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SUMMER BREEZE 2012 – TAG 4

Ort: Dinkelsbühl

Datum: 18.08.2012

Samstag

Verdammt sind drei Tage Festival schnell vorbei. Am Sonntag erwacht, konnte man fast nicht glauben, wie viele geile Bands man schon gesehen hatte und Metal-sei-Dank gab es noch einige, die uns erwarteten, an diesem Ende aller Tage. So haben wir uns denn schweren Herzens schon mal etwas für die nächtliche Heimfahrt fertig gemacht und die Gelegenheit genutzt, um noch einmal mit den letzten paar Kröten über den Metal Markt zu gehen, der aber verglichen zu den Vorjahren auch keine großen Überraschungen mehr bereit hielt. Da gab ich meine letzten Heller dann doch lieber für ein gutes Bier aus.
(Jujoweh)

Jottojott, morgens um 11:35 Uhr und in sengender Mittagssonne legten NIGHT IN GALES trotz der widrigen Umstände ein tolles Konzert hin. Musikalisch und optisch voll auf der Höhe, war den Jungs anzumerken, dass sie enorm Bock aufs Zocken haben. Leider war es vor der Bühne nicht ganz so voll. Mit ihrer Energie konnten sie aber die bereits erschienenen, noch etwas benommenen Zuhörer anstecken und so einen gelungenen und äußerst sympathischen letzten Tag auf der Mainstage einläuten. Oder um es mit den Worten von Sänger Björn zu sagen: „Viel Spaß beim Frühstück und beim Kacken!“. Die Jungs hätten eindeutig mehr Publikum verdient, aber irgendwer muss ja zum Frühschoppen einleiten.
(Javed)

Setlist NIGHT IN GALES (Main Stage)
Intro: Epitaph
This Neon Grave
Days Of The Mute
Tragedians
Five Scars
Endtrip
Intruder
Void Venture
Autumn Waters

Uh! Meine erste Band des Tages war gleich so ein Klopper… mit Deutsch Rock/ Metal/ Punk konnte ich ehrlich gesagt noch nie viel anfangen, und dann musste ich mir auch noch dieses pseudopolitische „wir-hassen-Mainstream“-Geschrei von der Painstage anhören, das mich nun so wirklich gar nicht vom Hocker reißen konnte. Zugegeben bin ich auch echt nicht die richtige Person, um mir so was anzuhören, da ich alles, was in deutscher Sprache gesungen wird, fast schon von vornherein aus meiner Favoritenliste verbanne. Dementsprechend wundert es wohl nicht, dass mir BETONTOD nicht viel geben konnten. Ganz davon abgesehen, dass ich die Bandtexte nicht einmal hätte ignorieren können, wenn ich es denn gewollt hätte und die in fast jedem Song auftauchende Aussage „Wir sind ja sooo anders!“ eigentlich auch nicht bestätigen kann. Stiltechnisch ist BETONTOD in meinen Augen nun nicht wirklich gänzlich anders. Irgendwie ein bisschen auf der Schiene „FREIWILD und ONKELZ“. Vielleicht fehlt mir auch das Ohr für diese Art von Musik. Immerhin haben es die Jungs mit einer guten Portion Sauflieder und viel Gegröle geschafft, zumindest die wenigen vor der Bühne Erschienenen zu begeistern und die vielen Fan-T-Shirts der Band, die einem beim Gang über das Festivalgelände entgegengekommen sind, haben eigentlich eine deutliche Sprache darüber gesprochen, dass man sich über Geschmack wohl noch immer nicht streiten kann.
(Jujoweh)

Setlist BETONTOD (Pain Stage)
Schwarzes Blut
Feuer frei
Kinder des Zorns
Nichts
Popsongs
Glück auf
Viva Punk
Entschuldigung für nichts
Ewigkeit
Auf eine gute Zeit

