Konzert Filter

SUMMER BREEZE 2011 – TAG 1

Ort: Dinkelsbühl

Datum: 17.08.2011

Wieder ging es Richtung Dinkelsbühl und natürlich gab es angesichts des diesjährigen Regensommers einiges an Befürchtungen. So wurde dann doch noch die wasserdichte Garderobe eingepackt, ganz so, als hätten wir dies wirklich nötig gehabt. Doch natürlich war uns der ewige Geist des Summerbreezes auch in diesem Jahr gewogen und das bedeutet, dass es natürlich bis auf eine (für die einen mehr, für die anderen weniger) unbedeutende Ausnahme strahlenden Sonnenschein pur und absolute Urlaubsstimmung – nebst einer erhöhten Sonnenbrandgefahr – gab. Kurz gesagt: Auch dieses Festival hätte wettertechnisch nicht viel besser von Mama Natur geplant sein können. Was die Planung des Geländes anging, so muss man sagen, dass sich im Vergleich mit den Vorjahren nicht viel verändert hat – Partyzelt, Camelstage, Mainstage, Painstage, viele Stände mit Fressalien und ein großer Markt boten viel Gelegenheit, ordentlich zu feiern, oder sein Geld mehr oder minder sinnvoll unter die Leute zu bringen. Eine Besserung war in der Tat der großzügige Wasserspender mit Trinkwasserqualität direkt neben den üblichen Duschen, in denen man sich rund um die Uhr für schlappe 1,90 Euro Schweiß, Bier und andere undefinierbare Fetenferkeleien vom Leib kratzen konnte, nur um sich 10 Minuten später erneut von frischem Schweiß durchnässt zu fühlen. Und eigentlich ist es ja genau dieses absolute Tropen-Sommer-Sonne-Laune-Feeling, das den hartgesottenen Breezer jedes Jahr aufs Neue ins schöne, verschlafene Dinkelbühl zieht. Suuuuummerbreeeeeeeze!!!
(Jujoweh)

20:00 – 20:50 – MELECHESH (Partyzelt)

Bei der ersten Hauptband für dieses Jahr wurde es auch gleich exotisch. Die „Feuerkönige“ von MELECHESH entfachten mit ihrem „Mesopotamian Black Metal“ ein orientalisches Feuer. Bereits ab dem ersten Song konnte Frontman Ashmedi das Publikum auf seine Seite ziehen und einen ordentlichen Moshpit vor der Bühne auslösen. Musikalisch bekam man eine Mischung aus Black Metal mit schönen Breaks und für „westliche Ohren“ ungewöhnlichen Melodien zu hören. Im Laufe des Konzertes wurde die Stimmung immer besser und das Zelt immer voller. Den Höhepunkt erreichte man bei der Single “Grand Gathas of Bal Sin“, bei der es seitens des Publikums kein Halten mehr gab und sich einige Crowsurfer auf dem „fliegenden Teppich“ breit machten. Ein sehr gelungener Gig der vier Herrschaften aus dem Morgenland.
(Javed)

Ich kann mich was MELECESH angeht nur Javed anschließen. – Da ich sie vorher nicht kannte und sie quasi nur als Geheimtipp angeschaut habe, war ich doch sehr überrascht, wie hammergut die sympathischen Jungs mit dem Sonnengott auf dem Banner waren, wenn man den ersten beiden Songs gelauscht und sich in die doch recht ungewöhnliche Mischung aus orientalischen Riffs und hartgesottenem Schwermetall eingefunden hatte. – Dabei war sogar ein spärlich besetzter Mosh mit breezeuntypisch hohem Frauenanteil zu vermerken. In den hinteren Reihen gab es leider etwas zu viel Bewegung für meinen Geschmack. – Leute kamen, schauten und gingen, wie auf dem Viehmarkt, was am ersten Tag des Summerbreezes – auch für diese eigentlich recht dankbare Stunde – ja nicht unbedingt ungewöhnlich ist, aber mich schnell veranlasst hat mir den Weg nach vorn zu erkämpfen, um nicht andauernd von rastlosen Wanderern umgerannt zu werden und letztendlich auch, um meinen weiblichen Kolleginnen im und neben dem Mosh Unterstüzung zu bieten.
(Jujoweh)

