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SPELLBREAKER – LOST WORLD ORDER – FLESHWORKS – METAMORPH

Ort: Bielefeld - Falkendom

Datum: 18.09.2010

„Manifest Destiny“ – Release-Party zum 5jährigem Band-Jubiläum

Fünf Jahre SPELLBREAKER – ein Grund zum feiern! Und was ist noch besser als eine Jubiläumsparty? Eine Jubiläumsparty, auf der man außerdem die Veröffentlichung eines neuen Albums feiern darf! Genug Argumente also für eine große Schar Feierwilliger, sich zum Bielefelder Falkendom zu bewegen – und sie sollten nicht alleine kommen. Ebenfalls geladen waren SPELLBREAKER-Weggefährten wie LOST WORLD ORDER, FLESHWORKS und METAMORPH, die neben den Geburtstagskindern für die musikalische Unterhaltung sorgen sollten.

Letztgenannte blasen dann auch um 19:40 Uhr als erste die Geburtstagskerzen vom Kuchen. Zwar ohne Schlagzeuger am Start, – welcher nach nicht ganz ernstgemeinter Aussage von Sänger Timmey „gestern beide Arme beim Möhrchen schneiden verloren“ hat – dafür aber mit ordentlichem Death Metal im Gepäck, sorgt man dafür, dass niemand bunte Luftballons und Luftschlangen zum Fest vermisst. Obwohl man nach und nach den Innenraum des Falkendoms durchaus erfolgreich füllt, geben sich die Münsteraner Gönnerhaft: „Draußen gibt es einen Merchstand, kauft unsere (!) CD dort aber nicht, die könnt ihr euch auch völlig legal bei uns runterladen. Kauft euch lieber die neue CD von SPELLBREAKER, die ja heute rauskommt.“ Soviel Uneigennützigkeit kommt gut an, genau wie Kompositionen á la „New World Depression“, weshalb auch lautstark nach einer Zugabe verlangt wird, welche man nach kurzer Absprache mit den Organisatoren auch bereitwillig gibt. Ebenfalls einige Geburtstagsständchen zum Besten geben wollen anschließend FLESHWORKS. Im prall gefüllten Innenraum stellen die Osnabrücker schnell klar, dass Topfschlagen nun wohl doch nicht an der Reihe ist. Fiesester Deathmetal dröhnt durchs Gebälk und das Quintett liefert eine derart herrlich-schaurige Bühnenshow ab, dass Unterhaltungskollegen wie Zauberer oder Clowns in Zukunft wohl eher zum Arbeitsamt schlurfen als zu Geburtstagsfeiern – zumindest dieser Art. Tieftöner Dirk Frenking blüht in seinem Schlachteroutfit richtig auf und bedarf beim Ausführen seines angedeuteten Berufs wohl kein Werkzeug; bei derartigen Shouts zerfällt das arme Getier sicher schon von alleine. Mit teilweise ILLDISPOSEDscher Melodie-Saitenarbeit und einigen Pig Squeals bringt man das Publikum jedenfalls zu Stücken wie „We are the dead“ in Feierlaune. Die dann sogar noch weiter auszubauen vermögen noch die mächtigen LOST WORLD ORDER. Polonaise heißt es da! Rund herum geht es – doch nicht wie beim ach so lustig geschrittenem Tanz, sondern in Form von Circle Pits wie bei FLESHWORKS oder hier nun fast durchweg für die Nackenpartien. Thrashgeknüppel statt Topfschlagen steht auf dem Programm, und zwar in Endzeit-Atmosphäre dank Liedgut des Albums „Marauders“ und Co.!