Ja, ja… TANZWUT… Schön war, dass bei dieser Band der Name mal wieder Programm war und das hat das Publikum auch mit mindestens drei Metalpolonäsen und einer Menge Gehopse weidlich ausgenutzt, so dass es der gelungenen Anheize von Frontmann Teufel, der sehr darauf aus war, die Männer der Schöpfung zum Frauenanbaggern zu animieren, eigentlich gar nicht mehr bedurft hätte. Spätestens beim zweiten Song „Vulkan“ gab’s schließlich kein Halten mehr und der gesamte Platz war am Feiern. Für mich war natürlich der besondere Reiz dieser Band, dass gleich zwei Dudelsäcke auf der Bühne waren und auch das gekonnte Cover von „Bitte, Bitte“, dem in meinen Augen besten aller ÄRZTElieder, hat mich absolut mitgerissen. Ein Dudelsack macht Stimmung, gleich zwei davon machen Party! Eine Band, die sich mit dem Rest der mittelalterlicheren Stimmungsmacher des Festivals locker messen kann.
(Jujoweh)

Setlist TANZWUT (Pain Stage)
Weiße Nächte
Vulkan
Meer
Merseburger Zaubersprüche
Gift
Rückgratreißer
Der Wächter
Bitte Bitte
La Filha Dau Ladre

Yay für die Wasserwerfer! Oder anders ausgedrückt: Habe selten ein Festival gesehen, wo die Männer von der roten Wache so viel Laune mitgebracht haben und auch bei NAGLFAR wurde wieder eine Wasserschlacht veranstaltet, die sich absolut gewaschen hatte. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass dieser fies grinsende Typ mit dem langen, dicken Schlauch ganz genau wusste, was er da tat, als er mich samt Notizblock und Kugelschreiber so durchnässte, dass an Notizen dieses Mal nicht zu denken war. Dabei war NAGLFAR nicht nur eine Band zum Tanzen und Schwitzen, sondern bei der Bullenhitze auch zum Sitzen und Unterhalten. Vermutlich war auch die frühe Stunde in Kombination mit der Bullenhitze der Grund, aus dem die Menge nicht sonderlich bewegungsgeil war und lediglich beim Kontakt mit dem kühlen Nass in euphorisches Jubeln ausgebrochen ist, während der Rest doch relativ leise und andächtig mit leichtem Kopfnicken angehört wurde. Ansonsten gab es bei NAGLFAR eine sehr poserige, aber nicht unbedingt schlechte Bühnenshow ohne viel Schnickschnack. Fazit: Musik war recht gut. Bühnenshow war recht gut. Wetter hat auch für genug Endorphine gesorgt. Aber irgendwas hat noch gefehlt, um die Zuschauer, einschließlich mir, vollends abzuholen.
(Jujoweh)

Setlist NAGLFAR (Main Stage)
Pale Horse
Spoken Words of Venom
The Darkest Road
The Perpetual Horrors
III: Death Dimension Phantasma
I Am Vengeance
The Brimstone Gate
A Swarm Of Plagues
Harvest

Wer zur Hölle ist AUDREY HORNE? Mag sich so mancher gedacht haben, der am letzten Tag des Summer Breezes einen Blick auf die Bandliste geworfen hat. Ja, AUDREY HORNE ist laut Google zunächst einmal ein weiblicher Charakter der Amiserie „Twin Peaks“ – aber die hatte natürlich auf dem Beeze nichts verloren, also haben sich die Norweger mit selbigem Bandnamen freundlicherweise bereit erklärt, ihren Platz im Partyzelt einzunehmen und haben es mit einer ordentlichen Mischung aus Melodie und Auf-die-Fresse ordentlich zum Wackeln gebracht, was nicht so viele Zuschauer mitbekommen haben, denn das Zelt war leider halb leer. (Ich als Optimist würde ja eher sagen „Halb voll!“) Sehr sympathisch war mir hierbei, dass sich Fronter und Sänger Torkiel in seinem blau-weiß gestreiften Pullover und einem sehr menschlich-normalen Auftreten zurück hielt und seinen übrigen Bandkollegen das Posen überließ. Sowas trifft man bei der Sängerdominierten Musikszene ja dann doch eher selten an, ist aber bei dieser Band vielleicht verständlich, da Gitarrist Arve ja ebenfalls bei der deutlich bekannteren Formation ENSLAVED mit von der Partie ist. Leider war der Sound im Zelt aber nicht wirklich gut. Klang alles etwas schwammig, vor allem in den hinteren Reihen, wo die hohen Zeltdecken den Sound fast zu verschlucken schienen. Ein Phänomen, das allerdings so nicht zum ersten Mal meine Ohren getroffen hat. Stiltechnisch war’s ansonsten aber sehr melodiös und eingängig, während ein dezenter Rauch aus der Nebelmaschine alles in ein irgendwie unwirkliches Halbdunkel getaucht hat.
(Jujoweh)

