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SUMMER BREEZE 2011 – TAG 3

Ort: Dinkelsbühl

Datum: 19.08.2011

11:00 – 11:30 TRIGGER THE BLOODSHED (Pain)

Nach einer recht ereignisreichen Nacht, in der Petrus allen Metallern auf dem Summerbreeze zeigte, wo der Frosch die Locken hat, indem er ein kurzes aber heftiges Gewitter über die heiligen Wiesen geschickt hatte, versuchten TRIGGER THE BLOODSHED auf der Pain Stage ihren Brutal-Death-Metal an den Mann zu bringen. – Leider hatte sich, wahrscheinlich aufgrund von akuter Katerbildung und größeren Aufräumarbeiten, nur eine kleine Schar Musikhungriger vor der Pain-Stage eingefunden. Den fünf Engländer um Grunzschwein Jonny Burgan, machte das aber herzlich wenig aus und so gelang es ihnen sogar, die noch schlaftrunkene Horde zum Moshpit und einem kleinen Circlepit zu bewegen. Hochmoderne Moshparts gepaart mit fettem Doublebass-Groove und ordentlich vielen Blast-Beats, so zeigte sich das amtliche Klanggewitter nicht nur erbarmungslos, sondern auch recht abwechslungsreich, lediglich der Brüll-Grunz-Gesang wirkte auf Dauer ein wenig eintönig. Mit ihrer gnadenlos präzisen Darbietung versetzten TRIGGER THE BLOODSHED allen Morgenmuffeln einen mächtigen Tritt in den Allerwertesten.
(Olli)

Setlist TRIGGER THE BLOODSHED
Intro
Hollow Prophecy
Dead Vein
The Great Depression
Noise
The Soulful Dead

11:35 – 12:05 NERVECELL (Main)

NERVECELL, die nachTRIGGER THE BLOODSHED die Aufgabe hatten, den nun langsam zahlreicher erscheinenden Fans ordentlich einzuheizen und ihnen die Restmüdigkeit aus den Knochen zu kloppen, stammen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und am Vorabend hatten wir die außerordentliche Ehre, die Jungs persönlich kennen zu lernen und vor allem Sänger James plauderte ein bisschen aus dem Nähkästen, wie es in Dubai in Sachen Metal steht, dass man dort doch mit übelsten Repressalien zu rechnen hat, wenn man dem harten Sound frönt und obendrein diesen auch noch in einer eigenen Band zelebriert. Umso mehr freute es dann, zu sehen, dass die Jungs bombastisch ankamen und auch sichtlich Spaß auf der Bühne hatten. Der Übergang zur Vorband passte auch gut, geboten wurde technisch anspruchsvoller, kompromissloser Old-School-Death-Metal, mal straight ohne Schnörkel, brutal und wuchtig nach vorne bolzend, dann wieder technisch vertrackt und präzise vernichtend, und stets mit wunderbaren Melodien und ausgefeilten Soli garniert, dazu das mächtige Growling von Sänger und Basser James Khazaal. Verstärkt wurden NERVECELL von BENIGHTED Trommelbube Kikou, welcher sein Schlagzeug, wie man es von ihm schon gewohnt ist, mit äußerster Perfektion und gnadenloser Energie malträtierte. Ein schöner Vorgeschmack auf den Samstag, an welchem er dann mit seiner Stammformation für amtliches Geprügel sorgen sollte. Die starke musikalische Darbietung der kräftigen, kernigen Death-Metal-Walze wurde vom Publikum sehr positiv aufgenommen, von Stück zu Stück steigerte sich die Anzahl der Banger merklich. Mit ihrem gelungenen, makellosen Auftritt bewiesen NERVECELL, dass sie verdammt viel Potenzial besitzen und sicherlich der wichtigste Export in Sachen Todesblei ihres Landes sind.
(Olli)

Setlist NERVECELL
Flesh & Memories
Vicious Circle Of Bloodshed
All Eyes On Them
Existence Ceased
Demean
Demolition

12:10 – 12:45 YOUR DEMISE (Pain)

Ein weiteres Highlight für die zahlreichen Hardcore-Jünger waren YOUR DEMISE. Die Briten haben sich für einen Slot auf der Pain Stage des Summerbreeze fast schon aufgedrängt. Haben sie sich doch in den letzten Jahren immer höhere Plätze auf den Line-Ups der einschlägigen Touren erspielt und einhergehend damit eine immer breitere Fanbase. Diese ließ sich dann selbst kurz nach High Noon nicht lumpen und feierte ihre Helden auch zu so früher Stunde schon nach allen Regeln der Kunst ab. Circle Pits wie am Fließband, eine ansehnliche Wall of Death oder wildes Gemoshe – meist unter Zuhilfenahme wirklich jedweder Körperteile – Frühsport ist Kindergarten dagegen. Das Gemisch aus melodischen Ohrwurm-Melodien, die mit den beliebten „Ich-stehe-breitbeinig-da-und-schaue-extra-tough“-Moshparts durchsetzt werden, eignet sich aber auch hervorragend dazu. Der nun Nicht-mehr-ganz-so-neu-Sänger Ed McRae brauchte wahrlich nicht viele Worte zur Motivation des wilden Mobs verlieren. Selbstredend wurde das Set mit „Burnt Tongues“ dem Überhit des Debüts „Ignorance Never Dies“ beendet. Ein Blick in die Gesichter der Anwesenden sprach Bände: Guter Auftritt!
(Olli)

Setlist YOUR DEMISE
MMX
Scared For Live
Shine On
Nothing Left But Regret
Miles Away
Like A Broken Record
Life Of Luxury
The Kids We Used To Be
Burnt Tongues

12:50 – 13:30 SKELETONWITCH (Main)

