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SPIDERGAWD

Ort: Osnabrück – Bastard Club

Datum: 12.03.2019

„Nicht schlecht für einen Dienstag“ bescheinigte Per Borten, Sänger und Gitarrist der norwegischen Hardrock-Blues-Kapelle SPIDERGAWD, dem Publikum im Osnabrücker Bastard Club in deutscher Sprache. Deutlich mehr als nur nicht schlecht war aber auch die Show der fünf Jungs aus Trondheim, die dem Auditorium ordentlich einheizte und für ungeteilte Begeisterung im gut gefüllten Keller der Konzert-Location an der Buerschen Straße sorgte. Im Gepäck hatten die Skandinavier Songs ihrer letzten vier Alben, die der Einfachheit halber schlicht durchnummeriert sind. Anfang des Jahres ist Silberling „V“ erschienen und natürlich lag auf dieser Veröffentlichung auch ein besonderer Fokus.

In diesem Sinne startete der Abend nach einem kurzen musikalischen Weckruf aus dem Off um 20.30 Uhr mit dem schmissigen „Nights of CGR“ in bester THIN-LIZZY-Manier. Mit „Ritual Supernatural“ ging’s straight nach vorn, bevor „El Corazon Del Sol“ vom 2016er „III“ mit knochentrockenen Riffs und rauem Gesang die Gehörgänge frei blies. „Sanctuary“ vom Zweitwerk aus 2015 sorgte als rhythmusbetonter Stomper im Hochgeschwindigkeitsmodus für Begeisterung, ehe der Bassist Hallvard Gaardløs beim energiegeladenen „What You Have Become“ die Vocals übernahm. Nicht nur beim derben „Heaven Comes Tomorrow“ sorgte Rolf Martin Snustads Saxofon für einen ganz besonderen Sound. Das nachfolgende „Loucille“ begann beispielsweise zunächst mit etwas verträumten Saxofon-Klängen, die allerdings auf der rot illuminierten Stage schließlich von den übrigen Instrumenten in der gebotenen Cool- und Heayiness in Empfang genommen wurde. Den Lead-Gesang verantwortete hier Brynjar Takle Ohr, der gemeinsam mit Per in der hinteren Reihe der kleinen Bühne die Gitarrensaiten bearbeitete und die Band live in gelungener Weise unterstützte. Der Song baute mit einem reduzierten Mittelteil eine großartige Spannung auf und zurecht gönnten sich die Herren Musiker im Anschluss ein Schluck Bier, um dann mit „Green Eyes“ extrem druckvoll und treibend weiterzumachen. Räumlicher Mittelpunkt der Bühne war an diesem Abend eindeutig das Drumkit von Kenneth Kapstad, der sich wahrlich in Rage trommelte und die Ehre hatte, „Get Physical“ zu eröffnen, für das der Kollege Snustad sein Blechinstrument weggelegt hatte, um sich bei diesem fantastischen Kopfnicker zunächst voll aufs Singen zu konzentrieren. „The Inevitable“ ließ es anfangs etwas ruhiger angehen, um schließlich über groovende Passagen zu einer scheppernden Massivität zu gelangen, die wiederum von Hallvards Sangeskünsten begleitet wurde. „Whirlwind Rodeo“ folgte auf dem Fuße und legte einen beeindruckenden Spagat zwischen den Siebzigern und dem hier und jetzt hin, dem es ebenfalls nicht am nötigen Wumms fehlte. Für „…Is All She Says“ wurde die Bühne in blaues Licht getaucht und Brillenträger Borten agierte im Alleingang und servierte feinsten Blues, während der Rest der Truppe im Abseits eine kleine Pause einlegte, um es dann am Ende wieder gemeinsam krachen zu lassen. Eine volle Breitseite gab es auch mit „Stranglehold“, das die Fans vereinzelt gar zum Klatschen anregte, bevor „No Mans Land“ unter Lichtblitzen abermals Tempo machte und die beiden Gitarristen animierte, Schulter an Schulter zu kuscheln. „Do I Need A Doctor…?“ schloss sich mit wildem Schlagzeuggewitter und dissonantem Highspeed-Geknüppel der schönsten Machart an, um danach klar zu stellen, wie ein gelungenes Liebeslied zu klingen hat. „Is This Love…?“ hat Per Borten nämlich für seine Frau Vibeke Hay Wold geschrieben, die auch als Tourmanagerin und Merch-Verkäuferin für SPIDERGAWD agiert. Die Nummer strotzte nur so vor Spielfreude und Energie und wurde nur noch von der Zugabe „All And Everything“ getoppt.

Der Fünfer hatte darauf verzichtet, die enge Bühne zu verlassen und ließ sich dann auch gar nicht lange bitten, um mit einem langsamen Aufgalopp noch mal so richtig in die Vollen zu gehen. Besser hätte der Abend nach 105 Minuten puren Rock’n’Rolls wohl gar nicht enden können! Wer sich gefragt hat, wo er den schmächtigen Kenneth Kapstad schon mal gesehen hat, der sei an MOTORPSYCHO verwiesen. Dort hat der Mann, der am Ende des Gigs wirklich klatschnass war und immer wieder auch im Stehen spielte, von 2007 bis 2016 die Felle bearbeitet. Am 15.03.2019 kommen die Norweger übrigens noch einmal in unsere Ecke, dann spielen sie im Bielefelder Forum und haben zudem noch die Landsleute von TULSA DOOM NORWAY als Support und Gegner beim nächsten Kartbahn-Rennen mit dabei. Das letzte am montäglichen Off-Day in Bremen hat übrigens Kenneth für sich entscheiden können…

Setlist

  • Knights of CGR
  • Ritual Supernatural
  • El Corazon Del Sol
  • Sanctuary
  • What You Have Become
  • Heaven Comes Tomorrow
  • Loucille
  • Green Eyes
  • Get Physical
  • The Inevitable
  • Whirlwind Rodeo
  • …Is All She Says
  • Stranglehold
  • No Mans Land
  • Do I Need A Doctor…?
  • Is This Love…?
  • All And Everything

Copyright Fotos: Ulrike Meyer-Potthoff

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