach 20 Uhr war es dann doch soweit, dass POSTHUM auf die Bühne gehen konnten, um sich der bis dahin tatsächlich noch recht spärlichen Anzahl Gäste zu präsentieren. Dabei ist die Musik der Norweger nicht unbedingt dazu gedacht, der Meute einzuheitzen. So gefällig das selbstbetitelte Album daher kam, so monoton offenbarten sich die an sich düster-hypnotischen Black Metal-Werke live. So war von Spielfreude und kleinen spielerischen Finessen nicht viel zu merken und 20 Min. Spielzeit reichen eh bei weitem nicht aus, um sich voll zu entfalten. Dazu war auch beim Acting nicht viel von Motivation zu merken. Kein Wunder bei einer übersichtlichen Menge an Interessierten vor der Bühne und den Schwierigkeiten im Vorfeld.

DARK FORTRESS haben sich mit ihren letzten Alben an die Spitze der deutschen und in die Oberliga der internationalen Black Metal-Szene gespielt und auch das kommende neue Album „Ylem“ wird den Erfolg alle andere als schmälern (soviel kann ich meiner Rezi schon vorweg nehmen). Um sich wieder auf die Karte der Fans zu hieven, gehen die Landshuter also noch mal auf Tour, haben aber auch nur gut 30 – 35 Min. Spielzeit pro Abend, um ihr Ziel zu erreichen . Und in diesen präsentierten die ohne Keyboarder Paymon aufgelaufenen Süddeutschen neben altbekannten Knallern wie „No Longer Human“ oder „When 1000 Crypts awake“ auch die neue 8-minütige Dampframme „The Valley“, eine wuchtig-schleppende, eingängige und tiefschwarze Walze, die man nicht mehr so schnell aus dem Kopf bekommt. Trotz einzwängenden Platzverhältnissen konnten DARK FORTRESS voll und ganz überzeugen, gingen doch besonders Drummer Seraph und Shouter Morean sichtbar in den Songs auf. Das macht auf jeden Fall Lust auf ein komplettes Set, welches man sicherlich nach Release des Albums geboten bekommen wird.

SHINING-Shows sind wie Niklas Kvarforth selbst, und vor allem gerade wegen ihm ein unberechenbares Ereignis. Wie seine deutlich sichtbaren alten und neuen Narben zeigen, geht der Schwede voll in seinen Songs auf und bezieht dabei auch gerne mal seine Anhänger mit ein. So suhlt sich der Herr gerne in seinem eigenen wie auch in Schweineblut, bietet aber auch mal ganz einfache und solide Metal-Shows. Letztere sollte es an diesem Abend werden, was aber nichts von der Faszination dieser Band nimmt. So besann sich der eigenwillige Fronter dieses Mal darauf, Zigaretten auf seinen Armen und seiner Plautze auszudrücken, sich ordentlich Whiskey, Wein und Kippen reinzupfeifen, dem Basser die Zunge in den Hals zu stecken, einem Fan den Arm abzulecken und natürlich mit dem Mädel in der ersten Reihe zu flirten. Das alles, so hört und liest man, war bei den anderen Shows ähnlich zu bestaunen, was den Faktor „Unberechenbarkeit“ wieder etwas relativiert. Musikalisch sind SHINING aber ohne Zweifel große Klasse und das bewiesen die Schweden auf den Punkt. Trotz einiger Sound-Schwierigkeiten performte die Band die komplexen Songs zielgenau und es ist jedes Mal eindrucksvoll, wie Kvaforth seine Songs mit allen Emotionen auch auf der Bühne mitlebt. Das Highlight des zum Großteil auf neueren Songs konzentrierten Sets, war am Ende dann natürlich das unvermeidliche „Lat Oss Ta Allt Fran Varandra“, welches nicht nur für mich das wohl beste SHINING-Stück überhaupt zu sein scheint. Nach gut 40 Min. war es dann auch vorbei und die mittlerweile gut 200 Leutchens drängten Richtung Bühne, denn trotz guten Vorprogramms war den ganzen Abend klar, dass die meisten auf den Headliner warteten.

Und dieser präsentierte sich so professionell wie nur möglich. Schon vom Opener „With Ravenous Hunger“ an zeigte besonders Fronter Satyr, dass er auch heute Vollgas geben würde, unabhängig von der Anzahl der Leute vor der Bühne. Da zogen seine Mitstreiter dann auch gleich mit und pusteten in einem satten Sound ihre aktuellen Black Metal-Knaller „The Wolfpack“, „Black Crow on the Tombstone“ und das sehr eindringliche „Last Man Standing“ von der Bühne. Das erste richtige Highlight kam dann schon recht früh mit „Now, Diabolical“ und wie gewohnt, stachelte Satyr hier besonders die gut mitgehende Menge zum Mitsingen an und poste auch sonst routiniert wie eh und je. Auch wenn man dieses Mal keine Songs der ersten beiden Alben im Set hatte und Satyr mit seiner Gel-Frisur und dem aufgeknöpften Hemd eher nach nem Möchtegern-Rockstar aussah, stehen SATYRICON nach wie vor zu ihrer Herkunft und knüppelten mit dem brachialen „Havoc Vulture“ und dem brutalen „Du Som Hater Gud“ wahren Black Metal der 1. Klasse. Hier und eh während der gesamten Show brillierte Ausnahme-Drummer Frost mal wieder auf der ganzen Linie. Der Mann ist einfach ein Phänomen an seinem Instrument! Aber auch die Live-Members Gildas Le Pape, Steinar Gundersen (beide Gitarre) und Keyboarderin Jonna Nikula liessen nicht nur ordentlich die Mähnen kreisen, sondern überzeugten auch spielerisch auf ganzer Linie. Bass-Veteran Anders Odden wirkte dazu wie der ruhende Pol und sorgte für den grundlegenden Druck.

Nach dem rockenden „The Pentagram Burns“ fehlten eigentlich nur noch 3 „Muss-Songs“ doch anstatt „KING“ UND „Fuel for Hatred“ zu zocken, überließ man den Fans die Wahl zwischen den beiden Stücken und diese fiel auf „KING“, welcher dann auch fett abgefeiert wurde. Und während nun noch das obligatorische „Mother North“ auf der Setlist stand, machte sich der hier schreibende Terrorverleger auf den mittlerweile verschneiten und eisigen Heimweg. Und dies mit der Gewissheit, dass SATYRICON Vollprofis sind, auch bei diversen Schwierigkeiten und vor nur 200 Leuten alles rocken und trotz aller Beschimpfungen diverser „Szene-Polizisten“ weiterhin „truer“ sind und sein werden als die meisten eben jener!

Setlist Satyricon
With Ravenous Hunger
The Wolfpack
Now, Diabolical
Du Som Hater Gud
Black Crow on the Tombstone
Havor Vulture
Last Man Standing
The Rite of Our Cross
Den Siste
The Pentagram Burns

KING
Mother North

Copyright Fotos: Michael Werneke

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