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SUMMER BREEZE 2008 – TAG 3

Ort: Dinkelsbühl

Datum: 16.08.2008

Der nächste Morgen kam viel zu früh – mit einer „Aufstehzeit“ von 8 Uhr war heute der Tag gekommen, an dem wir wirklich sehr früh auf den Beinen sein mussten. Warum? Ja, um den Tag mit einem zünftigen bayrischen Frühstück beginnen zu lassen. Wie das? Nein, ich hab zwar das komplette Festival über den Koch gemacht, aber auf die Idee, den Tag mit Weißwurst, süßem Senf und Brezeln beginnen zu lassen, wäre selbst ich als „Ich-schlepp-mal-eben-nen-3-Flammen-Gaskocher-mit-auf’s-Festival“ Koch nicht gekommen. Nun, es war an sich ganz einfach: END OF GREEN hatten ja tags zuvor ihre CD Release Party veranstaltet, und für gute Rezensionen tut man ja bekanntlich alles…. Nein, Bestechung haben die Jungs nun nicht nötig, aber beim ersten Hören der neuen Scheibe kommt schon so die eine oder andere Frage auf, die man der Truppe gern stellen würde. Hier hatte man die Gelegenheit, bei gutem Essen, Weißbier (was bei dem einen oder anderen den Pegel vom Vortag direkt wiederherstellte, und es sich somit als Fehler erwies, den gestrigen Abend nicht etwas verkürzt zu haben) die Jungs mit Fragen zu löchern, und dabei das neue Werk einmal komplett zu hören. Da sagt man doch nicht nein, und schafft sich neben einem guten Informationsstand auch eine gute Grundlage für den Tag – klasse Idee, die gern Nachahmer finden darf!
(Cynthia)

Gut, ich als Weißwurst- und Bier-„Nichtmöger“ (ja, auch so was soll’s geben ;-)) nutzte an diesem Tag die Zeit, ein wenig Schlaf nachzuholen und war dann pünktlich zum ersten Gig des Tages fit. DEBAUCHERY sorgten netterweise auch gleich für einen „blutigen Start in den Sonntag“ und das vor bereits zahlreich versammelten Festivalbesuchern. Schön zu sehen, dass viele bereits so zeitig aus den Zelten gekrochen waren. Aber hey, nach so einem Auftritt war dann auch sicherlich jeder der Anwesenden wach. Wer’s jedenfalls nach diesem Geballer und soviel „Blut für die Blutgötter“ nicht war, hatte wohl was falsch gemacht.
(Ateacina)

JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE servierten dann eine ordentliche Portion Grind am frühen Morgen. Die Meisten wechselten wohl nach dem Blutgemetzel auf der Painstage direkt zu JaKa, denn auch hier war ordentlich was los. Es wurde geblastet, gegroovt und Nacken wurden strapaziert, schön untermalt und angetrieben vom quiekenden und grunzenden Sänger mit rot-pinkem Haar. Yap, die Jungs sind vielerorts vielleicht noch eher Underground, aber wenn das so weitergeht, wohl nicht mehr lange.
(Ateacina)

Kontrastreicher konnte man danach wohl kaum beginnen: THE OLD DEAD TREE aus Frankreich zogen nun die Menge mit äußerst abwechslungsreichem Progressive Doom mit Death und Gothic Einschlag in ihren Bann. Und in dem Fall war das durchaus wörtlich zu nehmen. Im Laufe des Gigs übte die Musik definitiv eine recht hypnotische Wirkung aus. Herrlich emotional, melancholisch und dennoch nicht langweilig. Vom Überhit „It Can’t Be“ bis hin zu neuen Sachen vom aktuellen Album „The Waterfields“ war alles dabei. Wäre nur schön gewesen, hätten die sympathischen Franzosen mehr Spielzeit gehabt!
(Ateacina)

AUTUMN aus den Niederlanden traten nun mit neuer Sängerin an, die erst ein Weilchen brauchte, um in die Gänge zu kommen, anfangs wirkte sie jedenfalls noch recht nervös, was sich offensichtlich von Song zu Song legte. Dennoch, im Vergleich zu den anderen Truppen, die bereits die Bühne geändert hatten, fiel dieser Gig doch stark ab.
(Ateacina)