Um kurz vor 1 Uhr nachmittags gab‘s auf der Main Stage mal ganz schwer was auf die Ohren. SKELETONWITCH, eine extrem sympathische, noch recht junge Band aus dem schönen nordamerikanischen Bundesstaat Ohio hatte, nachdem sie sich die Tage zuvor partymäßig auf dem Festivalgelände herum getrieben hatte, zum „Tanz“ geladen. Die Musik der fünf Mukker kann man sehr schwer beschreiben, eigentlich ist für jedes Metallerherz etwas mit dabei, klassischer Bay-Area-Thrash, skandinavischer Death/ Black Metal und guter alter NWOBHM. Sänger Chance Garnett wechselte dabei zwischen hohem, für den Black-Metal typischen Kreischgesang und tiefem, gutturalem Growling. Die Musik ist sehr schnell gespielt, enthält aber dennoch klassische NWOBHM-Gitarrenriffs. Genau diese doch recht seltene Mischung kam aber super beim Publikum an. Trotz brütender Hitze konnte man jede Menge Matten in den ersten Reihen fliegen sehen und die Musiker um die Gebrüder Garnett taten es dem Publikum gleich und lieferten ein Filmreifes Stageacting ab. Da waren die anfänglichen Soundprobleme auch ganz schnell wieder vergessen. Eine Band, für die 40 Minuten Konzert eigentlich zu kurz waren.
(Olli)

Setlist SKELETONWITCH
Upon Wings Of Black
Submit To The Suffering
Crushed Beyond Dust
Reduced To The Failure Of Prayer
Beyond The Permafrost
Sacrifice For The Slaughtergod
Strangeld By Unseen Hands
Infernal Ressurection
Fire From The Sky
Vengeance Will Be Mine
Choke Upon Betrayal
Within In My Blood

13:35 – 14:20 KALMAH (Pain)

Liegt es an der finnischen Herkunft oder warum hatte ich den Eindruck, dass es sich bei KALMAH eher um eine Art CHILDREN-OF-BODOM-Klon mit ARCH-ENEMY-Einschlag handelt? Musikalisch war das zwar solide, jedoch hatte ich den Eindruck, das alles irgendwie schon mal gehört zu haben. Tatsächlich flocht man als kleines Bonbon auch „Master of Puppets“ in ein eigenes Lied mit ein. Auch in Sachen Bühnenpräsenz konnten KALMAH mich nicht überzeugen, zwar wedelte man ein wenig mit den Haaren, aber irgendwie versprühte gerade der Frontmann den Eindruck, als hätte er nicht wirklich Bock. Folglich lag in den wohl ironisch gemeinten Ansagen über den Beginn der Jagdsaison in Finnland und dass er sich fragte, was er dann hier mache, wohl auch eine gewisse Wahrheit. Insgesamt eine eher schwache Vorstellung.
(Javed)

Setlist KALMAH
Intro
Hook
Swamphell
Bitter Metallic Side
Groan
They Will Return
12 Gauge
Waltz
Hero
Outro

15:00- 15:35 REV 16:8 (Party)

Welch Freude! Die ersten wahren Black-Metal-Pandas, die ich auf dem Breeze bewundern durfte. Und mir persönlich hat die Musik auch noch gut gefallen, was für das Genre nicht unbedingt immer zutrifft. – Jaja… gebt mir ein paar kreischende Gitarren und einen Kerl, der klingt, als ob er gerade auf grausame Art geschlachtet wird – dazu ein paar schwarze Evilness-Mäntel und ich bin hin und weg. Etwas schade war dabei, dass so wenige und noch viel weniger feierlaunige Breezer anwesend waren. Wobei der ECHTE Schwarzmetaller natürlich ohnehin eher vor der Bühne steht und versucht, genauso unnahbar auszusehen, wie der Musiker auf der Bühne. Ja, so kann man sich den Anblick auch auf dem Breeze um 15 Uhr im Partyzelt vorstellen. Leider eben mit sehr geringer Besetzung VOR der Bühne. Im „Cool Aussehen“ haben die Jungs aber im Übrigen alle Sternchen verdient.
(Jujoweh)

Setlist REV 16:8
Leave Me (Intro)
Ashlands
Blackline Sundown
Red Serpent Coil
The Chase
Placid In Pale (Intermission)
Flame Salvation
Coal Mirror
When Your Words Are Obsolete

15:15 – 16:00 HAIL OF BULLETS (Pain)

Es wurde voll vor der Partystage, denn die Dauergäste von HAIL OF BULLETS rollten erneut über die Bühne. Zu Anfang trübten leichte Soundprobleme das Deathmetalkommando, diese wurden jedoch schnell behoben und der Sound war ab dem zweiten Song exzellent. Sehr gut war auch die Stimmung bei den Niederländern, sympathisch wie man als Deathmetalband nur sein kann, schossen die Herren angetrieben von Schlagzeuger Ed Warby ihre Buletten ins Publikum, welches das Ganze durch fröhliches Rübeschütteln quittierte. Dabei wurde mit „On Coral Shores“ sogar Munition verwendet, die live sonst eher nicht zum Tragen kommt. Einziger Wermutstropfen für meine Kumpanen und mich war, dass leider „Advancing once more“ im Set fehlte. Aber bei einem so gelungenen Auftritt kann man über darüber getrost hinwegsehen.
(Javed)

Setlist HAIL OF BULLETS
The Eve Of Battle
Operation Z
Red Wolves Of Stalin
Guadalcanal
On Coral Shores
General Winter
Kamikaze
Tokyo Napalm Holocaust
Ordered Eastward

15:35 – 15:55 GUNS OF MOROPOLIS (Camel)

