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SUMMER BREEZE 2011 – TAG 4

Ort: Dinkelsbühl

Datum: 20.08.2011

Nach einer weiteren und dieses Mal ruhigen Nacht brach der letzte Tag des Summerbreeze‘ herein, um uns den Rest zu geben. Er wartete auf mit vielen bestens aufgelegten Bands und einer Menge guter Laune. Wer bis zu diesem Zeitpunkt sein gesamtes Reisegeld auf den Kopf gehauen hatte, konnte sich den Luxus gönnen, für eine mehr oder minder hohe Überweisungsgebühr am bereitgestellten Automaten neues Gels zu ziehen – und dann ging’s weiter den Bühnen entgegen.
(Jujoweh)

11:00 – 11:30 MOTORJESUS (Pain)

Wer sagt denn, der Rock ’N’ Roll sei tot? MOTORJESUS taten am Samstagvormittag alles Mögliche, um das geflügelte Wort zu widerlegen. Ohne Untertreibung dürfte das Summerbreeze wohl ganz selten einen Opener der Pain-Stage gesehen haben, der zu dieser morgendlichen Stunde so viele Menschen so derbe mitgerissen hat! Obwohl Rockröhre Chris Birx vorgab, ob des ersten Males auf dem Summerbreeze ultranervös gewesen zu sein, war von Muffensausen keine Spur. Nein, der Mann hat echte Entertainer-Qualitäten! Quasi im Alleingang riss er das zahlreich erschienene und völlig abfeiernde Publikum auf die Seite der Band, verteilte Konterbiere, Käse- und Salamibrötchen unter den Fans und machte auch stimmlich eine sehr gute Figur. „Fist Of The Dragon“ widmete er seinen beiden Idolen Bruce Lee und Chuck Norris und demzufolge wollte er bei diesem Song auch keine Pommesgabeln oder Fäuste, sondern die Todeskralle sehen! Fraßen die Anwesenden ihm nicht eh schon willig aus der Hand, folgte der Höhepunkt beim letzten Song „A New War“: mittendrin schwenkte die Band in ein Medley aus SCORPIONs „Rock You Like A Hurricane“ und AC/DCs „TNT“, wobei Letzteres auf Bitten Birx‘ doch bitte in der SIX FEET UNDER-Version vom Publikum gegrowlt werden sollte. Absolut souveräner Samstagsauftakt. Diese Band hat sich definitiv für höhere Weihen empfohlen!
(Olli)

Setlist MOTORJESUS
Motordicipline
Fuel The Warmachine
Fist Of The Dragon
Church Of Booze And Kerosene
King Of The Dead End Road
A New War

11:35 – 12:05 BENIGHTED (Main)

Hatten am Vortag TRIGGER THE BLOODSHED und NERVECELL für brachiale Todeskunst zu früher Stunde gesorgt, lag es nun am letzten Festivaltag an BENIGHTED, es ihnen gleichzutun. Ihre Mission: die Anhänger des Brutal-Death-Metals mit einem ordentlichen Brett wach zu prügeln. Die Franzosen hauten ihre derben Stücke derart vehement und brachial in die Masse der sehr zahlreich versammelten Fans, dass es eine wahre Freude war. Die perfekt aufeinander eingespielten BENIGHTED performten ungemein präzise sowohl irrwitzige Blast-Beat-Attacken als auch fette, groovende Moshparts. Für zusätzliche Dynamik sorgten die eingestreuten eingängigen Melodien sowie der Wechsel aus extrem tiefem Gegrunze und hohen Schreien von Sänger Julien Truchan, welcher barfüßig über die Bühne wirbelte. Im Publikum bildeten sich von Anfang an richtig große Circlepits, und auch zwei dicke Walls Of Death sorgten für zusätzliche Unterhaltung. Wie beliebt BENIGHTED mittlerweile sind, zeigte sich nicht nur an der großen Menge, sondern auch daran, dass wirklich jeder Songtitel in den Ansagen aus tausenden Kehlen mitgebrüllt wurde, und mit jedem Stück verwandelte sich der Platz in ein Meer wild kreisender Schädel. Bassist Eric Lombard feuerte die ohnehin schon heiß gelaufenen Fans noch zusätzlich an, indem er während „Asylum Cave“ in den Fotograben sprang, dort vor der Menge enthusiastisch spielte und sich ordentlich austobte, um dann punktgenau zum kurzen Bass-Solo wieder auf die Bühne zu steigen. Der lauthals geforderten Zugabe konnte leider nicht entsprochen werden. Die Zuschauer verabschiedeten die sichtlich erfreuten BENIGHTED schlussendlich noch mit der laut gesungenen „Marseillaise“, der französischen Nationalhymne.
(Olli)

Setlist BENIGHTED
Pey
Let The Blood Spill Between My Broken Teeth
Saw It All
Collapse
Lethal Merycism
Slut
Asylum Cave

12:10 – 12: 45 TOTAL CHAOS (Pain)

Wild waren sie, energisch sowieso, und doch gänzlich anders als die vorher lärmenden BENIGHTED: TOTAL CHAOS aus Kalifornien waren das absolute Kontrastprogramm. Mit hautengen Jeans, einigen Nieten und Stachelhaarfrisur alleine schon optisch stark unterschiedlich, gab es hier auch ganz andere Töne auf die Ohren. Mit viel Elan, und trotz sehr übersichtlicher Zuschaueranzahl und einer ordentlichen Portion Spaß in den Backen, rotzte die Band ihren kompromisslos treibenden Hardcore-Punk heftig von der Bühne – und das nach achtstündiger Anfahrt über Nacht aus Polen. Die Fans nahmen die flotten Stücke dankbar auf und feierten ihre Helden kräftig ab, und langsam zogen TOTAL CHAOS auch mehr Leute an. Dabei zeigten sich die Mannen um den rau röhrenden Sänger Rob Chaos als musikalisch topfit und gaben mit schwerem Groove, exaktem Spiel, eingängigen Mitgröl-Refrains und dabei dennoch dreckigem, ätzend wütendem Punk-Geballer eine ordentliche Vollbedienung. Highlight der Show war das als „Du siehst Scheiße aus“ angekündigte „Kill The Nazis“.
(Olli)