HACKNEYED haben dann alle „ach die sind doch nur hier wegen des Alters, blabla“ Nöler in die Schranken verwiesen. Denn spätestens nach dem ersten Song war wohl klar, dass sie den Altersbonus (Durchschnittsalter 17) nicht nötig haben. Das Songmaterial krachte jedenfalls gewaltig und wenn da jetzt noch so richtig die eigene Handschrift mit ins Spiel kommt, sehe ich Einiges auf uns zukommen. Die Jungs haben jedenfalls das große Interesse an ihrem Auftritt genutzt und einen positiven Eindruck hinterlassen. Ich habe danach jedenfalls kein Genörgel, sondern eher Kommentare à la „Was ne positive Überraschung!“ vernehmen können.
(Ateacina)

ENDSTILLE sorgten dann für Hochstimmung bei allen Schwarzwurzelfreunden. Brachial, böse und eiskalt. Und das um die Uhrzeit, da kam schon einiges an böser Stimmung rüber. Auch wenn ich mich nach wie vor nicht mit dem Sound der Truppe anfreunden kann, muss ich ihnen allein schon des Posens wegen ein paar Pluspunkte geben. Den Fans jedenfalls hat’s gefallen und routiniert und intensiv war es allemal!
(Ateacina)

KEEP OF KALESSIN aus Norwegen waren dann schon eher meine Baustelle. Optisch wie musikalisch äußerst beeindruckend. Nachdem ihr neues Album „Kolossus“ eingeschlagen war wie nichts Gescheites, hatte sich dementsprechend auch eine recht große Menge vor der Bühne eingefunden. Was soll man sagen, nach melodisch schwarzen Krachern wie „Come Damnation“ und Co. wurde sicherlich niemand enttäuscht. Für mich definitiv eines der Highlights des Tages!
(Ateacina)

Keine 10 Minuten nach Ende des KoK Auftritts walzten DISMEMBER mit ihrem brachialen oldschool Todesblei eine Runde über die Menge. Fit wie eh und je und mit ordentlich Spaß inne Backen kamen die Jungs um Matti Kärki auf die Bühne. Allein in punkto Grimassen hätte man schon tonnenweise Bilder verschießen können. Egal, ob man den Sound der Schweden langweilig findet oder ein totaler Fan ist, dieser Gig war unterhaltsam in jedweder Hinsicht. Schade, dass der Spaß nach knapp einer dreiviertel Stunde schon wieder vorbei war. Und wie üblich gab’s gleich nach dem ersten Song schon Forderungen nach „Dreaming In Red“.
(Ateacina)

Mein Senf dazu: Coole Show ohne viel Heck Meck, einfach voll auf die 12 ohne viel Schnickschnack, ohne Kürbisse oder Drachen oder was auch immer andere Bands so an Drumherum brauchen. Einfach nur geiler Sound und voll auf die 12 mit sehr viel Spielfreude und Poserei rübergebracht, was sich positiv auf den Zuschauerstrom der sich dann doch Richtung Bühne bewegte, auswirkte.
(David)

NEAERA sind live einfach eine Wucht, Punkt! Die Jungs stürmten auf die Bühne und machten gleich zu Beginn klar, wo der Hammer hängt, immer feste drauf und bloß keine Verschnaufpausen lassen, das ist die Devise. Für den werten Herrn Sänger hätte die Bühne wohl gut und gerne noch ein paar Meter längern sein sollen, jedenfalls rannte er ständig wie von der Tarantel gestochen umher und stand kaum mal eine Sekunde still. Diese Energie übertrug sich dann auch in Windeseile auf die Meute. Das ist Metalcore, wie er sein soll!
(Ateacina)

Auch sehr witzig war die Ansage „Ja, ich weiß, hier ist so ein lästig breiter Bühnengraben – aber das sollte niemanden davon abhalten, zu uns zu kommen. Ja, genau, lasst euch nach vorne tragen – Crowdsurfen ist doch hier nicht verboten. Oder?“ Das darauf folgende Grinsen bestätigte, dass er den Gesichtsausdruck der Security gesehen hatte, die nun erstmal beschäftigt waren. Die Armen. (aber sie haben’s ja locker genommen, coole Security, auch in diesem Jahr wieder, das sollte man auch mal anmerken! – Ateacina). Nun ja, ein paar Minuten später gab’s die Wall of Death, bei der dann erstmal wieder Schluss mit Surfen war. Dafür fand eine Rolle Klopapier ihren Weg auf die Bühne, die der Fronter auffing und sich darüber freute… womit man Leuten manchmal was Gutes tun kann…. 😉
(Cynthia)