Doch keine Geburtstagsparty ohne Geburtstagskind. Und dieses hat zwar weder ein neues Kleid für diesen Anlass, noch eine neue Friseur; sondern stattdessen ein neues Album am Start: „Manifest Destiny“. Selbiges pfeffern uns SPELLBREAKER auch gleich mal komplett um die Ohren und starten nach stimmungsvollem Intro und viel Jubel mit dem Stück „March Of The Ironhorse“, welches die Rezipienten auch gleich bereitwillig annehmen und mit Nackensport würdigen. Weiter geht es mit dem krachenden „Warsong Of The Badlands“, der im Auditorium für enormen Bewegungsdrang sorgt. Diesen verspüren wohl auch die Jungs von FLESHWORKS, welche plötzlich fast nackt die Bühne stürmen und über das SPELLBREAKER-Trio herfallen wie „The Nexus“ in der WWE (sollten einige Wrestlingfans unter den Lesern sein). Anfangs überrumpelt, reißt sich dann aber auch zügig Gitarrist Tobi das Shirt vom Leib und geht ebenfalls mit auf Kuschelkurs. Nach dieser spaßigen Einlage soll erstmal wieder etwas Ruhe einkehren. Sänger Lance kündigt die Ballade „The Long Walk“ an und widmet sie dem verstorbenen TYPE O NEGATIVE-Frontmann Peter Steele. Der Forderung nach passendem grünen Licht kam der Lichtmann leider nicht ganz nach, die Nummer selber allerdings weiß auch live und ohne das Feature mit EDDIE’S REVENGE-Sänger Markus Brand durch Tiefe und Gefühl zu überzeugen. Es folgt die gesamte „Destiny’s Manifest – Scandinavia“-Geschichte in den drei Akten: „Act I: The Summoning“, „Act II: The Trial“ sowie „Act III – The Sentence“. Der Dreier aus Bielefeld gibt sich dabei sehr versiert auf der Bühne, spielt sauber und versprüht durch berechtigtes Posing auch die Freude ihrerseits an diesem Abend. Börgy am Schlagwerk macht mit seinem Hairspin locker AS I LAY DYINGs Jordan Mancino Konkurenz, während sich Tobi neben beigesteuerten Vocals auch mal in die Menge lehnt. Das von Lance geforderte verstärkte Headbangen wurde ohne zögern bereitwillig von den Anwesenden umgesetzt, die an diesem Abend wirklich durchweg gut drauf sind. Selbst Forderungen nach BRITNEY SPEARS sind dank der lockeren Stimmung möglich, müssen von Tobi allerdings lachend abgeschmettert werden: „Das können wir leider nicht. Wir könnten BON JOVI, aber das will wohl keiner!“ Eine richtig tolle Stimmung also, zu der auch Tracks wie „Wilderness Of War“ und der Album-Opener „The New World“ beitragen, wobei zweiterer an diesem Abend die erste Hälfte des Sets abschließen soll. Denn obwohl man das komplette neue Werk nun hat abfeiern lassen, ist natürlich noch lange nicht Schluss. Schließlich zelebriert man nicht nur den Album-Release, sondern auch sein Band-Jubiläum! Und zu diesem Anlass haben sich SPELLBREAKER noch etwas Besonderes einfallen lassen: So spielte das eigentliche Trio die zweite Hälfte seines Sets als Quintett, dank der Unterstützung der Gründungsmitglieder wie dem extra aus Köln angereisten Henna und dem Immernoch-Bielefelder Felix. Während Letzterer die zweite Gitarre anschmeißt, überlässt Sänger Lance seinen Bass nun Henna. Dass beide ihr Handwerk in der Zeit nicht verlernt haben, beweisen sie bei Titeln wie „Winterdawn“ von der Debüt-EP „More“ oder „Die Nameless“ von der Rising From The Dark“-Scheibe. Die beiden haben sichtlich Spaß und wirken so, als seien sie nie wirklich weg gewesen: „Habt ihr überhaupt noch Bock??“ platzt Henna in eine Ansage von Lance hinein, was die Menge mit lautem Gröhlen erwidert und Lance nur trocken mit „Das war mir klar, darum hab ich erst gar nicht gefragt“ kontert. Wie könnte man heute denn auch nur ansatzweise das Interesse verlieren, wenn die Truppe doch noch Granaten wie „Fury from the north“ im Gepäck hat, der den Falkendom abermals in thrashmetallige Ekstase versetzt. Mit dem Kult-Knaller „March To Hell“ soll dann langsam auf die Zielgerade des feuchtfröhlichen Abends eingebogen werden, so dass man die Kumpels von LOST WORLD ORDER, FLESHWORKS und METAMORPH noch einmal auf die Bühne bittet um zusammen „arm in arm“ zur Hölle zu marschieren. Gemeinsam mit den anderen Bands und den frenetisch feiernden Partygästen singt man sich so lautstark dem Ende entgegen, bis SPELLBREAKER unter viel Applaus die Bühne verlassen. Doch lange bleibt sie dabei nicht leer, da sich spontan ein junger Mann dort ein Mikrofon schnappt uns spontan die Gelegenheit nutzt, noch ein paar Worte an die Band zu richten. Er stellt sich als ehemaliger WG-Kollege von Henna vor und gesteht, dass es mal eine Zeit gegeben hat, in dem es ihm richtig schlecht ging. Doch besser sei es ihm genau dann gegangen, wenn er um 13 Uhr, nach vier Stunden Schlaf, die Songs von SPELLBREAKER gehört hat. Darum bittet er die Band, noch einmal aus dem Backstage-Bereich zurück zu kommen und noch einen letzten Song zu spielen. So sei es, SPELLBREAKER betreten noch einmal die Stage und ein weiteres Mal wird die Furie aus dem Norden entfesselt. Ein mächtiger Abschluss!

So geht ein herrlicher Abend zu Ende, der den Ticketzahlern all das bot, was man versprochen hat: Eine Wahnsinns Party! Angefangen bei den starken Vorbands, über ein tolles Publikum bis hin zu einem tollen Set der Jubilare von SPELLBREAKER und gutem Sound hat hier alles gestimmt. Das neue Album „Manifest Destiny“ überzeugt live ebenfalls absolut und durch die schöne Geste des Auftritts von zwei weiteren Gründungsmitgliedern (neben Drummer Börgy, der ja immer noch dabei ist) hat man den besonderen Charakter des Abends noch weiter gestärkt. Da bleibt einem nur zu sagen: Herzlichen Glückwunsch, SPELLBREAKER. Nicht nur zum fünften Geburtstag, sondern auch zu einer staken neuen Scheibe, zu einem grandiosen Konzert und zu tollen Fans!

Setlist SPELLBREAKER
March Of The Ironhorse
Warsong Of The Badlands
The Long Walk
Act I – The Summoning
Act II – The Trial
Act III – The Sentence
Wilderness Of War
The New World

Wendigo
Winterdawn
Die Nameless
Fury From The North
March To Hell

Fury Form The North (Zugabe)

Copyright Fotos: Alexander Vogt

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