Waren willige Zuhörer anfangs doch eher rar gesät, was aber wohl auf die unerträgliche Hitze zurückzuführen war, konnten GUNS OF MOROPOLIS mit der Zeit immer mehr Festivalbesucher zum Verharren vor der Camelstage überzeugen. Letztes Jahr standen die Jungs noch im Rahmen der NEW BLOOD AWARDS auf der Partystage, wo es für sie leider nicht zum Sieg gereicht hatte. Dieses Jahr konnte der flotte Dreier aus dem schönen Schwabenländle alle Zuhörer davon überzeugen, dass sie den Sieg auch verdient gehabt hätten. Zu hören gab‘s natürlich hauptsächlich Songs vom aktuellen Album „In Dynamite We Trust“, mit dem die Jungs bei Recent Records zurzeit unter Vertrag sind. Das Line up hat sich seit dem letzten Jahr auch ein wenig geändert, der neue Mann am Bass war dieses Jahr André le Sonneur, der anfangs doch merklich ein bisschen ins Schwimmen geriet, was aber beim zweiten Gig ruhig mal passieren kann. Außerdem wurde André, der übrigens einen sehr schicken „Fretless“-Bass zupfte, von Set zu Set immer besser. Auch wenn das Backdrop der Band wegen Brandgefahr nicht aufgehängt werden durften, feierte die immer größer werdende Meute vor der Bühne die Band amtlich ab und am Ende war doch der Eine oder Andere bestimmt ein bisschen enttäuscht, dass es schon wieder vorbei war.
(Olli)

16:05 – 17:05 SALTATIO MORTIS (Main)

Nachdem ich die „Elfensägen“ das letzte Mal auf dem MPS gesehen hatte und die Jungs auch ansonsten bisher nur vor mittelalterlicher Kulisse bewundern durfte, war ich überrascht, SALTATIO MORTIS fernab von Telgte (MPS wäre ja zeitgleich auch gewesen) auf dem doch sehr „modernen“ Summerbreeze vor zu finden. Die Herren ließen es sich dann auch nicht nehmen, ihr altertümliches Instrumentenrepertoire ein wenig zu erweitern. Gebt mir dann noch einen Dudelsack und es kann eigentlich nichts mehr schief gehen. – Eigentlich… Denn zum Konzert lässt sich letztendlich von meiner Seite doch das eine oder andere sagen, das meine zugegeben hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt hat: Das lag eigentlich größtenteils an der Songauswahl, die Breeze-passenderweise nicht unbedingt die mittelalterlichsten Songs – abgesehen von den Dauerkloppern „Spielmannsschwur“ und vielleicht „Prometheus“ -, sondern eher die moderneren Sachen enthielt, die mir persönlich dann schon wieder nicht so gut gefallen. Beim neuen Hit „Till Eulenspiegel“ haben die Mannen und Manninnen vor der Bühne leider, was das geforderte Mitsummen anging, total gepennt und beinahe die Mitarbeit verweigert. Ernsthaft… hab mich da auf meinem einsamen Grölposten ein bisschen gefühlt, wie der einzige Kirchgänger, der beim „Vaterunser“ nicht nur stumm die Lippen bewegt. Ein positiver Aspekt allerdings noch zum Schluss: Wie immer fand ich die Publikumsnähe der Band absolut genial – und damit haben sie natürlich mal wieder einen Großteil der Headliner in die Tasche gesteckt. So sah man auch das erste Mal überhaupt auf dem Breeze neben Crowdsurfern auch einen Stagediver in Form von Sänger Alea, der auf dem Bauch liegend über das Festival schwebte und dabei bei „Falsche Freunde“ trotzdem noch extrem gut bei Stimme war. Da sag noch mal einer, Männer seien nicht Multitaskingfähig! Letztendlich lässt sich zusammengefasst wohl behaupten, dass ich SALTATIO MORTIS einfach nur liebe, dass ich aber auch so ehrlich sein muss, zuzugeben, dass sie auf dem Mittelaltermarkt einfach besser aufgehoben sind.
(Jujoweh)

Setlist SALTATIO MORTIS
Intro
Rastlos
Tritt ein
Tod und Teufel
Wirf den ersten Stein
Uns gehört die Welt
Till Eulenspiegel
Koma
Worte
Wir säen den Wind
Prometheus
Falsche Freunde
Spielmannsschwur

16:50 – 17:25 STAHLMANN (Party)

Am Frühen Abend gab‘s auf der Partystage „Neue Deutsche Härte“. Die Göttinger Formation STAHLMANN hatte sich angeschickt, mit schwarzer Krawatte und glitzerndem Farbüberzug auf der Haut, das Zelt mit ihrem deutschsprachigen Alternative-Metal, einzureißen. Die noch recht junge Band, die seit 2008 zusammen spielt, kann schon auf einige beachtliche Erfolge zurückblicken. Durch Konzerte mit namhaften Künstlern aus dem Metal- und Mittelalter-Rock Bereich, wie unter anderem DORO, IN EXTREMO oder SALTATIO MORTIS, konnten STAHLMANN ihren Bekanntheitsgrad bis heute stetig ausbauen. Mit „Willkommen“ läuteten die Silberlinge ihren Reigen ein. In der Schnittmenge von Bands wie EISBRECHER, UNHEILIG, MEGAHERZ und natürlich RAMMSTEIN setzte die Band auf erfrischend unkomplizierte Rocksongs mit deutlichem Industrial-Einschlag. Stampfende Beats, treibende Rhythmen und harte Riffs erwiesen sich als hochgradig ansteckend beim Publikum. Mit anderen Worten, die Menge war begeistert, klatschte in die Hände und sprang freudig im Takt auf und ab. Ein sehr unterhaltsamer Auftritt einer Band, die ihr Publikum voll im Griff hatte und von der man in Zukunft mit Sicherheit noch hören wird.
(Olli)

