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SUMMER BREEZE 2010 – TAG 3

Ort: Dinkelsbühl

Datum: 20.08.2010

Freitag, 20.08.2010

Irgendwie hatte ich am Donnerstag wohl doch zu tief ins Glas geschaut. Jedenfalls begann für mich der Freitag etwas später als geplant. Na ja, wie man sieht – der Rest war schon fleißig, bis ich irgendwann aus dem Zelt geflohen bin, da Sauna-ähnliche Temperaturen sich nicht zum Schlafen eignen,

CUMULO NIMBUS 

Man munkelt ja gelegentlich, dass Schäfchenwolken am Morgen das erste Anzeichen für schlechtes Wetter sein sollen. Zumindest auf dem Breeze aber wurde es nicht als schlechtes Omen gedeutet, dass CUMULO NIMBUS mit mittelalterlich-metallischen Klängen bereits zu derart früher Stunde die Menschen (und Bierzombies) aus ihren Zelten gerüttelt haben. Und für die beiden wunderbaren Damen im Mieder hat sich das Aufstehen dann doch glatt gelohnt. – Doch auch fürs weniger erotisch-orientierte Auge gab es einen besonderen Höhepunkt, da zum gebührenden Abschluss bei „Aderlass“ zwei maskierte Feuertänzer den Bandmitgliedern gründlich eingeheizt haben. Insgesamt ein gar wunderbares Spektakel! Gerne wieder. Geregnet hat es im Übrigen trotz des Auftrittes den ganzen Tag nicht mehr!
(Werner/ Jule)

Setlist CUMULO NIMBUS 
Carpe Noctem
Totensonntag
Engl Tanz
Wirtshaus
Alte Mühle
Aderlass

INME 

INME hatten nun wirklich einen undankbaren Job, da sie direkt nach Cumulo spielen mussten. Undankbar deswegen, weil eine große Menge der faulen Breezler es offensichtlich vorzog, nach deren Konzert wieder an der Matratze zu horchen, so dass sich der Bereich vor der Bühne doch merklich lichtete. Andere, wie zum Beispiel ich, haben sich davon allerdings nicht schrecken lassen und wurden dafür mit einer lärmenden und falsch eingestellten Box bestraft, die leider dafür gesorgt hat, dass die Bassdrum uns fast das Trommelfell rausgedröhnt hätte. Vor Technikfehlern ist leider wohl keine Band jemals so ganz sicher. Schade, denn ohne diesen Fauxpas hätte das wirklich ein toller Gig werden können.
(Werner / Jule)

Setlist INME 
Nova Armada
Myths & Photographs
Far-Reaching
Cracking The Whip
Belief Revival
Ferocity In Desire

DEADSTAR ASSEMBLY

DEADSTAR ASSEMBLY durfte dann gen Mittags auf der Painstage ran. Und obwohl ein paar gewisse eingefleischte Fans gegen Abend noch mit belegter Stimme geschworen haben „Isch freuh mihch jaaaahhh scho auf Deashstaaa Ahssehmpli moorgen.“, durfte ich doch alleine ran, um mir die Band live und in Natura an zu schauen (Moooooment mal – warum weiß ich davon gar nichts??? – Anm. der Fotografin). Ich darf im Übrigen behaupten, dass ich das im Prinzip nicht bereut habe, obwohl ich persönlich die Truppe vormals nicht kannte. Die Jungs haben in amtlicher Emokluft und mit viel Elan Industrial Metal über die zahlreich erschienenen Fans geschmettert, der sich wirklich sehen lassen konnte. Dabei haben sie die ganze Zeit über eine Kamera ins Publikum gehalten, als könnten sie es selber nicht fassen, dass derartig viele Leute erschienen waren und so haben sie mit zahlreichen Geschenken, wie T-Shirts oder CDs, natürlich auch nicht gespart. Zu guter Letzt kam ich auch nicht umhin den Keyboarder mit dem wohlklingenden Namen Cygnus um seine artistischen Einlagen mit seinem Gerät zu bewundern. Es ist wirklich selten, dass man auf einem Konzert das Keyboard einmal von allen Seiten bewundern kann. Ein Applaus also für diese fabelhaften Joinglierfähigkeiten!
(Werner/ Jule)

Setlist DEADSTAR ASSEMBLY
Coat Of Arms
Arm And A Leg
F.Y.G.
Death Wish
The Darkest Star
Send Me An Angel
Unsaved Pt. 1 & 2
Killing Myself Again
Blood Bags

MONO INC.

