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SERENGETI FESTIVAL 2010 – TAG 1

Ort: Schloss Holte-Stukenbrock - Festivalgelände am Stadion

Datum: 16.07.2010

Endlich ist der Sommer da und das auch mit aller Wucht! Bei angesagten 35 Grad und knallender Sonne könnte ein Festival nicht besser betitelt sein als „Serengeti“, zumal die Festival-Area mit ihrer vertrockneten Wiese tatsächlich einer Steppe glich!

Noch vor 13 Uhr ging’s los an diesem wunderschönen Sommer-Freitag und wo der eine oder andere (wie auch der schreibende Terrorverleger) noch seinen Day-Job ins Ziel bringen musste, legten BUGGIRL schon mal los. Australier haben ja eh ein Talent für Hard Rock und dem hat sich auch das Geschwisterpärchen auf der Bühne verschrieben. Satte Rock-Riffs in guter alter AC/DC-Manier und einige MOTÖRHEAD-Grooves bestimmen den Sound von BUGGIRL, der vor allem durch die weiblichen Vocals ihren besonderen Touch bekommen. Leider hatte das Duo doch mit einigen Soundschwierigkeiten zu kämpfen, schade!

Diese Probs waren bei den Corern MISCONDUCT auch noch nicht völlig beseitigt. Dennoch schafften es die Schweden mit ihren schweren Riffs und packenden Melodien die ersten feierwilligen Festival-Besucher zu einigen Circle Pit-Ansätzen zu animieren! So langsam kam man also auf Betriebs-Temperatur!

Als dicke Überraschung standen die Ami-Metaller DEVILDRIVER bereits für 14:30 Uhr auf dem Plan, was wahrlich eine Schande ist, bedenkt man, wie die Band 2007 auf dem Serengeti wortwörtlich verbrannte Erde hinterlassen hat! Aber auch um eine gänzliche unmetallische Zeit ließen sich die Kalifornier um den ehemaligen COAL CHAMBER-Chef Dez Fafara nicht lumpen und ballerten massige Riffwände und wummernde Doublebass-Attacken in die mosh-wütige Menge! Der Sound passte nun auch endlich und da ließen sich die Banger nicht lange bitten und formierten sich zu einer krachenden Wall of Death! Bei dieser Band waren 30 Minuten allerdings viel viel zu kurz!!

Als erste deutsche Band rockten dann die SEWER RATS los. Und die hatten es wahrlich nicht leicht. Denn nach der ersten Energie-Leistung schienen sich die Fans in der Hitze ihre Kräfte gut einzuteilen. So zogen sich doch so einige zurück an die Trink- und Fress-Stände, während die Ratten mit ihren Rockabilly/ Punk-Grooves und den mitreissenden Ska-Rhythmen alles versuchten, die gute Stimmung zu halten. Das gelang zu dem Zeitpunkt dann mehr schlecht als Recht, kamen die Leutchens doch erst wieder zahlreich vor die Bühne als sich die zweite Band, die man eigentlich viel später im Billing erwartet hätte, bereit machte abzugehen!

Denn ebenfalls schon um kurz nach 16:10 stürmten die mittlerweile eher als Pop-Metal durchgehenden SONIC SYNDICATE die Bühne. Die stehen mit neuem Sänger namens Nathan und einem neuen Album in den Startlöchern und scheinen damit motiviert ohne Ende zu sein. So rockten sie natürlich neue Songs wie den Ohrwurm „Burn this City“, aber auch das packende „Jack of Diamonds“ und das mit einem Elan, der Spaß machte und mitriss! Karin, die junge Dame am Bass, entwickelt sich langsam zu einer richtigen Lady, Shouter Roger lässt sie die Mähne wachsen und der Glatzen-Mann am 2. Mikro hat sich wirklich gut in die Band eingefügt und überzeugt auch live voll und ganz. Diese Band sehen wir sicher bald wieder und dann richtigerweise bestimmt als Headliner!

Rockabilly ist angesagt wie eh und je. Groovende Melodien, pumpende Bass-Läufe, Elvis-Stimme, Haargel und Kamm in der Tasche! Das hat was und das bringt was! Nämlich mächtig Spaß! Und das besonders den etwas älteren Herrschaften, die nun mittlerweile auch Feierabend hatten und noch ne Runde mit den almighty BOPPIN‘ B abrocken wollten. Und das tat man dann auch auf und vor der Bühne, was in einer herrlich anzusehenen Circle-Polonaise mündete. Da schauten so einige Vertreter der jüngeren Generation doch recht überrascht aus der Wäsche!

H2O mögen vielleicht nicht ganz so bekannt sein, stehen ihren Kumpels von SICK OF IT ALL und MADBALL in Sachen Power und Einsatz in nichts nach! Kein Wunder, war Sänger Toby Morse doch Roadie bei eben SOIA und nimmt diesen Schwung natürlich gerne mit in die eigene Band, in der auch grad mal eben Mitts von MADBALL am Bass aushilft, wenn der eigentliche Mann dafür irgendwo im Stau steckt. Da ist die Gangart klar und so machten H2O von Beginn an keine Gefangenen und ließen mit ihrem packenden Hardcore Riffs und Menschenmenge ordentlich fliegen! Klasse Auftritt der New Yorker!!

