Konzert Filter

SERENGETI FESTIVAL 2014

Ort: Schloß Holte-Stukenbrock – Serengeti Safaripark

Datum: 15.08.2014 - 17.08.2014

Wer im Großraum Paderborn-Bielefeld-Osnabrück aufgewachsen ist, war vermutlich irgendwann in seiner Kindheit auch im Zoo Safaripark Stukenbrock. Es ist ungefähr 30 Jahre her, dass unser einziger Ausflug mit der kompletten Familie nach Schloß Holte-Stukenbrock führte. Natürlich inklusive Fahrt in der Bimmelbahn, bei der ein Affe versuchte, von außen meinen Vater anzupinkeln. Nun, es war vermutlich für das Tier besser, dass es rasch verschwinden konnte, wir haben jedenfalls danach nie wieder solche Tagestouren gemacht. Seit neun Jahren gibt es in dem Ort allerdings eine weitere Attraktion, die seit 2011 in direkter Nachbarschaft zum Freizeitpark ihr Lager aufschlägt: das Musikfestival SERENGETI, bei dem auch in diesem Jahr ordentlich was los war.

An drei Tagen spielten 29 Bands auf zwei Bühnen, dazu kamen noch nächtliche DJ-Sets, Aftershow-Parties und eigentlich auch ein Autoscooter, der allerdings kurz vorher die Grätsche machte und so schnell nicht mehr ersetzt werden konnte. Dafür konnten die Festivaljünger aber wie bereits in der Vergangenheit für kleines Geld den nahen Safaripark besuchen und dort in allerlei Fahrgeschäften ihre Runden drehen.

In den letzten Jahren fand das SERENGETI immer im Juli zeitgleich mit dem DEICHBRAND an der Nordseeküste statt. 2014 wäre diese Vorgehensweise wettertechnisch sinnvoll gewesen, denn während hoch im Norden bei bestem Festivalwetter das Zehnjährige gefeiert wurde, bot dieses August-Wochenende eher herbstliche Temperaturen und auch die Regenwahrscheinlichkeit war deutlich höher. Glücklicherweise blieb jedoch der angekündigte Dauerregen aus und Ostwestfalen sind ja schließlich nicht aus Zucker.

Freitag

Eröffnet wurde die neunte Auflage des SERENGETIs um 17.00 Uhr auf der großen Mainstage von einer Band, die keine lange Anreise hatte: THE HITCH kommen aus dem Münsterland und servierten Punk mit Alternative- und Indie-Beimischungen, bevor FUCK ART, LET’S DANCE! aus dem Hause Audiolith mit elektronisch verbrämtem Pop das Sechs-Mast-Zelt zum Beben brachten – leider ohne die Abordnung des Terrorverlags. Die hatte sich zwar rechtzeitig auf den Weg zum Festivalgelände gemacht, geriet jedoch kurz vor Schloß Holte in einem Stau. Dieser Umstand erwischte aber auch unzählige andere Festivalteilnehmer, da sich einige Tage vorher durch starken Regen ein Teil des Straßenbelages abgesenkt hatte und das noch ausgerechnet bei einer wichtigen Autobahnausfahrt. Zum Glück wurde das Problem kurzfristig behoben und so war die Anreise an den anderen beiden Festivaltagen kein Drama mehr. Demzufolge war unser Einstieg ins Festivalgeschehen bei den Electro-Corern von ESKIMO CALLBOY, die wenig später die Open-Air-Bühne auseinander nahmen, während es RAZZ mit ihrem Alternative Rock im Tent deutlich entspannter und massenkompatibler angingen. Besuch aus Long Island /New York hatte das SERENGETI mit TAKING BACK SUNDAY, die der Emo-Fraktion ein 45-minütiges – leider etwas lustlos wirkendes – Ständchen brachten. Vor acht Tagen hatten EAST CAMERON FOLKCORE noch vor ein paar Dutzend Leuten in der Osnabrücker Kleinen Freiheit gespielt, jetzt sorgten die Texaner vor vollem Haus dafür, dass sich das Zeltdach hob. Das Musiker-Kollektiv ist aber auch einfach ein Garant für eine energiegeladene Folk-Punk-Show – ganz egal in welcher Größenordnung. Ähnliches gilt für die Altvorderen von FLOGGING MOLLY, die bereits seit 24 Jahren im Geschäft sind. Auch bei den Jungs (und einer Dame) steht Folk-Punk mit einem guten Schuss irischen Einflusses auf dem Zettel und zweifellos würde man die Combo eher der Grünen Insel oder Boston denn ihrer Heimatstadt Los Angeles zuordnen. „Party on!“ war auf jeden Fall das Signal auf der Hauptbühne, was sich das Auditorium dann auch nicht zweimal sagen ließ. Indoor war die Intention im Anschluss identisch, nur hörte sich die Umsetzung ein wenig anders an, denn bei MOOP MAMA dreht sich alles Hip Hop und Urban Brass. Mit großem Gebläse beschallten die Münchner das Zelt, das erneut (möglicherweise auch aufgrund des kräftigen, kurzen Regenschauers gegen Ende der Show) gut besucht war und zweifellos haben die Anwesenden den MOOP-MAMA-Wunsch „Wir wollen euch stampfen hören!“ erfüllen können. Muss ja auch nicht immer eine Horde Nashörner sein, die das Gras niedertrampelt, eine erkleckliche Zahl Festivalisten kann da auch sehr zielführend vorgehen. Einer fehlte noch auf der Running Order und der hatte in Schloß Holte-Stukenbrock als gebürtiger Ostwestfale ein Heimspiel: CASPER! Der heißt mit bürgerlichem Namen Benjamin Griffey, hat lange Zeit im Bielefelder Ringlokschuppen hinter der Theke gestanden und betrachtet trotz Wohnort in Berlin die Leineweberstadt als seine Heimat. Keine Frage, dass da ein Auftritt beim SERENGETI auch etwas ganz besonderes war und entsprechend abgefeiert werden musste. Die CASPER-Hardcore-Fans störte der nasse Himmelsgruß kurz vorher wenig, die Jungs und Mädels blieben selbstredend vor der Mainstage stehen, um ihren Helden aus der Nähe zu sehen und zuzujubeln. Um es kurz zu machen: CASPER war der Star des Abends und hat das Festival nach allen Regeln der Kunst gerockt. Die 90 gespielten Minuten waren ganz klar ein Best of der Truppe und es ist schon erstaunlich, wie viele Hits sie mittlerweile in ihrer Setlist haben. Angefangen mit „Im Ascheregen“ über „Auf und davon“ bis hin zu „So Perfekt“. Ein bisschen Pyro unterstützte die Songs „Hinterland“ und „Der Druck steigt (Die Vergessenen Part I)“, bevor als grandioser Abschluss des ersten Festivaltages dann noch „Rock`n`Roll“ und „Jambalaya“ aus den Boxen schallten.

