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SELIG

Ort: Köln - Live Music Hall

Datum: 24.03.2013

„Magma Tour 2013“

Im Moment touren SELIG mit ihrem aktuellen Album „Magma“ kreuz und quer durch die Republik und obwohl die Anzahl der Konzerte relativ groß ist und auch die gewählten Locations nicht gerade klein, sind die Hallen meist ausverkauft oder zumindest kurz davor. Das gleiche Bild bestätigte sich an diesem Sonntagabend in der Kölner Live Music Hall. Auch wenn bei diesem Wetter die Couch und/ oder der Münster-Tatort eine verführerische Alternative gewesen wären, war die Location schon lange vor dem für 20 Uhr angekündigten Konzertbeginn gut gefüllt und es drängten immer mehr Fans in die Halle, so dass man letzten Endes dicht gedrängt den Beginn des Konzertes erwartete.

Gegen 20.15 Uhr gingen dann die Lichter aus und ein Intro an. Zu großem Applaus betrat die Band um Jan Plewka die Bühne und begann ihr Set passend zum Titel der Tour mit dem Opener der CD „Ich lüge nie“. Nicht nur Herr Plewka, der live ja immer komplett in seiner Musik aufgeht (sei es mit SELIG oder seiner Band bei den „Jan Plewka singt Rio Reiser“ Shows), auch der Rest der Band zeigte sich in bester Spiellaune. Schnell sprang da auch der Funke auf das Publikum über und die Temperatur in der Halle stieg langsam aber kontinuierlich an. Zwar lag der Fokus der ausgewählten Songs in der ersten Hälfte der Show ganz klar auf der aktuellen CD „Magma“, doch zwischendurch wurden immer wieder alte Hits eingestreut (wie z.B. „Ist es wichtig“), so dass man mit der Setlist auf der sicheren Seite war. Ein Übrigens um die Stimmung zu halten und zu steigern besorgte die Band selbst, allen voran Jan, der kaum stillzustehen vermochte, immer wieder ins Publikum fragte, ob denn noch alle da seien und man Spaß habe. Beim Song „Danke“ bedankten sich SELIG dann auch bei ihren Fans, wie Jan Plewka augenzwinkernd bemerkte „für 20 Jahre SELIG, allerdings mit 10 Jahren Pause“.

Auch wenn einige Songs direkt ineinander übergingen (z.B. schweifte man am Ende von „Bring mich heim“ einige Sekunde zum Cover von „Sweet Dreams“ ab, um dann direkt „5000 Meilen folgen zu lassen), nahm sich der Sänger zwischendurch Zeit für längere Ansagen. Bei „Der Tag wird kommen“ stieg der Drummer hinter seinem Set hervor und spielte einen monotonen Rhythmus auf einer Tom. Plewka erklärte man müsse sich vorstellen in Hamburg an der Elbe zu sitzen und den stampfenden Geräuschen der Lastschiffen zuzuhören, die eine irische Fahne am Heck hätten, um sich dann weiter vorzustellen, dass eben dieses Schiff in einigen Tag in Irland landen würde. Mit diesen Bildern vorm geistigen Auge der Fans performte dann die Band den kompletten Song. Doch auch ohne komplizierte Ansprachen funktionierte die Kommunikation mit dem Publikum bestens. Die Songs waren bekannt und wurden lauthals mitgesungen und an den passenden Stellen, so wie bei „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ mussten die Fans beim Mitgröhlpart nicht einmal animiert werden, mitzusingen.

So vergingen die ersten 90 Minuten der Show wie im Fluge und natürlich viel zu schnell und als SELIG nach „Bruderlos“ die Bühne verließen, wurden sie umgehend mit tosendem Applaus zurückbeordert. Viel zu viele Hits warteten ja schließlich noch darauf gespielt zu werden und so ließen sich Jan Plewka und seine Mannen nicht lange bitten und brachten mit den nun folgenden 3 Songs den Saal zum Kochen. „Sie hat geschrien“ und „Wenn ich wollte“ gehörten schließlich zu den ganz, ganz großen Songs aus der Ära SELIGs vor ihrer „Auflösung“. Gerade der Gitarrist schien von den eigenen Songs komplett begeistert und steigerte sich unglaublich in sein Gitarrenspiel hinein, sprang und bangte über die Bühne um dann am Boden kniend weiterzuspielen. Jan Plewka bemerkte: „Nach diesen 2 Liedern, sind wir alle wieder wie 16. Außer ihr natürlich!“. Wie immer er dies gemeint haben dürfte.

Der folgende Übergang zu „Ohne Dich“ hätte kein krasserer Stilbruch sein können, wurde dennoch frenetisch bejubelt. Nach den ersten 2 Zeilen verstummte Jan Plewka und das Publikum sang geschlossen den Text weiter. Geschlossen? Nun ja, nicht ganz. Ein einzelner (leicht angetrunkener) Fan, der das komplette Konzert bereits jeden Song begeistert mitgefeiert hatte, schrie lauthals heraus „Schnauze, nun lasst ihn doch auch einmal singen!“ und sorgte damit für unzählige Lacher und das grandioseste Zitat des Abends. Die Band kam nun geschlossen zum Bühnenrand, verbeugte sich und verließ die Bühne erneut. Doch die Kölner hatten immer noch nicht genug und forderten lautstark eine weitere Zugabe ein. Natürlich bewiesen SELIG auch bei dieser ein glückliches Händchen und schmetterten „Alles auf einmal“ und den alten Song „Mädchen auf dem Dach“ in die Menge. Das folgende „Wir werden uns wiedersehen“ war mehr als ein Song, eher ein passendes Motto und ein Versprechen zu dem wir nach knapp mehr als 2 Stunden glücklich die Live Music Hall verließen.

Setlist
Ich lüge nie
Sie scheint
Schau Schau
Arsch einer Göttin
Love & Peace
Danke
Wenn ich an Dich denke
Ist es wichtig?
Der Tag wird kommen
Zeit
Bring mich heim
5000 Meilen
Magma
Von Ewigkeit zu Ewigkeit
Die alte Zeit zurück
Bruderlos

Sie hat geschrien
Wenn ich wollte
Ohne Dich

Alles auf einmal
Mädchen auf dem Dach
Wir werden uns wiedersehen

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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