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SKUNK ANANSIE

Ort: Dortmund - FZW

Datum: 11.06.2016

Mit einer knappen Viertelstunde Verspätung betraten SKUNK ANANSIE an diesem Abend die Bühne des Dortmunder FZW. Nicht so schlimm, denn es war Samstag und außerdem machte das trockene und sonnige Wetter den Aufenthalt vor der Halle angenehm. Eine Vorband gab es auch nicht, so war es doch erst kurz nach 20 Uhr, als SKIN zu den Klängen des Openers „Tear The Place Up“ als letzte der Bandmitglieder auf der Bildfläche erschien. Sie gab sich – anders als sonst – recht zugeknöpft und versteckte sich noch hinter einer Sonnenbrille und einem Basecap mit Spikes. Diese „Vermummung“ hielt aber nicht so lange und kurze Zeit später wurde der Blick frei auf den charakteristischen Kahlkopf der energiegeladenen Sängerin.

Musikalisch folgte nun ein guter Querschnitt durch das große Portfolio der englischen Alternative Rocker rund um die charismatische Frontfrau. Man hat ja mehr als genug gutes Songmaterial und mit der gerade erst erschienen Langrille „Anarchytecture“ auch neue Stücke im Gepäck. Mittelpunkt der Show war eindeutig SKIN, die fast unheimlich alterslos wirkte und innerhalb von Minuten von sensibel und verletzlich auch die höchsten Töne treffend bis zu aggressiv und wütend sich die Seele aus dem Leib schreiend wechselte. Man kann sich ihrer Ausstrahlung und Faszination einfach nicht entziehen. Aber natürlich gaben auch „ihre Jungs“ ihr Bestes. ACE an der Gitarre, CASS am Bass und last but not least Drummer MARK unterstützten SKIN ausgezeichnet.

Eine Komplettierung des Auftrittes waren die nett anzusehenden Animationen auf übergroßen Videoleinwänden, die hinter den Musikern aufgebaut waren und teilweise sehr beeindruckten. Mal sah man Großaufnahmen von SKIN, dann wieder nur farbige Lichtspiele, später bei „Beauty Is The Curse“ sah man Aufnahmen einiger großer Musiker oder Persönlichkeiten, die in diesem Jahr oder auch früher von uns gegangen sind: DAVID BOWIE, LEMMY KILMISTER, PRINCE, FREDDY MERCURY. Um nur ein paar zu nennen. Ab und an griff SKIN auch selbst zur Gitarre und unterstützte ACE und CASS an den Saiteninstrumenten, dann wieder demonstrierte sie, dass sie den Köperkontakt zu ihren Fans keinesfalls scheut und ließ sich von den Leuten vor der Bühne über deren Köpfe hinweg tragen. Oder balancierte gar wie ein „Silver Surfer“ in ihrem silbernen Einteiler mit den Füßen auf den Händen einzelner Anwesender. Und das immer wohlgemerkt, während sie gleichzeitig sang!

Nach etwas mehr als einer Stunde war das reguläre Set beendet, und es dauerte doch ein paar Minuten zu lang, bis SKUNK ANANSIE dann endlich für die Zugaben zurück ins Scheinwerferlicht traten. Aber vielleicht hatten sie einfach nur genauso wie ich unter der wirklich kaum erträglichen Luft in der Halle zu leiden? Im Gegensatz zu mir merkte man das den vier Leuten da oben auf der Bühne jedenfalls nicht an, denn SKIN und Co. packten jetzt noch die richtig großen Hits aus und bei der Ballade „Hedonism“ bewies das Publikum dann nicht nur beim Refrain Textsicherheit. Aber SKUNK ANANSIE wären nicht SKUNK ANANSIE, wenn sie nicht auch darauf aufmerksam machten, dass sich das rassistische Klima in den letzten 20 Jahren – zumindest in den UK – nicht verändert hat. SKIN bekam auf ihre eindringlichen Worte zu diesem Thema jedenfalls die volle Unterstützung der Anwesenden.

Als Fazit bleibt für mich, dass SKUNK ANANSIE auch nach über 20 Jahren im Rockgeschäft eine mitreißende und überzeugende Live Band mit einer alles überstrahlenden Frontfrau sind.

SETLIST (ohne Gewähr)
Tear The Place Up
I Believed In You
That Sinking Feeling
Because Of You
God Loves Only You
Death To The Lovers
Bullets
Twisted (Everyday Hurts)
My Ugly Boy
Weak
Love Someone Else
(Can´t Get By) Without You
Beauty Is Your Curse
I Can Dream
The Skank Heads
Charlie Big Potato

100 Ways To Be A Good Girl
Hedonism (Just Because You Feel Good)
Little Baby Swastikkka

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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