Setlist TOTAL CHAOS
Horror Vision
Babylon
Fuck The System
Squatters Song
Running With The Youth
Complete Control
Twisted Cross
Voice Of The Streets
Dancing On Your Grave
Punk Invasion
Kill The Nazis
Gomer Pyle
Total Massacre
Tomb Of Doom
Punk No Die
12 Pounce Pounders
Political Repression
Riot City

12:50 – 13:30 ENGEL (Main)

Geflügel halb und halb gab es bei ENGEL. Der moderne Thrash/ Death n Roll kam musikalisch gut rüber und vor der Mainstage war es dementsprechend recht voll. Die Anwesenden klatschten und grölten auch brav mit. Daher war es alles in allem eigentlich ein guter Gig. Aber ich weiß nicht, ob es an meinem mittäglichen Formtief oder an schlechtem Chi lag… Wie auch immer… Jedenfalls kam das ganze bei mir nicht so recht an. Andere Stimmen zeugten jedoch durchaus von Begeisterung. Vielleicht lass ich mich beim nächsten Mal auch überzeugen.
(Javed)

Setlist ENGEL
Six Feet Deep
Casket Closing
Heartsick
Pure Propaganda
Sense The Fire
Feed The Weak
In Splendour

13:35 – 14: 20 DEADLOCK (Pain)

Vom Unwetter am Vortag war am Samstag kaum noch etwas zu sehen. Und wenn es noch ein paar Wolken wegzuschieben gab, dann sorgten DEADLOCK für die endgültige Rückkehr der Hitze vor der Pain-Stage. Kein Gramm Eis, das zwischen der Band und dem Publikum geschmolzen werden musste, stattdessen verdampfte das Wasser aus dem Feuerwehrschlauch blitzschnell auf den Körpern der feiernden Fans. Mit „Bizarro World“ hatten die Schwarzenfelder ihr hochkarätiges neues Album im Gepäck, dessen Songs das Set auch eindeutig dominierten. Das Kontrastprogramm startete jedoch gleich zu Beginn mit elektronischen Beats, also genau dem Element, auf das DEADLOCK beim neuen Werk verzichtet haben. Die Menge wusste, was kommt, und kaum hatten ihre Helden die Bühne betreten, ging die Party in drückender Hitze los. Es wurde mitgesungen, laut geklatscht und freudig auf der Crowd gesurft. Die Ordner hatten massig zu tun, und überhaupt forderte hier jeder jeden: DEADLOCK lieferten einen Kracher nach dem anderen, das Frontduo Johannes und Sabine heizte der tobenden Menge immer wieder ein, die wiederum ihre grenzenlose Begeisterung an die Band zurückgab. Der Circlepit wurde bald zur „Circle-Acht“, die Stimmung war genauso ausgelassen, wie schon vorher bei ENGEL. Von Ermüdungserscheinungen war hier auch nach dem dritten Tag nichts zu merken.
(Olli)

Setlist DEADLOCK
Bizarro World (Intro)
Earthlings
The Brave/ Agony Applause
Virus Jones
Code Of Honor
Brutal Romance
Renegade
Awakened By Sirens
End Begins

14:25 – 15:10 GRAND MAGUS (Main)

Als wir das erste Mal am Donnerstag über das Festivalgelände geschlendert waren, fiel uns allen sofort der Monster Energy-Stand ins Auge, der mit einer recht amtlichen Aussichtsplattform aufwartete. Natürlich waren wir alle sofort scharf darauf, mal die Aussicht von dort oben zu genießen und am Samstagnachmittag gegen halb drei war es dann auch soweit und ich konnte GRAND MAGUS mit einem Becher, der halb und halb mit Ficken und Energy-Brause gefüllt war, erleben. Trotz des Kampfes gegen die brennende Sonne ließen sich viele Metaller nicht davon abbringen, die Köpfe im Takt auf und ab zu bewegen. Bei so einer durchgängig schwergewichtigen Show kann man sich auch ruhig mal braten lassen. GRAND MAGUS belohnten den „Iron Will“ ihrer hartgesottenen Fans mit einem Potpourri aus Klassikern der gesamten Diskographie, konzentrierten sich dann aber selbstverständlich auf die Songs ihres aktuellen Albums „Hammer Of The North“, welches ein ganzes Stück mehr Heavy als Doom ist. Die Scheibe wurde nicht umsonst mit Lob überschüttet, und Songs wie „I, The Jury“, „Ravens Guide Our Way“ oder das gleichnamige Titelstück wurden entsprechend mit Begeisterung empfangen. Die Gitarrenrecken Janne und Fox verzichteten auf ausladendes Geplänkel mit dem Publikum, sondern verwöhnten sie dafür jeweils mit einigen Soloeinlagen. Wie schon des Öfteren auf diesem Festival zeigte sich: Für einen Hammersound braucht es nicht mehr als drei Mann. Und wenn es sich dann noch um eine Kultband wie GRAND MAGUS handelt, macht es das Ganze noch deftiger. Nach der Show war ich dann froh, einen super Auftritt, einer hammergeilen Band gesehen zu haben, kein Sonnenstich mich niedergestreckt hatte und mein Fuß ist auch nicht abgefault war, von diesem elendig süßen Gesöff, welches zwar umsonst war, aber niemals den OK-Daumen von meinem Zahnarzt bekommen hätte.
(Olli)

Setlist GRAND MAGUS
Kingslayer
Silver Into Stell
I, The Jury
Hammer Of The North
Ravens Guid Our Way
Iron Will
Wolf’s Return
Nine
Ulvaskall
At Midnight

15:00 – 15:35 CRIMINAL(Party)

Diese verrückten (Exil-)Chilenen… sie ließen sich trotz eines eher mäßig gefüllten Zeltes den Spaß nicht nehmen und spielten ein souveränes Konzert. Auch eine Handvoll anscheinend mitgereister Fans hatte definitiv Spaß und ließ links vor der Bühne ein Mini-Circlepit kreisen, das sogar während der Ansagen nicht aufhörte. Mit ihrem modernen Mix aus Thrash/ Death und Hardcore konnte man aber auch den Rest der Anwesenden überzeugen, so dass die eine oder andere Matte kreiste. Insgesamt ein durchweg guter Gig, den leider nicht allzu viele mitbekamen.
(Javed)

Setlist CRIMINAL
21st Century Paranoia
Resistance
Cancer
Akelarre
Self Destruction
Rise And Fall
Time Bomb
State Of Siege
El Azote

15:35 – 15:55 VOGELFREY (Camel)