ENSIFERUM – ja, mal wieder Pagan Zeugs aus Finnland. Was gestern die KORPIKLAANI Jungs erledigt hatten, mussten heute die 5 Mannen (und Frauen) um Perti Lindros erledigen – nämlich auf finnische Art und Weise Party machen. Nun ja, schon mal soviel vorweg: Wenngleich ENSIFERUM gute Musik machen – so richtig rüberbringen konnten sie es diesmal irgendwie nicht. Sänger Pete stand statisch hinter seinem Mikro und rotzte die Songs der Reihe nach runter. Da haben wir aber schon mal mehr Aktion gesehen! Auch Gitarrist und Bandchef Markus zeigte sich heute nicht so bewegungsfreudig, und bis auf das ein oder andere Mal Zunge rausstrecken, passierte da auch nicht wirklich viel. Einzig Basser Sami ließ mal wieder die Sau raus und rannte quer über die Bühne und zog Grimassen, aber das ließ das Gesamtbild nur leicht besser aussehen. Was war da los? Das haben wir schon deutlich besser gesehen. Die Songauswahl ließ dafür wenig Wünsche offen. Es gab ein Best of von „Token of Time“ über „LaiLai Hei“ bis zu „Deathbringer from the sky“ – Eben alles, was die Meute hören wollte, und das, was auf der Bühne an Energie fehlte, war deutlich in der Menge zu spüren.
(Cynthia)

Nach einer kleinen Verschnaufpause ging für mich die Rennerei dann wieder richtig los, nun war neben den beiden Hauptbühnen auch auf der Partystage wieder ordentlich was los. HACRIDE waren mein erstes „Muss“ des Tages im Zelt. Wenn man sagt, dass in Skandinavien wohl was im Wasser ist, ob der ganzen Bands, muss es wohl auch in Frankreich etwas geben, das dort immer wieder, quasi aus dem Nichts technisch äußerst komplexe und versierte Bands auszuspucken scheint. Was HACRIDE da an vertrackter Brutalität abgeliefert haben, war einfach nur noch herrlich. Viele zappelten mit breitem Grinsen im Gesicht zu diesem Wahnsinn und ließen sich von den wahnsinnigen Franzosen mitreißen. Antesten, Leute!
(Ateacina)

Nachdem ich währen PRIMAL FEAR meine alltägliche Kochpause machte, ging es für mich dann mit der nächsten Kapelle auf der Hauptbühne weiter. Den H-BLOCKX. Hmm, ja, auch hier wieder die Angst, das sie es auf einem Metalfestival echt schwer haben würden und die Hoffnung, dass ich das Gegenteil erleben möge – denn hier werden schließlich Erinnerungen wach. Auf dem Weg zur Stage sah es noch nicht so gut aus für die Kollegen aus meiner Heimatstadt Münster, der Platz war, wenn man es gut meinte, etwa halbvoll, aber die Blicke waren gespannt auf die Bühne gerichtet, scheinbar wussten die Meisten selbst noch nicht, was sie von dem folgenden Akt halten sollten. Ich huschte direkt in den Fotograben, und los ging’s mit einem zünftigen „I’ve got the Power“, was aber irgendwie leicht unterging und sein Ziel, nämlich mit etwas was jeder kennt direkt zu punkten, verfehlte. Die nächste Nummer „Leave me alone“ schaffte es auch noch nicht so ganz, die Menge in den Bann zu ziehen. Ich hatte mich schon an den Rand des Feldes verzogen, um wenigstens die Songs in Ruhe genießen zu können und zu hoffen, das die Band ihre Motivation nicht verliert, da hatten einige Fans wohl das wegen des Regens ausgestreute Heu bemerkt und begannen, während des folgenden „Step back“ erstmal ne ordentliche Heuschlacht anzuzetteln. Sänger Henning reagierte schnell und forderte die Menge auf, sich hinzusetzten und bei 3 aufzustehen und Heu in die Luft zu schleudern, oder ließ sich selbst zur Zielscheibe für die Heuschmeißer darstellen. Mit witzigen Kommentaren hatte sich nun die Stimmung der Menge gewendet und auf einmal tobte eine Riesen (Heu) Party vor der Bühne, an der sich auch die Secutity im Bühnengraben kräftig beteiligte. „Here I go again“, „How do you feel“ und „Rising high“ – alles Songs, die dem ein oder anderen noch aus Jugendzeiten bekannt sein sollten, bildeten das Set. Bei „Little Girl“ musste ich mir erstmal nen Tränchen verkneifen – wunderbar rüber gebracht und einfach nur ein zeitlos schöner Song, ja, son’ bischen wirkte der Gig wie ne Zeitmaschine. Ich war auf einmal wieder 14. Als Zugabe gab’s das von Anfang an geforderte „Ring of fire“, welches aber zum Ende hin fast gänzlich in der wieder entfachten Heuschlacht unterging. Ich hätte nicht gedacht, dass die Jungs hier so viel Boden gut machen konnten, aber ich wurde sehr positiv überrascht und denke mal, hier hat sich die Band ein Paar neue Fans gewonnen.
(Cynthia)