Setlist AUDREY HORNE (Party Stage)
Straight To Your Grave
This Ends Here
Show & Tell
Youngblood
There Goes A Lady
Bridges And Anchors
Redemption Blues

Es wurde voll vor der Painstage, als sich die schwedischen Death Metal-Urgesteine von UNLEASHED die Ehre gaben. Sie fackelten auch nicht lange und stellten von Anfang an klar, dass sie keine Gefangenen machen. Tight, voller Spielfreude und die Mähnen kreisend ballerten sie ein Todesblei-Geschoss nach dem anderen in die Menge. Bei „Wir kapitulieren Niemals“ zeigte sich dann, wie sehr die Nordmänner das Publikum im Griff hatten, als laut mitgegrölt und abgegangen wurde. Den ganzen Gig über gaben UNLEASHED das Zepter nicht aus der Hand, folglich hörte das große Moshpit vor der Bühne kaum auf zu wüten. Erst als der letzte Ton des Gigs mit „Hammer Batallion“ verklang, kehrte wieder Ruhe ein vor der Painstage.
(Javed)

Setlist UNLEASHED (Pain Stage)
Destruction Of The Race Of Men
This Time We Fight
The Longships Are Coming
Fimbulwinter
To Asgaard We Fly
Wir kapitulieren niemals
Victims Of War
The Great Battle Of Odalheim
Hammer Batallion

Die Undergroundhelden von DESASTER gaben sich im Partyzelt die Ehre, um zu zeigen, dass man auch in Koblenz weiß, was Metal ist. Dazu schickten sich etliche Zuschauer an, um sich eine Portion Old-School-Thrash um die Ohren Hauen zu lassen. Souverän und routiniert ließen die Pfälzer sich sogar von technischen Problemen bei Gitarrist Markus nicht aus der Ruhe bringen und zockten einfach ihren Stiefel durch. Mit Selbigem traten sie dann auch noch ihrem Gitarrenschrabbler gehörig in den Arsch und auch diese Probleme bekam man in den Griff. Ende gut alles gut!
(Javed)

Setlist DESASTER (Party Stage)
Satan’s Soldiers Syndicate
Sacrilege
Divinge Blasphemies
Splendour Of The Idols
Profanation
Hellbangers
Metalized Blood
Devil’s Sword

Es gibt leider nicht all zu viel zu sagen zu den Brasilianern an diesem Nachmittag. So gut wie ihre Landsmänner von KRISIUN konnten sie sich jedenfalls nicht präsentieren und litten etwas unter schwachem Sound, obwohl der neue noch recht junge Drummer Eloy Casagrande wie ein Tier auf die Kessel eindrosch. Der Funke sprang auf mich an diesem Nachmittag jedenfalls nicht über, zwei Monate zuvor auf dem Dong Openair hatten sie sich noch wesentlich besser präsentiert in meinen Augen.
(Javed)

Setlist SEPULTURA (Main Stage)
Intro
Beneath The Remains
Refuse/Resit
Kairos
Relentless
Convicted In Life
Dialog
Choke
Mask
Substraction
Territory
Arise
Rattamahatta
Roots Bloody Roots

