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SERENGETI FESTIVAL 2011 – TAG 1

Ort: Schloß Holte-Stukenbrock - Safari Park

Datum: 22.07.2011

Hat man sich erstmal im Festival-Kalender etabliert, ist es wichtig, nicht zu stagnieren, sondern den nächsten Schritt zu gehen. Dieser war auch schon lange geplant, konnte aber doch erst 2011 durchgeführt werden. Somit zog das Serengeti Festival in die Nähe des bundesweit bekannten Safari Parks um. Dabei ging es eher weniger darum, das Festival-Gelände zu vergrößern, sondern bessere Park- und Camping-Möglichkeiten anzubieten und zudem stört man in der Gegend nicht mal die Tiere des Parks! Ganz im Kontrast zum Festival-Namen verlauteten die Wetter-Vorhersagen für dieses Wochenende nicht allzu gute Bedingungen, und so bescherte uns der Sommer 2011 windige 15 Grad mit laufender Gefahr von Regenschauern. So lag es also zuerst an den Bands, den Besuchern richtig einzuheizen. Bei den Berlinern WAR FROM A HARLOTS MOUTH weiss man auch, dass die immer Vollgas geben. So auch andiesem Freitag-Nachmittag, an dem noch so manch einer auf Orientierungs-Gang über das neue Gelände war. Doch mit dem engagierten und spielerisch sehr anspruchsvollen Set zogen die Metalcorer schon die ersten feierwütigen Grüppchen vor die Bühne, so dass man schnell die ersten Arme, Beine und Haare wirbeln sah! Schwere Aufgabe, gut gelöst!

Im Vorhinein wurden THE CREEPSHOW als eine Band angekündigt, die nicht nur für rockende Psychobilly-Tunes sorgen, sondern gerne auch mal eine abenteuerliche Live-Show bieten. Von beidem boten die Kanadier an diesem Nachmittag aber nur wenig. Zwar sieht es immer verdammt cool aus, wenn der Kontrabass geschwungen wird und eine blonde Fronterin, die mitsamt Gitarre mal kurz in die motiviert mitgehende Meute springt. Viel mehr Highlights gab es aber sonst nicht zu vermelden. So treibt der punkige Pyschobilly-Sound zwar schön nach vorne, bleibt aber im Endeffekt nicht wirklich haften. Immerhin aber eine nette Klang-Kulisse für die erste Stärkung…

Der erste wirklich namhafte Act, zumindest für die Terrorverlags-relevante Zielgruppe, stand dann mit LETZTE INSTANZ auf dem Plan. Mittlerweile haben sich Mittelalter-Rocker als feste Größe neben SUBWAY TO SALLY und IN EXTREMO etabliert und das wurde auch an diesem Tag deutlich. So war das Gelände zwar noch nicht wirklich voll, aber die Anwesenden versammelten sich ziemlich geschlossen vor der Bühne, als die sympathischen Ostdeutschen mit „Dein Gott“ los rockten. Die eingängigen Songs wie „Tanz“ und „Finsternis“ lassen einem auch soweit kaum eine andere Wahl als mitzurocken bzw. zumindest mitzuschunkeln. Auch wenn es an sich recht kühl war, schienen sich auf der Bühne die Jungs um Punk-Cellist Benni Cellini richtig warm zu spielen und entledigten sich besonders zur Freude der weiblichen Fans mehr und mehr ihrer Oberbekleidung. Richtig in Fahrt kommen natürlich der Band-Hit „Rapunzel“, sowie das eingestreute „Fight for your Right“ (BEASTIE BOYS) erst richtig gut! Das macht Freude, das macht Spaß und bringt ordentlich Schwung in die kalten Knochen!

Setlist LETZTE INSTANZ
Dein Gott
Neue Helden
Tanz
Flucht ins Glück
Der Letzte Tag
Komm!
Finsternis
Rapunzel
Wir sind allein

Vielseitigkeit ist ein großes Merkmal des Serengeti-Festivals und so ging es nach Metalcore, Psycho und Mittelalter-Rock nun mit Ska-lastigen Sounds weiter. Und da die Besucher-Gemeinde hier bekannterweise sehr partywillig ist, ließ man sich auch nicht lange bieten und rockte zu ROTFRONT gleich weiter. Ragga-Rhythmen, Ska-Grooves, Punk-Riffs… da wirbeln sowohl die Herren und Damen auf der Bühne als auf vor eben dieser zu gerne mit. Wer will sich denn schon von max. 15 Grad einschüchtern lassen. Da wird beim Nebenmann / der Nebenfrau eingehakt und los gehts. Und wenn die MultiKulti-Truppe dann noch die BEASTIE BOYS-Verwurste „No Sleep ´Til Berlin“ anstimmt, gibt es eh kein Halten mehr.

Genug geschunkelt, nun gibt‘s wieder auf die 12! Und zwar richtig, denn bekannterweise machen CALIBAN bei ihren energiegeladenen keine Gefangenen und wie man aus den letzten Jahren weiß, ist das Serengeti ein gutes Fleckchen für deftigen Metal(core)-Sound. Und so wirbelten auch schnell die ersten StaubWirbel aus den vorderen Reihen, da liessen es die Fans schon gleich ordentlich rotieren. Das machte auch der Band sichtlich Spaß und der wie eh und je sehr engagierte Fronter Andy ließ auch mit seiner Aufforderung zur Wall of Death nicht lange auf sich warten. Die klappte trotz der dieses Jahr erstmals aufgebauten Wellenbrecher und des brachialen und passend betitelten Songs „No one is safe“ natürlich bestens und alle blieben gesund! Neben dem Hit „Burden to Bleed“, bei dem Gitarrist Denis bewies, dass er den cleanen Gesang mitterweile recht ordentlich drauf hat, gab es zum Ende mit „Sonne“ noch die RAMMSTEIN-Coverversion von der aktuellen „Coverfield“-EP. Kommt live doch ziemlich satt, muss man sagen! Und auch dieser Gig machte wieder eines deutlich… steckt CALIBAN wann und wo auch immer auf eine Bühne und sie liefern eine satte Show! Respekt!

