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SEVEN

Ort: Dortmund – FZW

Datum: 11.11.2016

Der Schweizer Jan Dettwyler alias SEVEN ist in seiner Heimat schon seit über 10 Jahren eine große Nummer. Dank XAVIER NAIDOO und seiner Einladung aufs Sofa für die dritte Staffel von „Sing meinen Song“ ist er nun auf dem besten Weg, auch bei uns den Status des Geheimtipps langsam zu verlieren. So vermeldete das FZW nicht als einzige Location auf seiner derzeitigen „BackFunkLove Soul“-Tour „ausverkauft“. Nach einem Abendsnack mit unvermeidlicher Diskussion über die unfassbaren weltpolitischen Entwicklungen dieser Woche reihten wir uns bei eisigen Temperaturen gegen 19.30 Uhr in die lange Schlange an der Ritterstraße ein. Die Halle empfing uns mit über 1000 gespannten Zuhörern schon bis zum Anschlag voll, von Eltern mit ihren Kindern bis zu Senioren waren alle Generationen vertreten, ebenso gleichauf Männlein wie Weiblein – Sevens Soul-Funk-Mischung kann man also vorab schon Konsensfähigkeit bescheinigen.

Es ging pünktlich um 20 Uhr ohne Support los und SEVEN wählte zu meinem Erstaunen auf einem Barhocker sitzend einen sehr ruhigen Einstieg, um erst im zweiten Anlauf mit dem Titeltrack seiner Tour „BackFunkLoveSoul“ und coolen Tanzmoves das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen. Den passenden Klangteppich legte dafür seine 5-köpfige Band aus, deren Mitglieder sich im Laufe des Abends alle noch von ihrer besten Seite zeigen durften. Schon bei „Make U happy“ aus 2004 wusste Herr Dettwyler das Publikum gekonnt zu Mitsingspielchen einzuladen, der Eidgenosse könnte sein Geld auch als Profi-Animateur verdienen. Weiter ging’s mit der Gute-Laune-Nummer „Oh oh yeah“ und „Go slow“ aus 2009, ehe SEVEN zur aktuellen Single „Don’t give up“ ein paar besinnliche Gedanken zu seiner Motivation, seit 14 Jahren als „weißer Schweizer“ R&B-Musik zu machen äußerte. Er gab allen auf den Weg: „Wenn du etwas liebst, dann musst du es einfach tun“. Die Fans sparten nicht mit spontanen Zwischenrufen, so wurde unter anderem Stagehand Christoph, der für das schwelgerische „Walking with you“ wieder Barkhocker auf die Bühne brachte mit einem „Christoph, Du geile Sau“ bedacht, was sich später adressiert an den Drummer zum Running Gag ausbauen sollte. SEVEN und die restlichen Bandmitglieder schienen ihren Spaß mit dem aufgekratzten Publikum zu haben und so wurde die Uptempo-Nummer „Wake up“ aus 2007 mit ordentlich Verve vorgetragen und vom Publikum entsprechend abgefeiert. Nach ein bisschen Reggae-Feeling mit einer weiteren erfolgreichen Single „Lisa“ gab es mit „99 Luftballons“ eine kleine Hommage an NENA, ehe das reguläre Set mit „Synthetic Soul“ aus 2004 nach 90 Minuten seinen Abschluss fand. Dabei wurde dieser Track auf mindestens 10 Minuten ausgedehnt, die Seven für ein Bad in der Menge nutzte und sich so auch den Zuschauern auf dem Balkon Aug in Aug präsentierte.

Von der Crowd wurde er dafür frenetisch gefeiert und dementsprechend fielen auch die Zugaben-Rufe aus. Mit viel Hall und nur vom Piano begleitet gab es noch „City of Gold“, ehe das Konzert mit der Funknummer „Nobody wants to dance“ und kleiner DJ Bobo-Choreographie (man ist schließlich aus der Schweiz) seinen krönenden Abschluss fand. Seven und seine Bandmitglieder waren sichtlich zufrieden, so gut beim Dortmunder Publikum angekommen zu sein und versprachen ein Wiedersehen spätestens im nächsten Jahr. Voller Elan hatte SEVEN die größten Hits seiner Karriere präsentiert, die eine gekonnte Mischung aus der Kopfstimme von PRINCE, dem Soul von GEORGE MICHAEL und dem Pop-Appeal von ROBBIE WILLIAMS darstellen, garniert mit allerlei Publikumsanimation, geschmeidigen Tanzeinlagen und coolem Posing. Den Ruf als grandioser Entertainer konnte er an diesem Abend in jedem Fall ausbauen. Bleibt abzuwarten, wie lange er die Erfolgswelle reiten kann… gönnen würde man es der sympathischen Rampensau auf jeden Fall.

Setlist (ohne Gewähr)
Drive you home?
BackFunkLove Soul
Nowhere to go?
Make U happy
Oh Oh yeah
Go slow
I don’t give up
Yes
Walking with you
Wake up
Lisa
99 Luftballons (NENA-Cover)
Synthetic soul

City of gold
Nobody wants to dance

Copyright Fotos: Christiane Stuckemeier

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