Setlist STAHLMANN
Willkommen
Marschieren
Stahlmann
Kaltes Herz
Göttin
Hass mich…
lieb mich
Herzschlag
Stahlwittchen
Teufel

17:10 – 18:00 ENSLAVED (Pain)

Bei windigen nachmittäglichen Temperaturen luden die Jungs von ENSLAVED zur meteorologisch richtigen Stunde zum Moshen und Metaln. Kein Wunder also, dass sich die folgsamen Summerbreezer zahlreich und in ausgelassener Stimmung vor der Bühne ein fanden, wo ihnen harter, direkter und sehr sehr guter Progressive-Black Metal aus norwegischen Landen schon von weitem die Hosen ausziehen sollte. Mit ordentlich Speed und trashigem Sound war es kein Wunder, dass bald vor der Bühne Party angesagt war, als gäb’s kein Morgen mehr, wobei gelegentlich ein beinahe ätherisch anmutendes Solo von Ivar und Arve für die nötige Verschnaufpause sorgte. Eine durch und durch gelungene Mischung also und definitiv eines der besseren Breeze-Konzerte.
(Jujoweh)

Setlist ENSLAVED
Ethica odini
Raidho
Ground
Ruun
As Fire…
Allfádr Odinn
Isa

17:45 – 18:20 FACEBREAKER (Party)

Auch wenn Sänger Roberth „Robban“ Karlsson beileibe kein Summerbreeze-Neuling mehr war, hatte er doch schon mit SCAR SYMMETRY und EDGE OF INSANITY auf dem Breeze gezaubert, so war es für seine Band FACEBREAKER das erste Mal. Leider stand das Summerbreeze-Debüt der Schweden unter einem schlechtem Stern, vielmehr unter einem schlechten Fixstern, denn vielen Metallern schien die Sonne am Nachmittag ordentlich zugesetzt zu haben, sodass sich leider nur sehr wenige Zuhörer vor der Partystage einfanden. Den Leuten, die dennoch gekommen waren, bot sich aber eine blendend eingespielte Band, mit brachialem Sound, Songs, die wie Planierraupen alles dem Erdboden gleich machten und die über allem thronenden Growls von Robban, die das Zelt in seinen Grundfesten erschütterte. Auch Klampfer Mika Lagrén präsentierte sich in Spiellaune und konnte vor allem durch feine Soli überzeugen. Ein guter Gig einer guten Band, der sollten sie in den nächsten Jahren nach Dinkelsbühl zurückkehren, ein bisschen mehr Zuspruch zu wünschen ist.
(Olli)

Setlist FACEBREAKER
Cannibalistic
Torn To Shreds
Soul Eater
Epidemic
Bloodthirst
Slowly Rotting
Mankind Under Siege
Dead, Rotten And Hungry
Creeping Flesh

18:05 – 19:10 J.B.O. (Main)

Da sag noch einer, Metaller wären auf die Farbe Schwarz fixiert. Um 18:00 Uhr wurde es Rosa auf der Mainstage. An diesem Tage war das neue „Killeralbum“ der vier Spaßkanonen zum ersten Mal offiziell erhältlich, folglich hatte sich eine Amme des Blödsinns vor der Bühne versammelt und erwartete gespannt, wie sich das neue Material live machen würde. Passend hierzu wurden auf dem Festivalgelände Tonnenweise Rosa Fähnchen verteilt, die die Hüte, Hosen, BHs und sonstige Bekleidung der Summerbreezer schmückten. Zunächst aber brachte man das Publikum mit „I don’t like Metal“ und „Bolle“ auf seine Seite. Worauf hin es sogar vor der Bühne rosa wurde, denn nach Vitos Aufforderung schwenkten alle die eben erwähnten Fähnchen und es entstand ein Meer aus Rosa, das jedem, der es immer noch nicht glaubt, mal wieder beweisen sollte, dass Metaller auch mächtig Spaß verstehen. Der Rest des Konzertes war von gewohnt guter Laune geprägt, jedoch kam das neue Material live nicht so toll an. Naja, auch Blödsinn will wohl erst mal in Ruhe beurteilt werden, da ist der Metaller wohl doch Traditionalist.
(Javed)

Setlist J.B.O.
I Don’t Like Metal
Bolle
Dr. met. Wir ham ne Party Gänseblümchen Glaubensbekenntnis
Killer
Geh mer halt zu Slayer
Bimber Bumber
Arschloch & Spaß dabei
Ein guter Tag zum Sterben
Verteidiger des Blödsinns

18:40 – 19:20 HELRUNAR (Party)

Ohne richtiges Banner im Rücken begannen HELRUNAR ihr Set und stiegen souverän mit „Kollapsar“ ihres aktuellen Doppelalbums „Sol“ ein. Der Sound war erstaunlich gut. Man hörte jedes Instrument sauber heraus, es wurde viel Energie transportiert und die Menge geriet entsprechend schnell in Bewegung und gestaltete aus dem Gig eine kleine Black-Metal-Feier. Die Gitarren peitschten ihre Riffs ins Zelt, das Schlagzeug schleppte und hämmerte seine Beats dazu und der Gesang keifte und kreischte jeglichen Anflug von Zweifel an der Band davon. HELRUNAR traten absolut sicher auf und hielten das Publikum immer fester in ihrem Griff, der sich von Song zu Song stärker aufbaute und in dem sicherlich von Vielen geforderten Bandhit „Älter als das Kreuz“ vom „Frostnacht“-Album gipfelte. Dabei ließ ihr Sänger Skald Draugir die Menge schön die „Älter als das Kreuz“-Zeile jedes Mal mitsingen, was eine besondere Nähe der Band zum Publikum versprüht hat. Am Ende waren sicherlich einige etwas baff, dass nach nur fünf Liedern schon wieder Sense war, aber in Anbetracht der Dauer der einzelnen Songs war einfach nicht mehr Spielzeit drin. Sehr schade, denn den Reaktionen des Publikums konnte man unschwer entnehmen, dass sie gerne noch viel länger der derzeit vielleicht besten deutschen Black-Metal-Band zugehört hätten. Ein rundum gelungener Auftritt, der viel Lust auf mehr von HELRUNAR macht.
(Olli)