MONO INC. spielte ziemlich im Anschluss an DEADSTAR, was recht passend war, weil sie musikalisch in etwa dieselbe Industrial Metal Richtung einschlugen. Aufgrund dessen brauchten die Versammelten nach den Todessternen auch lediglich den kurzen Weg von der Mainstage zur Painstage zurück zu legen, sodass man nun wieder dasselbe Volk antraf, dass zuvor schon ordentlich von der Vorband angeheizt wurde und natürlich dementsprechend ordentlich zu guter Musik gefeiert hat. Dabei möchte ich natürlich nicht nur der „anderen“ Band die Schuld an dem Tumult vor der Bühne geben, denn natürlich waren MONO INC. auch auf ihre eigene Art und Weise sehr individuell und überzeugten durch einen guten Mix aus tollen, langen Gitarrensoli und einem wunderbaren Zusammenspiel der gesamten Band. Frontmann Martin Engler glänzte dabei natürlich wie immer durch eine tolle Bühnenshow und für mich ist es nach wie vor erfrischend auch mal ein weibliches Gesicht in Form der hübschen Drummerin Katha Mia auf der sonst von Männern beherrschten Bühne zu erblicken. Dabei muss auch gesagt werden, dass sie ihren männlichen Kollegen weder in optischer, noch in technischer Hinsicht nachsteht. Der gelungene Gig wurde schließlich mit dem Lied „The Passenger“ abgerundet, der zu Beginn des Konzertes bereits kurz mit einer akustischen Gitarre angedeutet wurde. Spätestens bei diesem grandiosen Ausklang hatte die Band das Publikum vollkommen auf seiner Seite. Großes Lob!
(Werner / Jule)

Setlist MONO INC.
This Is The Day
Temple Of The Thorn
Forgiven
Bloodmoon
The Passenger
Voices
Sleeping My Day Away
Get Some Sleep

LETZTE INSTANZ

Am frühen Nachmittag gaben sich die Dresdner von LETZTE INSTANZ die Ehre, da ließ sich selbst das Wetter nicht lumpen und glänzte mit einem strahlend blauen Himmel sowie Sonnenstrahlen satt. Auch wenn es eigentlich nicht so ganz zu der etwas düsteren Stimmung gepasst hat, die durch die Lieder erzeugt wird, genoss jeder Sonne und Konzert. Die Anhänger kamen auch rechtzeitig in Scharen zur Bühne und hatten schon vorm Konzert eine Menge Spaß gehabt. Schließlich stürmte die Band größtenteils barfuss auf die Bühne und heizte gleich mit dem ersten Song ihren Anhänger ein, nahtlos ging es weiter. LI haben sich sichtlich verbessert durch den rhythmusstarken Drummer David Pätsch, der von SUBWAY TO SALLY rüber kam. Durch das Zusammenspiel von Sonne und Band musste auch schon sehr schnell die Security für Abkühlung sorgen, in Form eines Wasserschlauches. Spätestens als Frontman Holly mit diversen Spielchen anfing, hatten man das Publikum unter Kontrolle. Es gab noch als Bonus einen Titel vom noch nicht veröffentlichten Album „Heilig“, das erst im Oktober erscheint. Zum Abschluss gab es noch „Rapunzel“ und damit verabschiedeten sich die Ostdeutschen dann auch schon wieder.
(Werner)

Setlist LETZTE INSTANZ
Mea Culpa
Mein Engel
Flucht ins Glück
Ohne Dich
Dein Gott
Finsternis
Komm!
Wir sind allein
Rapunzel