Ganze 4-Mal auf der Camelstage haben sie bewiesen, dass auch unter den „Pausenfüllern“ ausgezeichnete Bands zu finden sind. Selbstredend ist nicht jeder Breezer für Folk, wie ich an diesem Tag nicht zum ersten Mal erkennen durfte und so blieb mir nichts anderes übrig, als mir die Jungs alleine und mit einer doch recht beschaulichen Ansammlung von Leuten an mehreren Terminen anzuschauen. Tanzwütige waren unter diesen Zuschauern noch viel weniger, dafür gab‘s aber bei solch eingängigen Melodien bald keinen mehr, der Köpfe und Füße nicht wenigstens zu ein bisschen nachmittäglichem Sport bewegte. Auch die eine oder andere Pommesgabel konnte man sehen. Mir persönlich blieb von den Gigs vor allem der Song „Blutgericht“ aus dem ersten Set im Gedächtnis, der eine quasi vermetallte Version des Gedichtes „Die Weber“ von Heine ist. Das zog schon irgendwie mächtig. Nun denn. Mal wieder eine dieser Bands, die man schlussendlich immer noch am besten bei Met und Mittelaltermarkt schauen mag, aber gut ist immerhin was gefällt und ich fand den Pakt der Geächteten auf jeden Fall samt Musik absolut sympathisch.
(Jujoweh)

Setlist VOGELFREY 1:
6 Vaganten, Düsterpflicht, Belsazar, Blutgericht
Setlist VOGELFREY 2:
Ball der Gehängten, Freitod, Waffenbruder, Tüdelband
Setlist VOGELFREY 3:
In Acht und Bann, Schuld ist nur der Met, Im schwarzen Hain, Galgenvogel
Setlist VOGELFREY 4:
Feenfleisch, Puella Rufa, Heldentod, Der Tusch

15:55 – 16:30 ADEPT (Party)

Bei ADEPT nahm die Zuschauermasse im Zelt nochmals zu. Vor allem die vordere Hälfte der Fans machte auch von Anfang an schön mit und ließ sich von der kraftvollen Mischung der Schweden aus Melodic Death-Metal und Hardcore ordentlich mitreißen. Die gutgelaunten Jungs zeigten von Anfang an echte Spielfreude und sprühten vor Charisma und Energie, allen voran Sänger Robert Ljung, der mit seiner unglaublichen Bühnenpräsenz alle Aufmerksamkeit auf sich zog und die Fans fest im Griff hatte. Die gaben es sich nicht nur in ordentlichen Moshpits, sondern auch zum Auf- und Abspringen sowie einem dicken Circle-Pit ließen sie sich animieren. Das lag aber natürlich auch an der souverän dargebotenen, wuchtigen Musik mit fetten Doublebass-Gewittern, kräftigen Breakdowns und den typischen Göteborg-Melodien. Alles in allem eine mehr als sehenswerte Show, die ADEPT da abgeliefert hatten, mit ordentlich harter Musik und viel Spaß, vor und auf der Bühne!
(Olli)

Setlist ADEPT
First Round, First Minute
No Guts, No Glory
At World’S End
Sound The Alarm
Shark! Shark! Shark!
The Ivory Tower
The Lost Boys

16:05 – 17:05 FARMER BOYS (Pain)

Etwas düsterer als erwartet ging es bei den Lokalmatadoren aus Stuttgart zu. Alle Fünf waren komplett in schwarz gekleidet und auch musikalisch waren ihre Songs eher von der düster-dunklen Sorte. Nichtsdestotrotz und auch obwohl es vor der Mainstage nicht ganz so voll war, hatten die Fünf sichtlich ihren Spaß. Hierbei wurden allerdings einige Witzchen gerissen, die man wohl unter „Bandinsider“ ablegen musste, da man sich auf der Bühne scheckig lachte und man im Publikum auf einige Fragezeichen stieß. Des Weiteren kam der Sänger seiner Pflicht als „Dienstleister“ nach und informierte über die aktuellen Fußballzwischenständestände (wohl auch nicht ganz uneigennützig). Begeistern konnte man das Publikum aber auch noch musikalisch mit dem zum Schluss gespielten „Here comes the Pain“, bei dem im Chorus mächtig mitgesungen wurde und sich einige Arme gen Himmel streckten.
(Javed)

Setlist FARMER BOYS
Intro
When Pigs Fly
Farm Sweet Farm
Like Jesus Wept
Once And For All
The Good Life
A New Breed Of Evil
Where The Sun Never Shines
We Sow The Storm
The Other Side
Barnburner
Never Let Me Down Again
Here Comes The Pain

16:50 – 17:25 DEMONICAL (Party)

Mit DEMONICAL ging es nun doch deutlich traditioneller weiter, leider vor weniger Publikum als noch bei ADEPT. Dafür wohnten die Anwesenden einem besonders gelungenen Auftritt bei. DEMONICAL sind eine Macht, und das nicht nur auf ihren Studiowerken, sondern auch und vor allem an der Live-Front! Kaum eine Band versteht es, den einzig wahren Old-School-Schwedentod in Reinform so authentisch und mitreißend zu zelebrieren. Lässig wie immer wirkten die Mannen um den doch des Öfteren ein wenig manisch dreinblickenden Fronter Sverker Widgren, dessen ultraböse Growls schön druckvoll tönten. DEMONICAL machten mit ihrem treibenden Groove und den charmant knarzenden, tief wummernden, schnörkellosen Riffs keine Gefangenen. Vehement knüppelten sich die Schweden mit tödlicher Präzision durch ihr Set. Zusammen mit den Fans bangte sich die Band nach allen Regeln der Kunst die Seele aus dem Leib, was eben auch zu der räudig-sympathischen Ausstrahlung der Schweden mit beitrug. Ein Todesblei-Hit jagte den nächsten, und die Show der Nordlichter wurde zu Recht von den Fans kräftig abgefeiert und bejubelt!
(Olli)

Setlist DEMONICAL
The Arrival Of Armageddon
World Serpent
Ravenous
Götter des Nordens
All Will Perish (The Final Liberation)
Baptized In Fire
March For Victory
Death Metal Darkness

17:10 – 18: 00 CORVUS CORAX (Pain)