Eine der ganz großen Bands des Punk-Rocks sind ohne Frage PENNYWISE und so war der Auftritt für jung und „alt“ einer der großen Highlights des diesjährigen Festivals. Auch, weil sich die Band nach gut 20 Jahren von ihrem Sänger Jim Lindberg getrennt hat und so einige Fans neugierig waren, ob es die Kalifornier live noch bringen. Doch da Zoli Teglas von den nicht weniger bekannten IGNITE mittlerweile fest in der Band ist, gab es da eigentlich nichts zu befürchten! Amüsant zu beobachten war es auch dieses Jahr wieder, wie sich zum Gig der Punk Rocker mehr und mehr ältere Semester ihren Weg in die vorderen Reihen bahnten, nach dem Motto „Macht mal Platz da, Kinder…“. PENNYWISE selbst boten eine gewohnt solide Show ohne große Besonderheiten und Firlefanz. Hier regieren einfach die eingängigen Riffings und die mitreissenen Vocals und fertig. Am Ende stand bei „Bro Hymn Tribute“ natürlich der Mob nochmal Kopf und fertig war die Chose. Reinkommen, einstöpseln, abrocken, Feierabend… nicht mehr und nicht weniger!

WIZO sind seit Jahren sowohl Kult als auch Mysterium. So tauchen die Punker mal hier und da auf, machen sich aber auch gerne mal für einige Zeit rar. Zuletzt machte mal wieder die Schlagzeile die Runde, dass der eine oder andere Song auf dem Index landen soll. Zudem spielte die Band ihre einzige deutsche Show in diesem Sommer.E ine bessere Werbung kann es ja eigentlich nicht geben, aber auch so liefen auch auf der Festival-Area den ganzen Tag schon massenweise Leute jeglichen Alters mit WIZO-Shirts durch die Gegend. Und die Punk-Veteranen lieferten dann auch eine ihrer typischen, legendären Live-Shows. Knackige Punk-Salven, mal humorvoll, mal deutlich mit politischer Message und nicht selten fernab von jeglichem guten Geschmack rockte das Quartett die Meute, dass es eine wahre Freude war. „Das goldene Stück Scheisse“, „Kopfschuss“ und natürlich „Der Käfer“ waren nur einige der Highlights des Sets, welches auch ein neues Stück in klassischem WIZO-Style beinhaltete. Und mit solch einem Status hat man als Band natürlich Narrenfreiheit bei der Fangemeinde und so springt Axel dann auch mal im Katzenkostüm über die Bühne und fragt die feiernden Leutchens dann auch noch rotzenfrech, ob ihnen denn klar sei, was für ein Scheisse sie sich hier vorsetzen lassen… Dreist gewinnt, sagt man doch so schön. Aber tatsächlich war auch ich nicht unglücklich als die Band nach etwas über einer Stunde mit ihrem Set durch waren. So witzig die Jungs auch sein können, so anstrengend sind sie über eine längere Zeit allerdings auch…

So ein Festival-Tag schlaucht ganz schön, besonders wenn die Temperaturen am Abend in Richtung 10Grad-Marke fallen. So ist es nicht verwunderlich, das ein paar Leutchen nach der schweisstreibenden Show von WIZO Feierabend machten, zumal die folgenden IN EXTREMO sicherlich nicht unbedingt eine Circle Pit-Show bieten. Doch das soll den Fans der Mittelalter-Rocker recht sein und so versammelte trotz allem eine recht ansehnliche Menge vor der Bühne, als die Band mit „Sternenreisen“ ins Set einstieg. Schon im Vorfeld machten einige Bühnen-Aufbauten klar, dass die Band auch heute wieder ihre Pyro-Show an den Start bringen würde. Und so schossen beim früh im Set auftauchenden Hit „Vollmond“ erste Feuerwerks-Raketen in den OWL-Himmel und „Sängerkrieg“, „Poc Vecem“, sowie das abschließende „Rasend Herz“ wurden mit Feuer-Säulen und Pyros garniert! Die Mischung aus druckvollen Riffings, pumpenden Drums, den mitreissenden Melodien aus Dudelsack, Harfe und Flöte, sowie die raue Rock-Stimme von Das letzte Einhorn machen jedesmal und auch an diesem Abend wieder richtig Spass. So bildeten die Mittelalter-Rocker einen gelungenen Abschluss und unterstrichen eindrucksvoll ihren Headliner-Slot für eine Festival-Freitag, der trotz dicker und mächtig dunkler Wolken-Bänke erfreulicherweise doch trocken blieb und somit richtig Lust auf Tag 2 machte!

Setlist IN EXTREMO
Sternenreisen
Frei zu sein
Zigeunerskat
Liam
Vollmond
Herr Mannelig
Sängerkrieg
Flaschenpost
Poc Vecem
Unsichtbar
Stalker
Siehst du das Licht
Küss mich
Viva La Vida
Omnia Sol Temperat
Rasend Herz

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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