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SPEAR OF DESTINY – THEATRE OF HATE

Ort: Osnabrück - Bastard Club

Datum: 22.05.2009

Was soll man sich mit irgendwelchen dubiosen Vorbands rumschlagen, wenn man selbst zwei Bands gegründet hat und auf elf Studioalben zurückgreifen kann? Das hat sich wohl auch Kirk Brandon gedacht, der 1980 die Post-Punk-Kapelle THEATRE OF HATE ins Leben gerufen und nach deren Ende 1983 SPEAR OF DESTINY aus der Taufe gehoben hat. Anlässlich der Veröffentlichung der SOD-Singlecollection hat Mr. Brandon Drummer Robin Goodridge (BUSH), Gitarrist Adrian Portas (NEW MODEL ARMY) und Bassist Craig Adams (THE MISSION/SISTERS OF MERCY) zusammengetrommelt und einen Tourbus gechartert, der Mastermind Kirk Brandon nach langen Jahren auch mal wieder nach Osnabrück führte.

So wie an Kirk mit seinen inzwischen fast 53 Jahren das Leben nicht spurlos vorübergangen ist, erwiesen sich auch die rund 50 überwiegend männlichen Fans bereits reiferen Alters – offensichtlich sind SPEAR O DESTINY und THEATRE OF HATE Relikte der Achtziger, die aber durchaus auch noch im neuen Jahrtausend unterhaltsam sind und zu rocken verstehen. Zur Einstimmung auf die kommenden 75 Minuten gab’s zunächst ein langes Intro, bevor die Band mit „Total Control“ startete. Wie es schien, musste der blonde Fronter sich noch ein wenig einsingen, denn zunächst klangen die Vocals noch ein wenig knödelig, was sich jedoch schon bald legte, wobei Brandon hier und da schon an die Grenzen seines gesanglichen Könnens stieß. Etwa bei den TOH-Nummern „Conquestador“ und „Omen of The Times“, was aber dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch tat. Dafür gingen die fetten Drums und coolen Langäxte von „Rainmaker“ (SPEAR OF DESTINY) viel zu sehr ins Bein und auch die jaulenden Gitarren vom inzwischen mehr als ein Vierteljahrhundert alten „The Wake“ sorgten für gute Stimmung. Bei „Dreams of The Poppy“ legte Brandon seinen Sechssaiter aus der Hand und nutzte die Gelegenheit, zu dem flotten Track eine schräge Tanzperformance hinzulegen, bei der sich gerade die Arme als wichtige Elemente erwiesen. Beim ruppigen Sound von „Forbidden Planet“ dominierten wieder die Gitarren, bevor der stoische Stomper „The Wheel“ Druck machte und mit dem SOD-Hit „Liberator“ Bewegung in die Zuschauerschaft kam. Für „Treachery“ stand Kirk zunächst allein mit seiner Akustikgitarre auf der Stage, hielt ein kurzes Zwiegespräch mit seinem Publikum, um dann musikalisch loszulegen. Richtig knackig wurde der Song mir der Rückkehr der drei Mitstreiter, die mit „Lucky Man“ noch mal richtig Gas gaben. Donnernde Sounds schlossen sich auch bei „Age of Unreason“ vom 2005er „Loadstone“ an, bevor „Never Take Me Alive“ eine emotional-rockige Note in den Abend brachte. „Propaganda“ lieferte den Soundtrack zum krachenden Finale, bei dem Kirk Brandon erneut den Tanzbär rausließ.

Nach einer guten Stunde konnte es das von sozusagen zwei Bands natürlich noch nicht gewesen sein und so schloss sich noch ein fulminanter Zugabenblock an, der in dem grandiosen „Do You Believe In The Westworld“ von THEATRE OF HATE gipfelte. Langsam verabschiedeten sich Adrian und Craig von der Bühne, wo Robin zu einem letzten Trommelwirbel ansetzte und Kirk sich von seinen begeisterten Fans verabschiedete.

Setlist
Total Control
Berlin Berlin
Rainmaker
The Wake
Conquistador
Dreams of The Poppy
Forbidden Planet
Omen of The Times
The Wheel
Liberator
Treachery
Lucky Man
Age of Unreason
Never Take Me Alive
Propaganda

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Do You Believe In The Westworld

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