FIDDLER’S GREEN

Freitagnachmittag war Tea Time und die Luft wurde auf einmal folkig. Dabei war hier keineswegs Musik á la ENSIFERUM und Co. zu hören. Es traten sechs Herren auf die Bühne, die die Main Stage fast komplett ohne Stromgitarren rockten und spätestens jetzt war jedem Besucher klar, dass eine Fidel nichts mit einem kommunistischen (Ex-)Staatsoberhaupt zu tun hat. Was man hier geboten bekam, waren Irish Folk und gute Laune vom feinsten. Da wünschte man sich doch gleich ein zünftiges Stout und einen guten Whiskey herbei. Für die amtliche Kneipenschlägerei sorgte das Publikum gleich selbst, indem man munter fröhlich ein Moshpit kreisen ließ. Sogar eine Polonaise durfte da nicht fehlen und unter Aufforderung des Sängers gab es auch noch eine „Wall of Folk“. Die musikalischen Exoten dieses Nachmittages schafften es sogar, bei einer Nummer das Publikum in bester Bierzeltmanier zum Schunkeln zu bringen. Na, da behaupte doch mal der Metaller an sich sei mürrisch und schlecht gelaunt. Von wegen! Geile Musik, geile Stimmung!
(Javed)

Setlist FIDDLER’S GREEN
Life Full Of Pain
Sporting Day
Highland Road
Mrs Mc Grath
Irish Air
Rose In The Heather
Kick The Bucket Tunes
Rocky Road To Dublin
Folk’s Not Dead
The Night Pat Murphy Died
Bugger Off
Girls Along The Road

THE BLACK DAHLIA MURDER

Der Freitag begann sehr gediegen. Zum ersten Mal seit Jahren musste ich nicht um 11 vor der Bühne stehen, weil schlichtweg keine der früh spielenden Bands mein Interesse soweit weckte, dass ich mich schon zu den Bühnen begeben hätte müssen. So begann der Tag gegen 15 Uhr, dann aber gleich deftig mit dem Auftritt von THE BLACK DAHLIA MURDER. Diese glänzten mit einem der farbenfrohsten Backdrops des gesamten Festivals und stiegen mit „Everything Went Black“ ein. Glücklicherweise wurde nicht alles schwarz, denn das Wetter zeigt sich auch an diesem Tag von seiner schönsten Seite. Während die Bühne bisher in der Hand von Geigenspielern, Elektro/ Goth und anderen Spielereien war, war es nun an der Zeit für Circlepits und melodische Attacken der todesbleiernen Sorte. Die Menge ging steil und bekam kurz darauf von der Security die verdiente Abkühlung. Ob das angesichts treibender Songs wie „Statutory Ape“ und Co wirklich so viel genützt hat, ist die andere Frage. Fest steht allerdings, dass die Fans voll auf ihre Kosten gekommen sind.
(Ateacina)

Setlist THE BLACK DAHLIA MURDER
Everything Went Black
Elder Misanthropy
Black Valor
Statutory Ape
Necropolis
Closed Casket Requiem
A Vulgar Picture
What A Horrible Night To Have A Curse
Funeral Thirst
Miasma
Deathmask Divine
I Will Return

PANTHEON I

Nur wenig später war es auch schon an der Zeit für den ersten Besuch auf der Partystage, dort nämlich waren PANTHEON I aus Oslo an der Reihe, die unter Begleitung eines düsteren Intros auf die Bühne kamen. Die Norweger hatten mich bereits beim Auftritt im letzten Jahr während des Inferno Festivals überzeugen können und so sollte es auch beim Summer Breeze sein. Neben den üblichen Instrumenten hatte man eine Cellistin mit an Bord, die neben Melodien auch eine ordentliche Portion Headbanging beisteuerte. Auch wenn das Zelt nicht zum Bersten gefüllt war, wie bei einigen andere Acts, konnte sich die Band aber absolut sicher sein, vor einer Meute eingefleischter Fans zu spielen, die „Serpent Christ“ oder auch „Enter The Pantheon“ dankbar annahmen. Black Metal ohne Klischee kann also auch ganz wunderbar funktionieren.
(Ateacina)

Setlist PANTHEON I
Serpent Christ
Defile The Trinity
The Wanderer And His Shadow
Enter The Pantheon
Where Angels Burn

ENSIFERUM

Auch wenn das Festival heute nicht so in finnischer Hand war wie noch am Tag zuvor, fand sich eine weitere Truppe aus dem hohen Norden auf der Bühne ein: ENSIFERUM. Deren Gig allerdings bekam ich nur aus der Ferne mit, da wir aber vom Campingplatz auch eine gute Sicht auf die Stage hatten, bzw. der Sound hörbar laut herüberwehte, kann ich zumindest sagen, dass die Stimmung ziemlich amtlich war, als die Finnen mit „Afar“ ins Set einstiegen und Kracher wie „Token Of Time“ oder „One More Magic Potion“ schmetterten.
(Ateacina)