Wo immer Folk-Metal zelebriert wird, darf ich nicht fehlen und CORVUS CORAX zogen einfach nur wie ein Brauereipferd – Unerbittlich schleuderten Fronter Rabensang und seine Mannen ihre zum Koboldtanz animierenden Songs vom Stapel, sodass sich trotz Höllentemperaturen doch sehr viele Tanzwütige fanden, die mich ganz schnell in ihre Mitte assimilierten. Solch eine Tanzfreude konnte man ansonsten nur bei den stiltechnisch doch sehr „anderen“ TURISAS am Vortag (und bei deutlich kühleren Temperaturen) beobachten. Persönlich liebe ich die Instrumentalstücke von CORVUS CORAX deutlich mehr als die gesungenen Parts, doch wer so souverän seine Zuschauer mit immer schnelleren Rhythmen und immer wilderen Melodien verzaubert und an den Rand des Hitzekollers bringt, holt bei mir alle Sterne, selbst wenn ich mir vielleicht nicht unbedingt eine CD von ihnen kaufen würde. Natürlich muss nicht gesagt werden, dass der Stimmungshöhepunkt des Auftrittes bei „In Taberna“ lag – dem Kneipenschläger und Tanzlied schlechthin. Alles in Allem war dies der eindeutige Beweis, dass tropische Hitze eigentlich keine echte Entschuldigung für wenig Stimmung vor der Bühne ist. Nach dem Auftritt musste ich erst mal zur nächstliegenden Bar, um mich vom freundlichen Thekenpersonal mit einer ordentlichen Portion Eis für Nacken, Arme und Gesicht versorgen zu lassen.
(Jujoweh)

Setlist CORVUS CORAX
Suam Elle Ihres
Urmani
Mille Anni Passi
Spielmannstanz
Filii Neidhardi
In Taberna
Die Klage
Bibit Aleum
Saltarello
Chou Chou Sheng

17:25 – 18:20 WOLF (Party)

Zum Gig von WOLF gibt es leider nicht viel Spektakuläres zu berichten. Sie spielten ihren Power Metal souverän vor einem ca. halb gefüllten Zelt. Besonderes gab es hierbei nicht. Solide Musik, solider Gig, der allerdings aus irgendeinem Grunde nicht viel mehr, als eben nur solide war. Vielleicht gibt’s beim nächsten Mal mehr zu berichten!
(Javed)

Setlist WOLF
Evil Star
The Bite
Voodoo
Skull Crusher
K141 – Kursk
Hail Caesar

18:05 – 19:10 AS I LAY DYING (Main)

Was soll ich sagen? Mit den Jungs von AS I LAY DYING habe ich meinen Weg in den Metalcore schon vor Jahren gefunden und war dementsprechend umso glücklicher, sie endlich mal live zu erleben. Dass sie den meiner Ansicht nach denkwürdigsten Auftritt des Summerbreeze‘ hinlegten, war dabei allerdings nicht geplant, denn wenn ich gewusst hätte, dass mich die Ami-Jungs derart aus den Socken hauen würden, wäre ich barfuß gekommen und hätte meine Zeit nicht damit vergeudet, nach Eiswürfeln zu suchen, wobei ich den ersten Song verpasst habe. Eine Schande, da ich „Within Destruction“ so leider nur halb mitbekommen habe, als die Party schon im vollen Gange war. Was mir dabei völlig schleierhaft war… wie Tim Lambesis und seine Mannen trotz der erschlagenden Sonnenstrahlen noch auf nicht gerade wenig Pyroshow zurück griffen, ohne sich in knusprige Grillhähnchen zu verwandeln. Angeheizt war das Publikum in jedem Fall gut und entsprach der Aufforderung zu einem Circle Pit natürlich zahlreich, mehrfach und mit Freuden. Mit „Forever“ brachten die Jungs schließlich noch meinen heimlichen Lieblingssong, der ihnen neben einer halben Armee voller CrowdSurfern auch noch einen amtlichen Pit eingebracht hat. Dass während der Wall-Of-Death zum Song „Confined“ noch ZEITGLEICH ein Circle-Pit im Gange war, wurde mir erst später von einem atemlosen Fotografen erzählt. Ich selbst habe dies in meinem Elan vollkommen verpasst und war zu diesem Zeitpunkt vermutlich nicht fern von Beidem. Ob die Meute nun geheadbanged, gemoshed oder einfach nur im Gras der hinteren Reihen gesessen und die Musik genossen hat. – Es war auf jeden Fall das Erlebnis wert. Gerne wieder!
(Jujoweh)

Setlist AS I LAY DYING
Intro
Within Destruction
The Sound Of Truth
Upside Down Kingdom
Through Struggle
An Ocean Between Us
Anodyne Sea
Condemned
Parallels
Separation
Nothing Left
Forever
Confined
94 Hours

18:40 – 19:20 SWASHBUCKLE (Party)

SWASHBUCKLE kamen, sahen und füllten die Location binnen Sekunden mit zahlreichen Fans – und alle voller Erwartung, dass das Partyzelt seinem Namen alle Ehre machen würde. Der erste Schmunzler kam einem schon vor Konzertbeginn über die Lippen, als das für diese Bühne viel zu kleine Banner gehisst wurde. Als die drei Piraten dann tanzenderweise zum Intro die Bühne betraten wurde das Partyzelt zum Partyschiff und die Seemänner stachen zu einem erfolgreichen Feldzug in See. Jetzt aber genug der Floskeln und mehr zu den Fakten. Erinnert hat mich die Vorstellung ein bisschen an die hiesigen GRAILNIGHTS, aber mit anderen Kostümen und anderem Konzept. Zugegeben musikalisch gehen SWASHBUCKLE in eine etwas andere Richtung. Hier findet man eher SOD-Einschläge wieder, was sich auch live in einem, kleinen „You‘ re dead“ Intermezzo äußerte. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich leider nicht mitbekommen habe, wem dieses gewidmet war. Nun gut, aber weiter mit den Fakten. Eine weitere Gemeinsamkeit mit den GRAILNIGHTS ist, dass das Ganze live unglaublich gut funktioniert und die Party wirklich Spaß macht. So bangte, divte und Circle-Pittete es durch das gesamte Zelt. Hierbei hatten SWASHBUCKLE das Publikum enorm gut im Griff. Der Aufforderung „I want more Circlepits“ wurde auch gleich Folge geleistet. Die drei Piraten haben auf jeden Fall gezeigt, dass sie wissen wie man anständig Party macht.
(Javed)