Mit einem ziemlich harten, knalligen Metal-Sound begrüßten uns NITROGODS auf der Camelstage und waren damit definitiv DER Lichtblick dieser Bühne – verglichen mit dem Ranz, den ich dort sonst erleben durfte. Wenn ich die Texte der anderen lese, hatte ich aber teilweise wohl auch einfach nur Pech, was die Einteilung angeht, also will ich die Camelstage nicht gänzlich abschreiben. Wenngleich ich das für mich selbst eigentlich schon getan hatte und dementsprechend mit sehr wenig Erwartungen zu den drei Jungs aus Hannover ging. Publikumstechnisch war zwar nicht so extrem viel los, aber was da war schien meine Ansicht zu teilen und sich über diesen unverhofft guten Auftritt zu freuen.
(Jujoweh)

Setlist NITROGODS (Camel Stage)
Black Car Driving Man
Licence To Play Loud
Take It To The Highway
Demolitian Inc.
Riptide
Rifle Down
At Least I’m Drunk
Lipsynch Starz
The Devil Delt The Deck
Medley
Back Home
Whiskey Wonderland
Going To Brazil
Zombietrain
Mercury Blues

Oh, was war ich doch froh und glücklich, die italienischen Gothic-/ Alternative-Metaller des Tages, sprich LACUNA COIL, schreiben zu dürfen, die hier zum höchsten Stand der mittäglichen Sonne ein Konzert geschmissen haben, das mir persönlich trotz einiger geringfügiger Schwierigkeiten sehr gut gefallen hat. Nach anfänglichen Soundproblemen konnte man dann gottseidank auch Sänger Ferro hören, der zusammen mit seiner Partnerin Scabbia ein gesangliches Duett gab, das der Band ihren eigenen, unverwechselbaren Stil gibt – und nebenbei dafür Sorge trägt, dass sowohl den männlichen, als auch den weiblichen Zuschauern gehörig was fürs Auge geboten wird. Stiltechnisch ist das Ganze irgendwie in der Sparte „WITHIN TEMPTATION und NIGHTWISH in hart“ mit einer gehörigen Portion Individualität angesiedelt. Da die Sonne für mich dann doch etwas zu gleißend wurde, tat ich es vielen Festivalern gleich und verzog mich nach dem ersten Song „I don’t believe in tomorrow…“ in den Schatten der Mainstage, um das Konzert so zeitgleich von fern und vom großen Monitor zwischen den Bühnen aus zu beobachten. Wie sich für mich heraus stellte, war das genau der richtige Platz, denn die Show und die genialen Gesichtsspiele von Powerfrau Scabbia bekam man erst in den Closeups auf der Leinwand richtig mit. Stimmlich schienen die beiden Parts teilweise dann doch etwas aneinander vorbeizujodeln, aber ob das jetzt an meinem etwas seitlicheren Bühnenplatz gelegen hat, der der Akustik sicherlich nicht ganz förderlich war, oder an der Band, lasse ich mal einfach im Raum stehen. Gänzlich schlecht hat es sich in jedem Fall zu keinem Zeitpunkt angehört und sehr sympathisch war, dass die Ansagen hier eher kurz gehalten waren und so mehr Raum für die Songs an sich blieb, die mit der passenden Menge Souveränität gnadenlos ins Publikum gefeuert wurden. Etwas schade war im Endeffekt, dass das Publikum trotz der extremen Bewegungsfreude auf der Bühne – Sänger Ferro wirkte teilweise bei seinem Rumgehopse wie ein wütender Höhlentroll – nicht unbedingt gewillt war mitzugehen. Aber da ich mich ja, wie ich bereits sagte, selbst im Schatten verkrochen habe, kann ich mir gut vorstellen, woran das gelegen haben mag.
(Jujoweh)

Setlist LACUNA COIL (Pain Stage)
I Don’t Believe In Tomorrow
I Won’t Tell You
Kill The Light
Heaven’s A Lie
Our Truth
Upsidedown
To The Edge
Fragile
Swamped
Give Me Something More
Trip the Darkness
Spellbound

