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SONIC SYNDICATE – FEAR MY THOUGHTS – BLOOD SPENCER – FAR FROM HORIZON

Ort: Bad Oeynhausen - Druckerei

Datum: 10.11.2007

Bad Oeynhausen ist sicherlich noch nicht als Mekka des Metals bekannt und doch verschlägt es immer mal wieder namhafte Acts dorthin, um ihren Anhängern in intimer Atmosphäre mächtig Feuer zu machen. Und so war die Druckerei auch dieses Mal mit locker über 350 Fans prall gefüllt, als sich an diesem herbstlichen Samstag-Abend vier Modern Metal-Bands daran machten, die Wände zum wackeln zu bringen. Das sehr schöne an dieser eher unscheinbaren Location ist nicht nur, dass man die Bands hautnah und ohne große Absperrungen erleben kann, sondern dass hier auch regionale Nachwuchsband die Chance bekommen, sich als Support für die großen Combos einen Namen zu machen.

Den Start markierte eben ein solcher Newcomer, so konnte sich die Bielefelder/ Gütersloher Formation FAR FROM HORIZON schon in wenigen Monaten einen guten Ruf in der Region erspielen. Mit am Start hatte man diesmal nicht nur den neuen Shouter Flo, dieser wurde zudem von Conny (ehem. FLUID ENC.) mit einigen Growls unterstützt! Und zusammen mit ihren Kollegen brachte man die schon gut gefüllte Druckerei gleich in Bewegung. Kein Wunder, knallen doch die Songs von ihrem ersten Demo live sehr fett. So sorgten u.a. „Thrash your Guns“, „Don’t piss down“ und ein noch relativ neuer Titel für erste amtliche Pit-Rotation. Bei solch positiver Reaktion liefen FAR FROM HORIZON zur Hochform auf, Michi und Ceddy zirkelten einige fette Soli aus ihren Instrumenten und feuerten massenweise Death Metal Mosh-Riffs ab, während Flo und Conny alles in Grund und Boden growlten und kreischten und letzterer sich sogar selbst in die bebende Menge stürzte! Keine Frage, in dieser Form wird man von diesen Jungs in Kürze noch viel hören!

BLOOD SPENCER aus Münster waren mir bis dato noch überhaupt kein Begriff, was aber in den Massen an aufkommen Deathcore-Bands nicht verwunderlich ist. Die mittlerweile als Quintett agierende Combo konnte allerdings die erste Auflage ihres Demos „…The Distance remains“ recht schnell ausverkaufen, so dass man schon einiges erwarten durfte. Und dies wurde auch prompt erfüllt, gaben BS doch mit dem Titeltrack, „The Movie“ oder auch „Straight across the Eye“ mächtig Gas und konnten die eh schon gute Stimmung im Pit noch steigern. So wurde auf und vor der Bühne mächtig gewirbelt und es war wiedermal erstaunlich zu sehen, welch versierte Gitarristen sich in diesen ganzen Newcomer-Bands so tummeln und in welchen Regionen die Shouter mittlerweile fast mühelos umher growlen. So war alles optimal vorbereitet für die Hauptbands des Abends!

Und die nachfolgende Band war wahrlich keine unbekannte mehr. Unbekannt allerdings war mir bislang der neue Sänger von FEAR MY THOUGHTS, wird Mathias doch seit wenigen Monaten von Martin Fischer ersetzt. Und dieser hat sich mehr als gut in die Band eingefügt, welche auch an diesem Abend routiniert, motiviert und vor allem versiert ihr Set runterzockte. In einem fetten Sound wurden Hits und Granaten der Marke „Sweetest Hell“, „Survival Scars“, „In the Hourglass“ und natürlich der Überhit „Blankness“ in die voll abgehende Menge geballert. Dabei verbog sich Basser Bartosz mal wieder, dass man ihm am besten gleich einen Termin beim Orthopäden machen möchte, Markus und der königlich moshende und posende Patrick überzeugten wie gewohnt durch massive Riffattacken und gekonnte Soli, während Drummer Norman auch ohne optimalen Monitor-Sound heute wieder sehr präzise seine Felle vermöbelte. Neu-Shouter Martin agiert mittlerweile souverän, als wäre er schon immer in der Band gewesen, überzeugte durch brachiale Shouts und Grows und steht seinem Vorgänger auch in den cleanen Passagen in nichts nach! Da würden sich SONIC SYNDICATE aber mächtig ranhalten müssen, um diese Leistung zu toppen!

SONIC SYNDICATE werden in den letzten Monaten gepusht und gefeiert wie die nächsten Popstars und auch wenn ihre beiden Alben „Eden Fire“ und „Only Inhuman“ zu Recht erste Sahne-Kritiken abstauben konnten, wussten die Schweden mich live bisher noch nicht wirklich zu überzeugen. Doch dies sollte sich an diesem Abend ändern. Klar, ob man wirklich zwingend zwei Sänger braucht, ist immer so eine Frage, aber wenn beide nunmal so gut bei Stimme sind wie Roland Johansson und Richard Sjunnesson, dann is da jedenfalls keiner fehl am Platze… Denn diese beiden Jungs shouten nicht nur alles in Grund und Boden, sondern verfügen auch noch über tolle cleane Vocals, was Hits, wie z.B. „Denied“, „Double Agent“, dem Gänsehaut-Track „Enclave“ oder dem älteren Knaller „Jailbreak“ zur einer grandiosen Atmosphäre verhilft. Während die beiden Fronter also den völligst steil gehenden Fans noch mehr Gas machten und die beiden weiteren Sjunessonn-Brüdern mit ihren Äxten energiegeladen über die Bühne wirbelten, lag bei vielen männlichen Fans das Augenmerk natürlich auf der „süßen“ Basserin von SONIC SYNDICATE. So ließ Karin Axelsson nicht nur ordentlich ihre derzeit blonde Mähne fliegen und sorgte mit ihren soliden Bassläufen für die massive Soundgrundlage, nein sie ließ es einigen Fans auch abseits des tobenden Pits warm ums Herz werden und fesselte die Anhänger zudem noch durch ihre fordernden Blicke.

In der Druckerei wurde also mächtig abgefeiert und während der Zugabe „Blue Eyed Fiend“ mussten beinahe die Boxen dran glauben. Bei solch einer Show werden sich sicher viele Fans ärgern, sollten sie dies verpasst haben, denn ich glaube nicht, dass man SONIC SYNDICATE in nächster Zukunft nochmals in einer solch intimen Atmosphäre wird bestaunen dürfen!

Setlist SONIC SYNDICATE
Aftermath
Denied
Only Inhuman
Flashback
Enclave
Jailbreak
Double Agent
Psychic

Blue Eyed Fiend

Copyright Fotos: Michael Werneke

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