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SCHANDMAUL

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Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 07.04.2007

Erst zum dritten Mal überhaupt verschlug es die Spielleute von SCHANDMAUL in diesen Tagen nach Osnabrück, wenn man den Worten von Frontmann Thomas glauben will. Offenbar reichten die vorherigen zwei Auftritte, von denen ich persönlich schon den gemütlichen mit Orchester in der Stadthalle miterleben durfte, um das mittelalterbegeisterte Umland zu mobilisieren. Schon kurz nach 19 Uhr war das Gelände um den Hyde Park reichlich zugeparkt und es bildete sich eine eindrucksvolle Schlange vor dem Eingang. Der offizielle Beginn war auf 20.15 Uhr angesetzt, doch offensichtlich wurde es nichts mit der Pünktlichkeit und einige der Fans wurden etwas ungeduldig. Bald hörte man aus einigen Ecken „Räuber saufen Blut“-Gesänge, wobei man sich dann fragen konnte, ob einige SUBWAY TO SALLY-Anhänger nicht vielleicht aus Versehen auf dem falschen Konzert gelandet waren… Mit etwas Verspätung konnte es dann um 20.30 Uhr doch losgehen. Wie die Band später mitteilte, war es nur deswegen zu dem Aufschub gekommen, weil der Andrang einfach so groß war, dass vorher noch nicht alle Besucher in die Halle gelangt waren. Das war glaubwürdig, denn der Hyde Park war rappelvoll. Beste Vorraussetzungen also für einen stimmungsvollen Abend.

Dennoch wurden die Nordlichter zuerst einmal wieder ihrem Ruf gerecht, eine gewisse Anlaufszeit zu benötigen, um so richtig warm zu werden. Erst als Thomas anfing, ein paar Anekdoten zu erzählen, begannen die Leute langsam aufzutauen. Beispielsweise gab es vor dem „Narrenkönig“ zu erfahren, dass die Ausrichtung der Band ja nur entstanden war, weil Annas Großvater damals einmal langweilig war und herausgefunden hatte, dass unter seinen Vorfahren tatsächlich einmal ein Narr existiert hatte. Beim anschließenden „Seemannsgrab“ wurden dann von den Fans auch gleich die passenden Wellenbewegungen mit den Händen angebracht und schon wurde es zumindest etwas lockerer. Sehr unterhaltsam war auch die vorsichtige Beschwerde in Richtung des Filmteams vom „Blair Witch Project“, dass dieses wohl ihre Story bei der „Waldmär“ abgekupfert haben musste…abgesehen davon, dass am Ende dort keine Leiche zu sehen war, um den Film ab 12 freigegeben zu halten. Da die „Waldmär“ in dieser Hinsicht weniger zimperlich ist, wurden noch schnell alle unter 18 gebeten, sich an der entsprechenden weniger jugendfreien Stelle doch bitte die Nase zu pudern. Ein verstärkter Ansturm auf die Toiletten war zu diesem Zeitpunkt jedoch trotzdem nicht festzustellen. So ganz zufrieden war Thomas mit der Stimmung aber wohl immer noch nicht, da er sich nach der „Mitgift“ noch einmal beschwerte, man solle doch bitte etwas länger klatschen, damit er die Pausen nicht immer aus Verlegenheit damit füllen müsse, zur Wasserflasche zu greifen. Wahrscheinlich war diese Erklärung aber gar nicht notwendig, denn gleich darauf kam es bei „Gebt Acht!“ zu einem ziemlich anständigen Wettsingen zwischen Jungs und Mädchen und bei der „Walpurgisnacht“ wurde dann endgültig so richtig mitgegangen. Da wurde gehüpft und gewinkt, als wolle man auch ohne Hexenbesen einmal abheben. Zudem zeigte offenbar auch das ausgeschenkte Bier so langsam seine Wirkung, denn zwischen einigen Mädels kam es zu Rempeleien, die sich zum Glück aber schnell wieder beilegen ließen.

Bei der ersten Zugabe irritierte dann etwas die Aussage, dass es sich beim „Spion“ ja eigentlich um einen Mitarbeiter des Narren handele. Gibt es da vielleicht noch etwas, was wir von Annas Vorfahren wissen sollten? Natürlich durfte auch eine ausführliche Dankesrede an alle Helferinnen und Helfer der Band nicht fehlen und allen Bierseligen wurde mit dem „Wandersmann“ als Rausschmeißer noch der Gefallen getan, einmal kräftig mitgrölen zu dürfen. Pünktlich um 22.30 Uhr fiel der letzte Vorhang, aber nicht ohne das Versprechen, dass man die Bandmitglieder in 30 Minuten noch an der Bar wieder sehen könne. Weil das Publikum den ganzen Abend bei den SCHANDMÄULERN so gut aufgehoben war und eigentlich keine Wünsche offen blieben, stand einem gemeinsamen Bierchen dann wohl auch nichts mehr im Wege.

Copyright Fotos: Nicolai Meyer

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