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SELIG

Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 21.09.2009

Auf diesen Termin hatte ich mich tatsächlich schon Monate gefreut. SELIG im (ausverkauften) Ringlokschuppen (kleine Halle). Von den Live Qualitäten der Band konnten wir uns ja schon vorab auf dem DEICHBRAND überzeugen und so war die Vorfreude natürlich noch größer. Zumal am heutigen Abend ganze 2 Stunden Spielzeit angekündigt waren. Genug Zeit also, um sowohl alte Klassiker als auch Songs der aktuellen Scheibe „Und endlich unendlich“ zu präsentieren. Das Publikum bestand zum größten Teil aus der Ü30 Generation, darunter auch einige Fans, die SELIG bereits 1995 im ehemaligen PC69 gesehen hatten, und so ließ man es eher gemütlich angehen. Kein Kampf um die ersten Reihen, kein Gedränge. So lobe ich mir das. Pünktlich um 20.30 Uhr sollte es dann aber auch losgehen.

Zunächst enterte die Band, bestehend aus Leo Schmidthals am Bass, Christian Neander an der Gitarre, Drummer Stephan „Stoppel“ Eggert und Keyboarder Malte Neumann die Bühne, welche gemütlich mit Stehlampen aus Omas Zeiten dekoriert wurde. Zum Intro von „Ist es wichtig“ stürmte dann auch Herr Plewka auf die Stage und oh Schreck, er hatte wieder diese fürchterlich enge, rote Jeans (bereits vom DEICHBRAND bekannt) an. Phantasie war also auch an dieser Stelle nicht wirklich gefragt. Dazu noch die Cowboystiefel und das karierte Hemd, und ein (ähm ja) gewöhnungsbedürftiges Outfit war perfekt. Zum Glück sind wir hier kein Mode- sondern ein Musikmagazin und dieser widmete ich mich dann auch wieder. Weiter ging es direkt mit „Hey Hey Hey“ und Jan hielt sich auch den ganzen Abend über nicht mit langen Ansagen auf. Außer eben einem Hinweis auf das Konzert 1995 und eine kurze Geschichte über die Heimkehr nach der Tour, wenn man sich leise ans Bett der Frau anschleicht, dort einen gewissen Holger vorfindet und die Kinder dann fragen, wer denn der Mann namens „Papa“ sei, hatten sie sich doch schon so an Holger gewöhnt. Oder so ähnlich. Doch nun folgte mit „Schau Schau“ das erste (und auch nicht letzte) Stück des aktuellen und ausgezeichneten Albums „Und endlich unendlich“, bevor es zunächst wieder zurück in alte Zeiten ging. Die Stimmung war auf jeden Fall zu dem Zeitpunkt schon mehr als gut und das Publikum (samt mitgereistem Fotografen) ausgesprochen textsicher. „Nach „Glaub mir“, „Kleine Schwester“ und „Lass mich rein“ gab es dann mit dem durchaus nachdenklich stimmenden „Die alte Zeit zurück“ wieder etwas Neues auf die Ohren und in meinen Augen zählt dieser Song auch mit zu einem der besten auf der Scheibe. Und wieder wurde zunächst ein Abstecher ins „Früher“ gemacht. An dieser Stelle sollte ich aber gestehen, dass ich in älteren Sachen von SELIG nicht ganz so bewandert bin, einiges kennt man vom Hören, der Rest war zum großen Teil Neuland für mich. So spielte man dann „Mädchen auf dem Dach“ und das immer etwas genuschelte „High“, bevor es mit dem anrührenden „Und ich fall in deine Arme“ weiterging. „Mit „Sie hat geschrien“, welches bei mir immer eine Gänsehaut verursacht, wenn Herr Plewka singt „Sie hat geschrien heut Nacht wie ein sterbendes Kind“, ging es dann langsam aber sicher auf das Ende zu. Abschluss des offiziellen Sets bildete dann „Wir werden uns wiedersehen“ vom aktuellen Longplayer und auch eins meiner favorisierten Lieder der Band. Mit einer Verbeugung und unter großem Applaus verabschiedete man sich dann zunächst von der Bühne, aber es war natürlich klar, dass da noch das ein oder andere Stück (oder auch ein ganz bestimmtes) noch fehlten.

Und so ließ man sich auch nicht lange bitten erneut die Bühne zu entern und die Zugaben anzustimmen. Eingeleitet wurden diese mit „Arsch einer Göttin“, das mir persönlich nicht unbedingt zusagt und natürlich dem bekannten, beliebten und immer wieder gern gehörten „Ohne Dich“. Gänsehaut Feeling pur, wenn Jan mit seiner Reibeisenstimme dieses Lied anstimmt. Dies sollte aber noch nicht alles gewesen sein, denn nach einem erneuten Bühnenabgang erschien man gerne auch noch ein zweites Mal, um dem jubelnden Publikum die Zeit noch etwas mit „Immer wieder“ und „Wenn ich wollte“ zu versüßen. Den Abschluss bildete dann „Traumfenster“, aber zu diesem Zeitpunkt waren wir schon auf dem Weg Richtung Auto und Heimat, um dem großen Ansturm zu entgehen. Aber dennoch hatten wir ein grandioses Konzert mit vielen Highlights, einem Sänger mit Wahnsinnsstimme und einer ausgesprochen spielfreudigen und gut gelaunten Band gesehen. Beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder.

Setlist SELIG
Ist es wichtig
Hey Hey Hey
Du siehst gut aus
Schau Schau
Glaub mir
Kleine Schwester
Lass mich rein
Die alte Zeit zurück
Mädchen auf dem Dach
High
Und ich fall in deine Arme
Die Besten
Ich dachte schon
Sie hat geschrien
Wir werden uns wiedersehen

Arsch einer Göttin
Ohne Dich

Immer wieder
Wenn ich wollte

Traumfenster

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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