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SAUNA OPEN AIR 2009 – TAG 2

Ort: Tampere (FIN) - Eteläpuisto

Datum: 06.06.2009

Die Wettervorhersage hatte zwar eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vortag prophezeit, doch leider war davon zumindest temperaturmäßig nichts zu spüren. Immerhin hatte sich der Regen weitestgehend verzogen, sodass alle Festivalbesucher mehr oder weniger trocken blieben.

Meine persönlich am meisten erwarteten Modern Thrasher von PROFANE OMEN mussten am Samstag als erste auf die Bretter und obwohl das Quintett einen exzellenten Ruf als Liveband pflegt, war nur eine kleine Schar dem Ruf gefolgt. Die Herren um den agilen Fronter Jules Näveri gaben trotzdem wie zu erwarten alles, Herr Näveri hüpfte wie üblich ununterbrochen auf der Bühne herum, riss große Posen und entblößte für einen Moment sogar seinen trainierten Oberkörper (ich nehme stark an auf die „Ausziehen“-Rufe eines weiblichen Fans hin). Mit „Base“ und „Superpowertrip“ vom neuen Album „Inherit the Void“ sowie ihren älteren Krachern „Painbox“ und „Gunshot/Mindset“ wurde hier auch gleich äußerst bangfähiges Material geliefert, besser aufgewärmt konnte an eigentlich nicht werden.

Bei einem so belustigend klingenden Namen wie SPARZANZA hatte ich eigentlich geringe bis gar keine Erwartungen, doch Nomen ist nicht immer Omen und so konnten die Schweden auf Anhieb begeistern. Mit ihrer eingängigen, sofort ins Ohr gehenden Mischung aus Metal und Rock sowie einem Schuss Melancholie kamen sie beim hiesigen Publikum natürlich bestens an, nicht zuletzt auch dank ihrer routinierten Performance, über 10 Jahre Spielerfahrung machen sich bezahlt. Kann man unbedingt weiterempfehlen!

Musikalisch ging es mit POISONBLACK in die grob selbe Richtung weiter, melodischer Rock und ein Ville Laihiala sind ja in Finnland immer ein Erfolgsgarant und auch wenn er mit seiner Truppe ansatzweise ähnliche Erfolge verbuchen kann wie zu SENTENCED-Zeiten, so fiel der heutige Auftritt doch etwas sehr durchschnittlich aus. Weder Band noch Menge waren hier groß zu mobilisieren, auch wenn die Songauswahl mit einem Schwerpunkt auf die rockigeren Stücke doch durchaus stimmte. Auch einen neuen Song („Buried Alive“) hatten die Nordfinnen im Gepäck, da darf man schon gespannt sein, wie bald die Herren wieder ins Studio gehen werden.

Setlist POISONBLACK
Nothing Else Remains
Bear The Cross
Left Behind
A Dead Heavy
Buried Alive
Love Infernal
Hatelove
Lowlife
The State
Soul In Flames
Rush

Seit 4 Jahren waren HAMMERFALL nicht mehr in Finnland, dabei ist es von Schweden doch nur der vermeintliche Katzensprung. Daher gaben Fans und Band natürlich alles, auch wenn Sänger Joacim, der seit der neuesten Outfitanpassung ebenfalls auf den Piratenzug aufgesprungen ist, sich vor dem Gig ordentlich das Bein angeknackst hat und so eher humpelnderweise seine Songs zum Besten gab. Insgesamt wirken Gig und Ansagen („We love to be back here“ oder „You’re the best crowd ever“ – tausendmal gehört) doch etwas zu einstudiert.

Da insgesamt doch sehr die melodischen Bands dominierten, waren FINNTROLL, ihres Zeichens eigentlich auch nicht gerade von der unmelodiösen Sorte, fast schon ein willkommenes Kontrastprogramm. Obwohl Songschreiber Henri Sorvali sonst nur selten mit von der Partie ist, hatte man ihn heute als 2. Keyboarder dabei, allerdings versteckte sich der Gute zunächst unter einem Sack. Auch sonst war er gut zu Scherzen aufgelegt und erfreute zwischen den Songs mit dem einen oder anderen Jingle. Sänger Vreth macht dagegen weiterhin dem Titel des letzten Albums (Ur Jordens Djup – Aus der Tiefe der Erde) alle Ehre und kam mit Baumwurzeln darstellenden Fortsatz an der linken Hand auf die Bühne. Auch in finnischen Gefilden scheint „Trollhammaren“ der absolute Überhit der Band zu sein, so wurde immer wieder lautstark danach verlangt und kurz vor Ende des Sets dann auch mächtig gefeiert.

MÖTLEY CRÜE in Finnland – Das war sicher für viele langjährige heimische Fans die Erfüllung ihrer Träume und so verwunderte es kaum, dass sich eine riesige Menge vor der Bühne angesammelt hatte. Bei so einer Größenordnung konnten die Amis sich natürlich auch Starallüren erlauben und schickten alle Fotografen zum Fotografieren auf die Rollstuhltribune, dabei wurden hier weder Pyros losgelassen noch blieb die Angst vor Faltenalarm der Kalifornier begründet. Tomi Lee sieht hinter seinem Schlagzeug auch unter den ganzen Tattoos noch immer knackig jung aus und auch Sänger Nikki Sixx bewies Agilität, immer in Bewegung, ständig am Arme und Hüften schwingen, da fühlt man sich fast schon an gewissen Cindy Crawford Aerobicvideos erinnert. Spaß beiseite, was die Fanreaktionen anging, blieben die Truppe hier sicher der ungekrönte Headliner und wenn dazu selbst ein Vikingmetaller lauthals „Home Sweet Home“ (mit Tommy Lee am Piano) mitsingt, dann ist der Abend allemal gerettet.

Copyright Fotos: Juliane John

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