Setlist MELECHESH
Illumination: The Face Of Shamash
Sacred Geometry
Deluge Of Delusional Dreams
Ladders Of Summeria
Grand Gathas Of Baal Sin
Triangular Tattvic Fire
Ghouls Of Nineveh
Rebirth Of The Nemesis

21:10 – 22:00 – SCAR SYMMETRY (Partyzelt)

Das Zelt war nun proppevoll und die sechs melodic Deather von SCAR SYMMETRY wurden vom Publikum bereits sehnsüchtig erwartet, so dass schon in der Umbaupause rhythmisches Klatschten und „SCAR SYMMETRY“-Rufe gen Bühne schallten. Folglich war der Jubel groß, als das Intro aus den Boxen ertönte und die Band denn auch selbige betrat. Bereits beim ersten Song „The Anomaly“ klatschte und sang das ganze Zelt mit. Jedoch waren die beiden Sänger an diesem Abend leider etwas schwach auf der Brust und auch der Rest der Band ließ trotz guter Leistung meiner Meinung nach den letzten „Kick“ vermissen. Die Aufforderung zum Circlepit war dann auch nicht ganz so erfolgreich. Zwar konnte man zum Ende hin bei „Reborn“ nochmal eine Schippe Kohlen in Feuer schmeißen, aber der Funke sprang nicht so richtig über. Zusammengefasst lieferten SCAR SYMMETRY einen für meinen Geschmack eher „soliden“ Gig, der mich nicht so recht überzeugte.
(Javed)

Setlist SCAR SYMMETRY
The Anomaly
Morphogenesis
The Iconoclast
Pitch Black Progess
Mind Machine
Ascension Chamber
Reborn
Rise Of The Reptilian Regime
Retailator The Illusionist

22:20 – 23:20 – DESTRUCTION (Partyzelt)

Nach den modernen Klängen von SCAR SYMMETRY gab es gegen 22:20 Old School Thrash Metal at it’s best. Total sympathisch und voller Spielfreude zimmerten Schmier und seine Jungs Hits wie „Nailed to the Cross“, „Total Desaster“ oder „The Butcher strikes back“ aufs Brett. Dabei unterstrich ihr sehr natürlicher und nicht totkomprimierter Sound (der im Gegensatz zu vielen „modernen“ Bands steht) die gelungene Show. Der Spaß sprang auch postwendend auf das Publikum über, dass die Band gebührend abfeierte. Dies wusste Schmier mit Ansagen wie „ Summerbreeze… Wacken muss sich warm anziehen!“ quittierte. Ein geiler Gig des deutschen Thrashmetal-Urgesteins.
(Javed)

Setlist DESTRUCTION
Intro
Curse The Gods
Mad Butcher
Armageddonizer
Hate Is My Fuel
Eternal Ban
Life Without Sense
Thrash Til…
Nailed To The Cross
Tears Of Blood
Bestial Invasion
Total Desaster
The Butcher Strikes Back

23:45 – 00:45 – VADER (Partyzelt)

Ich hab VADER ja schon das eine oder andere Mal live gesehen und mir bei geilen Gigs im Pit ordentlich die Rübe einschlagen lassen. Was die Herren um Mastermind Peter aber nach dem obligatorischen „Imperial March“-Intro da zum Besten gaben, war aber im Gegensatz zu sonst eher mau. Die Jungs hatten wohl einen schlechten Tag erwischt, denn sogar die Hymne „Wings“ kam in einer etwas seltsamen Version über die Bühne. So polterten sich VADER bis zuletzt durchs Programm und ich hoffe, sie finden beim nächsten Mal zu ihrer gewohnten Energie zurück.
(Javed)