Später wurde Benjamin zum Feiern noch bei der Red Bull Nachtschicht im Palastzelt gesichtet. Und das konnten er und seine Band mit gutem Recht, denn es war ein fantastisches Jahr für die Kapelle: die größten Hallen gefüllt und auf kleinen und großen Festivals die Bühne gerockt. Nur CASPER: wie geht`s weiter??? Dieses Jahr steht noch ein Clubkonzert in Dortmund an und dann könnten sich die Fans auf eine längere Pause einstellen. Wenn CASPER im nächsten oder übernächsten Jahr wieder ein Erfolgsalbum vom Kaliber eines „XOXO“ und „Hinterland“ veröffentlicht, spielt er definitiv in einer Liga wie z.B. SEEED oder FETTES BROT. Die Vorzeichen stehen also gut.

Ein wunderbarer Ausklang des ersten Tages, der bis auf den schon erwähnten kurzen Schauer entgegen der negativen Wettervorhersagen sogar trocken geblieben ist.

Samstag

TIM VANTOL

Selbst diejenigen, die erst im Morgengrauen in ihre Zelte gekrochen sind, konnten ausschlafen, denn erstens wurde es ob mittelmäßiger Außentemperaturen nicht zu warm in der Stoffbehausung und zum anderen startete das Bühnenprogramm erst zur besten Kaffeezeit. Wer also nicht bereits den Safaripark unsicher gemacht hatte, konnte absolut ausgeruht um 15.30 Uhr zur Main Stage kommen, um sich an TIM VANTOL zu erfreuen. Der bärtige Niederländer hat im Frühjahr seine zweite Langrille „If We Go Down, We Will Go Together!“ rausgebracht und genau dieses Plattencover zierte auch als großen Backdrop den Bühnenhintergrund. Das sympathische Käsehäppchen ist in der Tradition von FRANK TURNER und CHUCK RAGAN unterwegs und ähnlich rau klingt auch das Organ des Musikers, der von einem Kontrabass, einer E-Gitarre und einem Schlagzeug begleitet wurde. Die Schießbude scheint kurzfristig neu besetzt worden zu sein, der Herr hinter der Batterie machte seine Sache aber sehr professionell und es war ein absolutes Vergnügen, den zweiten Festivaltag mit dem Vierer zu beginnen. 30 Minuten waren dabei eigentlich viel zu kurz, aber Tim hat versprochen, im Herbst auf Club-Tour zurückzukommen und bis dahin wurden zu „What It Takes“ vom bereits erwähnten Silberling erste Tänzchen gewagt und mit „Do Whatever The Fuck You Want“ vom 2010er Debüt „Road Sweet Road“ Tempo gemacht. „Apologies, I Have Some” schloss such beschwingt an, ehe „Bitter Morning Taste” von Herrn Vantol im Alleingang nur mit seiner Akustikklampfe begleitet performt wurde. Für seinen Ausflug an den Grabenvorsprung musste der Kollege am Tieftöner allerdings noch ein bisschen Kabel ziehen, auf das Mikro verzichtete der Punk-Folker einfach mal und nach diesem vergleichsweise ruhigen Intermezzo ging es mit dem knackigen „Nothing“ in Sollstärke weiter. Die Zuschauerschaft zeigte sich lernfähig und konnte alsbald mitsingen, bevor der eingängige Titeltrack des Erstlings mitsamt E-Bass zu Gehör gebracht wurde. „Hands Full of Dust“ ging direkt ab durch die Mitte und mit dem finalen „If We Go Down, We Will Go Together!” bewiesen viele der Anwesenden eine erstaunliche Textsicherheit. Kein Wunder, dass nach diesem schönen Einstand Zugaben gefordert wurden. Doch der Zeitplan war straff gestrickt und so bleibt nur der Verweis auf die Tour im September und Oktober, dann hat TIM VANTOL auch ein bisschen mehr Zeit.

