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SIX FEET UNDER – BORN FROM PAIN – KAT

Ort: Osnabrück - N8

Datum: 08.11.2005

Das Osnabrücker N8 war zu gut zwei Dritteln gefüllt, wobei den Großteil des Publikums (vorhersehbarerweise) die SIX FEET UNDER-Anhänger bildeten. Im Vorfeld des Konzertes machten sich Gerüchte breit, dass es sich bei der ersten Band KAT um THE GREAT KAT handeln würde – einer ziemlich neurotischen Gitarrenvirtuosin der 80er Jahre, welche eher durch ihr exzentrisches Gebaren und ihre Selbstüberschätzung als durch ihre Musik von sich reden machte . Doch Glück gehabt! Statt einer in Strapse und Leder gewandeten Gitarristin traten fünf Herren auf die Bühne, die sich als KAT aus Polen vorstellten. Wie mir ein polnischer Kumpel flüsterte, eine „echte Kultband aus dem Ostblock“, die bereits seit 1979 am Start ist. Und der Name KAT?! Na, logisch – die Band kommt eben aus Kattowitz… Geboten wurde eher traditioneller Metal mit vielen MAIDEN und JUDAS PRIEST-Einsprengseln, der die anwesenden Zuschauer allerdings nicht sonderlich beeindrucken konnte. Musikalisch schlecht war das Ganze beileibe nicht; wenn aber nun das Gros des Publikums deutlich (!) härtere Musik bevorzugt, und der Rest gekommen ist, um sich die Metalcore-Bedienung von BORN FROM PAIN abzuholen – dann hat man als „normale“ Metal-Band nun mal einen schweren Stand.

Weiter also mit BORN FROM PAIN. Mit ihrer fetten Mischung aus Metal und Hardcore konnten sie deutlich mehr Publikum vor die Bühne locken als ihre Vorgänger. Stichwort „vor der Bühne“: Erfreulicherweise gab es mal keine kickenden Karate-Kiddies, die einem die Stimmung versauten, so dass man sich als „normaler“ Metaller nahe der Bühne postieren konnte, ohne Gefahr zu laufen, nach dem Auftritt das Venue mit gebrochenen Wangenknochen verlassen zu müssen. Geht doch, Jungs… Der Band selber merkte man ihre in den letzten Jahren gewonnene Bühnenerfahrung deutlich an. Immerhin waren die Niederländer in der Vergangenheit schon mit Szenegrößen wie HATEBREED oder AGNOSTIC FRONT unterwegs. „Energetisch“ ist dann wohl auch das Wort, mit welchem man die Performance am ehesten beschreiben kann. Guter Auftritt!

Und dann kamen sie endlich… SIX FEET UNDER… die Band, auf die (fast) alle gewartet hatten… Soundmäßig DER Hammer. Ich habe selten in kleinen Läden einen so mörderischen, alles niederwalzenden, aber dennoch kristallklaren Sound gehört. Soviel zum Positiven. Wer SIX FEET UNDER kennt, weiß, dass die Spielzeit nur selten eine Stunde überschreitet. Geschenkt – man rechnet ja schließlich damit! Und dass Sänger Chris Barnes nicht wirklich für seine ausbordende Interkommunikation mit den Fans bekannt ist. Na ja – is‘ halt seine Art! Aber einen dermaßen lustlosen, gelangweilten, genervten und vor allem DICHTEN Frontmann bekommt man selten geboten. Seine Gedanken schien man förmlich lesen zu können: „Oh Mann, wann ist dieser Scheiss‘ endlich vorbei? Wieso mache ich das hier? Wann ist das endlich vorbeeeeeiiiii..:?“ Leid dabei konnte einem nur die Band tun, die sich regelrecht den Arsch abspielte. Und mit Klassikern wie „Human target“ oder „Revenge of the zombie“ konnte man (zumindest musikalisch) auf ganzer Linie abräumen. Was blieb, war ein fader Beigeschmack. Einer, der irgendwie… hmm… irgendwie nach Gras schmeckte! Lieber Chris: wenn man das Kiffen nicht verträgt – Finger davon! Oder das nächste Mal einfach auf der Couch liegen bleiben! Aber solche Auftritte braucht kein Mensch.

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