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SOL INVICTUS – BARDITUS – QUELLENTHAL

Ort: Leipzig - Club Lagerhof

Datum: 03.10.2009

Gerade mal eine Woche ist es her, da standen DER BLUTHARSCH und weitere Szenegrößen auf dieser Leipziger Bühne. Und nun, am Tag der Einheit, gab sich der verehrte Herr Wakeford mit SOL INVICTUS die Ehre. Unterstützt wurde er dabei von den eher weniger bekannten QUELLENTHAL und dem dafür umso lauteren BARDITUS. Wenn das so weitergeht, entwickelt sich der Club Lagerhof noch zu einer richtigen Oase guter Folk-Musik und Co. Auch diese Veranstaltung öffnete um 20 Uhr ihre Pforten. Der Saal füllte sich dann so nach und nach zu einer angenehmen Besucherzahl. Und gegen 21 Uhr begannen dann pünktlich die Konzerte.

Den Auftakt gab das Leipziger Duo QUELLENTHAL bestehend aus Marek Mahn (Gesang, Gitarre) und Marina Betker (Gesang, Melodica). Auf der Bühne wurden die beiden von der Flötistin Luise und dem Geiger Jörg unterstützt, was der Musik zusätzlich enormen Gehalt schenkte. Ich kannte die Formation vorher nur namentlich. Das liegt wohl auch daran, dass QUELLENTHAL bisher nur zwei selbst gebastelte und auf 36 Stück limitierte Veröffentlichungen sowie 2008 eine Beteiligung auf dem Sonderübertragung-Sampler „Raketenmusik“ herausgebracht haben. Diese Doppel-Tape-Box war auch nur auf 120 Exemplare begrenzt. Meiner Meinung nach völlig zu Unrecht. Denn was das Quartett auf der Bühne lieferte, war eine gelungene und sehr sympathische Darbietung allerfeinsten Akustik-Folks. Vorgetragen wurden selbstvertonte Werke von deutschsprachigen Dichtern der vergangenen Jahrhunderte wie zum Beispiel Joseph von Eichendorff oder Hugo von Hofmannsthal. Angereichert wurde der Sound noch durch eine Wasserorgel und nicht zu vergessen durch die Bearbeitung des Bühnenbodens durch Marek mit seinem Schuhwerk. Auf elektronische Arrangements wurde gänzlich verzichtet, was der Musik einen urigen Klang verschaffte. Zwischendurch wurde der Zuschauer noch aufgeklärt, was er denn als nächstes zu Hören bekäme, und erfuhr die eine oder andere Anekdote. QUELLENTAHL verstand es, die Besucher durch gekonntes musikalisches Talent und sympathisch improvisiertes Auftreten in ihren Bann zu ziehen. Ein gelungener Auftakt von einer Band, der eine große Zukunft bevorstehen sollte. Und nach dem Konzert war auch alles, was es von der Band auf Tonträger gab, vergriffen.

Ich war noch nie allein wegen der folgenden Formation auf ein Konzert gegangen und dennoch habe ich BARDITUS aus Halle bestimmt schon vier Mal live gesehen. Hinter BARDITUS steht an erster und lautester Stelle Uwe Nolte als Sänger, auch bekannt durch die Formationen ORPLID und SONNENTAU. Mit dazu gehören auch Frank Schröder (Drum, Samples) sowie live ein Gitarrist. Der Name BARDITUS beschreibt raue, dumpf brausende Schlachtgesänge der alten Deutschen, aus dessen Tönen sie den Erfolg des Kampfes ahnen zu können glaubten. Und genauso stürmisch und wütend präsentierte sich Nolte auch auf der Bühne. Zu Beginn des Konzertes erklärte dieser erstmal den Grund seiner Verbandes am linken Arm: „Ich hatte einen Zusammenstoss. Aber ich verrate nicht, ob es mit einer Straßenbahn oder mit Jugendlichen war.“ Wer weiß. Dank E-Gitarre und Trommel wurde das Konzert zu einem martialischen Ereignis, bei dem Nolte über alles dominierend seine Weisheiten über Vaterland und Heimat den Zuschauern entgegen schrie. Das ist Geschmackssache, aber interessant war es auf jeden Fall. Irgendwann ist Nolte dann einfach ohne ein Wort zu sagen von der Bühne gesprungen, durchs Publikum gestürmt und ward nicht mehr gesehen.

Dann war es endlich Zeit für das absolute Highlight des Abends: das einzige Deutschlandkonzert der kleinen Europa-Tournee von Neofolk-Legende SOL INVICTUS um Szene-Urgestein Tony Wakeford. Insgesamt standen sechs Musiker auf der Bühne, unter anderen auch Andrew King am Military-Drum und Glockenspiel, der aber auch gesanglich unterstützte. Inzwischen wurde auch der „Sicherheitsabstand“ zur Bühne durch das Publikum beendet und man konnte SOL INVICTUS hautnah erleben. Ein herrliches Konzert mit umfangreicher Instrumentierung und dem unvergleichlichen Gesang von Herrn Wakeford, angereichert durch die nicht weniger eindrucksvolle Stimme Kings. Musikalisch präsentierte die englische Formation ruhigere bis kämpferische Songs, viele von der bevorstehenden neuen Veröffentlichung, aber auch Klassiker kamen nicht zu kurz. Ein bewegendes Konzert, das viel zu schnell vorüber war. Glücklicherweise wurden die lautstarken und zahlreichen Rufe erhört und es gab zwei Songs als Zugabe. Als das Publikum dann immer nicht genug hatte, kamen SOL INVICTUS noch einmal auf die Bühne und spielten ein letztes Stück.

Setlist SOL INVICTUS
Abattoirs of Love
Media
April Rain
Eglish Garden
Sawney Bean
Bad Luck Bird
Two Corbies
Cruel Lincoln
We are the dead Men
Rex Talionis
Stay
Eve
Black Leg Miner

Black Easter
Believe me

???

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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