Setlist SWASHBUCKLE
Powder Keg
We Sunk Our Battleship
Where Victory I Penned
Scurvy Back
Peg-Leg Stomp
Back To The Noose
Walk The Plank
Raw Doggin‘ At The Raw Bar
Attack!!!
Crime Always Pays
Whirlpit
Cruise Ship Terror

19:15 – 20:15 CALIBAN (Pain)

CALIBAN bedeutet Pyro und Nebelshow ohne Ende und genau dies wurde von Anfang an geboten, als befände man sich im Krieg. Leider gab es dabei auch den einen oder anderen verletzten, da sich Andy bei seinem anfänglichen Gespringe und Getanze ordentlich aufs Maul gepackt hat. Später auf den Fotos bekam man für den nachfolgenden Körpereinsatz (auf einem Bein springend) noch umso mehr Respekt, als man erkannte, dass Andy plötzlich zwei Fußknöchel zu haben schien, wo vorher nur einer war. Das hat bestimmt wehgetan. Umso erstaunlicher, dass der Vollprofi sowohl Ton, als auch Körper gerade halten konnte und uns ein Konzert der Extraklasse geliefert hat, bei dem ein gekonntes Cover von RAMMSTEINs „Sonne“ die Stimmung an den Rand des Wahnsinns trieb und den Schlachtfeldähnlichen Zustand vor die Bühne und Mitten ins Publikum geschmettert hat, wo kein Auge trocken blieb. Schließlich gab’s noch einen roten Konfettiregen ins Publikum, hinter dem sich der rote Konfettiregen von IN EXTREMO am Vortag wohl dreimal verstecken konnte. Alle Achtung… nein … HOCHachtung vor so einem genialen Gig!
(Jujoweh)

Setlist CALIBAN
Love Song
My Time Has Come
No One Is Safe
Helter Skelter
Stop Running
Walk Like The Dead
Nowhere To Run
I Will Never Let You Down
24 Years
Nothing Is Forever
Sonne
It’s Our Burden To Bleed

19:40 – 20:20 OBSCURA (Party)

Bei OBSCURA ging es derweil ganz anders weiter. Bei ihrem schnellen und technischen Death Metal stellten vor allem die Gitarristen ihre Flitzefinger in den Vordergrund. Einen ihrer Songs widmeten sie den Bands DEATH und MORBID ANGEL. Da wusste man dann auch woher der Wind weht. Auch Soundtechnisch war das ganze sehr fett. Allerdings war nach der Piratenparty ein bisschen die Luft aus dem Zelt, welches jetzt nur halb gefüllt war. Stimmung wollte auch irgendwie nicht so ganz von der Bühne rüber schwappen. Ich hatte die ganze Zeit den Eindruck, OBSCURA waren eher mit sich selbst und ihren Fingerchen beschäftigt als mit dem Publikum und fanden sich vor allem selber dabei ganz toll. Was mir die Ansage „Der Song ist für alle Gitarristen da draußen!“ sagen sollte, blieb mir (als Schlagzeuger) jedenfalls schleierhaft. Zusammenfassend war das zwar ein technisch guter Gig, bei dem sich OBSCURA aber selber im Weg standen und dadurch nicht so recht Kontakt zum Publikum fanden.
(Javed)

Setlist OBSCURA
Septuagint
Anticosmic Overload
Intoxicated
Vortex Omnivium
Ocean Gateways
Euclidean Elements
Centric Flow

20:20 – 21:30 TARJA (Main)

Während schönster Sonnenuntergangszeit wartete Ex-NIGHTWISH-Sängerin TARJA Turunen mit einem Gig voller Gothic-Gejaule auf, dass ich mir bald Ohrenschoner wünschte. Zu ihrer Ehrenrettung muss aber gesagt werden, dass die zahlreich erschienenen Fans meine Einleitung sicherlich anders formuliert hätten und offenbar richtig zufrieden mit dem Gig waren. Zu Anfang jedoch gab’s erst mal ordentlich Discomusik als Intro, was gerade in den hinteren Reihen zum einen oder anderen Lachanfall geführt hat. Dann erschien Tarja in Lack und Leder und mit einer ansehnlichen Menge Kosmetik im Gesicht. So sehr ich eine ausgebildete Opernstimme auch bewundern mag, so dissonant klang auch das Zusammenspiel zwischen ihr und der E-Gitarre in meinen Ohren, was nach anfänglichen Soundschwierigkeiten immerhin ETWAS besser wurde. Episch ist in meinen Ohren was anderes, aber ich kann wohl nicht umhin kommen, ihr meine Glückwünsche auszusprechen, da sie als erste finnische Sängerin eine goldene Schallplatte direkt auf der Bühne überreicht bekam. Zu diesem Zeitpunkt aber war ich schon weit genug entfernt, um zu wissen, dass ich persönlich nie zum CD-Käufer werde.
(Jujoweh)

Setlist TARJA
Dark Star
I Feel Immortal
Falling Awake
Little Lies
Underneath
Ciaran’s Well
The Siren
In For A Kill
Die Alive
Over The Hills and Far Away
Until My Last Breath

20:20 – 20:40 VOLKSMETAL (Camel)

Auf dem Weg von einer zur anderen Bühne, kam man schwerlich an der Camelstage vorbei und so auch nicht an VOLKSMETAL. Mit Dirndlpuppe und zünftigem Blödelmetal hatten die Jungs auch einiges an Lachern und Zuhörern auf ihrer Seite. Ich für meinen Teil bin der Ansicht, dass das geistige Kind aus Schlager und Metal erschlagen gehört. So amüsant sich ein Lied auch anhören mag, so sehr geht einem ( zumindest mir) das ganze bald auch auf das Säckle. Kein Vergleich zum „Schlagermetal“, den uns die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS am Donnerstag boten.
(Jujoweh)

Setlist VOLKSMETAL 1:
D’r Deifel Is A Oachkatzerl, Die Oide Goas, Ozapft Is, Geh Loss Ma Mei Ruah, Bayer
Setlist VOLKSMETAL 2:
D’r Deifel Is A Oachkatzerl, Die Oide Goas, Brutaler Modelwahn, Koa Hirtenmadel, Bayer
Setlist VOLKSMETAL 3:
D’r Deifel Is A Oachkatzerl, Ozapft Is, Säuferjodler, Kerkermeister, Bayer
Setlist VOLKSMETAL 4:
D’r Deifel Is A Oachkatzerl, Die Oide Goas, Fürstenfeld, Ozapft Is, Bayer

