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SKIP&DIE

Ort: Hamburg – Uebel & Gefährlich

Datum: 14.12.2012

Nach vier beschwerlichen Stockwerken, die man zu Fuß emporsteigen muss, erreicht man das kleinen Turmzimmer im Übel & Gefährlich. Für all jene, denen die Location unbekannt ist: Es handelt sich um eine oberirdische Bunkeranlage, mitten im Herzen des Szenebezirks Schanze. Der Blick über die Dächer Hamburgs vertrieb einem die Wartezeit auf SKIP&DIE. Es dauerte auch eine Weile, bis sich das Publikum im Übel und Gefährlich einfand.

Mit fast einer Stunde Verspätung betraten SKIP&DIE dann ohne ihre Sängerin die Bühne. Während des Intros, das an Bollywood Musik erinnerte, schritt Cata.Pirata, gekleidet wie eine Witwe, durch das Publikum in Richtung Stage. Angekommen legte die Combo mit „Jungle Riot“ los. Bevor der zweite Song erklang, forderte Catarina die Zuschauer auf, nach vorne an die Bühne zu treten, damit es gemütlicher in den betonierten Räumen würde. Artig gehorchte die Menge und „La Cumbia Dictadura“ wurde angestimmt. Zaghaft tanzte die erste Reihe mit. Die fünfköpfige Band um die südafrikanische Sängerin Catarina Aimée Dahms präsentierte an diesem Abend ihr Debutalbum „Riots in the Jungle“. „Delhi Dungeon“ ermutigte die Hamburger nun endlich richtig zu tanzen und die knapp 40 Besucher hüften oder wippten von nun an besonders zu den von HipHop-Einflüssen geprägten Stücken mit. Dazu gehörte auch das Highlight „ Love Jihad“, bei dem die Gitarren den Song vorantrieben. Nicht nur Multigitarrist Daniel Rose, der u.a. auch in einigen Stücken auf dem Boden sitzend die Sitar und die türkische Saz spielte, griff auch der Drummer Gino Bombrini zu der Gitarre. An den Keys streute Rene Kuhlmann Effekte unter die Songs und das gesamte musikalische Material war abwechslungsreich und spannungsvoll arrangiert.

Zu „Get your braai on“, beeindruckten die beiden Drummer, indem sie ihr Rhythmusgewitter auf die Zuschauer schütteten. Garniert wurde der Song mit dem Einsatz einer Trillerpfeife und man fühlte sich wie bei einem brasilianischen Karnevalsumzug. Die gesamte Show über war es spannend, die beiden Schlagwerker Nique Quentin und Gino Bombrini zu beobachten, welche Klanginstrumente, Schlagfertigkeiten und Rhythmussicherheit die beiden an den Tag legten. Zum Ende von „ Muti Murder“ begab sich Cata.Pirata ins Publikum und sang die Zuschauer direkt an, mit dem Erfolg, dass alle in Richtung der Bunkerwände auswichen. Zum letzen Stück „Senorita“, flackerte das Bühnenlicht ekstatisch in Farbwechseln über die Körper der Band. Die Frauen im Publikum wurden von Catarina ermuntert, ihre Moves zu zeigen. Daraufhin kreisten hier und da einige Hüften, bis der Song wieder an Geschwindigkeit aufnahm und das Publikum fast komplett am Hüpfen war. Durch die Klangfarbe der Stimme der Sängerin wirkte das Stück wie aus einem Bollywoodschinken und ihre Tanzeinlagen unterstützten den Eindruck.

Mit dem letzten Ton war auch der Abend bereits vorbei und ließ eine etwas ungläubig wartende Menge zurück im Bunker. Ohne Zugabe und ohne die Möglichkeit an einem Merchandise Stand Geld zu lassen, war der Abend abrupt beendet. Wie auch dieser Bericht.

Setlist
Jungle Riot
La Cumbia Dictadura…
Killing Aid
Delhi Dungeon
Love Jihad
Macacos Sujos
Get Your Braai On
Muti Murder
Senorita

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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