Nun war es wieder Zeit für Futter für die Kids! Denn die wollten feiern, egal, was da passierte und da ist eine Klamauk-Truppe wie SONDASCHULE genau richtig! Party-Rhythmen und nicht ganz ernst zu nehmende Texte sorgten für gute Stimmung in der abgeh-wütigen Meute, die sichtlich ihren Spaß hatte! Mir persönlich sind DIE ÄRZTE oder WIZO lieber, die neben Witz auch noch songwriterische Klasse besitzen. Aber für Stimmung sorgten SONDASCHULE ohne Frage und damit sei auch ihnen der Jubel gegönnt!

Nachdem neben CROWBAR auch KITTY, DAISY & LEWIS abgesagt hatten, rutschten MR IRISH BASTARD noch kurzfristig ins Billing. Persönlich wären mir CROWBAR natürlich lieber gewesen, aber ins von Folk, Ska und Punk Rock geprägte Line Up passten die deutschen Rocker mit dem irischen Sänger natürlich richtig gut. Und nach SONDASCHULE konnte man die Party-Stimmung auch wunderbar aufrecht erhalten. Die hohen Temperaturen und der mittlerweile nicht niedrige Pegel so einiger Festival-Besucher begünstigten das ganze natürlich nicht gerade ein wenig. Dennoch war dies für viele nur ein Vorgeschmack auf die am nächsten Tag auftretenden FLOGGING MOLLY.

Für den Abend hatte mans ich gleich zwei namhafte Top-Acts an Land gezogen. Den Anfang markierten die legendären deutschen Mittelalter-Metaller SUBWAY TO SALLY! Diese hatten anfangs allerdings einige technische Schwierigkeiten. So wollte die elektr. Geige von Frau Schmidt in den ersten Songs nicht einwandfrei funktionieren, was man aber nach einiger Zeit doch noch in Griff bekam. In der mit gut 60 Min. für diese Band nicht gerade großzügig bemessene Zeit gaben Eric Fish und sein Gefolge dann auch alles. So reihte sich mit „Kleid aus Rosen“, „Henkersbraut“, „Falscher Heiland“ und „Sieben“ Hit an Hit und auch meine persönlicher Fave „Meine Seele brennt“ war erfreulicherweise im Set vertreten! Eine routinierte und starke Show, die sowohl durch die Pyros als auch durch die engagierte Performance richtig Spaß machte und natürlich mit „Veitztanz“ ihren Höhepunkt fand! Keine Frage, da dürfte es die folgende Band deutlich schwerer haben!

Und wie erwartet, lichteten sich die Reihen nun deutlich. Auch wenn im Vorhinein ein großes wohliges Raunen durch Szene gegangen war, dass man PARADISE LOST als Headliner für den Freitag gewinnen hatte können, war auch schon gleich klar, dass die Briten nun mal keine Party-Band für die Kids-Generation sind! Mir und meinen Leuten sollte es recht sein, konnte man doch so einen guten Platz in den vorderen Reihen ergattern, ohne von betrunkenen Halbwüchsigen umgerissen zu werden. Die Urväter des Gothic Metals, die mittlerweile wieder mit Ausnahme-Gitarrist Greg Mackintosh unterwegs sind (der Axtmann musste auf der Europa-Tour aus priv. Gründen aussetzen), legten auch gleich mit „Rise of Denial“ kräftig los. Und auch auf nem Festival ist es einfach herrlich zu beobachten, wie der Lead-Gitarrist in seine ganz eigene Welt der Melodien und Riffs abtaucht. Klasse! Auch schön zu sehen, wie Neu-Drummer Adrian Erlandsson voll in seinem Spiel aufgeht und damit auch den alten Krachern, wie „Pity the Sadness“ und „As I die“ frischen Schwung verleiht. Und auch wenn Fronter Nick Holmes mit seiner typisch britischen Art kund tat, dass er solchen gemischten Festivals skeptisch gegenüber steht, bekommt der mittlerweile seine Vocals sowohl bei den schwierigen „I Remain“ wie auch bei den melodischen „Erased“ und „One Second“ besser und besser in den Griff! Nach dem knackigen „Frailty“ wurde es dann plötzlich hektisch und die Band musste eilig die Bühne verlassen. Grund dafür war ein deutlich sichtbar aufziehendes Gewitter und die folgende Unwetter-Warnung, die zur Folge hatte, dass man die Fans schnell verabschieden musste, damit eben diese, wie auch Crew und Technik sicher und trocken die Freitag-Nacht überstehen würden. Gute 45 Minuten später kam dann auch der Regenguss, der glücklicherweise nicht so dramatisch wie befürchtet ausfiel! Somit stand dem Samstag nichts im Wege!

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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