Setlist ENSIFERUM
From Afar
Twilight Tavern
Into Battle
Token Of Time
Ahti
Smoking Ruins
Stone Cold Metal
Blood Is The Price
One More Magic Potion
Iron

ANATHEMA

Ganz andere Töne schlugen die Briten von ANATHEMA an, die, wie schon vor zwei Jahren, einen Platz auf der Painstage bekommen hatten. Allerdings dieses Mal zu ungewohnt früher Stunde. Anathema um 5 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, ob das gut geht? Doch, das tat es, denn glücklicherweise stiegen sie mit den etwas flotteren Stücken „Deep“ und „Empty“ ein, womit man das Publikum ziemlich schnell in der Hand hatte. Der Fronter zeigt sich gewohnt charismatisch und irgendwie schafften es ANATHEMA doch beinah, einen den wunderschönen und doch irgendwie unpassenden Sonnenschein vergessen zu lassen. „A Natural Disaster“ wurde mit Sängerin performt und danach ging man in der Diskographie mit „Sleepless“ ziemlich weit zurück. Groß war die Freude, als zum Schluss das einfach nur wunderschöne „Fragile Dreams“ gespielt wurde. Ein Gig ohne dieses Stück würde die Fans wohl ziemlich enttäuschen. Ein toller Auftritt, auch wenn er, in punkto Atmosphäre einfach nicht an den letzten Auftritt beim Breeze heranreicht, bei dem es richtig dunkel war!
(Ateacina)

Setlist ANATHEMA
Deep
Empty
Lost Control
A Simple Mistake
Closer
A Natural Disaster
Sleepless
Universal
Fragile Dreams

DOWNSPIRIT

Zurück zur Camelstage und zur Band DOWNSPIRIT, die leider trotz sichtlicher Bemühungen das Publikum nicht wirklich auf ihrer Seite hatte. Sie haben ihr Bestes gegeben aber dennoch konnten sie das vorbei eilende Publikum nicht überzeugen. Kaum einer, der gerade zwischen den Bühnen wanderete, wurde von seinem Vorhaben abgebracht.
(Werner/ Jule)

Setlist DOWNSPIRIT
Intro
Love Song
Life’s A Bitch
Arisen
Make My Day
Lost
The End
Point Of Origin
Arisen
Good Times
Love Song
Highway Run

WAR FROM A HARLOTS MOUTH

Wo sind die denn ausgebrochen? Diese komischen jungen Kids mit den kurzen Haaren und ihren Karottenjeans. AAAABER: Mein lieber Herr Gesangsverein! Ich hatte ja vorher schon gehört, der Schlagzeuger sei ein fitter junger Bursche. OHHH ja und der Rest Band steht ihm da im nichts nach. Mit unglaublicher Power präsentierten die Jungs ihren modernen und technisch anspruchsvollen Death/ Mathcore. Dabei gab es keine Zeit, sich zu fragen, was da gerade passiert, denn man wurde unweigerlich mitgerissen. So wurde im Zelt gemosht, was das Zeug hält und die Mannen von CANNIBAL CORPSE, die parallel spielten, hätten den Pit auch nicht besser hinbekommen. Zum Schluss gab es noch unter Anlehnung an HEAVEN SHALL BURN einen Circle Pit ums Mischpult, so dass das Zelt zu einem kleinen Staubwirbelsturm wurde. WFAHM haben eindrucksvoll gezeigt, dass eine neue Generation frisches Blut in die Szene bringt.
(Javed)

Setlist WAR FROM A HARLOTS MOUTH
Deep
Empty
Lost Control
A Simple Mistake
Closer
A Natural Disaster
Sleepless
Universal
Fragile Dreams

