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SUBWAY TO SALLY – PINKOSTAR

Ort: Herford - Kick

Datum: 25.03.2003

SUBWAY TO SALLY sind gross. Ihr neues Album “Engelskrieger” ist in der ersten Woche auf Platz 9 der Media Control Charts eingestiegen. Aber dass das altehrwürdige Kick so aus allen Nähten platzen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Mindestens 1000 Leute verwandelten die Anlage in einen Hexenkessel. Zunächst aber enterten PINKOSTAR die Bühne und hatten einen erwartungsgemäß schweren Stand. Zum einen ist ihre neue (erste) CD offiziell noch gar nicht erschienen und zum anderen passte ihr Alternative Rock überhaupt nicht zum Hauptact. Wer solche Touren organisiert sollte sich fragen, was er damit einer jungen aufstrebenden Band antut. Es interessierte sich nämlich schlichtweg keine Sau für den Vierer, der aber dennoch sympathisch rüberkam. Vom Posing und musikalischen Standpunkt aus gab es da nichts zu bekritteln und der Shouter Basti erinnerte extrem an Jim Morrison. Zumindest meine weibliche Begleitung war beeindruckt… Nach 8-9 Songs vom „The Trick is to keep breathing“-Album war Schluß und da war es schon kurz vor 10! Welchen Sinn macht es an einem Wochentag den Hauptact erst um 22 30 Uhr anfangen zu lassen, dafür aber am Wochenende traditionell ganze Konzerte um genau dieselbe Zeit abzuwürgen?

Nach kurzer Umbauphase enterten die „glorreichen Sieben“ von STS die Bühne, welche mittlerweile auf 2 Ebenen angewachsen war. Eric Fish trat aus dem Dunkeln hervor und sang durch ein typisches 50er Jahre-Mikro (á la Lenkrad) in einer derartigen Perfektion, dass ich zunächst an technische Tricks glaubte. 3 Songs vom neuen, leicht kontrovers aufgenommenen Album eröffneten das Set („Geist des Kriegers“, „Knochenschiff“) bevor die alten Hits dran glauben mussten. Und das Publikum explodierte geradezu! Es bildete sich wechselweise ein riesiger Moshpit oder es wurde bis in den letzten Winkel geklatscht. Die meisten Klassiker wie „Ohne Liebe“ oder „Das Opfer“ wurden frenetisch mitgesungen. Fish ließ es sich nach einer Weile auch nicht nehmen, sich auf den Händen der Fans bis zur Mitte des Saals tragen zu lassen (dabei ging temporär ein kleines Gerät verloren…) Auch schön zu sehen, wie sich die Geige bei den neueren Songs integrieren ließ, welche ja wesentlich gitarrenlastiger ausgefallen sind. Der eine Gitarrist benutzte eine zusammensteckbare Gitarre mit drei Hälsen, sehr beeindruckend. Nach 90 Minuten Metal, denn das sind SUBWAY TO SALLY jetzt eindeutig, beendete „Falscher Heiland“ das Set, wobei Eric es auch nicht versäumte, Bushs Kriegstreibereien anzuklagen. Selten habe ich in letzter Zeit ein Konzert gesehen, bei dem musikalische Professionalität und ausufernde Spielfreude eine solch perfekte Symbiose ergaben. Aber das haben die Fans irgendwie auch verdient, die den Ort des Geschehens vollkommen ausgepowert verließen…

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