Konzert Filter

SELIG (ZELTFESTIVAL RUHR 2009)

Ort: Bochum

Datum: 24.08.2009

Sommer, Sonne, Sand und SELIG. Der Gig beim zweiten Zeltfestival Ruhr sollte das letzte SELIG-Open Air-Konzert für diesen Sommer werden. Einen schöneren Ort hätten die Herren auch kaum wählen können. Gefühlte 30 Grad, gute Laune und gaaanz viel Sand boten sich uns, als wir am Ort des Geschehens eintrafen. Die Band war gerade beim Soundcheck. Besser hätte man uns gar nicht empfangen können. Nach einem kurzen Erkundungsgang über das Gelände fanden wir uns auch schon vor Zelt 2 ein. Bisher noch einsam und allein. Was natürlich nicht so bleiben sollte. Kurz darauf trudelten die ersten Fans ein – und danach noch mehr und noch mehr und… als ich mich kurz nach dem Einlass Richtung Ausgang drehte, war es bereits brechend voll! Ich wage die Behauptung: Es war (fast?) ausverkauft. Das Publikum von SELIG beginnt sich auch langsam zu mischen. Waren auf der Clubtour im Frühjahr mehr die eingefleischten Fans zu sehen, fällt jetzt auf, dass Jung und Alt sich treffen. SELIG haben viele Fans dazu gewonnen – und die alten wieder an ihre Seite geholt.

Die Temperatur in dem weißen Zelt stieg leider genau so schnell an wie die Menschenmenge. Drinnen waren es schon vor Beginn sicher über 30 Grad „warm“. Fast pünktlich um 20 Uhr betraten die fünf Seligen die wie immer stilvoll dekorierte Bühne und gingen mit dem Klassiker „Ist es wichtig?“ direkt in die Vollen. Nachdem Herr Plewka, ganz in Rot gekleidet, das SELIGliebende Publikum unter Beifall begrüßt hatte, schallte auch schon „Schau, Schau“ durchs Zelt. Die erste Single nach der zehnjährigen Pause machte schnell deutlich, wie froh Band und Publikum doch sind, dass sie wieder gemeinsam rocken können. Bezaubernd anzusehen war Herr Neumann hinter seinem Keyboard. Zugegeben, sein Muscle Shirt raubte mir doch ein wenig den Atem. Oder war es doch die immer weiter ansteigende Hitze?! Auf jeden Fall sah er verdammt gut aus. Nette Überleitung zum dritten Song „Du siehst gut aus“ vom aktuellen Album „Und endlich unendlich“. Mittlerweile waren die Fans genau so nass geschwitzt wie die Musiker selbst – an dieser Stelle frage ich mich doch mal: Wie hält Herr Schmidthals es in einem langärmligen Sacko bei dieser Hitze aus? Jan schien die Temperatur nichts auszumachen. Tropfnass fegte er wie in Wirbelwind über die Bühne und bedankte sich immer wieder, „(…)für diesen großartigen Sommer“. Ja, Herr Plewka ist glücklich. „Wir sind wieder Selig“. Das sind sie, im wahrsten Sinne des Wortes. Großes Highlight eines jeden Konzertes: Der legendäre „Schellenkranztanz“ des Malte Neumann. Den man laut eigener Angabe übrigens nicht im Tanzstudio erlernen kann. Davon rate ich allerdings auch ab. Die Gefahr, einem Schleudertrauma zum Opfer zu fallen, ist wirklich groß. Zeitlose Hits wie „Bruderlos“, „Laß mich rein“ und „Glaub mir“ brachten Nostalgie, neue Meisterwerke wie „Wir werden uns wiedersehen“ und „Ich fall in deine Arme“ (die kommende Single) zeigten, dass SELIG es mindestens genau so drauf haben wie damals – wenn nicht noch besser! Ein Erlebnis ist so ein Konzert auf jeden Fall immer. Anzumerken ist noch, dass ja eigentlich die Drummer immer das Leid tragen, sehr weit entfernt vom Geschehen zu sitzen. Wie Stoppel Eggert selbst sagt: „So ist das Leben auf dem Balkon nun mal“. Dieses Mal war er der strahlende Sieger. Direkt hinter ihm hatte die Crew einen Ventilator aufgestellt, was nicht nur dazu führte, dass seine blonden Haare im Wind wehten, sondern ihn auch vor dem Hitzschlag, dem ich immer näher kam, schützte. Die Balladen „Ohne Dich“ und Regenbogenleicht“ beendeten das Sommerfinale von SELIG. Eines ist steht allerdings fest: Wir werden uns wiedersehen, denn schon im September beginnt die Herbsttour.

Copyright Fotos: Ramona Schwarz

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu SELIG auf terrorverlag.com