Während auf der Hauptbühne die Heuschlacht bei den H-BLOCKX tobte, bretterten MISERY SPEAKS mit neuem Sänger in Sachen Death Metal auf der Partystage durchs Set. Nachdem der Basser einige Problemchen mit der Technik hatte, die nicht binnen Sekunden zu lösen waren, schnappte er sich kurzer Hand ein Mikro und stellte seine Gesangs- und Unterhaltungsqualitäten unter Beweis. Anderthalb Songs später war das Problem gelöst und die Show ging sauber weiter. Yap, das war ein cooler Gig mit ordentlich Spaß. Und die Rufe „Wir wollen den alten Sänger wieder!“, wurden im Laufe des Set auch weniger, wurde da jemand überzeugt? 😉
(Ateacina)

Nur 5 Minuten nach erfolgreicher Heuschlacht ging es schon wieder völlig anders auf der Pain Stage weiter, nämlich mit SONIC SYNDICATE – der wohl mit am meisten gepushten Band der letzten Zeit. Ganz ehrlich, es ist und bleibt ein Phänomen: Wie kann die Presse eine Band so dermaßen pushen, das der komplette Bühnenvorplatz schon vor Beginn aus allen Nähten platzt? Bei einer Band, die man bis vor Kurzem gar nicht kannte? Wie dem auch sei, als die Jungs und das Mädel die Bühne enterten, war direkt die Hölle los und ich musste mir erstmal ein Lachen verkneifen. Man muss dazu anmerken, dass ich die Band noch nie live gesehen hatte, geschweige denn auf Bildern. Ich kannte lediglich die Musik und die Fans und nun wusste ich auch, warum die Fans so rumlaufen. Was für eine Klischeeansammlung. Ok, somit war de Bespaßung schon mal gerettet, denn sonst gab’s wenig Spaß sondern knüppelharten Metalcore auf die Fresse. Kam gut rüber das Ganze, nett anzusehende, sehr bewegliche Band, aber für mich musikalisch etwas zu stark in den Himmel gehoben. Sie sind ok, aber das was nun folgen sollte, zeigte ganz deutlich, dass es ohne Klischees aber dafür musikalisch noch viel besser geht.
(Cynthia)

Nun, meiner einer hatte die Band nun schon zum 4.oder 5. Mal live gesehen und wenn sich eines gesteigert hat, dann war es die Synchronität und Eingespieltheit der Bühnenshow. Und das meine ich jetzt nicht unbedingt positiv. Ich möchte bei einem Gig keine zu 100% perfekte, offenbar bis ins letzte Detail ausgearbeitete Choreo, ordentliche Musik allein würde schon reichen. Am Ende blieb ein Auftritt, der zwar ordentlich war, aber einen schalen Beigeschmack hatte.
(Ateacina)