Setlist TIM VANTOL
What It Takes
Do Whatever The Fuck You Want
Apologies, I Have Some
Bitter Morning Taste
Nothing
Road Sweet Road
Hands Full of Dust
If We Go Down, We Will Go Together!

BRUTALITY WILL PREVAIL

Im Zelt agierten bei meiner Ankunft bereits die Jungs von BRUTALITY WILL PREVAIL
aus Wales. Während grelle Lichtblitze durch das Rund schossen, sprang Sänger Louis Gauthier unablässig auf der Bühne umher und schrie sich die Stimme aus dem Hals, während die Kollegen an den Langäxten und Drums für einen vergleichsweise monotonen Hardcore-Sound sorgten. Ich muss gestehen, dass diese Art Musik nicht unbedingt zu meinen absoluten Favoriten zählt und auch in den vorderen Reihen scheint es deutliche Lücken gegeben zu haben, denn der Bandvorstand forderte die Anwesenden auf, doch ein paar Schritte näher zu kommen. Immerhin bekam er den gewünschten Circle Pit, der zu blitzschnellen Klängen absolviert wurde. Mit dem Highspeed-Geknüppel von „Abandon“ war gegen Ende keine stilistische Veränderung verbunden und auch „Trapped Doors“ servierte noch einmal eine volle HC- und Metalcore-Breitseite, die sich in ähnlicher Form draußen fortsetzen sollte.

DEEZ NUTS

Das Quartett aus Melbourne war von Mr. Gauthier bereits wärmstens empfohlen worden und zweifellos sind BRUTALITY WILL PREVAIL und DEEZ NUTS auch in ähnlichen Fahrwassern unterwegs. Nun gut, also noch mal ne halbe Stunde Geschrei und Geballer, es gab ja auch durchaus Leute, denen es gefiel. Etwa der basslastige Opener „Shot After Shot“ vom letztjährigen Longplayer „Bout It“. Vorturner JJ Peters fasste sich derweil immer wieder gern in den Schritt seiner weiten Shorts und machte auf böser Mann – privat sind die Herrschaften aus down under aber bestimmt ganz liebe Gesellen. Das Publikum zeigte sich auf jeden Fall nicht nur bei „I Hustle Everyday“ (vom Debüt „Stay True“ aus 2008) sangesstark, auch bei „Band of Brother“ ging es auf beiden Seiten des Fotograbens noch mal richtig zur Sache. „Stay True“ hatte zuvor schon gehörig Bewegung ins Publikum gebracht und „Go Fuck Yourself“ machte erst gar keine Gefangenen.

Setlist DEEZ NUTS
Shot After Shot
I Hustle Everyday
Stay True
Your Mother Should Have Swallowed You
Go Fuck Yourself
Band of Brother

BLACK LIPS

Und nun zu etwas völlig anderem: Die BLACK LIPS aus Atlanta/ Georgia machen bereits seit 1999 gemeinsame Sache, sind aber zumindest hierzulande im Grunde völlig Unbekannte. Daran sollte sich dringend etwas ändern, denn ihr fröhlicher Garagen-Sound macht einfach Spaß und muss gehört werden! Begleitet wurden die vier Herren (Cole Alexander – Gesang & Rhythmusgitarre, Jared Swilley – Gesang & Bass, Joe Bradley – Gesang & Drums, Jack Hines – Gitarre & Gesang) von einer Dame, die bisweilen Saxofon spielte oder auch schon mal ein paar Rollen Klopapier in die Zuschauermenge warf. So geschehen bei „O Katrina!“, dessen Bassgrummeln ein wenig nach „Seven Nations Army“ klang – allerdings nur so lange, bis richtig Dampf auf dem Kessel war! Dann hatten die BLACK LIPS wieder die Sixties in ihre Garage geholt und verbreiteten uneingeschränkt Fun. „Modern Art“ blieb im mehrstimmigen Gute-Laune-Modus und in diesem Sinne verabschiedeten sich die Amis auch mit ihrem finalen „Bad Kids“, nachdem ihre halbe Stunde mit einem Kirmesmusik-Intro begonnen hatte. Eine vorzügliche Abwechslung zu den beiden vorherigen Kapellen und auch die kommenden 45 Minuten sollten absolut unter dem Spaß-Stern stehen.