CANNIBAL CORPSE

Auf der Hauptbühne indes war es Zeit für CANNIBAL CORPSE, warum hat man die bitteschön zwischen ANATHEMA und END OF GREEN gepackt? Da hätte man doch besser daran getan, CORPSE direkt vor HYPOCRISY spielen zu lassen. Oder wollte man sichergehen, dass die Headbanger nochmals Zeit hatten, ihren Nacken eine kurze Verschnaufpause zu gönnen? Die Amis jedenfalls massakerten sich gewohnt tight und routiniert quer durch mehr als 10 Songs binnen einer Stunde Spielzeit. Corpsegrinder scherzte, wie schon so oft, dass das Publikum ja gerne versuchen könne, es mit ihm beim nackenbrecherischen Propellerheadbangen aufzunehmen. Im Publikum ging es zu „Wretched Spawn“ und „Make Them Suffer“ ordentlich rund. Wenn hier jemand litt, dann die Rückenmuskulatur. Allerdings stellt sich bei mir nach einer Weile eine gewisse Langweile ein, die mich bei beinah jedem CANNIBAL CORPSE Auftritt irgendwann befällt. Klar, die Nummern sind ultrabrutal, aber mal ehrlich, Abwechslung sieht anders aus. Dennoch, der Auftritt hatte sich gewaschen!
(Ateacina)

Setlist CANNIBAL CORPSE
Scalding Hail
Unleashing The Bloodthirsty
Savage Butchery
Sentenced To Burn
The Wretched Spawn
I Will Kill You
I Cum Blood
Evisceration Plague
The Time To Kill Is Now
Death Walking Terror
Make Them Suffer
Priests Of Sodom
Staring Through The Eyes Of The Dead
Hammer Smashed Face
Stripped, Raped And Strangled

KYLESA

Leider war ich etwas im Moshpit bei CANNIBAL CORPSE festgehangen, so dass ich den Anfang der Show verpasste. Großer Fehler! Als ich ins Zelt kam, sah ich fünf Leute auf der Bühne, von denen zwei hinter je einem kleinen Schlagzeug saßen und drei standen mit ihren Saiteninstrumenten hinter Mikros. Es lief das Kontrastprogramm zu CANNIBAL CORPSE. Was dem gut gefüllten Zelt geboten wurde, war progressive Musik vom Feinsten. Die zwei Schlagzeuger ergänzten sich mit Grooves und Tonläufen und die abwechselnd singenden Saitenspieler (davon eine Frau) spielten schöne Melodien und kräftige Soundwände. Das war sicherlich nicht was für jeden Metaller, aber wer sich darauf einlässt, wird auf jeden Fall belohnt. Man sollte sich das ganze Mal in Ruhe von Platte oder auf einer Clubshow geben, der Auftritt auf dem SB hat Lust auf mehr gemacht.
(Javed)

Setlist KYLESA
Hollow Severer
Unknown Awareness
Running Red
Where The Horizon Unfolds
Perception
Said And Done
Only One
Scapegoat

END OF GREEN

Wieder an der Painstage angekommen, spielten dort nun END OF GREEN vor einer ziemlich ansehnlichen Menge. Mit „Weakness“ stiegen die Gothrocker ins Set ein und Sänger Michelle Darkness hatte sichtlich Freude am Auftritt und den zahlreich erschienen Fans. Der bewegungsfreudigste in der Band war eindeutig der Gitarrist, der mit fliegenden Dreadlocks über die Bühne wirbelte. Was allerdings noch fehlte, um das Publikum letzten Endes aus der Reserve zu locken, blieb fraglich.War es die Hitze? Man weiß es nicht, die Songs jedenfalls rockten amtlich.
(Ateacina)

Setlist END OF GREEN
Weakness
Dead City Lights
Demons
Killhoney
Pain Hates Me
Drink Myself To Sleep
Goodnight Insomnia
Hurter
Everywhere
Tie Me A Rope… While You’re Calling My Name
Die Lover Die
Death In Veins

DISBELIEF

Ok, ok, wem das zu gotisch, zu düster und zu harmlos gewesen ist, der war kurz darauf wohl auf der Zeltbühne bei DISBELIEF wesentlich besser aufgehoben. Eine der besten Death Metal Bands, die Deutschland zu bieten hat, machte denn auch keine halben Sache und bollerte direkt nach dem Intro „A Place To Hide“ in die Menge. Auch wenn die Truppe nach wie vor immer noch viel zu sehr unterschätzt wird, ließ die Masse an kreisenden Matten keinen Zweifel daran aufkommen, dass die hier Anwesenden sehr genau wussten, welche genial brutales Material sie hier erwartete. Langeweile kam jedenfalls keine auf, denn die Band mischte gekonnt Songs verschiedenster Alben und servierte eine gute gemischte Death Metal Suppe. „Rewind It All“ schraubte sich dermaßen treibend ins Hirn, dass man spätestens ab da die volle Ladung Todesblei im Kopf hatte und keinerlei Anstalten machte, vor Ende des Gigs wieder aus dem Zelt zu verschwinden.
(Ateacina)

Setlist DISBELIEF
Intro (Hell)
A Place To Hide
Hate Aggression Schedule
Rewind It All
Navigator
Sick
The One
Misery
The Last Force: Attack!!