Oh, für mich Banause war dies mal wieder eine musikalische Neuerfahrung. Von PARADISE LOST hatte ich bisher nicht viel gehört (das ist 2012 noch möglich??? Anm. des Chefred.), doch fiel mir während der Umbaupause und vor dem eigentlichen Konzert sofort das superb gezeichnete und riesengroße Banner auf der Bühne auf, dessen Bild auch das Cover des neuesten Albums „Tragic Idol“ kürt. Aus diesem spielten sie dann auch mehrere Songs, wie „Honesty in Death“, Fear of Impending Hell“, „In This We Dwell“ und natürlich den Titelsong. Der aufmerksame Leser merkt also, dass die neuen Songs sehr gleichmäßig über das gesamte Set verteilt waren, so dass auch Fans und Freunde der älteren Stücke auf ihre Kosten kamen, was beim Publikum auch ziemlich gut gezogen hat. Ich, der von der Band zuvor noch nicht so viel gehört hatte, empfand das Ganze als sehr ätherisch, mit einer Menge schönem Gitarrenspiel und einer Bereicherung durch wundervolle Keyboardtöne, wobei ich gerade Letzteres, wenn es denn gut gemacht ist, total super finde. Hier jedenfalls hat, soweit ich das beurteilen kann, alles einfach gepasst und mit dieser Meinung stand ich wohl nicht gänzlich alleine da, wenn ich die Meute vor der Bühne bedenke, die jedoch bei Sonnenuntergang und Bullenhitze nicht extrem agil war. – Dieses Konzert war es definitiv wert von mir mitgenommen zu werden!
(Jujoweh)

Setlist PARADISE LOST (Main Stage)
The Enemy
Honesty In Death
Erased
Forever Failure
Tragic Idol
Pity The Sadness
One Second
As I Die
Fear Of Impending Hell
Enchantment
In This We Dwell
Faith Divides Us – Death Unites Us
Say Just Words

NIFELHEIM, man muss halt drauf stehen. Ihren traditionellen Black/ Thrash Metal verkörpern die Herren allerdings mit jeder Faser. Mit Lederoutfit, Schminke und Nieten geschmückt kamen die fünf Schweden auf die Bühne. Dabei wirkte Frontmann Per „Hellbutcher“ Gustavsson allerdings oftmals eher wie eine Realsatire, wenn er mit schütterem Haar und wirrem Blick über die Bühne irrte. Auch die Musik rundete den etwas trashigen (nicht tHrashigen) Gesamteindruck ab. Auf das Konzept muss man halt stehen. Sehr roh präsentierte sich der Sound der Band auch an diesem Samstagnachmittag. Wie dem auch sei, die erschienenen Fans feierten die kultige Darbietung gehörig ab und moshten und grölten gehörig mit. Unterhaltsam ist die Show jedenfalls gewesen und so konnte man sich getrost noch ein Bier an der Theke holen und das Ganze auf sich wirken lassen.
(Javed)

Setlist NIFELHEIM (Party Stage)
Evil Blasphemies
Black Evil
Possessed By Evil
Demonic Evil
Infernal Flame Of Destruction
War Of Doom
Bestial Avenger
Storm Of The Reaper
Storm Of Satans Fire

