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SUMMER DARKNESS 2004

Ort: Utrecht - diverse

Datum: 14.08.2004

Auch mitten im Sommer kann man schwarze Feste feiern, wie das WGT, das M’era Luna oder das Woodstage bereits bewiesen haben. Da wollen unsere holländischen Nachbarn nicht nachstehen und präsentieren zum zweiten Mal das sogenannte „Summer Darkness“ in Utrecht, welches immerhin drei Tage andauert. Konzeptionell handelt es sich dabei nicht um ein großes Open Air, vielmehr wird das WGT-Konzept aufgegriffen, mit mehreren parallelen Veranstaltungen über die Stadt verteilt. Dazu wird auch ein wichtiger Focus auf „Gothic Lifestyle“ gelegt: Es gibt schwarze Märkte, eine schwarze Bootsfahrt (Utrecht ist voller Grachten), ein gotisches Picknick oder auch entsprechende Filme („Audition“, „PI“) im Programm. Der Terrorverlag konnte es sich natürlich nehmen lassen, zumindest einen Tag dem „bunten“ Treiben beizuwohnen, die Wahl fiel auf den Samstag, da wir hier bandtechnisch am meisten Interessantes mitnehmen konnten. Wobei wir die übrigen Formationen nicht disqualifizieren wollen, zu denen z.B. PZYCHOBITCH, ATROCITY, SCHANDMAUL oder IN EXTREMO gehörten. Nicht zu vergessen die Cold Meat Industry-Gala am Sonntag mit SANCTUM, COPH NIA, IN SLAUGHTER NATIVES und RAISON D’ÊTRE.

Wir begannen unsere kleine Reise um ca. 10 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit und nach einem kleinen Zwischenstopp erreichten wir so gegen 13 30 Uhr die Innenstadt von Utrecht. Das Wetter war fantastisch, trocken und mit ca. 23, 24 Grad weder zu warm noch zu kalt. Den Wagen stellten wir in einem zentralen Parkhaus ab und versuchten dann zu Fuß die Ausgabestelle für die Pressebändchen zu lokalisieren. In der Innenstadt wimmelte es nur so vor Menschen, schließlich hatten wir einen konsumfreundlichen Samstag. Schwarze Gestalten verloren sich in der Masse und waren zu diesem Zeitpunkt nur Nebenfiguren. Nachdem wir uns aber von ein paar Einheimischen hatten einweisen lassen (die angeblichen Spannungen zwischen Deutschen und Niederländern scheinen auch immer mehr der Vergangenheit anzugehören), standen wir nach kurzem Fußmarsch schließlich vor dem größten Veranstaltungsort, dem Tivoli Oudegracht. Allerdings sollte die Mehrheit der für uns relevanten Bands im Tivoli De Helling auftreten, welches wiederum 12 Minuten per pedes entfernt war, vorbei an malerischen Grachten und ausgelassenen Einheimischen. Etwas versteckt – direkt hinter einer Polizeistation – lag die relativ kleine Halle, vor der bereits der Black Rain/ NoiTekk-Nightliner stand, welcher in seinem Innern die vielen Künstler beherbergte, die uns an diesem Samstag unterhalten sollten. Das Konzert war im übrigen zweigeteilt. Zwischen 13 und 18 30 Uhr Elektro, ab Mitternacht in der „War of Roses Night“ Neofolk und ähnliches. Mittlerweile war es bereits kurz vor 15 Uhr uns so war klar, dass wir die Deutschen HIOCTAN verpasst hatten. Mehr aber zum Glück noch nicht, denn die ganze Veranstaltung war – zum Glück für uns! – zeitlich schon etwas in Hintertreffen geraten. Dazu sollte man erwähnen, dass fast der ganze Tross am Vortag in London aufgetreten war und man dann über Nacht mit dem Bus und durch den Ärmelkanaltunnel eine mehrstündige Fahrt auf sich genommen hatte. An der englisch-französischen Grenze hatte man zudem Pech, da übereifrige Beamte das ganze Equipment ausräumen ließen, zu dem auch die „FEINDFLUG-Flak“ gehörte, das Erstaunen kann man sich vorstellen…

Nun war aber schließlich doch alles wohlbehalten angekommen und auch wenn der Soundcheck nur sehr kurz und hektisch ausfiel, die Anwesenden (vielleicht so um die 300) waren guten Mutes und voller Vorfreude. Positiv zu nennen seien hier mal die Getränkepreise (übrigens OHNE Pfand auf die Plastikbecher!) und die lockere Atmosphäre, weniger gut gefiel mir die extrem laute Beschallung im Vor- wie Konzertraum. Nichts gegen die Musik als solches, aber gerade zwischen den Gigs sollte man seinen Ohren doch eine kleine Ruhepause gönnen können. Die niederländischen Grufties aber machten aus der Not eine Tugend und tanzten einfach fett ab zwischen den Auftritten, so etwas habe ich bei „uns“ in der Form noch nicht gesehen. Außerdem möchte ich mal anmerken, dass der modische Faktor, besonders bei unseren weiblichen Nachbarn besonders wichtig zu sein scheint. Kaum eine „einfache“ Schwarze, fast alle hatten richtig ausgefeilte Cyber-Outfits, nicht schlecht.