HYPOCRISY

Mit Death Metal ging es im Anschluss auch gleich weiter, dieses Mal mit schwedischem. HYPOCRISYs „Fractured Millenium“ schallte mir bereits entgegen, als ich noch völlig geplättet von der DISBELIEFschen Dampfwalze Richtung Hauptbühnen lief. Die Schweden zeigten der Menge ziemlich schnell wo der Hammer hing und eine Zeit zum Warmwerden schien keiner zu brauchen, wie auch, wenn man direkt im Anschluss „Weed Out The Weak“ und „Eraser“ um die Ohren geschlagen bekommt?! 20 Jahre und kein bisschen leise, das trifft im Falle von HYPOCRISY genau zu, bleibt nur zu hoffen, dass Peter mit HYPOCRISY nun auch wieder genauso ausdauernd tourt, wie er es mit PAIN getan hat. Die Fans scheinen gierig gewartet zu haben. Den krönenden Abschluss lieferte „Roswell 47“, welches definitiv bei keinem Hypo Gig fehlen darf. Fetter Auftritt!

Setlist HYPOCRISY
Fractured Millenium
Weed Out The Weak
Eraser
Pleasure Of Molestation/Osculum Obscenum/Penetralia
Apocalypse/The Fourth Dimension
Let The Knife Do The Talking
Adjusting The Sun
A Coming Race
Killing Art
Fire In The Sky
Warpath
Roswell 47

GORGOROTH

Nach HYPOCRISY wurde es dann schwarzmetallisch. Leider hörte sich das, was GORGOROTH auf der Pain Stage zum Besten gaben, eher wie unkoordiniertes Rauschen an, als wie einer von Norwegens feinsten Black Metal Exporten. Die etwas trägen Herren wirkten mehr unfreiwillig komisch denn furchteinflößend. So sah der Sänger auch eher aus wie „Predator für Fußkranke“ als ein Dämon, der grade aus der Hölle empor gestiegen ist. Die Fünf rumpelten sich durch den Gig und ich muss leider sagen, dass das alles andere als überzeugend war.
(Javed)

(My two cents…GORGOROTH konnten da im Anschluss eigentlich nur noch verlieren. Auch wenn ihr Black Metal natürlich noch eine ganze Ecke böser war. Ja, verloren haben sie insofern schon einmal, als dass der Gig mit einiger Verspätung begann und das Publikum beim eigentlichen Beginn mit „Bergtrollets Hevn“ recht reserviert auf die Norweger reagierte. Ich für meinen Teil beschloss, mir das, was mir musikalisch eh eher weniger zusagt, zu sparen und, wie ich später hören sollte, hatte sich in Sachen auch nicht mehr allzu viel getan. Toll, und dafür habe ich die ersten Songs von DESPISED ICON verpasst… Anm. Ateacina)

Setlist GORGOROTH
Bergtrollets Hevn
Satan-Prometheus
Profetens Apenbaring
Aneuthanasia
Forces Of Satan Storms
Ødeleggelse Og Undergang/Blood Stains The Circle
Unchain My Heart
Destroyer
Katharinas Bortgang
Revelation Of Doom

DESPISED ICON

Auf der Partystage sah das Ganze dann schon komplett anders aus. Ein Unterschied wie Tag und Nacht möchte ich gar sagen, denn als ich zum dritten Titel („Diva Of Disgust“) von DESPISED ICON dort eintrudelte, war die Stimmung bereits am Kochen. Den Fans war wohl so richtig bewusst geworden, dass die Kanadier hier ihre letzte Show auf deutschem Boden vor ihrer bereits beschlossenen Auflösung spielen würden. Meine Fresse, was da abging! Moshpit allenthalben, Circlepits, eine Fanschar, die aus voller Kehle mitschrie und eine Band, die beinah schon überwältigt wirkte, von den offenen Armen, mit denen sie hier wieder einmal empfangen wurden! War ihr Gig vor zwei Jahren nachts um zwei oder drei an gleicher Stelle bereits ein voller Erfolg gewesen, so toppte dieses Inferno alles! Bleibt zu hoffen, dass sie sich ihre Bandauflösung noch einmal überlegen… vielleicht eine Reunion…
(Ateacina)