SDP

Am 10.01.2014 hatten SDP mit der gleichnamigen Platte die „Bunte Rapublik Deutschpunk“ ausgerufen und seither regieren die beiden Allround-Musiker Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin in Sachen Hip-Hop, Reggae und Pop von Berlin-Spandau aus. Nach OWL hatten die beiden nicht nur ihre Fantasie-Uniformen mitgebracht, sondern auch Phil Collins am Schlagzeug, McFitti am Bass und David Guetta an den Turntables. Nun, sie waren es natürlich nicht leibhaftig, aber die Live-Musiker liefert auf jeden Fall den nötigen Background für die Show der beiden smarten Beaus, die sich auf der Bühne gekonnt die Bälle zuspielten und mit ihren mitgrölkompatiblen Songs für Begeisterung sorgten. Da störte auch der leichte Nieselregen nicht, der sich kurzzeitig einstellte. Oder die mehrfachen Anrufe der Freundin, die schnell auf der Stage entgegen genommen wurden. Und schon gar nicht „Ne Leiche“, die schließlich entsorgt wurde, indem man sie (übrigens eine nackte Gummipuppe) am Ende dem Auditorium überließ. Die Mucke groovte wie der Teufel, „Mittelfinger“ wurden zu Hunderten gereckt und natürlich wurde bei „Tanz aus der Reihe!“ auch kräftig gehüpft. Fragt sich nur, womit das Publikum besprüht wurde: Trockennebel? Das Duo hat aber auch eine andere Seite, die sie mit dem ruhigeren „Ich muss immer an dich denken“ zum Besten gab. „Die Nacht von Freitag auf Montag“ hätte auch als Hymne des SERENGETIs getaugt und wurde entsprechend gemeinsam abgefeiert. Das waren ohne Zweifel kurzweilige 45 Minuten, die genau den Nerv der überwiegend recht jungen Zuschauer getroffen haben.

Setlist SDP
Hände hoch!
Wir ticken nicht ganz sauber
Als ich Mädchen noch scheiße fand
Lied für die Fans von den anderen Bands
Ne Leiche
Eigentlich wollte er nie ein Liebeslied…
Mittelfinger
Tanz aus der Reihe!
Ich muss immer an dich denken
Die Nacht von Freitag auf Montag

MIGHTY OAKS

Ebenfalls in der Hauptstadt sind MIGHTY OAKS ansässig, wobei die „mächtigen Eichen“ noch nicht lange an der Spree wurzeln. Kennengelernt haben sich Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders in Hamburg. Sänger und Songschreiber Ian stammt ursprünglich aus Washington und wuchs in einem Ort in der Nähe von Seattle auf. Claudio ist Italiener und Craig Engländer. Bekannt geworden ist ihr dreistimmiger Folk-Satzgesang insbesondere durch die Single „Brother“ und das Debütalbum „Howl“ konnte im Frühjahr dieses Jahres auf Anhieb die Top Ten entern. Trotzdem konnte das Trio, das von einem Schlagzeuger verstärkt wurde, gar nicht glauben, wie voll es im Zelt ihretwegen war (tatsächlich sollte es heute auch nicht mehr voller werden). Akustische Gitarren und Mandolinen prägten neben den mehrstimmigen Vocals die nächsten 50 Minuten, die mit „Seven Days“ ebenso folkig wie tanzbar begannen. Nach einem etwas getrageneren Track ging es auf „The Golden Road“ beschwingt weiter. Für „Back To You“ kam ein Tasteninstrument ins Spiel und während blaue Nebelschwaden über die Stage zogen, nahm der Song langsam wieder Fahrt auf. Ebenfalls mit gefühlvollen Klavierparts übernahm „You Saved My Soul“, allerdings nicht ohne auf ein zackiges Finale zu verzichten, was mit Sicherheit ganz im Sinne der Anwesenden war, denen auch mit „Picture“ emotionsgeladen nachgelegt wurde. Für die Hitsingle „Brother“ erging dann die Aufforderung, denjenigen auf die Schultern zu nehmen, den man gerade dabei hatte und natürlich ganz besonders schätzte. Es dauerte ein wenig, bis dem nachgekommen war, doch dann konnte die Nummer gemeinsam genossen werden, ehe langsam aber sicher auch ein gewisser Exodus Richtung Main Stage einsetzte. Dort bereiteten sich die GUANO APES auf ihren Auftritt vor, doch zuvor hatten die MIGHTY OAKS noch ein paar Minuten, die gut genutzt wurden und Lust auf mehr machten. Erstaunlich fand ich im Übrigen, wie gut Mr. Hooper unsere Sprache beherrschte. Entweder hat er schon daheim in den USA Deutsch gebüffelt, hat deutsche Verwandtschaft oder ist ein Sprachgenie, das noch nicht mal einen Akzent hat.

Setlist MIGHTY OAKS
Seven Days
?
The Golden Road
Back To You
You Saved My Soul
Picture
Brother
Just One Day
When I Dream, I See
?