Setlist HELRUNAR
Kollapsar
Ich bin die Leere
Unter dem Gletscher
Nebelspinne
Älter als das Kreuz

19:15 – 20:15 TURISAS (Pain)

Nach J.B.O strebten die meisten Anwesenden direkt der Painstage entgegen und ich ließ mich natürlich auch nicht lange bitten, denn nach fünf Jahren Abwesenheit vom Summerbreeze erschienen TURISAS erneut und gaben ein kulinarisches Spektakel aus Folkmetal, wobei dem Koch hier eine gute Mischung aus sehr viel Metal und etwas weniger Folk gelungen ist. Dazu gab’s mit Akkordeonspielerin Netta Skog was fürs Auge und ein sehr unübliches Instrument für breezlerische Verhältnisse. Ein kleiner Wehmutstropfen für manch eingefleischten Fan war sicherlich, dass beide Songperlen „To Holmgard and Beyond“ und „One More“ direkt zu Beginn gespielt wurden. Ich glaube, dass dadurch die Stimmung extrem gut angeheizt wurde und das Publikum, dass nach JBO ohnehin noch zu allerlei Schabernack aufgelegt war, feierte und tanzte in den zahlreichen Moshpits deutlich mehr, als sich die „Fresse einzuschlagen“. Dabei gab‘s einige Songs aus der dritten und neuen Platte „Stand up and fight“, die wohl bei einigen nicht so viel Anklang gefunden hat, aber auf der Bühne eine Menge Laune zu verbreiten vermag, sowie auch ein paar der älteren Lieder von „Varangian Way“, die noch deutlich mehr Stimmung verbreiten können. Sänger und Warlord Matze – wie wir ihn kennen mit einer Menge Kunstblut im Gesicht – ließ es sich dabei auch nicht nehmen, noch einmal darauf hin zu weisen, dass es sich bei diesem Konzeptalbum (immer noch) um eine Reisebeschreibung durch Osteuropa handelt. Ziehen tun die Songs der Platte jedenfalls wie Luzi und das Konzert selbst war einfach nur verteufelt genial.
(Jujoweh)

Setlist TURISAS
To Holmgard And Beyond
One More
The March Of The Varangian Guard
The Great Escape
In The Court Of Jarisleif
Stand Up And Fight
Hunting Pirates
Saahti-Waari
Rasputin
Battle Metal

19:20 – 19:40 WEISSGLUT (Camel)

Ob nun geplant oder durch puren Zufall, am Freitagabend kam man so schnell nicht an der Camelstage vorbei, für ein zwei Songs musste man mindestens stehen bleiben und den Jungs von WEISSGLUT lauschen. Was dem geneigten Zuhörer hier um die Ohren gehauen wurde, waren RAMMSTEIN- Cover at its best und selbige kommen eben immer gut an. Das Summerbreeze machte da auch keine Ausnahme, mit Klassikern wie „Asche zu Asche“, „Du Riechst so gut“, „Mein Teil“, „Du Hast“, „Sonne“, „Rammstein“ und dem Hit „Engel“ schafften es WEISSGLUT, den Platz vor der Camelstage bei ihrem Auftritt gut zu füllen. Die Fans und solche, die es bestimmt noch werden wollen, rockten amtlich ab und grölten lauthals jeden Song bis zu totalen Erschöpfung mit.
(Olli)

19:40 – 20:20 MAD SIN (Party)

MAD SIN gehörten am Freitag sicherlich zu den betuchtesten Bands. Nach fast 25 Jahre und dem 13ten Album im Gepäck, merkte man den Herren um Sänger Köfte einmal mehr ihre Routine an. Diese nutze man zum absoluten Vorteil, was sich in perfekt arrangierten Songs manifestierte. Getragen von Köftes Charakterstimme sog das Publikum die Psychobilly-Hymnen förmlich in sich auf. Von links nach rechts, von hinten nach vorne tanzten und hüpften die Besucher im gut gefüllten Zelt. Eine Augenweide war Basser Valle, der sein mächtiges Instrument in angsteinflößender Präzision drehte und wirbelte, wie man es noch von alten Videos aus der Rock`n`Roll-Ära kennt. Unsereins könnte wohl nicht einmal mit einer Ukulele solche Kunststücke bewältigen – geschweige denn mit einem mannshohen Kontrabass. MAD SIN waren nach HELRUNAR zwar drastisches Kontrastprogramm, nutzen aber genau diesen Exotenstatus, ohne allerdings auf metaltypische Publikumsspielchen verzichten zu wollen. So trieb Köfte kurz vor Ende des Sets die grölende Masse zu einer Wall Of Death an, die sich gewaschen hatte und von einem netten Pyro-Effekt am Bass begleitet wurde. Trotz der bereits überzogenen Spielzeit genehmigten sich die Billies mit „Psychtic Night“ eine Zugabe und trieben der Bühnencrew den Schweiß auf die Stirn. Das Publikum bekam dafür die satte Vollbedienung und freute sich über einen ganz besonderen Gig.
(Olli)

Setlist MAD SIN
Cursed
Point Of No Return
Outta My Head
1000 Eyes
Brainstorm
Wreckhouse
2, 3, 4 Nothing’s Alright
Straight To Hell
Gonna Get Her
Brand New Cadillac
Dead Moon
Speak No Evil
9 Lives
Communication
Psychotic Night

20:20 – 21:30 BOLT THROWER (Main)