Doch nun endlich zur Musik: Zuerst enterten KILLING OPHELIA die Bühne. Das britische Duo besteht aus Sängerin Karen King und Keyboarder/ E-Drummer Lee Lauer, Letztgenannter ist natürlich in gleicher Funktion auch bei ASLAN FACTION tätig. Mir waren Musik und Live-Qualitäten bisher unbekannt gewesen, doch schnell war klar, dass hier eine Art „Etherial Electro“ zum besten gegeben wurde, mit weiblichem Elfengesang auf einem mittelharten Elektrobeat-Fundament. Hin und wieder übernahm auch Lauer die Stimmführung, nachdem er vorher auf derselbigen gelegen hatte (das Wortspiel konnte ich mir einfach nicht verkneifen…). Die Songs stammten überwiegend von dem 2003er „Last Vision“-Release und kamen beim Publikum ordentlich an. Allerdings muss ich zugeben, dass mir derartiger weiblicher Gesang einfach nicht liegt und die Stücke auch nicht supereingängig sind, wenn man sie vorher noch nie gehört hat. Was natürlich nicht gegen die Qualität der Songs spricht! Solider und ausbaufähiger Auftritt!

Danach war ich sehr gespannt auf die amerikanische Truppe PSYCLON NINE, welche gerade ihre ersten europäischen Tourerfahrungen macht. Und heute sollten einige denkwürdige dazukommen! Schon beim Umbau konnte man die Herren Marshall „Carnage“ (Gesang) sowie Josef „Heresy“ und den später dazugekommenen Eric Gottesman (Ex-SEE COLIN SLASH) beobachten, die mit weißen, verschmierten Arztkitteln und Gasmasken (die Keyboarder) bewaffnet waren, einer der beiden Tastenquäler bediente nebenbei noch einen „realen“ Bass. Auch merkte man sehr schnell, dass wir es hier mit einer noch sehr jungen Formation zu tun haben, Bandchef Marshall wird demnächst 20, und zwar genau beim Konzert in Bielefeld. Ein wenig nervös schien man zu sein, aber auch voller (jugendlicher) Energie, im Publikum hatten sich sogar schon ein paar beinharte Fans eingefunden. Dann ging’s los: Zu dem harten und treibenden Elektro kreischte „Carnage“ wie ein Berserker, seine Black Metal-Vergangenheit wurde überdeutlich. Immer wieder griff er zu den bereitgestellten Getränken, von denen er – sehr fannah – auch das Publikum bereitwillig tränkte. Logischerweise bestand das Songmaterial aus Tracks vom Debüt „Divine Infekt“, ein Nachfolger soll aber schon bald erscheinen und noch mehr in Richtung Metal gehen, wie die Amis hinterher verrieten. Schon beim zweiten Song dann die ersten Probleme: Die Minidisc wollte nicht so wie das Trio, sprang offensichtlich, was zu dicken Aussetzern führte. Wütend gestikulierte der Shouter und entschuldigte sich beim Publikum. Also auf zum nächsten Stück, welches der kleine Tanzflächenhit „Resurrekt“ war, ein richtig geiles treibendes Kleinod. Doch die Minidisc hielt nicht lange ruhig und verpatzte den Amis ein weiteres Lied. Jetzt war Marshall so richtig außer sich: Erst zeigte er dem Videographen seinen nackten Arsch, dann trat er den Mikrophonständer um und schließlich spuckte er einen Keyboarder an. Der Bill Idol der Elektro-Szene! Die Zuschauer waren ob der jugendlichen Energie begeistert und feuerten den Mann an, er solle sich doch von so kleinen Problemen nicht unterkriegen lassen. Am Ende waren PSYCLON NINE zwar nicht vollkommen zufrieden mit Auftritt, hatten aber einen interessanten und positiven Eindruck hinterlassen. Ich vermute, dass sie in Bielefeld mit „richtiger“ Technik noch mehr beweisen können, was alles in ihnen steckt. Den ganzen Abend über konnte man die Jungs dann später bei anderen Acts (bzw. mit netten Frauen) beobachten, der eine Keyboarder trug dabei das Shirt der amerikanischen Deather DEEDS OF FLESH!