Setlist DESPISED ICON
All For Nothing
A Fractured Hand
Diva Of Digust
Day Of Mourning
Retina
Warm Blooded
In the Arms Of Perdition
Furtive Monologue
MVP

HEAVEN SHALL BURN

HEAVEN SHALL BURN gaben sich die Ehre und das gesamte Summer Breeze pilgerte der Bühne entgegen, wo die Jungs natürlich mit Power und Sportlichkeit bewiesen, dass nicht nur ordentliche Performance, sondern vor allem eiserne Ausdauer zu den Pflichten und Fähigkeiten gehört, die eine Headliner Band mitbringen sollte. Nass geschwitzt waren sie jedenfalls schon zu Mitte des Auftrittes, so wie die meisten Umstehenden, denn wie man auch an der langen Setlist bemerkte, haben sie bei ihrem Auftritt nicht lange um den heißen Brei herum geredet, sondern gespielt, dass sich die Balken der Mainstage nur so bogen. Bis auf die große Videoleinwand im Hintergrund haben sie ansonsten auf andere Gimmicks bezüglich der Bühnenshow verzichtet, wodurch wieder einmal klar und deutlich wurde, dass wirklich großartige Bands kein Feuerwerk und keine großen Reden brauchen, um einfach nur verteufelt präsent zu sein. Fazit: Die Band hat sich selbst alle Ehre gemacht!
(Werner/ Jule)

Setlist HEAVEN SHALL BURN
Intro
Architects Of The Apocalypse
The Weapon They Fear
Counterweight
The Omen
Buried in Forgotten Grounds
Intro + Endzeit
Combat
The Disease
Voice Of The Voiceless
Return To Sanity
Forlorn Skies
Lie You Bleed For
7th Cross
Behind A Wall
Unleash Enlightment
To Inherit The Guilt
Black Tears

GWAR

Eine lustig kuriose Bühnenshow gab’s bei GWAR zu sehen. Es standen fünf Gestalten auf der Bühne, die in ihren Kostümen aussahen wie eine Mischung aus Endgegnern von „Megaman“ und „Diablo“. Dabei wurde bei dem Theater zwischen jedem Song ein anderes Opfer von Sklaven auf die Bühne gebracht, um ihm auf jede erdenkliche Weise Gummigliedmaßen abzuschlagen, abzureißen oder sonst wie zu entfernen. Unter den Auserlesenen waren z.B. ein Polizist oder der Vorsitzende des Fanclubs aber auch Prominente wie Joseph Ratzinger und Hitler bekamen eine Abreibung. Dabei wurden jede Menge künstliche Körperflüssigkeiten in die ersten Reihen gespritzt. Sei es aus den abgetrennten Gliedmaßen oder aus künstlichen Geschlechtsteilen. Musikalisch musste man sich aber auch nicht hinter den Masken verstecken. Es wurde durchaus partytauglicher Speed/ Thrash/ Hard-Rock ins (klebrige) Publikum gefeuert, das die Horrorshow auch gebührend feierte. Ein guter und schmutziger Tagesabschluss auf der Pain Stage.
(Javed)

Warum statteten sich Fotografen und Securities vor der Painstage mit Regencapes aus und warum hatten soviel Fans in den ersten Reihen auf einmal so Metal untypisch weiße Shirts an? Genau, GWAR gaben sich nach langer Zeit endlich noch mal in Deutschland die Ehre und enterten mit ihrer nicht ganz ernst gemeinten Horrorshow das Summer Breeze. Ich hatte das große Privileg, die Show, die es in sich hatte, vom Podest aus zwischen den beiden Hauptbühnen genießen zu dürfen. Hatte ich anfangs noch mit dem Gedanken gespielt, mich auch in die ersten Reihen zu stellen, so war ich hinterher doch recht glücklich darüber, dies nicht getan zu haben und so dem Regen aus künstlichem Blut, Sperma, Pisse und anderen Körpersäften entgangen zu sein. Obwohl die Mischung aus Thrash Metal, Punk und Shock Rock versehen mit Texten, die eigentlich jeden niederen und abartigen Instinkt der Menschen behandeln, auch schon ganz unterhaltsam waren, stand die Show doch ganz GWAR typisch wie immer im Vordergrund. Während des Auftritts wurden nicht nur irgendwelche Phantasiefiguren abgeschlachtet, verstümmelt oder gefoltert, nein, es hatten sich auch mal wieder einige Prominente unter die Opfer gemischt. Unter andern wurden Hitler, Papst Ratze und sogar der Beelzebub persönlich dahin gemetzelt. Jeder, dem diese kranke Show entgangen ist, sollte dies bei nächster Gelegenheit nachholen und Jeder der´s gesehen hat, wird bestimmt wieder kommen. (Ok, ich nicht, nach ein paar Songs wurde mir das zu… unlustig – Anm. Ateacina).
(Oli)