20:40 – 21:25 THE OCEAN (Party)

Meine Güte! Und das in mehrerlei Hinsicht. Erstens: Die vierte Band in Folge und jedes Mal was komplett anderes. Diese Vielfalt schätze ich sehr am Summerbreeze. Zweitens: was für ein intensiver Gig! Intensiv ist dabei das Wort, was es wohl am besten beschreibt. Aber zunächst zur Vielfalt. Musikalisch kam nun schwer zu kategorisierender moderner Progressive/ Post Metal/ Core auf die Bretter, aber man muss ja nicht alles in eine Schublade stecken. Die Musik lässt sich jedoch wie schon eingangs erwähnt als sehr intensiv beschreiben. Es wechseln sich sphärisch-tragende Parts mit energetischen Wutausbrüchen ab. Diese Intensität verkörperten die Musiker auch auf der Bühne und waren mit jeder Faser voll dabei, was sich auch auf das Publikum übertrug. Sogar die anwesenden Fotografen und Ordner waren laut einiger Aussagen Beteiligter schwer beeindruckt. Wer musikalisch aufgeschlossen ist und die Gelegenheit bekommt, THE OCEAN mal live zu sehen, sollte dies unbedingt wahr nehmen. Für mich sicherlich einer der positiven Überraschungen dieses Summerbreeze. (Kleine Anmerkung am Rand: das war ein ganz schöner Kulturschock, nachdem ich zuvor beim Bier holen während der Umbaupause mal kurz zur Hauptbühne gehüpft war, wo sich die gute TARJA durchs Programm gejodelt hat – aber is ja zum Glück Geschmackssache).
(Javed)

Setlist THE OCEAN
Septuagint
Anticosmic Overload
Intoxicated
Vortex Omnivium
Ocean Gateways
Euclidean Elements
Centric Flow

21:35 – 22:35 SODOM (Pain)

Als es um halb zehn endlich kühler war, hatte sich eine beachtliche Meute vor der Painstage angesammelt, die sich bis weit nach hinten zu den Fressbuden ausgedehnt hatte. Wer diese vielen Menschen aufs Festivalgelände gelockt hatte? Natürlich die Ruhrpott Thrash-Metal-Legende SODOM. Da ich mich im Pressebereich verquatscht hatte, kam ich dann leider zu spät, um mich in die ersten Reihen durch schlagen zu können. Eigentlich war ich aber auch ganz froh darüber, denn drei Tage Dauerparty und Tropenwetter waren nicht so ganz spurlos an mir vorbeigegangen und mein Körper signalisierte mir doch recht vehement, dass er nicht mehr so wollte wie ich. Der Geist war also willig, aber der Körper schlaff. Also hab ich mir kurzerhand ein kühles Blondes an der Bierbude geholt und mich links neben die Painstage gesetzt, so dass ich die Leinwand gut im Blick hatte, um mir die Show der SODOMisten in aller Ruhe reinziehen zu können. Nach dem saftigen Einstieg „The Vice Of Killing“ vom „Code Red“-Album war klar, dass SODOM es heute nicht auf die sanfte Tour probieren wollten, was das Publikum mit großem Jubel quittierte. Es folgten Klassiker wie „Outbreak Of Evil“, „The Saw Is The Law“, das wahnsinnig schnell und hart gespielte „Agent Orange” sowie das ebenso deftig runtergeratterte „Blasphemer” von der ersten EP „In The Sign Of Evil“, das Onkel Tom seinem verstorbenen Freund und ehemaligen SODOM-Drummer Chris Witchhunter widmete. Spätestens an diesem Punkt des Gigs war übrigens klar, dass SODOM nicht nur sehr beliebt sind, sondern sie sich ihren Triumph an diesem lauen Sommerabend nicht nehmen lassen würden. Die folgenden Songs „Ausgebombt“, an dessen Ende sich die Band hilflos verhaspelte, was sie aber eher sympathisch und menschlich zeigte, als dass man das überbewerten sollte. „Remember The Fallen“ und das fast in Blast-Geschwindigkeit gebretterte „Bombenhagel“ (ohne Nationalhymne) waren dann nur noch der längst bestätigte Durchmarsch einer sauguten Old-School-Thrash-Band, die sich mit den vielen Jahren ihrer Existenz jeden einzelnen Applaus und Jubelschrei redlich verdient hat. Die Ruhrpottler haben hier vorgemacht, wie man als „alte Säcke“ noch fett Gas gibt und den Boden zum Beben bringt. SODOM haben regelrecht abgeräumt, viel altes Material gespielt und dabei nicht nur den guten alten deutschen Thrash Metal zelebriert, sondern auch die MOTÖRHEAD-Rock’n’Roll-Nummer perfekt abgeliefert.
(Olli)

Setlist SODOM
The Vice Of Killing
Outbreak Of Evil
The Saw Is The Law
I Am The War
M16
The Art Of Killing Poetry
Agent Orange
Blasphemer
City Of God
Ausgebombt
Remember The Fallen
Bombenhagel

21:45 – 22:30 TYR (Party)

Erneut vernahm ich die färöischen Klänge von TYR, die ich auf dem WNT das letzte Mal gehört hatte, – und schon damals waren sie der Oberhammer. Für Alle, die die Band noch nicht kennen: TYR… das ist sowas wie folkisch angehauchter Heavy-Metal… allerdings ohne Dudelsack-Gedudel oder Ähnlichem exotischen Instrumentalgeballer. Direkt zu Beginn gab’s erst mal ein bisschen Korn fürs Publikum und dann startete ein Konzert, das sich gewaschen hatte und auch mit einigen Songs der neuen Platte wie „Shadow Of The Swastika“ oder „Hall Of Freedom“ aufwartete. Und am Ende von „Hall of Freedom“ gab’s noch ein reines Instrumentalstück, zu dem kurzerhand die ganze Meute im Takt klatschte, dass die Erde erbebte. Ein kleiner Wehmutstropfen allerdings war, dass „Hail To The Hammer“, als Publikumsliebling und Massenschlager vollends fehlte. War schon ein komisches Gefühl, die ganze Zeit auf einen Song zu warten und plötzlich ist der Gig vorbei.
(Jujoweh)

Setlist TYR
Flames Of The Free
Sinklars Visa
Northern Gate
Shadow Of The Swastika
Hall Of Freedom
The Rage Of The Skullgaffer
Tróndur í Gøtu
Hold The Heathen Hammer High
By The Sword In My Hand

