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STEVE SKAITH BAND

Ort: Melle - Kulturwerkstatt

Datum: 07.11.2009

Dies wird einer dieser Konzertberichte, die bald mehr Leute gelesen haben werden, als anwesend waren. Denn es war nur eine Schar eingefleischter Fans, die in der Kulturwerkstatt Melle Buer STEVE SKAITH, ehemals Sänger von LATIN QUARTER, und seiner Band lauschen wollten. Als ich gegen 20.40 Uhr in der Kulturwerkstatt, einer liebevoll ausgebauten alten Deele eintraf, nutzte gerade Tourmanager TOM ROHR die Gunst der Stunde, die etwa 30-40 Anwesenden mit einigen Gitarrenklängen auf den Abend einzustimmen. Der Bassist und Mitbegründer der SOUTH INDIAN TEA COMPANY bringt nächstes Frühjahr seine erste Soloscheibe auf den Markt, von der ich noch „Alle Farben“, „Die Liebe findet Dich“ und „Auf dem Weg“ hörte, in nette Melodien verpackte kleine Alltagsgeschichten mit leicht philosophischer Note.

Um 21 Uhr betrat dann der Betreiber der Kulturwerkstatt Gert Möller die Bühne, um den Anwesenden zu erklären, warum er sich gerade auf den heutigen Abend besonders freue. Früher hatte er nämlich Konzerte in seiner Tischlerei veranstaltet, musste dies jedoch aus brandschutztechnischen Gründen aufgeben. Eine neue Location musste her, die sich alsbald in der nun umgebauten Deele schräg gegenüber fand. Die STEVE SKAITH BAND gab seinerzeit das letzte Konzert in der Schreinerei und das erste in der Kulturwerkstatt und das am gleichen Abend, denn nach den ersten Songs zog man feierlich mit Band und Publikum von einer Straßenseite auf die andere. Dieses Event ist vielen in netter Erinnerung geblieben und deshalb ist STEVE SKAITH ein immer wieder gern gesehener Gast.

Heute hatte er neben seinem langjährigem Drummer Ricardo Serrano einen neuen Bassisten und Catherine Burke mitgebracht, die Klarinette, diverse Flöten und Mandoline sowie weibliche Backgroundvocals beisteuerte. Das 16 Stücke umfassende Set war ein Wiederhören mit vielen alten bekannten LATIN QUARTER Melodien, kein Wunder, denn Steve bringt Anfang nächsten Jahres ein Album unter dem Titel „Latin Quarter Revisited“ heraus, das wir nun fast zur Gänze zu Gehör bekamen. So zollt Steve weiterhin Mike Jones Respekt, von dem die meisten Texte stammen, die auch bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben. Im leicht veränderten musikalischen Gewand knüpfte z.B. „Radio Africa continued“ an den alten Hit der 80er mit neuem Text an, andere Songs wie „Dominion“ kann man heute noch genauso singen wie vor 20 Jahren. Nur „America for beginners“ mit der Textzeile „ What’s keeping the White house white? Is it chalk, is it fog, is it fear?” hätte sich ja überholt, gab Steve zu bedenken. Getragene und dynamische Stücke wechselten einander ab und zwischendurch unterhielt sich Steve viel mit dem Publikum, was ja in so einem intimen Rahmen nicht schwer fiel. So hatte gleich ein Herr an einem Stehtisch seine Aufmerksamkeit erregt, der sich auffällig viele Notizen machte. Machte er aber gar nicht, sondern die Bühnenakteure wurde von ihm gekonnt skizziert. Mit anschließender Signatur aller Bandmitglieder eine schöne Erinnerung! Wie familiär es heute Abend zugehen sollte, wurde mir dann zum Ende des Sets klar, als Catherine sich erkundigte, ob denn Chris im Publikum sei. Da sich niemand ins Rampenlicht drängte, hab ich mal aufgezeigt und bekam prompt schöne Grüße von meinen Eltern ausgerichtet, die den Tag zuvor beim Gig in Essen anwesend waren. Ich bekam den nächsten Song „Life“ gewidmet, in dem es passenderweise ums Älterwerden und ungestillten Lebenshunger geht.

Neben alten Latin Quarter Hits wie „Eddie“, New Millionaires“ und „I together”, die sich durch die neue Instrumentalisierung und Reduktion aufs Wesentliche als neue Variationen präsentierten, gab es auch viele Stücke aus dem Steve Skaith Kosmos wie “Do without Aladdin” , “Believer in miracles” und zum Schluss den schönen Ohrwurm “Come alive“ auf die Ohren, stets vom Publikum mit reichlich Applaus bedacht. Doch ohne Zugabe wollte man die STEVE SKAITH BAND nicht gehen lassen, die mit dem charmanten „Other mothers (have beautiful daughters too)“ eingelöst wurde. Anschließend widmete sich die Band noch ausführlich den Autogrammwünschen ihrer Fans und fand genügend Zeit für persönliche Gespräche, so dass die Anwesenden einmal mehr einen interessanten, anregenden Konzertabend mit der STEVE SKAITH BAND in Erinnerung behalten können.

Copyright Fotos: Christiane Stuckemeier

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