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STEEL PANTHER – THE LOUNGE KITTENS

Ort: Hamburg – Docks

Datum: 19.03.2015

Am heutigen Abend sah man bunte Leggins mit wilden Mustern und wallende Kunsthaarperücken die Reeperbahn bevölkern. Der Beschreibung zum Trotz sind nicht die Prostituierten gemeint, sondern die vorwiegend männlichen Fans von STEEL PANTHER. Die Verehrer der Glam-Metal Ära versammelten sich vor dem ausverkauften Docks, um mit STEEL PANTHER dem „Hair-Wahnsinn“ zu frönen.

Auf der Bühne ging es mit neongrünen, getigerten Kleidern los, die zum Glück nicht von Männern getragen wurden, sondern von THE LOUNGE KITTENS. Vor der Bühne sah man skeptische Blicke, welche Musikrichtung die Ladys einem denn wohl bescheren würden. Nach den ersten Takten war klar, die ANDREW SISTERS sind wiedergeboren. Mit Charme, Humor und Können interpretierte das Trio bekannte Songs von Pop bis Metal. Für den heutigen Abend hatten sie sich das erste Mal an RAMMSTEIN gewagt und kombinierten „Sonne“ mit „Du hast“. Ihr Mut wurde von den Hamburgern mit reichlich Applaus und Mitsingen belohnt. Gekonnt mixten sie QUEEN, MICHAEL JACKSON mit BELINDA CARLISLE, und Timia flocht ein gesangliches Gitarrensolo ein. Auch das Publikum unterstützte THE LOUNGE KITTENS bei ihrer Coverversion von „Gloryhole“, und IRON MAIDENs „Run To The Hills“ wurde aus vollen Kehlen mitgesungen. Bei dem Song „Rollin’“ fuhr die erste Reihe mit, und am Ende gab es für das humorvolle Warm-up reichlich Applaus.

Setlist THE LOUNGE KITTENS (ohne Gewähr auf Vollständigkeit)
Party Hard (ANDREW WK)
Duality (SLIPKNOT)
Sad But True (METALLICA)
Sonne+Du hast (RAMMSTEIN)
The Beautiful People (MARILYN MANSON)
I Want To Break Free (QUEEN)/ Black Or White (MICHAEL JACKSON)/ Heaven Is A Place On Earth (BELINDA CARLISLE)
Run To The Hills (IRON MAIDEN)
Firestarter/ No Good/ Out of Space (THE PRODIGY)
Jump Around (HOUSE OF PAIN)
Gloryhole (STEEL PANTHER)
Rollin (LIMP BIZKIT)
Last Resort (PAPA ROACH)

Zu JUDAS PRIESTs „Electric Eye“ zogen STEEL PANTHER ein und brachten mit „Pussywhipped“ die Fans von der ersten Minute an auf Hochtouren. Sofort tauchten die ersten Crowdsurfer in Spandex auf und bis zum Ende des Abends ergossen sich immer wieder STEEL PANTHER- Look-A-likes in den Graben. Es war Party angesagt und immer wieder gab es Lexxi Foxx-Chöre. Den gesamten Abend über wurden STEEL PANTHER nicht müde, sich übereinander lustig zu machen und zotige Bemerkungen salvenartig auf das Publikum niederregen zu lassen, so dass die „All You Can Eat Tour“ manches Mal schwer verdaulich war. Es kam schon mal vor, dass einem das Lachen im Halse stecken blieb, als Michael Starr dem Publikum verriet, dass sein weißes Jackett durch Sex mit einer menstruierenden Asiaten seine rote Farbe erhalten hatte. Nach dieser Ansage war klar, dass nun „Asian Hooker“ an der Reihe war. Die Show ist eine Mischung aus Spring Break, Ballermann und Rock Star Attitude der 80er Jahre und lebt von den Ansagen/ Frotzeleien der Band. Mit viel Liebe zum Detail huldigte die Band der Glam-Rock-Zeit, so legte Satchel ein Gitarrensolo hin und Lexxi Foxx trumpfte mit einem Hair-Solo auf, bei dem Laubbläser zum Einsatz kamen. Optisch und textlich wandern STEEL PANTHER am Rande des guten Geschmacks, rutschen zum Glück jedoch nicht ab, sondern schaffen es durch Selbstironie und übersteigerter Show, dem Ganzen den Spaßstempel aufzudrücken. Unter diesem Spaßfaktor zog sogar die eine oder andere Frau im Publikum blank. Das habe ich bis dato nur bei JENNIFER ROSTOCK erlebt.

Haarspray, Make Up und Spiegel dürfen bei einer STEEL PANTHER Show nicht fehlen. Dissen anderer Musiker wie Justin Biber gehört ebenfalls mit dazu. Zu dem Song, den STEEL PANTHER Kanyes Auftritt bei dem Grammy Awards widmeten, holte die Combo ihr Akustikset raus. Stix tauschte seine Drums gegen ein Klavier, und eine Kerze wurde angezündet. Auch das darauffolgende Stück „Stripper Girl“ wurde als Akustikversion von den Amerikanern performt. Währenddessen folgten Perücken und Handküsse zu Michael Starr. Voll wurde es auf der Bühne, als STEEL PANTHER zu „17 Girls In A Row“ an die zehn Frauen auf die Bühne holten. Zum Glück gab es hier keine Ausziehrufe vom Publikum, wie beim Auftritt von THE LOUNGE KITTENS. Das war aber auch nicht nötig, da eine der Damen eh blank zog.

Mit „Death To All But Metal“ wurde die Stimmung noch einmal aufgeheizt und nach einer anständigen Wartezeit auf die Stars gaben STEEL PANTHER als Zugaben die Kracher „Community Property“ und „Party All Day“ zum Besten. Zum großen Finale ging ein Konfettiregen nieder, welchen Lexxi Foxx und Satchel versuchten, per Zunge einzufangen. Die Band war nicht nur anal – sondern auch oral fixiert und Satchel spukte ein letztes Mal ein Plektrum ins Publikum.

Setlist STEEL PANTHER
Pussywhipped
Party Like Tomorrow Is The End Of The World
Fat Girl
Tomorrow Night
The Shocker
17 Girls In A Row
Gloryhole
If I Was The King
Ten Strikes You’re Out
Kanye
Stripper Girl
Girl From Oklahoma
Asian Hooker
Eye Of A Panther
Death To All But Metal

Community Property
Party All Day

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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