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STONE SOUR – HELLYEAH

Ort: Herford - X

Datum: 21.11.2010

Schon recht schnell nach dem Release des neuen Albums „Audio Secrecy“ kommen auch die europäischen Fans in den Genuss einer Tour von STONE SOUR, der zweiten Band der SLIPKNOT-Member Corey Taylor (Vocals) und Jim Root (Gitarre). Auch die happigen 40 Euro, die die Fans für eine Karte latzen mussten, hielten diese nicht ab, die Halle an diesem Herbst-Sonntag ordentlich zu füllen.

Und das sollte sich auch lohnen, denn mit HELLYEAH hatte man eine hochkarätige Band im Vorprogramm, deren Mitglieder man u.a. von MUDVAYNE (Sänger Chad Gray und Gitarrist Greg Tribbett) sowie PANTERA (Drummer Vinnie Paul) kennen sollte. Bei HELLYEAH hat man den Rock N’Roll auf das Wesentliche reduziert. Instrumente einstöpseln und Gas geben, alles ohne großen Schnick Schnack. Und mit dem selbstbetitelten Start „Hellyeah“ hatte man die Meute auch sogleich auf seiner Seite. War mir selbst die Klasse der Band schon vorher bekannt, ließen sich auch bislang noch „Unglübige“ gleich mitreissen. Kein Wunder, packt der HELLYEAH-Groove doch sofort und lässt einen kaum mehr los. Donnernde Riff-Attacken, groovende Rhythmen und die unglaubliche Stimme von Fronter Chad Gray machen den Metal N’Rock aus Texas unverkennbar. Da treffen die Hits von der Debüt-Scheibe wie „You wouldn’t know“ oder „Matter of Time“ genauso ins Schwarze wie aktuelle Granaten („Stampede“) oder das abschließende „Cowboy Way“. Bei „Alcohaulin’ Ass“ wurde standesgemäß angestossen und bei der Band-Vorstellung durfte der Gruß von Vinnie „Big Daddy“ Paul an seinen verstorbenen Bruder Dimebag Darrell (PANTERA, R.I.P.) natürlich nicht fehlen. Eine satte Show, mit der sich HELLYEAH garantiert einige neue Freunde machen konnten!

Setlist HELLYEAH
Hellyeah
Goddamn
Matter…
Hell of at Time
You wouldn’t know
Stampede
Alcohaulin’ Ass
Cowboy Way

Doch letztlich hatten eigentlich alle auf den Headliner gewartet und so brandete gleich großer Jubel auf, als das „We Will Rock You“-Intro erklang und Corey Taylor und seine STONE SOUR-Mannen die Bühne betraten. Einige mögen es arrogant nennen, aber der SLIPKNOT-Fronter hat auch ohne Maske einfach eine sehr einnehmende Aura, die einen sofort in seinen Bann zieht. Mit „Mission Statement“ rockte man los und machte sofort klar, dass man auch gegen Ende der Europa-Tour noch richtig Gas geben kann und will. Mit „Reborn“ legt man gleich amtlich nach und „Made of Scars“ markierte dann den ersten großen Hit, bei dem wirklich jeder in der Halle mitsingen konnte. Kräftig bei Stimme dominierte Corey Taylor das Geschehen, während sich Gitarrist Josh Rand und Basser Shaun Economaki mehr im Hintergrund hielten. Alleine Gitarrist Jim Root wirbelte wie immer über die Bühne und spielte sich dabei die Riffs und Soli flüssig mit Rand hin und her. Auf dem Podest wirbelte Drummer Roy Mayorga (u.a. ex-SOULFLY) wieder wie das Tier von der Muppetshow und machte dabei ordentlich Druck. So sehr, dass sein Drumming oftmals im Vordergrund stand und die Gitarrenarbeit so leider etwas matschig klingen ließ, was das Sound-Erlebnis doch spürbar einschränkte. Doch das störte die feiernde Meute überhaupt nicht und so rockte man zu „Unfinished“ so richtig im Pit ab und sang sich zu „Say You’ll haunt me“ die Seele aus dem Leib. Das machte auch den Musikern sichtbar Spaß und es ist besonders schön, Corey und Jim nach dem tragischen Tod ihren SLIPKNOT-Kollegen Paul Gray (Bass, R.I.P.) wieder lachen und Spaß haben zu sehen. Musik ist halt doch mit die beste Therapie. Und gerade in diesem Zusammenhang wurde es sehr emotional, als Corey alleine mit Gitarre erschien und die Überballade „Bother“ anspielte. Hier gab es Gänsehaut-Atmosphäre pur und laute Sprechchöre liessen den Sänger deutlich spüren, dass seine Fans mit ihm fühlen. „Through Glass“ durfte anschließend natürlich nicht fehlen und mit dem krachenden Doppelschlag „Digital (Did you tell)“ und „Get inside“ wurde das amtliche Set erstmal beschlossen.

Aber natürlich war das noch nicht alles. Schon bald kehrte die Band zurück und Taylor präsentierte oben ohne eine eigenwillige Tattoo-Sammlung. Statt der allgegenwärtigen Wall of Death inszenierte der Fronter dann die Wall of Dance und natürlich war ihm die Menge auch hier hörig. Ein tolles Schauspiel, wie die Fans im Innenraum und Taylor auf der Bühne ihre sehr individuellen Tanz-Stile vorführten. „Hell & Consequences“ und der obligatorischen Schluss-Knaller „30/30-150“ komplettierten das amtliche Set, dessen einziger Mangel der doch etwas dürftige Sound war. So ließ sich die Band zu Recht ausgiebig im Konfetti-Regen feiern, denn ohne Frage kam man heute in den Genuss zweier saustarker Rock-Bands und war zudem noch halbwegs früh wieder zu Hause, um am nächsten Tag nicht zu übernächtigt zur Arbeit/ Schule/ Uni zu müssen. Da kann man über die 40 Euro schon mal hinweg sehen.

Setlist STONE SOUR
Mission Statement
Reborn
Made of Scars
Say you’ll haunt me
Unfinished
Lets be Honest
Your God
Bother
Through Glass
Digital (Did you Tell)
Get inside

The Bitter End
Hell & Consequences
30/30-150

Copyright Fotos: Michael Werneke

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