Also wenn einem Ed Warby beim Weg aufs Klo entgegenkommt und sagt „Ey where‘re you goin‘?! There’s gonna be the best band oft the festival“, dann sollte man sich beim Bier wegbringen beeilen und ja nicht zu lange auf ein Neues warten. Aber nicht nur der gute Herr Warby wusste den nun folgenden Leckerbissen zu schätzen. Anscheinend wollte sich keiner (es war wirklich extrem voll vor der Mainstage) die seltene Gelegenheit entgehen lassen, BOLT THROWER live sehen und hören zu können. Am beginnenden Abend rollte die von Martin van Drunnen schon bei dessen Gig angekündigte Kriegsmaschine auf die Hauptbühne und hinterließ ordentlich Nackenschmerzen. Man beschränkte sich hierbei tatsächlich mal auf Klappe halten und spielen und schmiss einen Donnerschlag nach dem anderen ins Publikum. Sogar die etwas steife Darbietung störte dabei nicht und BOLT THROWER wurden abgefeiert bis zum Schluss.
(Javed)

Setlist BOLT THROWER
Intro (Battle of Britain)
IVth Crusade
The Killchain
Powder Burns
When Glory Beckons
Mercenary
World Eater / Cenotaph
Anti-Tank
Where Next To Conquer
Silent Demise
Granite Wall
Salvo
For Victory
No Guts, No Glory
When Cannons Fade

20:40 – 21:25 GRAVEYARD (Party)

Die meisten Metaller mussten am Freitag eine Grundsatzentscheidung treffen – soll ich nun zur Death-Metal-Legende BOLT THROWER gehen, oder zur neuen Rocksensation aus Schweden namens GRAVEYARD? Mir als bekennendem 70s-Rock-Verehrer und im besonderen LED ZEPPELIN-Vergötterer fiel die Wahl hingegen leicht. Den Besuch der Partystage habe ich jedenfalls nicht bereut, denn GRAVEYARD legten einen Auftritt hin, den man locker unter die Top-10 der besten Summerbreeze-Gigs einordnen kann. Starker, echter, ehrlicher Hard-Rock mit Spurenelementen aus Doom und Stoner gaben sich bei den verspielten Schweden die Klinke in die Hand. Das erst kürzlich von Nuclear Blast neu aufgelegte Album „Hisingen Blues“ schien schon im Vorfeld viele Liebhaber gewonnen zu haben, denn die Reaktionen der Masse sprachen Bände. Begeisterter Jubel, klatschende Hände und ein mächtiger Pulk vor der Bühne, der nahezu zwei Drittel des Zeltes einnahm. Das Faszinierende an der Band war aber nicht nur der warme, erdige Rocksound, sondern die Tatsache, dass sich GRAVEYARD sozusagen live das Set aus dem Ärmel schüttelten. Nichts geplant, alles ist möglich. Geradezu mitreißend, wie die Musiker bei „Thin Line“ im Song schwelgen und daraus eine ausladende Nummer von fast 10 Minuten machen. Kann man ihnen da böse sein, dass sie ein bisschen überzogen haben? Für mich hätte es gut und gerne noch zwei, drei Stunden so weiter gehen können!
(Olli)

Setlist GRAVEYARD
No Good, Mr. Holden
Lost In Confusion
Hisingen Blues
Uncomfortably Numb
Buying Truth (tack och förlåt)
Thin Line
Ain’t Fit To Live Here
The Siren
Evil Ways

21:35 – 22:35 AMORPHIS (Pain)

Zugegeben, wenn man die Wahl hat zwischen NEAERA und AMORPHIS, dann kann einem die Entscheidung schon mal schwer fallen. Dennoch war ich nach meiner Eigenen arg belustigt, einen NEAERA-Fanshirt-Träger in der AMORPHIS-Menge zu sehen. Und das, während eben diese das Partyzelt gerockt haben. Mal ernsthaft! Ich geh doch auch nicht in ‘nem Schalketrikot zum Dortmund-Spiel! Gut, nun aber endlich zu AMORPHIS selbst. Ich habe sie vor zwei Jahren ebenfalls in Dinkelsbühl gesehen und ihr damaliges Konzert zählte zu den (ich muss es rundweg gestehen) epischsten, die ich jemals in meinem Leben genießen durfte. – Umso tragischer war dieses Mal der immense Einsatz von Nebel, bei dem man buchstäblich nur noch eine graue Wand auf der Bühne sehen konnte, durchbrochen von ein paar Schatten und Schemen. Es gibt eigentlich nur drei Wege, dies zu erklären: 1) Der Techniker hat es zu gut gemeint. 2) Die Nebelmaschine ist Amok gelaufen. 3) Sänger und Frontsau Tomi Joutsen hatte einen immensen Pickel zu verbergen und musste deswegen von der Bildfläche verschwinden. Was es genau war, werden wir wohl vorerst nicht erfahren. Klar ist aber, dass ich mir ein bisschen mehr Präsenz der Band gewünscht hätte, denn was man nicht sehen kann, das ist logischerweise auch nicht sehr präsent. Und nun da der Kritikteil ausgereizt ist, kann ich endlich zum genialsten kommen, und das ist die Musik von AMORPHIS. Es gibt Leute, die die doomig-alten Songs lieber mögen und wieder andere schwören auf die episch-neueren Songs. Ich liebe Beides und kann behaupten, dass die Jungs aus Helsinki sich auf dem Summerbreeze mit einer gesunden Mischung mal wieder alle Ehre gemacht haben. Dabei hörte ich auch zum ersten Mal den Titel „Mermaid“ aus dem neuen Album „The beginning of Times“. So muss AMORPHIS klingen! Publikumstechnisch kann man sagen, dass der Platz rappelvoll war, wie es sich gehört und sogar darüber hinaus. Tanzen und Moshen tut man bei AMORPHIS üblicherweise nicht. Dafür gab’s aber eine Menge Crowdsurfer und sogar das ein oder andere erhobene Feuerzeug. Dieses Mal war auf Seiten des Publikums allerdings auffällig wenig Gesang zu hören. Sogar bei „House of Sleep“ gab es dieses Mal leider nicht das gewohnte Gänsehautfeeling, wenn der gesamte Platz sonst lauthals mitsingt. So musste Tomi fast alleine ran, und nicht nur bei diesem letzten, sondern auch bei allen anderen Songs war er gewohnt souverän und gut bei Stimme. Ein gelungener Auftritt mit ein paar fast unerheblichen Schwachstellen.
(Jujoweh)