GUANO APES

Als die GUANO APES 1994 in Göttingen gegründet wurden, waren viele der Besucher des SERENGETIs noch gar nicht auf der Welt. Die größten Erfolge wie „Lords of The Boards“ oder „Open Your Eyes“ kennen diese Youngsters nur aus zweiter Hand, vielleicht haben sie die Auflösung 2006 ganz am Rande mitbekommen oder zumindest die Reunion 2009. Gut möglich, dass ganz viele Frontfrau Sandra Nasic vor gar nicht allzu langer Zeit wochenlang im TV gesehen haben. Bei „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ nämlich. Und natürlich 2012 als Jurorin bei „X Factor“. Mit dem Vox-Format „Sing meinen Song“, bei dem die beteiligten Sänger (neben Gastgeber XAVIER NAIDOO SARAH CONNOR, SASHA, GREGOR MEYLE, ANDREAS GABALIER, ROGER CICERO und eben SANDRA NASIC) sind auch die GUANO-APES-Songs wieder mehr ins Bewusstsein der Leute gerückt, was natürlich die perfekte Promo für das Ende Mai erschienene Studioalbum „Offline“ war. Wer weiß, ob es der Silberling ansonsten in die Top Ten geschafft hätte – wobei man sagen muss, dass bisher jede Veröffentlichung der Crossover-Veteranen ganz oben mitgespielt hat. „Spielen“ war das Stichwort, denn die GUANO APES spielten bereits, als ich die Hauptbühne erreichte. „Close To The Sun“ vom besagten aktuellen Longplayer hatte ich somit verpasst und startete mit „Oh What A Night“, das auf dem 2011er Vorgänger „Bel Air“ erschienen ist. Richtig rund ging es jedoch mit „Open Your Eyes“ vom Erstling „Proud Like A God“ aus 1997, bei dem es auf und vor der Stage gehörig steil ging. Die 38-jährige Blondine war, ist und bleibt ein wahres Energiebündel, das nicht zu stoppen ist und kaum, dass sie mal am Bühnenrand sitzt, kniet oder liegt, auch schon wieder auf den Beinen ist. Beim Serengeti waren die APES zum ersten Mal, die Festivalgemeinde fraß ihnen trotzdem bedingungslos aus der Hand und so konnten auch „Sunday Lover“ und „Hey Last Beautiful“ gebührend gefeiert werden. „Fanman“ nahm zunächst ein wenig Anlauf, um dann in die Vollen zu gehen – eine Gelegenheit, bei der auch die ersten Crowdsurfer gesichtet wurden. „Quietly“ ging ins Bein und brachte Sandra zum wiederholten Male auf Tuchfühlung mit den Fans und den Songtitel „You Can’t Stop Me“ nimmt man der Lady sowieso ab. Straight setzte „Like Somebody“ den Parforceritt durch die GA-Diskografie fort; hier schloss sich „Fake“ nicht minder flott an, ehe mit dem APLLHAVILLE-Cover „Big in Japan“ und natürlich dem Band-Klassiker „Lords of The Boards“ noch zwei echte Schmankerl auf der Setlist abzuhaken waren. Eine großartige Show ohne viel Schnickschnack und umso mehr Energie!

Setlist GUANO APES
Close To The Sun
Oh What A Night
Open Your Eyes
Sunday Lover
Hey Last Beautiful
Fanman
Quietly
You Can’t Stop Me
Like Somebody
Fake
Big In Japan (ALPHAVILLE-Cover)
Lords of The Boards

TURBOSTAAT

Huch, was sagte Sänger Jan Windmeier da? „Danke für die letzten 15 Jahre!“? Stimmt, die Flensburger haben tatsächlich schon 1 ½ Dekaden auf dem Buckel. Irgendwie sind TURBOSTAAT immer da, aber nie so richtig ganz oben. Sie gehören unbedingt zu so einem Festival dazu, touren auch sonst wie die Weltmeister und trotzdem war es bei ihnen im Zelt deutlich leerer als bei den MIGHTY OAKS. Musikalisch sollten die Nordlichter eigentlich auch auf Zustimmung bei der SERENGETI-Gefolgschaft treffen und an mangelnder Spielfreude konnte schon mal gar nicht liegen. Offensichtlich brauchten die Festivaljünger einfach ein bisschen länger, denn mit dem vierten Song „Tut es doch weh“ von der letztjährigen Langrille „Stadt der Angst“ hatte sich das Tent doch wieder gut gefüllt. Die Kapelle hatte beschlossen, ob der begrenzten Zeit von 45 Minuten weniger rumzusabbeln und einfach so viele Stücke wie möglich zu spielen. Immerhin haben TURBOSTAAT in diesem engen Zeitfenster 14 Lieder geschafft, mit denen sie eine abwechslungsreiche Auswahl von ihren fünf LPs boten. „Phobus Grunt“ eröffnete den Reigen krachend, bevor sich „Haubentaucherwelpen“ (vom 2007er „Vormann Leiss“) eine Spur zurücknahm und „Willenshalt“ Rhythmusgefühl bewies. „Fraukes Ende“ ging direkt ins Ohr und auch die Stakkato-Klänge von „Pennen bei Glufke“ (beide vom „Island Manöver“ aus 2010) wussten zu gefallen. „Sohnemann Heinz“ animierte mit Tempo zum Klatschen und auch die „Pestperle“ machte amtlich Druck. Schnell noch ein paar Fotos fürs Band-Album gemacht, dann wurde mit „Vormann Leiss“ nicht lang gefackelt und „Schwan“ (von der gleichnamigen VÖ aus 2003) sorgte für ein cooles Finale mit Tiefgang. Bis zum nächsten Mal Jungs, es war mir wieder ein Vergnügen! Und mal ehrlich, so mies wie ihr Eure ursprüngliche Heimatstadt Husum darstellt, ist der Ort doch gar nicht. Aber schon Theodor Storm hatte ja so seine Probleme mit „der grauen Stadt am Meer“ – erschließt sich einem Auswärtigen vielleicht nicht so unbedingt…

Setlist TURBOSTAAT (ohne Gewähr)
Phobus Grunt
Haubentaucherwelpen
Ja, Roducheln!!
Tut es doch weh
Willenshalt
Insel
Fraukes Ende
Pennen bei Glufke
Sohnemann Heinz
Pestperle
Alles bleibt konfus
Harm Rochel
Vormann Leiss
Schwan