OOMPH! oder auch in Spötterkreisen „0,0 Miles Per Hour“ genannt, haben mich leider wirklich enttäuscht. Ich meine: Was war das?! Da hört man jahrelang nichts mehr von den Jungs aus Wolfsburg, nur um schließlich mit einer Hand voll Kerlen im Matrosenoutfit konfrontiert zu werden, wobei Fronter Dero Goi sogar noch roten Lippenstift à la „Joker“ aufgetragen hatte. Leider verlieh ihm das nicht wirklich das Flair eines Batman Bösewichtes, sondern gab mir eher das Gefühl, hier einer Art „Coming Out“ beizuwohnen. Auch die Rettungsringe und die maritime Aufmachung der Bühne haben irgendwie doch ziemlich an diverse Szenekneipen erinnert. In Wahrheit war es allerdings wohl eher eine Hommage an das neue, im Mai erschienene Album „Des Wahnsinns fette Beute“, dessen Titel „Seemannsrose“ sie dann auch, passend zur Klamotte, gespielt haben und der zumindest auf mich noch halbwegs Laune gemacht hat. Natürlich durften auch die üblichen Klopper wie „Augen auf“ und „Labyrinth“, das mit den Riffs von „We will Rock you“ eingeleitet wurde, nicht fehlen. Ah! Ich weiß, dass nicht jeder anwesende Fan so über die Maßen enttäuscht war, wie ich, dafür war der Platz vor der Bühne zu voll und die Stimmung zu ausgelassen – und doch war ich nach so vielen sonntäglichen Höhepunkten von diesem einen Tiefpunkt sehr erschrocken und glaube, dass die Jungs das besser können. Immerhin die Songs waren rein technisch gesehen gut gemacht, es gab Crowdsurfer und mächtig laute Party. Also muss der Auftritt wohl irgendwas gehabt haben, das ich beim besten Willen nicht sehen konnte. Hätte mir nebenbei erwähnt auch mehr Gesang und weniger Gelaber zwischen den Songs gewünscht. Solange gesungen wurde, war man immerhin vor den kreuzdämlichen Witzen und Ansagen von Dero gefeit. (Beispiel: „Wer von euch hatte schon mal Sex mit Britney Spears?“) – Ja,ja… Ich lach mir ein Ei!
(Jujoweh)

Setlist OOMPH!
Intro
Unzerstörbar
Labyrinth
Mein Schatz
Bis der Spiegel zerbricht
Träumst Du
Kleinstadtboy
Mitten in Herz
Gott ist ein Popstar
Seemannsrose
Niemand
Sandmann
Augen auf

Ah, eigentlich ist SICK OF IT ALL der übliche Hardcore-Punk-mit-Metal-Klamauk (mach dich nicht unbeliebt junge Dame :), macht aber doch irgendwie Laune, wenn man’s als Konzert miterlebt und es vor der Bühne richtig ordentlich aufs Maul gibt, so wie das hier der Fall war. Die New Yorker Jungs sahen zumindest Zweiteres offenbar ähnlich, also gab’s ordentlich Anheize von Sänger Lou Koller, sowie eine Aufforderung zum Circle Pit, die auch bestens erfüllt wurde – und das gleich mehrfach, wobei besonders amüsant zu beobachten war, wie die zahlreichen Crowdsurfer einer nach dem anderen in dieses unüberwindbare Hindernis vor der Bühne hineingefallen sind. Meiner Ansicht nach ist dies mal wieder ein gutes Beispiel für eine Band, die man einfach mal live erlebt haben muss (hab ich schon in den frühen 90, der angebende Chefred.).
(Jujoweh)

Mit ein paar Minuten Verspätung gaben sich ASPHYX um den Summer Breeze-Dauergast Martin van Drunen die Ehre. Allerdings kein Grund zur Sorge. Mit der kurzen Ansage Richtung Technik „Von uns aus kann’s jetzt losgehen“ machte man auch kurzen Prozess und entschädigte mit einem beängstigend tighten Gig. Das proppevolle Partyzelt bebte unter dem Oldschool-Deathmetal der Holländer und als das Gewitter vorüber war wollte man es gar nicht so recht wahr haben. Aber es gibt bestimmt demnächst irgendwo ein Wiedersehen. Das Warten lohnt sich.
(Javed)

Setlist ASPHYX (Party Stage)
The Quest Of Absurdity
Vermin
Scorbutics
Into The Timewastes
M.S. Bismarck
Death The Brutal Way
Der Landser (German Version)
Deathhammer
Wasteland Of Terror
Forgotten War
The Rack