22:40 – 23:55 HATEBREED (Main)

Nach SODOM ging es schließlich auf zur Mainstage, wo das Hassbrot mit Extrem-Sound vom Feinsten aufwarten sollte. Bei Dunkelheit und harten Tönen kommt natürlich eine Pyroshow besonders gut und so ließen es sich die Jung nicht nehmen, nebst zündender Songs auch gleich die Bühne in Flammen stehen zu lassen. Dazu gab es eine geniale Lichtshow mit vielen Grellweißen Spots, die vermutlich das gesamte Dinkelsbühler Dorf hell erleuchtet haben. Dabei verloren sie von Anfang an keine Zeit und forderten gleich zum ersten Song den Circle-Pit. Bei „Born To Bleed“ konnte man schließlich auch die ersten paar Duzend Crowd-Surfer verzeichnen, während das Publikum mit extrem guter Anheize von Frontsau Jamey zu immer wilderen Moshpits angefeuert wurden. „Empty Promises“? – No Way!
(Jujoweh)

Setlist HATEBREED
Everyone Bleeds Now
Hands Of A Dying Man
Merciless Tide
In Ashes They Shall Reap
To The Threshold
Beholder Of Justice
A Call For Blood
Our Last Breath
Tear It Down
You’re Never Alone
Before Dishonour
Doomsayer
As Diehard As They Come
Straight To Your Face
Empty Promises
Never Let It Die
Proven
Betrayed By Life
This Is Now
The Defeatist
Live For This
Perseverance
I Will Be Heard
Destroy Everything

22:50 – 23:35 GOD DETHRONED (Party)

Ich hätte ja gedacht, dass sich mehr Leute zum letzten Deutschlandkonzert von GOD DETHRONED einfinden würden. Wie auch immer. Diejenigen, die da waren, sahen voller Wehmut einen geilen Gig. Hierbei wurden auch Perlen wie „Soul Capture 1562“ vom „Bloody Blasphemy“-Album zum Besten gegeben, die sonst nicht live nicht zur Geltung kamen. Aber auch Evergreens wie „Villa Vampiria“ durften natürlich nicht fehlen. Dabei wurden GOD DETHRONED nochmal ordentlich abgefeiert, obwohl manchen Leuten das Festival schon sichtlich in den Knochen steckte. Die Publikumsreaktionen hinterließen wohl auch bei Mastermind Henri Sattler ein wehmütiges Gefühl, der sich mit den Worten „We’ll miss you!“verabschiedete. Mit diesem Gefühl wird der Gute nicht alleine sein, da GOD DETHRONED gezeigt haben, dass mit ihrem Abschied eine ordentliche Lücke zurückbleibt. Aber man hat sich mit einem ordentlichen Paukenschlag verabschiedet … und mal sehen wer diese Lücke füllen kann.
(Javed)

Setlist GOD DETHRONED
Intro: The Cross Of Sacrifice
Under A Darkening Sky
Serpent King
Nihilism
Boiling Blood
Poison Fog
Soul Capture
Storm Of Steel
Typhoid Mary
Villa Vampiria
Under The Sign Of The Iron Cross

00:00 – 00:50 VOMITORY (Party)

Die Jungs aus Schweden habe ich nun schon mehrfach gesehen, jedoch bereits vor längerer Zeit. Gut zu erkennen war aber, dass sie natürlich seither nichts von ihrem Auf-die-Fresse-Trash-Metal-Glanz eingebüßt haben. Eingebüßt hatte zu solch später Stunde allerdings das Publikum, und das gewaltig. Ob da wohl die Jungs von HATEBREED die letzten Kräfte vollends vernichtet hatten? Wer weiß? Statt einfach im Partyzelt weiter zu moshen, stürmten jedenfalls die meisten, die den Weg des Partyzeltes kreuzten, weiter Richtung Ausgang und ins Heiabettchen. Dabei haben sie einen Gig verpasst, der sich am besten mit den Worten der Band beschreiben lässt: „Only fast Songs, or faster songs.“ Dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen.
(Jujoweh)

Setlist VOMITORY
Regorge In The Morgue
Hollow Retribution
Carnage Rages On
Shrouded In Darkness
Terrorize, Brutalize, Sodomize
The Dead Awaken
Hate In A Time Of War
Serpents
Under Clouds Of Blood
Blood Rapture

00:00 – 1:00 PRIMORDIAL (Pain)

Da mich nach SODOM doch arg der Hunger quälte, und ich wusste, dass ein hungriger Wolf bestimmt am Zeltplatz was zum Reißen finden würde, stand die Marschrichtung nach den Ruhrpottlern natürlich fest. Ein junges Reh war es dann zwar nicht, was ich am Zelt vorfand, aber Javed und Cynthias köstlichen selbstgemachten Nudelsalat (Anm. von Jule: Hey! Ich hab auch meinen verhunzenden Teil dazu beigetragen!!!), den ich mir dann auch mal direkt in rauen Mengen auf einen Teller schaufelte, um es mir dann auf meinem Campingstuhl gemütlich zu machen. Da Javed nicht so appetitlich aussah, begnügte ich mich damit, mit ihm über Gott und die Welt zu schwadronieren, was zu Folge hatte, dass ich die ersten paar Minuten von PRIMORDIAL nur auf dem Weg zum Festivalgelände mitbekam, nachdem ich nach den ersten paar Takten fluchtartig vom gemütlichen Klappstuhl aus losgestürmt war. Bei ihrem letzten Besuch hatte die Band zwar einen denkwürdigen Auftritt gespielt, allerdings eher in negativer Sicht, denn der Schlagzeuger stand damals doch sehr neben sich. Der Mann hat seine Lektion aber offensichtlich gelernt, denn er war, wie auch die anderen Musiker, voll dabei und bereitete den Aktionen von Sänger Alan die Bühne. Der erschien natürlich wieder blutig geschminkt und mit zerrissener Garderobe, versprühte aber auch sofort wieder das gewohnte Charisma des perfekten Zeremonienmeisters. Die wehmütigen Songs waren fast schon erschreckend passend für die Funktion als letzte Band auf der Pain-Stage. Hinzu kam über weite Strecken ein eher schummriges, hauptsächlich in roten Tönen gehaltenes Licht und der nebenan schon beginnende Abbau der Main-Stage tat ein Übriges für ordentlich Kopfkino mit PRIMORDIAL-Soundtrack. Obwohl allen die letzten Tage mit ordentlich Hitze, Schweiß und Feiern in den Knochen gesteckt haben dürfte, schafften es die Iren noch mal die letzten Reserven zu mobilisieren und bis zum FOH-Turm alle mit ihrem Sound anzustecken. Bei „Bloodied Yet Unbowed“ erwähnte Alan das 20-jährige Jubiläum der Band und widmete es ihren Freunden von ROTTING CHRIST, die nach ihnen noch im Partyzelt aufspielten. Danke PRIMORDIAL!
(Olli)