HAIL OF BULLETS

Wenn die Niederlande im zweiten Weltkrieg so geballert hätten wie HAIL OF BULLETS am Freitagabend auf der Partystage, dann wäre die braune Nazibrut auf jeden Fall schon vor Venlo besiegt und in die Knie gezwungen worden. Die Herren van Drunen, Warby, Baayens, Eekelen und Gebédi, hatten zum gepflegten Kopfschütteln geladen und selbiges wurde auch ausgiebig und hingebungsvoll getan. Die fünf Mannen aus dem Tulpenländle knallten den Fan einen Kracher nach dem andern vor den Latz, bei einer Lautstärke, die das Partyzelt in seinen Grundfesten erschütterte. Als besondere Überraschung hatten die Bullets den brandneuen Song „Operation Z“ im Gepäck, der auf dem im Oktober erscheinenden Album „On Divine Winds“, welches den Pazifikkrieg zwischen Japan und den USA behandelt, zu hören sein wird. Den Umstand, dass die Band am Ende den zahlreichen Zugabe Rufen dann leider aus Zeitgründen nicht mehr nachkommen konnte, stellte zumindest meinen Nacken freudig. Spiel, Schlacht und Sieg: HAIL OF BULLETS.
(Oli)

Setlist HAIL OF BULLETS
General Winter
Red Wolves Of Stalin
Nachthexen
Operation Z
Warsaw Rising
Advancing Once More
Berlin
Ordered Eastward

ORPHANED LAND

Nun war es Zeit für einen der Exoten des Festivals: ORPHANED LAND aus Israel. Trotz später Stunde war das Zelt ordentlich gefüllt, denn seit ihrem aktuellen Album „The Neverending Way Of ORwarriOR“ haben sich die Israelis endgültig aus dem Status des Geheimtipps herauskatapultiert. Geboten wurde ein abwechslungsreiches Set von einer absolut motivierten Band, die voll und ganz hinter dem steht, was sie mit ihren Songs propagiert. Egal, ob die Menge dazu aufgefordert wurde zu klatschen oder zu springen, sie tat es. Zu „Sapari“ gab es in gewohnter Manier einen gelungenen Gastauftritt von Tänzerin Betül, die dem Track das i-Tüpfelchen verpasste – Israelische Band mit türkischer Tänzerin, so werden Brücken geschlagen, Musik verbindet eben. Und so sehr Sänger Kobi auch bei beinah jedem Auftritt betont, “I´m not Jesus Christ”, in seinem langen Gewand, barfuss, plus passender Frisur und dann auch noch Heiligenscheinartiger Beleuchtung – es fällt schwer zu glauben. Schade, dass nach einer dreiviertel Stunde und dem mit ordentlicher Publikumsunterstützung performten „Norra El Norra“ sowie schließlich „Ornaments Of Gold“ bereits Schluss war. Die Zugaberufe jedenfalls bestätigten, dass hier ein toller Auftritt zu solch später Stunde über die Bühne gegangen war. Und die Band machte sich sofort auf den Weg nach Belgien zum nächsten Festivalauftritt.
(Ateacina)

Setlist ORPHANED LAND
Birth Of The Three (The Unification)
Olat Ha’tamid
Barakah
The Kiss Of Babylon (The Sins)
Sapari
Ocean Land (The Revelation)
Thee By The Father I Pray
Norra El Norra (Entering The Ark)
Ornaments Of Gold

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger/ Cornelia Wickel

SUMMER BREEZE 2010 – Teil 4

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