NOFX

So, jetzt also schnell rüber zu NOFX, die am heutigen Tag den Veteranen-Pokal hätten überreicht bekommen können. Immerhin haben die Herrschaften aus Übersee im letzten Jahr 30-jähriges Bandbestehen gefeiert und sämtliche drei Gründungsmitglieder sind immer noch mit von der Partie: Fat Mike (Gesang & E-Bass), Eric Melvin (Gitarre & Gesang) sowie Drummer Erik Sandin. El Hefe stieß 1992 zur Kapelle und ergänzte den Punk- und Melodic-Hardcore-Sound noch um einige Ska-Einflüsse, für die er gern einmal zum Blasinstrument greift. So auch beim SERENGETI, doch zunächst einmal mussten sich die Gentlemen auf Betriebstemperatur spielen und vor allem sabbeln. Was sie da ihren Zuschauern an den Kopf warfen, war übrigens nicht immer (oder besser gesagt: überwiegend) nicht besonders nett. Ob sie nur provozieren wollten oder tatsächlich Kinder so gar nicht mögen (immerhin gibt es ja auch einen Song namens „Fuck The Kids“), vermag ich nicht zu sagen. Ein Blatt nahmen Fat Mike und El Hefe jedenfalls zu keinem Zeitpunkt vor den Mund. Wobei tatsächlich erstaunlich viele sehr kleine Kinder da waren, die vielfach keinen Gehörschutz trugen, was ich dann allerdings auch nicht sonderlich verantwortungsvoll von den Eltern finde. Bei den Damen in den ersten Reihen vermuteten die Punk-Rocker, dass sie nicht wegen NOFX da wären, sondern schlicht auf BIFFY CLYRO warteten – womit sie unter Umständen sogar richtig gelegen haben. Was ihren deutschen Wortschatz angeht, kamen Worte wie „Fotze“ und „Arschloch“ durchaus häufiger vor, so gesehen lagen sie natürlich richtig, zu sagen, sie seien keine „Kinder-Band“. Und die Musik? „Franco Un-American“ versorgte das Infield mit typischem Punk, bevor die Posaune von El Hefe Reggae-Feeling bei „We March To The Beat of Indifferent Drum“ verbreitete und „Murder The Government“ die ersten Reihen bis zum Wellenbrecher in einen kleinen Hexenkessel verwandelte. Zwischendrin wurden auch mal Stücke über deutsche Festivals und Deutschland selbst improvisiert, wobei man sich auf der Stage nicht ganz sicher war, ob man sich gerade in Bayern befand. Nein, meine Herren, Sie waren in Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt in OWL. Ein wenig gecovert wurde auch noch. So gab’s das TONY-SLY-Cover „The Shortest Pier“ ebenso auf die Ohren wie die NOFX-Interpretation der RANCID-Nummer „Radio“. Am Ende durfte natürlich ein Song auf gar keinen Fall fehlen und das war selbstverständlich „Kill All The White Man“, mit dem 1992 der Durchbruch kam und der heuer das Ende der Show markierte.

EGOTRONIC

Nachdem tags zuvor bereits FUCK ART, LET’S DANCE! aus dem Hamburger Audiolith-Stall am Start waren, übernahmen jetzt die Label-Kollegen von EGOTRONIC den Staffelstab und hauten im Zelt zum letzten Mal an diesem Samstag live so richtig auf die Pauke. Immerhin gab es bei den Elektronikern auch ein Schlagzeug (seit letztem Jahr von Reuschi bearbeitet) und neben dem Synthesizer, den Kilian unter sich hat, griff Chrü in die Gitarrensaiten, während Torsun in erster Linie mit dem Gesang beschäftigt war, bisweilen aber auch die Basssaiten zupft. Beim SERENGETI stand natürlich der Fun-Faktor im Mittelpunkt – auch wenn EGOTRONIC durchaus gesellschaftskritisch sind. „Toleranz“ gegen Rechte kennen sie beispielsweise gar nicht und deshalb galt es hier auch gleich mal den Mittelfinger hochzuhalten – ganz so wie auf dem Backdrop im Hintergrund dargestellt. Ansonsten wurden sehr tanzbare und treibende „Glücksversprechen“ (vom aktuellen Album „Die Natur ist dein Feind“) gemacht; WM-Fans sind EGOTRONIC wohl eher nicht (vgl. „Kotzen“ vom selbstbetitelten Longplayer aus 2008). Dafür veranstalteten die Hanseaten lieber mal eine Wall of Love zu „Rannte der Sonne hinterher“ (2011 für „Macht keinen Lärm“ zusammen mit Mirko aus Bielefeld geschrieben) oder brachten den High-Energy-Level mit dem SUPERPUNK-Cover „Die Bismarck“ auf Vordermann. Der Titeltrack „Lustprinzip“ der 2007er Veröffentlichung war mit einer Aufforderung zum Springen verbunden, der sich die Crowd keineswegs entzog, wohingegen die Pfandbecher, die zugunsten von Viva con Agua bei „Pilze“ („Die richtige Einstellung“ – 2006) auf die Bühne fliegen sollten, auf sich warten ließen. Tja, so leicht trennt sich der Ostwestfale nicht von seiner Pfandkohle… Dafür ging er beim großen Instrumental-Finale, bei dem die Systeme anscheinend auf Autopilot geschaltet worden waren, bereitwillig noch mal in die Knie, um dann auf ein Zeichen hin wieder aufzuspringen. Eine sehr gute Aufwärmübung, denn allmählich wurde es echt frisch auf dem Festivalground, da half auch das Zeltdach nur wenig.