Setlist VADER
Imperial March
Devilizer
Rise Of The Undead
Sothis
Crucified Ones
Black To The Blind
Shadowfear
Carnal
Come And See My Sacrifice
Para Bellum
This Is The War
Lead Us!!!
Impure
The Wrath
Black Sabbath
Reign In Blood

1:10 – 2:00 – HELL (Partyzelt)

Nach VADER wurde das Zelt deutlich leerer und die übriggebliebenen Zuschauer sahen bei HELL eine NWOBHM-Show mit Musicalcharakter. Der mit einer silbernen Dornenkrone geschmückte Sänger (der tatsächlich vom Musical her kommt) kam satt mit einem normalen Funkmikro samt Headset auf die Bühne und nutzte diese Freiheit wild gestikulierend. Um Themen wie die Pest zu untermalen, zog er sich einen Kapuzenumhang über, schritt langsam über die Bühne und leitete den Titel mit dem wiederholtem Ruf “Bring out your Dead, Bring out your Dead“ ein, bevor er sich bei Songbeginn theatralisch des Umhangs entledigte. Auch der Rest der Truppe übte sich zeitweise in choreografisch wirkenden Bewegungen. Das ist sicherlich Geschmackssache und wirkte auf mich manchmal auch etwas übertrieben. Aber: Wer gut Singt und musiziert, darf sich dabei auch zum Affen machen… und eine musikalisch gute Darbietung war es allemal. Sänger David Bower stellte eindrucksvoll seine Gesangskünste unter Beweis und brachte seine hervorragende Stimme zur Geltung. Auch die (schon sichtlich etwas in die Jahre gekommen) Instrumentalisten bewiesen ihr Können und zockten tadellos. So boten HELL in jeglicher Hinsicht einen totalen Kontrast zu den vorher spielenden VADER, worauf hin ich anerkennend meinen Bierkrug nebst Pommesgabel für eine „musicalreife“ Darbietung in die Luft hob.
(Javed)

Setlist HELL
Overture Themes from Deathsquad
Let Battle Commence
On Earth As It Is In Hell
Plague And Fyre
The Quest
The Oppressors
Blasphemy And The Master
The Devil’s Deadly Weapon
Save Us From Those Who Would Save Us

2:20 – 3:00 – SYLOSIS (Partyzelt)

…wo wir grade beim Bierkrug waren… Nach einem bisher anstrengenden Tag setzte ich mich zum Ausruhen an eine der Zeltstangen des Partyzelts. Doch auch von hier konnte man die letzte Band des Abends gut verfolgen, da sich die Reihen doch schon sehr gelichtet hatten. Ich sag nur: “Großer Fehler Leute“. Denn um 2:20 Uhr gaben SYLOSIS nochmal alles und feuerten ihren „modernenundverspieltenThrash/MelodicDeathmetalmitCoreeinflüssen“ (um es mal mit einem Wort zu beschreiben) in die Menge. Dabei fiel der gute Sound der jungen Briten auf, der die einerseits groovig/ schnellen Parts, andererseits verspielten Melodien und Solos gut transportierte. So gab auch der wackere Rest des Publikums, zwar stehend KO, nochmal alles und moshte die letzte Energie aus sich raus. Sogar einige Circlepits waren um die Uhrzeit noch möglich, wenn auch etwas strauchelnd. Ein gelungener Tagesabschluss vor dem letzten Gutenachtbier und einem wohlverdienten kurzen Schlaf.
(Javed)

Setlist SYLOSIS
Empyreal
Reflections Through Fire
Sands Of Time
Stained Humanity
Eclipsed
Altered States Of Consciousness
Teras
A Serpents Tongue

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DESTRUCTION auf terrorverlag.com

Mehr zu HELL auf terrorverlag.com

Mehr zu MELECHESH auf terrorverlag.com

Mehr zu SCAR SYMMETRY auf terrorverlag.com

Mehr zu SYLOSIS auf terrorverlag.com

Mehr zu VADER auf terrorverlag.com