HEAVEN SHALL BURN kann man gleich mit in die Phänomen-Sparte stecken, die Jungs gehören auch definitiv zu den Aufsteigern und haben sich ihren Posten als Co-Headliner hart erarbeitet und verdient. Bereits nach dem ersten Song wurden „Wall of Death“ Rufe laut, denn dafür sind HSB ja berühmt berüchtigt, vor allem, was die Größe der Circlepits und Walls angeht. Allzu lange war die Wall dann auch nicht rauszuzögern. „Ihr seid ja alt genug dafür, macht doch einfach!“. Das brauchte man nicht zweimal zu sagen, auch der Aufforderung, nach dem Zusammenprall sofort wieder auseinanderzugehen und wiederum aufeinander zu zulaufen, wurde nachgekommen. Danach war die Band wohl mindestens so beeindruckt wie das Publikum – da das so gut funktionierte, zog man dieses Spielchen eine ganz Weile lang durch. Und wieder eins der Highlights!
(Ateacina)

Aber Hallo ! Das was sich da vor der Bühne abspielte war Krieg – und es war geil – ich hatte viel erwartet, aber das was ich gesehen hab, übertraf meine Erwartungen noch mal um so einiges. Pickepacke voller Platz, Riesen Stimmung – der Wahnsinn.
(Cynthia)

NOVEMBRE schlugen derweil auf der Partystage ganz andere, aber nicht minder mitreißende Töne an, selbst wir Fotografen konnte im Graben nicht still halten und wippten zwischendurch eifrig mit. Zu gut, dass man den italienischen Düster-Proggern keinen allzu frühen Platz im Billing verpasst hatte, in der Dunkelheit entfaltete ihre Musik doch gleich eine ganz besondere Atmosphäre! Die Italiener hatten ein leichtes Spiel das Publikum in ihren Bann zu ziehen und so verflog die Zeit dann eigentlich viel zu schnell.
(Ateacina)

DESTRUCTION. Den Namen kann man an sich stehen lassen und zum Nächsten übergehen, steht der Name der Thrasher doch für sich. Wer sie schon mal gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Gewohnt fette Soundwand, routinierte, gut durchorganisierte Show (leider ohne viele Variationen), gute Licht und Pyro Show. Natürlich durfte der allseits beliebte Butcher nicht fehlen, der mit Hackebeilchen, nackten bzw. Halbnackten Frauen die gröhlende Meute mit Fleischstücken versorgte. Im Pressezelt nachher hatte der Herr übrigens alle Hände voll zu tun, denn überall wurde er für ein Foto verlangt.
(Cynthia)

Wer statt Thrash lieber eine Runde grooven wollte, war bei den Schweden MUSTASCH und ihrem Stoner Rock bestens aufgehoben. Der Sänger konnte mit deutschen Ansagen glänzen, die zwar grammatikalisch nicht einwandfrei, dafür aber umso sympathischer rübergebracht wurden. Bis zur nächsten Tour wolle er sein Deutsch dann eine Runde aufpolieren. Spätestens beim Überhit „Double Nature“, gab’s für die meisten Anwesenden eh kein Halten mehr. Egal wie Jungs, ihr habt gerockt! „Deutschland wir lieben dir!!“ – Ja wir dir auch MUSTASCH!
(Ateacina)

Eieiei, schon wieder ein Headliner, mit dem keiner so recht was anfangen konnte, es handelte sich um CRADLE OF FILTH – auch bekannt als Teenie und Kreisch Black Metal. Oh je, gar nicht meine Baustelle, aber sie haben einen wirklich guten Song. In der Hoffnung, diesen live zu erleben und von dem Rest nicht genervt die Flucht zu ergreifen, tapste ich nach DESTRUCTION rüber zur Main Stage, die bereits in Black Metal taugliches (für Fotografen miserables) Licht getaucht war. Mini Kreischer Dani Filth und seine Mannen betraten sehr pünktlich die Bretter und legten direkt los. Hmm. Die erste Reihe war jedenfalls voll mit Teenies, wie ich es schon vermutet hatte, dahinter tobte an machen Stellen ein kleiner Pit, was ich irgendwie ungewöhnlich fand. Nun ja, jedenfalls hatte ich nun den Beweis, dass man mich auch mit Filth-Blackmetal jagen kann, und war schon dabei schnell, das Weite zu suchen, guter Song hin oder her, als eben das Intro zu diesem ertönte. Ok, mit „Nymphetamine“ haben die Jungs bei mir Einiges gut gemacht – der Song kam trotz Gerüchten, dass er live nicht so gut rüberkommen würde, sehr gut an. Danach ergriff ich allerdings wieder die Flucht – nee, wirklich, ich mag so was einfach nicht, auch wenn es ca. 15.000 Leute anders sahen und die Show bis zum krönenden Abschluss weiterverfolgten. Meinungen gehen nun mal ab und an etwas auseinander.
(Cynthia)