Setlist EGOTRONIC
Die Natur ist dein Feind
Raven gegen Deutschland
Toleranz
Dich glücklich sehn
Glücksversprechen
Kotzen
Rannte der Sonne hinterher
Die Bismarck (SUPERPUNK-Cover)
Lustprinzip
Verliebt
Pilze
Instrumental-Outro

BIFFY CLYRO

Wie gut, dass BIFFY CLYRO wissen, wie sie ihren Fans einheizen können. Mich fröstelte allerdings schon, als ich nur sah, dass Simon Neil (Gesang & Gitarre), James Johnston (Bass & Gesang) und Ben Johnston (Schlagzeug & Gesang) der guten Tradition folgend wieder oben ohne spielten. Ihr vierter Mann an der Live-Gitarre (Mike Vennart – Ex-OCEANSIZE) war jedoch ebenso wie der Pianist (Gambler, ebenfalls ex-OCEANSIZE) vollständig bekleidet und wie üblich hielten sich die beiden auch vornehm im Hintergrund. Mit „Different People“ vom letztjährigen Erfolgsalbum „Opposites“ lieferten die Schotten einen knackigen Einstieg und spätestens mit „That Golden Rule“ („Only Revolutions“ aus 2009) gab es keinen Grund mehr, sich nicht warm zu tanzen. Begleitet wurde die Mucke von eine wirklich fetten Lightshow, die keine Wünsche übrig ließ und nicht nur zum groovenden „The Captain“ perfekt komponiert war. Nach den vertrackten Gitarrenriffs von „Sounds Like Balloons“ startete „The Thaw“ mit dezenten Melodien ein emotionales Zwischenspiel, worauf „Who’s Got A Match?“ („Puzzle“ – 2007) rhythmusbetont übernahm. Zurück in die Anfangstage ging es mit dem wuchtigen „57“, das 2002 auf „Blackened Sky“ veröffentlicht wurde, wohingegen das temperamentvolle „Whorses“ der jüngeren Diskografie entstammte. Gleiches galt noch stärker für das opulente „Biblical“ und das verspielte „Victory Over The Sun“. „God & Satan“ performte Simon im Alleingang mit seinem akustischen Sechssaiter, bevor es mit der gesamten Mannschaft unter Lichtgewittern mit „Glitter And Trauma“ („Infinity Land“ – 2004) äußerst druckvoll weiterging. Da wollte auch „Living Is A Problem“ nicht zurückstehen und schloss sich ebenso energiegeladen an. Natürlich inklusive einer kleinen Pause, bei der die Band wie eingefroren auf der Stage verharrte. „Many of Horror“ ging im Folgenden direkt ins Herz, bevor es mit „Woo Woo“ noch mal eine komplette Rock-Behandlung gab. Die Frage: „Habt ihr Spaß?“ dürfte eher rhetorischer Natur gewesen sein, denn das Auditorium machte ganz eindeutig einen sehr zufriedenen und glücklichen Eindruck, der mit dem wunderbaren „Black Chandelier“ noch verstärkt wurde. Das beschwingte „Bubbles“ markierte dann nach einer Stunde auch schon das Ende des regulären Sets. Hier konnten die zahlreich vertretenen Seifenblasen-Pistolen noch mal zum Einsatz gebracht werden, ehe nach einer ganz kurzen Pause Mr. Neil an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte. „The Rain“ (vom 2014er B-Sides-Album „Similarities“) war wieder ihm allein zugedacht, doch „Stingin’ Belle“ und „Mountains“ wurden wieder in jeder Hinsicht mit voller Kraft performt.

Was für ein grandioser Abschluss des zweiten Tages! Beim Deichbrand waren BIFFY CLYRO in diesem Jahr auch und dort habe ich sie nur aus großer Entfernung gehört, wofür ich mir heute noch in den Hintern beißen könnte. Ganz großes Kino, vielen Dank, dass ich heute noch mal in den vollen Genuss von BIFFY CLYRO gekommen bin – optisch wie akustisch!

Setlist BIFFY CLYRO
Different People
That Golden Rule
The Captain
Sounds Like Balloons
The Thaw
Who’s Got A Match?
57
Whorses
Biblical
Victory Over The Sun
God & Satan (Simon solo)
Glitter And Trauma
Living Is A Problem Because Everything Dies
Many of Horror
Woo Woo
Black Chandelier
Bubbles