Setlist AMORPHIS
My Enemy
Sky Is Mine
Mermaid
Against Widows
You I Need
Towards And Against
My Kantele
Silver Bride
Crack In A Stone
Castaway
House of Sleep

21:45 – 22:30 NEAERA (Party)

Wer nicht auf die eher stimmungsvollen Töne von AMORPHIS steht, konnte sich zur gleichen Zeit eine geballte Packung Metal/ Deathcore im Partyzelt bei NEAERA abholen. Ich kann nur sagen „Mann, war das ne Sause!“. Der berühmte Funke, den ich bei einigen anderen (vermeintlich größeren) Bands vermisst hatte, sprang hier von der hochmotivierten Band sofort auf das sehr zahlreich anwesende Publikum über und es ging los wie Schmitz‘ Katze. Aus der Ansage „Heut wird nicht viel geredet“ von Sänger Benny Hilleke wurde nix, denn er kommunizierte fröhlich mit dem Publikum und pushte es immer weiter an. Höhepunkte waren hierbei „Da is ein langer Wellenrecher und der große FOH. Ihr müsst also alle mitmachen, sonst lübbt dat nich!“ worauf prompt ein Circlepit durch das gesamte Zelt entstand (… schwupp, stand ich auf einmal mittendrin). Auch die Ansage „Die Jungs hier vorne im Graben hamm ja gar nix zu tun“ wurde auf der Stelle durch etliche Crowsurfer beantwortet. Zu guter Letzt sorgte die Aufforderung zur Wall of Death dazu, dass bis zum Wellenbrecher alle mitmachten und sogar an der hinteren Theke eine kleiner Zwei-Mann-Wall-of-Death entstand. Bei einer so guten Stimmung und einem geilen Konzert war Herr Hilleke letztendlich doch noch sprachlos und verabschiedete sich mit einem schlichten „Danke Summerbreeze“ – Danke Neaera!
(Javed)

Setlist NEAERA
Heaven’s Descent
Let The Tempest Come
Armamentarium
Eight Thousand Sorrows Deep
The Wretched Of The Earth
Walls Instead Of Bridges
Spearheading The Spawn

22:40 – 23:55 – HAMMERFALL (Main)

Auf zu HAMMERFALL auf der Mainstage. Stiltechnisch würde ich es als Power Metal bezeichnen, hab tagsüber aber auch schon die liebevolle Bezeichnung „Einsteiger- oder Old-School-Metal“ gehört. Doch wie die Jungs aus Göteborg richtig bemerkten: „Man ist nie zu alt für Metal, oder zu jung.“ Ich persönlich kann zur Musik nur sagen, dass sie einfach klassisch ist. Ein bisschen episch, ein bisschen powerig, aber definitiv ein mehr als würdiger Headliner für das Summerbreeze 2011, der genau wie das Breeze bereits auf 14 Jahre Bühnenerfahrung zurück blicken kann. Dementsprechend routiniert war auch ihr gesamtes Programm, das in Sachen Bühnenpräsenz, Technik und Musik absolut keine Wünsche offen ließ. Die Ansagen waren kurzweilig und hatten oft mit der Bandgeschichte zu tun, als hätten HAMMERFALL auf dem Summerbreeze ihr eigenes Bestehen zelebrieren wollen. Mit „Hearts on Fire“ spielten sie auch letztendlich DEN Klassiker – das Wiegenlied der Metaller sozusagen –, der den gesamten Platz vollends aus dem Häuschen brachte. Nun, Erfahrung macht eben nicht nur alt, sondern auch erfahren.
(Jujoweh)

Setlist HAMMERFALL
Patient Zero
Renegade
Any Means Necessary
B.Y.H.
Blood Bound
Fury Of The Wild
Let’s Get It On
Heeding The Call
Last Man Standing
Hammerfall
One More Time
Hearts On Fire
Let The Hammer Fall

22:50 – 23:35 VICIOUS RUMORS (Party)

Ich war etwas verwirrt, statt ATHEIST, wie auf der VIP-Karte angekündigt, VICIOUS RUMORS auf der Bühne zu finden, hab mich aber schnell unter den zugegeben müden Kriegern des Summerbreeze zu Hause gefühlt und mich mangels echter Party vor und auf der Bühne in einer Art Sitzkreis niedergelassen, wie man ihn zu vorgerückter Stunde eigentlich jeden Tag auf beiden Seiten neben der Bühne finden konnte. Da nicht sehr viele Summerbreezer zum Konzert erschienen waren, hatte man von dort aus einen exzellenten Blick über ein paar schüchterne Kopfnicker und eine Reihe still stehender Metallfreunde. Ich bin eigentlich sicher, dass die spärliche Anzahl an Breezern eher darauf zurück zu führen war, dass das partywilligere Volk Richtung HAMMERFALL gepilgert war, die zeitgleich auf der Mainstage für Geräuschkulisse sorgten und zu denen ich ebenfalls später zugestoßen bin. Musikalisch ist VICIOUS RUMORS nämlich genau wie HAMMERFALL irgendwo im Power Metalbereich eingeordnet – gar nicht mal schlecht, wenn ich das hinzufügen darf. Schöne Gitarrenriffs gaben sich mit freundlichen Growls und einer guten Show die Hand, wobei die zahlreichen blauen Spots einem direkt vor der Bühne das Augenlicht beinahe weggefunzelt hätten. Das gewisse Etwas, das hier fehlte war eindeutig ein willigeres Publikum.
(Jojoweh)