Setlist PRIMORDIAL
No Grave Deep Enough
Gods Of The Godless
Lain With The Wolf
As Rome Burns
Bloodied Yet Unbowed
The Coffin Ships
Empire Falls

1:10 – 1:55 MOONSORROW (Party)

Wow! Wer hätte gedacht, dass man so spät am Abend mit so wenig Bewegung vor der Bühne dennoch so eine tolle Band erleben kann. MOONSORROW passten mit ihrem hübsch mysteriös anmutenden Intro und bläulicher Lichtshow perfekt als letztes Konzert, dass ich auf dem Breeze gesehen habe. Quasi ein ruhigerer, wenn auch sehr doomiger Abschied vom Summerbreeze, der mit einigen folkigen Elementen aufwartete – und zu dem nebenbei die Keyboardbegleitung sehr gut passt, was man nicht bei vielen Metalbands sagen kann. Pagan Metal at it’s best eben! Zu Konzertbeginn füllte die Halle sich tatsächlich noch einmal ein wenig, doch sah man den müden Kriegern die vier Tage Festival schon deutlich an, obwohl Frontmann Ville Sorvali mit seinem sympathischen finnischen Akzent nochmal alles gab, um durch gelungene Ansagen die Meute bei Laune zu halten. Als er sich über den „Schmerzhaft heißen Sommertag“ beschwerte, erhielt er zumindest eine Welle von Zustimmung, die man so schon seit Stunden nicht mehr vernommen hatte. Vom Publikum her war es allerdings wie angedeutet ansonsten keine immense Verbesserung zu VOMITORY, abgesehen davon, dass die Bewegungsfreude noch mehr abgenommen hatte, was unter Anderem sicher auch daran liegen mochte, dass MOONSORROW trotz der harten Growls und ob der melodiösen Begleitung eher eine Band zum Anhören, als zum Moshen ist. Ich persönlich finde die Musik richtig geil und obwohl gegen Mitte des Konzertes der Saal merklich leerer wurde und viele dem Schlafsack Vorzug gaben, haben die Jungs auf der Bühne sich nicht den Schneid abkaufen lassen und eine Show zu Stande gebracht, die zeigte, dass zumindest sie die fortgeschrittene Stunde nicht als Gegner wahr nahmen. Schließlich und endlich wurde die Menge sehr sympathisch mit Pleks verabschiedet und was noch sympathischer war, war die Tatsache, dass die unermüdlichen Arbeiter hinter der Bühne kurzerhand auf eben diese geholt wurden, um den verdienten Jubel zu ernten. – Runde Sache!
(Jujoweh)

Setlist MOONSORROW
Tähdetön
Kivenkantaja
Aurinko + Kuu
Kuolleiden Maa

2:15 – 3:00 – ROTTING CHRIST (Party)

Oh weh, oh weh! Die vorletzte Band am Abend des letzten Festivaltags (um 2:15 Uhr!!!) und dann auch noch so ein Abrisskommando. Die vier Griechen von ROTTING CHRIST ließen sich die späte Uhrzeit nicht anmerken und legten los wie die Feuerwehr. Dabei sahen sie irgendwie aus wie grade aus dem Film „300“ entsprungen: Groß, schwarzhaarig und bärtig. Eine imposante Erscheinung, die Frontmann Sakis Tolis durch wilde Gesten untermalte, mit denen er die übrig gebliebenen wackeren, die immer noch nicht genug hatten, anpeitschte und noch einmal für ordentlich Nackenschmerzen sorgte. Soundtechnisch und musikalisch waren ROTTING CHRIST eine geschlossene Wand, was auch durch meinem lieben Nebenmann mit den Worten „Dat drückt aber ordentlich!“ bestätigt wurde. Bei der Songauswahl wurde hier das Augenmerk auf das aktuelle Album „Aealo“ und die Vorgängerscheibe „Theoginia“ gelegt. Leider wurde aus eben genanntem Werk nicht der Song „Gaia Tellus“ gespielt, obwohl das Intro kurz angespielt wurde. Den verdutzten Blicken seiner Mitmusiker nach zu urteilen hatte Drummer Themis Tolis wohl da den falschen Track abgespielt. Schade. Das war dann auch die einzige Panne in einem ansonsten sehr guten und kräftezehrenden Gig.
(Javed)

Setlist ROTTING CHRIST
Intro
Aealo
Eon Aenaos
Athanatoi Este
Fire Death And Fear
Sign Of Evil Existence
Transform All Suffering Into Plagues
The Sign Of Prime Creation
Phobos
Dub Sag Ta Ke
Noctis Era
Outro

3:20 – 4:00 BURDEN OF GRIEF (Party)

Den etwas undankbaren Platz als Rausschmeißer hatten BURDEN OF GRIEF inne. Und das auch noch nachdem ROTTING CHRIST zuvor alles platt gemacht hatten. Daher war nur eine Hand voll Zuschauer übrig geblieben, um dem letzten Konzert des diesjährigen Summerbreeze‘ beizuwohnen. Aber die Jungs nahmen es mit Humor und gaben trotzdem alles das Publikum zu unterhalten und spielten sich mit ihrem Melodic Death Metal in die Herzen des harten Kerns. Für ordentlich Stimmung sorgte man nochmal mit dem IRON MAIDEN Cover „Aces High“. Hierbei kam sogar nochmal ein Circlepit zustande, wenn dies aufgrund des fortgeschrittenen Alkoholpegels auch etwas eierte. Abschließend konnte man auch die letzten Besucher zufrieden ins Bett und die Mitwirkenden in den wohlverdienten Feierabend schicken.
(Javed)

Setlist BURDEN OF GRIEF
Follow The Flames
Swallow The Sun
Burn In Fire
Nightmare
Arms Of Death
Aces High
The Killer In Me
Rise Like A Phoenix

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger/ Cornelia Wickel

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