The Rain (Simon solo)
Stingin‘ Belle
Mountains

Sonntag

Nun, der Sonntag machte seinen Namen nicht wirklich Ehre. Das Wetter war endgültig nur als herbstlich zu bezeichnen: 10°C mehr hätten es gern sein dürfen. Nichtsdestotrotz stand noch so einiges auf dem Zettel. Angefangen beim melodiösen Metal von TELL YOU WHAT NOW aus Berlin, die den dritten Festivaltag auf der Main Stage eröffneten. KMPFSPRT war im Zelt angesagt und damit auch eine gehörige Portion Punk, bevor draußen die TRUCKFIGHTERS die Gitarren tiefer stimmten. Aufgrund der Wetterlage wählten wir die Skandinavier als idealen Einstieg in den letzten Festivaltag. Die Schwedenhäppchen servierten staubigen Stoner-Rock, der zwar nicht unbedingt zur kühlen Umgebung passte, aber dennoch in Ohr und Bein ging. Und das lag unter anderen daran, dass die beiden oben ohne agierenden Saitenhexer sich gehörig ins Zeug legten und rastlos über die Bühne wirbelten, wobei einer der beiden deutlich an „Das Tier“ aus der Muppet Show erinnerte.
Derweil gab’s indoor zur besten sonntäglichen Tanztee-Zeit smoothen Münchner Electro-Pop aus dem Hause CLAIRE auf die Ohren. Wer’s gern etwas ruppiger hatte, kam derweil draußen bei PAPA ROACH auf seine Kosten. Die Nu-Metal-Pioniere behaupten sich seit ihrer Gründung 1993 wacker in der Musikwelt und können bis heute auf mehr als 10 Millionen verkaufte Alben zurückblicken. Dass sie auch live ne sichere Bank sind, bewiesen Jacoby Shaddix und Konsorten aus dem sonnigen Kalifornien mit einem einstündigen Gig, bei dem Hits wie „Between Angels And Insects“ oder „Last Resort“ natürlich auf keinen Fall fehlen durften. Doch auch neueres Material vom 2012er „The Connection“ konnte überzeugen. Aus Cleveland waren CLOUD NOTHING angereist, um ihr Indie-Punk-Geschrammel an den Mann bzw. die Frau zu bringen, während die EDITORS auf dem britischen Eiland zuhause sind und das doch eher ungemütliche Wetter vermutlich völlig normal fanden. Tom Smith wunderbare Bariton-Stimme sorgte jedenfalls einmal mehr für wohlige Schauer, während die AUGUSTINES aus dem Big Apple insbesondere eine Empfehlung für Fans des britischen Indie-Rocks waren. Blieb noch der Herr mit Hut, der zuvor noch ein weißes Löwenbaby zu taufen hatte. Nach der BLOODHOUND GANG, DEICHKIND und den BROILERS war jetzt der näselnde Sänger aus Hamburg Pate geworden und tatsächlich war er heil aus dem Safaripark auf die große Mainstage gekommen, wo er zu beweisen versuchte, dass er jetzt unter die Rocker gegangen ist. Nimm’s mir nicht übel Jan, Du bist zweifellos ein begnadeter Entertainer und lieferst mit Deiner DISKO NO. 1 auch bestimmt eine große Show ab, dennoch ist weder „Hammer & Michel“ Rock, noch bist Du plötzlich ein harter Kerl. Das macht aber nichts, denn Du hast die Leute bei einsetzendem Regen hervorragend unterhalten und das ist die Hauptsache.

So ging dann auch die neunte Auflage des SERENGETIs ohne besondere Zwischenfälle zu Ende. Im kommenden Jahr findet die Jubiläums-Edition erneut im August statt – der Vorverkauf läuft bereits! Für etwas übertrieben halte ich allerdings die Regelung (die ich zudem auch auf der Homepage nirgends finden konnte), dass keine Lebensmittel mit auf das Infield genommen werden dürfen. Gut, entsprechende Anordnungen für Getränke kennt man jenseits der 1-Liter-Tetrapaks auch von anderen Festivals. Beim Serengeti ist bereits bei einem halben Liter Schluss (was auch auf der Homepage kommuniziert wird) und offensichtlich gibt es eine Null-Toleranz-Grenze bei Nahrungsmitteln. Da ist dann auch schon ein trockenes Stück Baguette, das vom Frühstück übrig geblieben ist und eben nicht weggeworfen werden soll, zuviel. Sorry, da hört mein Verständnis, dass auch mit den Food-Ständen Geld verdient werden soll und muss, langsam auf.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu AUGUSTINES auf terrorverlag.com

Mehr zu BIFFY CLYRO auf terrorverlag.com

Mehr zu BLACK LIPS auf terrorverlag.com

Mehr zu BRUTALITY WILL PREVAIL auf terrorverlag.com

Mehr zu CASPER auf terrorverlag.com

Mehr zu CLAIRE auf terrorverlag.com

Mehr zu CLOUD NOTHINGS auf terrorverlag.com

Mehr zu DEEZ NUTS auf terrorverlag.com

Mehr zu EAST CAMERON FOLKCORE auf terrorverlag.com

Mehr zu EDITORS auf terrorverlag.com

Mehr zu EGOTRONIC auf terrorverlag.com

Mehr zu ESKIMO CALLBOY auf terrorverlag.com

Mehr zu FLOGGING MOLLY auf terrorverlag.com

Mehr zu GUANO APES auf terrorverlag.com

Mehr zu JAN DELAY & DISKO NO. 1 auf terrorverlag.com

Mehr zu MIGHTY OAKS auf terrorverlag.com

Mehr zu MOOP MAMA auf terrorverlag.com

Mehr zu NOFX auf terrorverlag.com

Mehr zu PAPA ROACH auf terrorverlag.com

Mehr zu RAZZ auf terrorverlag.com

Mehr zu SDP auf terrorverlag.com

Mehr zu TAKING BACK SUNDAY auf terrorverlag.com

Mehr zu TIM VANTOL auf terrorverlag.com

Mehr zu TRUCKFIGHTERS auf terrorverlag.com

Mehr zu TURBOSTAAT auf terrorverlag.com