Setlist VICIOUS RUMORS
Digital Dictator
Minute To Kill
Murderball
Razorback Blade
Lady Took A Chance
Worlds & Machines
Let The Garden Burn
Hellraiser
Warball
Soldiers Of The Night
Don’t Wait For Me

00:00 – 1:00 KATAKLYSM (Pain)

Bei den vier Herrn der „Kataklöten“, die sich dem schnellen Death Metal verschrieben haben, war es zur Geisterstunde immer noch rappellvoll vor der Painstage. Da es schon ein Weilchen her war, dass ich die Jungs das letzte Mal gesehen hatte und ich da nicht so überzeugt war, war ich gespannt, was denn da so auf mich zukommen sollte. Ich war doch extrem positiv überrascht, als die Herren im Gegensatz zum letzten Mal tight und mit gutem Sound los legten. Das ganze rockte sogar ziemlich gut und klang gar nicht so rumpelig und blastig wie erwartet. Daher holte das Publikum auch zu Recht noch mal alles aus sich raus und feierte die Kanadier gebührend ab. Zum obligatorischen „Security Stress Test“ surften etliche Leute Richtung Bühne und hielten die „Grabenschlampen“ gehörig auf Trab. Brav bedankte sich Sänger Maurizio danach für deren Unterstützung und auch das Publikum bedankte sich mit einer Runde Applaus für die Securities. Ein sehr guter Abschluss des Tages auf der Painstage. Hier hat man von KATAKLYSM noch mal gut die Klöten durchgeschaukelt gekriegt und konnte sich zufrieden in den Rest der Nacht begeben.
(Javed)

Setlist KATAKLYSM
Determined
Taking The World By Storm
The Awakener
To Reign Again
Manipulator Of Souls
As I Slither
At The Edge Of The World
As My World Burns
Drum Solo
Blood On The Swans
Astral Empire
Feeling The Neverworld (Chapter III, An Infinite Transmigration)
The Orb Of Uncreation
In Shadows And Dust
Crippled And Broken
Push The Venom

00:00 – 00:50 POWERWOLF (Party)

Hätten die Jungs von MAD SIN nicht so schamlos überzogen, wäre die Party Stage um Punkt 0 Uhr zur „Ronnie James Dio“-Stage geworden, denn so taufte POWERWOLF-Frontsau Atilla Dorn die Bühne im Zelt in der Nacht zu Samstag. Nach einer etwas umfangreicheren Umbaupause, in der diverse Pyros, Kameras, ein Altar samt Kelch und weitere klischeetypische Requisiten die Bühne in eine Art schwarze Kirche verwandelt hatten, hatte sich das Zelt schon bis in die hinteren Reihen gefüllt und so konnte die „Messe der Wölfe“ um kurz nach Mitternacht endlich starten. Von Anfang an war die Meute kaum zu halten und die Band dankte es ihnen mit einer fantastischen Show. Attila-Schilder wurden in die Weihrauch geschwängerte Luft gehalten und mit Stücken wie „Prayer In The Dark“, „ Raise Your Fist, Evangelist“, „ Werewolves Of Armenia“ und „Saturday Satan“, ließen es POWERWOLF mächtig krachen. Zwischendurch zerwichste Bandneuling und seines Zeichen Schießbudenquäler Roel van Helden sein Schlagzeug, wofür er, nach dem Attila Dorn die Fans dazu angestachelt hatte, aufs übelste Ausgepfiffen wurde. Wer die Jungs kennt, weiß aber, dass sie sich selber eh nicht so ernst nehmen und nach der obligatorischen, abschließenden Segnung, war dann auch leider alles schon wieder vorbei.
(Olli)

Setlist POWERWOLF
Sanctified With Dynamite
Prayer In The Dark
In Blood We Trust
Raise Your Fist, Evangelist
We Drink Your Blood
Werewolves Of Armenia
Dead Boys Don’t Cry
Resurrection By Erection
Saturday Satan
Lupus Dei

1:10 – 1:55 EINHERJER (Party)

Zu bereits äußerst vorgerückter Stunde, es war mittlerweile nach 1, war das Zelt wieder einmal in der Hand von Nordmännern. Was ein Glück, dass sie sich nach ihrem Split 2004, 2009 wieder reuniert haben. Ansonsten gäbe es kaum noch Bands, die Viking Metal ohne Kettenhemd, Kriegsbemalung und Tamtam auf der Bühne zelebrieren. Das dieser ohne den ganzen Schnickschnack „natürlich“ weniger Leute anzieht, ist eigentlich recht egal. Denn wer hier im Zelt vor der Bühne steht, genießt „Dragons of the North“ oder „Balladen om Bifrost“ (vom mittlerweile erschienen neuen Album „Norrøn“) der Musik wegen und nur deswegen. Denn optisch und Bewegungstechnisch tat sich auf der Bühne selbst nicht allzu viel. Leider war auch hier, wie bei allen Gigs im Zelt nach 45 Minuten Schicht im Schacht. Fakt ist aber, das kann man sich diesen Sound ruhig häufiger als Betthupferl geben kann.
(Cornelia)

Setlist EINHERJER
Dragons Of The North
Berserkergang
Norrøn Kraft
Balladen Om Bifrost
Far Far North
Ironbound

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger/ Cornelia Wickel

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