Na zumindest unser beider Meinung geht da nicht auseinander. Dank Warten vorm Graben habe ich das Schauspiel 6 Songs lang verfolgen „dürfen“. Ich hätte im Partyzelt bleiben sollen. Letzten Endes ist aber am wichtigsten, dass auch dieser Gig bei den Fans Gefallen gefunden hat, alle glücklich, wunderbar!
(Ateacina)

Egal wie, einer der besten Auftritte des Festivals stand nun an. ANATHEMA ließen das Festival denkwürdig ausklingen. Nix von wegen total ruhig und langweilig. Wer das erwartet hatte und deswegen nicht hingegangen war, Schande über euch! Die Cavanagh Brüder jedenfalls waren zu Späßen aufgelegt und der gesamte Gig ging recht locker-flockig, aber hochemotional über die Bühne. Spätestens bei „Natural Disaster“, war es um die meisten geschehen, ein sehr intensiver Song mit zusätzlicher Unterstützung durch eine Sängerin. Ab und an erkundigte sich der Sänger mitfühlend nach dem Publikum, ob es denn nach „Four days camping in the fields“ noch fit wäre. Die Stimmung stieg zunehmend und ich habe so einige Kommentare à la „Also, dass die sooo geil sind, hätte ich gar nicht gedacht, ich brauch die CDs!“ vernehmen können. Obendrauf gab’s als Schmankerl PINK FLOYDs „Comfortably Numb“ und als wäre das noch nicht genug gewesen, sorgte der Destruction Butcher für eine definitiv unterhaltsame Einlage mit seinem „Kampf“ mit den ANATHEMA Jungs und seiner showreifen Robot-Einlage. Einen solchen Gig, gibt’s so schnell sicherlich nicht mehr.
(Ateacina)

…Das nennt sich dann musikalischer Orgasmus – für mich gleichauf mit ASP mit der beste Gig des Wochenendes. Das Beste kommt eben immer zum Schluss.
(Cynthia)

Zusammenfassend kann man da wohl nur sagen, dass das Breeze auch 2009 wieder eine gelungene Sache war und dass es möglich ist, für 60 Euro eine geniale stilistische Bandbreite aufzufahren. Ich für meinen Teil hätte mich auch mit einigen Bands weniger zufrieden gegeben, denn dadurch könnten manch andere vielleicht etwas längere Spielzeiten erhalten. Bis auf den übelst langen Anfahrtsstau, den man im kommenden Jahr hoffentlich vermeiden kann, verlief das Festival auch, soweit man das bisher mitbekommen hat, recht ruhig. Bei einigen Bands hätte der Sound ein bisserl mehr Druck vertragen können, über die Lautstärke werde ich mich allerdings nicht beschweren, denn es ist doch auch mal ganz gut, wenn einem nicht (auch mit Ohrenstöpseln!) die Ohren beinah wegfliegen. Jeder Musikfan hätte doch bestimmt noch ein wenig länger was von seinem Hörvermögen, oder? Ein Lob auch an die Jungs der Security, die wie gewohnt äußerst relaxt ihren Job taten, und zwischendurch immer mal für ein Schwätzchen oder Späßchen (Heuschlacht bei H-BLOCKX, Klatschunterstützung und Crowdsurfen bei ANATHEMA etc…) zu haben waren. Bleibt nur zu hoffen, dass das Festival nicht größer wird, denn wir lieben das Breeze doch gerade deswegen, weil es keine Wacken Dimensionen annimmt. Breeze 2009, wir kommen!
(Ateacina)

Aber Hallo – so was von! Genau die richtige Mischung, perfektes Gelände, gute Stimmung – so muss ein Festival sein, damit es Spaß macht. Nur nächstes Jahr bitte nicht immer 10 Minuten vor der Zeit anfangen, dann muss ich auch nicht immer zu rennen und bin auch mal pünktlich zu Beginn einer Band da. Ansonsten – Weitermachen!
(Cynthia)

Copyright Fotos: Cornelia Wickel/ Cynthia Theisinger

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