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SONO

Ort: Leipzig - Moritzbastei

Datum: 28.11.2009

Samstagabend und kein Konzert? Da stimmt doch irgendwas nicht. Schnell nachgeschaut und TATAAAA. SONO in der Leipziger Moritzbastei – warum denn nicht? Vor zwei Jahren waren die Hamburger die einzige Truppe, die mich musikalisch überzeugen konnte. Also ab in die Nacht. Bevor die hanseatischen Soundtüftler aber ihr neues Album „Plus“ vorstellen wollten, sollte eigentlich ein schwedischer Supportact namens DANIEL JOHANSON die Meute einheizen. Warum er nicht da war und warum ein Projekt, was ganze 500 Klicks bei MySpace hat, überhaupt für relevant gehalten wird, wird leider nicht beantwortet. Um den Schaden gering zu halten, stellte sich einfach Daniel Myer auf die Bühne, um den Fans ein wenig einzuheizen. Richtig gezündet hat es nicht, unterscheidet sich das SONO-Publikum doch erheblich von den typischen EBMlern.

Kurz nach 21 Uhr sollten diese endlich auf ihre Kosten kommen. Die Veranstaltungstonne ist zum Bersten gefüllt – lasst rocken Jungs! Gewohnt im feinen Zwirn tritt Fronter Lennart A. Salomon vor die feierwütige Meute. Dahinter verstecken sich Florian Sikorski und Martin Weiland hinter ihren Computern. Schade, dass man nicht einfach mal als echte Band auftritt. Denn so elektronisch ist das Material nicht, dass es man es nicht wirklich live aufführen könnte. Dies würde der Bühnenpräsentation wirklich gut tun. So bleibt alles beim Alten und Lennart ist der (rechtmäßige) Mittelpunkt der Show. Bereits nach den ersten Takten von „Future Sun“ kleben die Fans an seinen Lippen. Lennart animiert die Meute und klatscht sich selbst in Ekstase. Es ist wahrlich kein Wunder, dass SONO bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres in Leipzig gastieren. Leipzig liebt SONO und SONO lieben ihre Leipziger Fans. Kein Wunder, dass die Bonus-CD der aktuellen Scheibe ein Mitschnitt aus der Messestadt ist. Die Freude des Trios ist an diesem Abend mal wieder nicht zu übersehen. Ob es Songs wie „All Those City Lights“ oder „The Edge“ sind – völlig schnuppe – die Stimmung ist bombastisch. Man tanzt, man schreit („Ausziehen“-Rufe all over the place) und man singt. Dann und wann schnappt sich Lennart seine Gitarre, was zumindest zu meiner Freude ist. Denn schon klingen die Songs einfach voller und nach echter Musik. Und dass der gute Mann an der Klampfe einiges draufhat, präsentiert er uns mit einigen schicken Soli und so manchem Kunststück. Mehr davon beim nächsten Mal. Aber auch so macht die Show wirklich Spaß. Allein Lennart beim Zelebrieren seiner Musik zu beobachten, ist das Eintrittsgeld wert. Ob es alte Klassiker Marke „All Those City Lights“ oder „Keep Control“, oder neue Smasher wie „The Edge“ oder „Naked“ sind – die Fans gehen ab wie ein Zäpfchen. Nach 75 Minuten und der aktuellen Single „Better“ bleibt das Zäpfchen erstmal stecken und das Trio verzieht sich nach Hinten. Fast schon logisch, dass mir die Fans die Ohren blutig schreien und pfeifen. PEEEEEP!!! Los Jungs, beeilt euch oder ich werde noch taub. Na endlich – das sind sie. Mit „Lucky You“ und dem von vielen sehnsüchtig erwarteten „Keep Control“ lassen SONO den Abend ausklinken. Denkste – nach einer weiteren Schrei-Orgie kehren sie erneut und diesmal abschließend mit „Whatever“ zurück. Und Ende. 100 Minuten SONO – 100 Minuten Party. So einfach kann das Leben sein. SONO rocken Leipzig – anders kann man diesen Abend nicht in drei Worten packen. Gute Nacht!

Setlist SONO
Intro + Future Sun
What You Do
All Those City Lights
Blame
Talking
The Edge
A New Cage + Intro
2000 Guns
Perfect Harmony
Always Something Missing
The Brighest Star
Open The Door
Come On
Naked
Better

Lucky You
Keep Control

Whatever

Copyright Fotos: Enrico Ahlig

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