Wow! Hier hat wirklich alles so perfekt gesessen, dass mir echt die Spucke wegblieb. ASP rief auf zum entspannten Musikhören und Tanzen und die Menge folge bereitwillig und in Scharen. Was für ein geniales Konzert von einem genialen Musiker, dem es an Bühnenerfahrung nicht fehlt, der souverän und mit viel Sinn für szenische Darstellung ein Konzert gegeben hat, das seinesgleichen gesucht hat. Dabei war nicht nur der Galgen bemerkenswert, der ebenso schnell auf die Bühne gerollt wurde, wie er dann auch wieder verschwunden war, sondern auch diverse Publikumsspielereien, wie die zahlreichen Luftballons, die zu Anfang des Konzertes die spielfreudigen Zuschauer erfreuen konnten. Ein ganz besonderes Highlight war der Kunstschnee, der passend zum Song „Und wir tanzten“ in die Menge geblasen wurde. Eine Einlage, die zumindest mir trotz hitziger Temperaturen und trotz der Tatsache, dass Feuerwehrmänner mit Wasserschläuchen zuvor noch vergebens versuchten, die Menge abzukühlen, einen Schauer über den Rücken gejagt hat, der mir wirklich das Gefühl gab im tiefsten Winter zu sein. Wow. Einfach nur Wow! ASP ist sicherlich eine Band, die mich bisher nicht mit JEDEM Song, den sie geschrieben haben, begeistern konnte, doch griff hier einfach alles ineinander, wie ein wunderbar geöltes Uhrwerk. Besonders mir, als erklärtem „Krabat“-Fan, hat natürlich die wunderbare Performance des gleichnamigen Songs aus dem ebenso gleichnamigen Themenalbum gefallen, bei dem traditionsgemäß die schwarze Rabenfeder über das Publikum gehalten wurde, um während einer ultralangen, dramatischen Pause den letzten Refrain einzuleiten. Ernsthaft: Wer dieses Konzert verpasst hat, ist selbst schuld! Hab selten so eine überirdisch durchdachte und professionell durchgezogene Show erlebt!
(Jujoweh)

Setlist ASP (Pain Stage)
A Prayer For Sanctuary
Wechselbalg
How Far Would You Go
Eisige Wirklichkeit
Ich bin ein wahrer Satan
Krabat
Kokon
Werben
Schwarzes Blut
Und wir tanzten
Ich will brennen

Also irgendwie werde ich mit dem ganzen Hype um den seltsamen Herrn mit der Heimorgel nicht warm. Etliche Leute konnten vor der Camelstage den schiefen Tönen von heillos verwursteten Metalsongs etwas abgewinnen und dazu Party machen. Für mich bleibt MAMBO KURT jedoch unzugänglich. Manche Sachen gewinnen durch einen gewissen Trashfaktor ja an Sympathie und Komik, nicht jedoch der tonleiterquälende Orgelkurt. Wem es gefällt bitteschön, dem möchte ich auch nicht die gute Laune und Party absprechen. Ich geh derweil woanders Bier trinken.
(Javed)

Der Abschluss auf der Painstage fiel mit KATATONIA sehr stimmungsvoll aus. Mit ihrer schweren, getragenen Musik konnten sie zum Schluss noch eine düstere, emotionale Stimmung kreieren. Leider stach für mich trotzdem Sänger Jonas Renske etwas negativ hervor. Er wirkte für mich nicht wie ein souveräner Frontmann, sondern eher wie ein eingeschüchterter Junge mit Liebeskummer. Bei dem Song „Nephilim“ hatte er sogar mit Textaussetzern zu kämpfen. Schade, denn der Rest der Truppe konnte durch eine gute Darbietung überzeugen.
(Javed)

Setlist KATATONIA
Forsaker
Liberation
My Twin
Longest Year
Nephilim
Soil’s Song
Teargas
Omerta
Evidence
July
Buildings
Leaders

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger/ Markus Hillgärtner/ Andreas Theisinger

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