Nach so viel jugendlichem Ungestüm kam dann wieder so etwas wie Konstanz und Erfahrung auf die recht kleine Bühne, ohne natürlich die nötige Aggressivität missen zu lassen. Es war die Zeit des britischen Duos Lauer/ Mather gekommen, zusammen natürlich ASLAN FACTION, welche bereits über eine sehr große Anhängerschaft verfügen. Während Lauer ja schon mit KILLING OPHELIA aufgetreten war, kennt man den sympathischen Anthony ja als Schreihals von TACTICAL SEKT, die heute Abend leider nicht zugegen waren (als Gemeinschaft, die drei Einzelpersonen schon!). Geboten wurde aggressiver Elektro mit der stark verzerrten, leicht monotonen Stimme Anthonys, welche das Publikum zu weiterer Bewegung animierte. Dazu muss man sagen, dass die Temperatur in dem engen Saal mittlerweile bereits arg zugenommen hatte, was das Gemeinschaftsgefühl verstärkte!

Entsprechend aufgeheizt warteten wir auf den „Höhepunkt“ des noch sehr frühen Abends (trotz Zeitverzögerung von gut einer Stunde): Die Feindflieger wollten mal wieder die Abrissbirne kreisen lassen. Da dauert der Umbau natürlich etwas länger, Flak und Wardrums wollten ja schließlich ordentlich befestigt werden. In der Zwischenzeit überraschte der DJ mit der JOHNNY CASH-Coverversion „Hurt“ (im Original von den NINE INCH NAILS), was einen gelungenen Kontrast zu den bisher rein elektronischen Klängen setzte. Mussten auf dem WGT 2004 noch ganze Hundertschaften auf den Livekontakt mit den Ostdeutschen verzichten, gab es hier keine derartigen Probleme. Der Laden war zwar voll, aber jeder, der wollte, bekam auch was zu sehen. Zum ersten Mal wurde auch die Leinwand im Hintergrund genutzt, auf der die üblichen Bilder von Tod, Krieg und Verderben den Hintergrund für das Martial Elektro Spektakel bildeten. Die Überschrift „WGT 2004“ deutete an, dass man hier auf bekanntes Material zurück griff. Neben dem „Landser“ Beam bildeten natürlich Felix und Banane das musikalische Rückgrat, als Keyboarder hinten links war auch wieder Kay Härtel (DAVANTAGE) mit von der Partie. Nach dem Intro mit dem Beschuss der Zuschauer durch die Leuchtflak eröffnete der beklemmende Klassiker „Roter Schnee“ den Set, fast zu gut für einen Opener. Mit „Leitbild“ und „Tötungsmaschine Mensch“ konnte man aber hervorragend nachlegen. Und so spielte man sich durch die vielen bekannten Szene-Hits á la „Glaubenskrieg“, „Kalte Unschuld“ etc., während das Publikum dem kollektiven Bewegungswahn verfiel. Allerdings war der Sound (besonders der Live-Drums) nicht perfekt, was augenscheinlich an der Halle lag, die bereits den ganzen Tag über akustische Schwächen zeigte. Auch muss man konstatieren, dass in Deutschland einfach noch mehr „geht“, wenn das Quartett aufspielt, in den Niederlanden wirkte das alles leicht gebremst, nichts desto trotz natürlich ein routinierter Auftritt. Besonders beeindruckend das Sample in „Kopfschuss“ – „Das war einmal ein Mensch“ – zu der Beam mahnend einen Stahlhelm in die Höhe schwenkte. Mit „Schmerzgrenze“ fand sich auch ein noch relativ unbekanntes Stück der brandaktuellen 12inch „Kolloboration“ im Set, das Vinyl war auch am Merchandise-Stand erhältlich und wurde natürlich sofort eingesackt. Auf der Platte befinden sich insgesamt 10 Tracks, bei denen es sich meistenteils um Remixe von Künstlern wie DAVANTAGE, KILLING OPHELIA, FEINDFLUG selbst oder den Schweizern JESUS AND THE GURUS handelt. Auf 555 Stück limitiert und mit noblem (und leicht kontroversem) Artwork ausgestattet sicher schon bald ein gesuchtes Sammlerstück! Von dieser VÖ stammte auch die zweite Zugabe „Feindflug 04“, eine modifizierte Version des alten Bandklassikers, welche man noch sehr gut am Eingangssample erkennen konnte. „Stukas“ war natürlich das „andere“ Stück der Verlängerung, welche um 2 Tracks im Vergleich zu London gekürzt wurde. Ein wenig müde waren die Jungs nach den Reisestrapazen sicherlich auch, doch schon am Abend sollte es wieder weiter nach Koblenz gehen. Am Freitag in Bielefeld werden wir uns wiedersehen und ich freue mich bereits jetzt darauf, die Truppe mal in „heimischen“ Gefilden erleben zu dürfen!

Setlist FEINDFLUG
Intro
Roter Schnee
Leitbild
Tötungsmaschine Mensch
Glaubenskrieg
Kalte Unschuld
Kopfschuss
Schmerzgrenze
Lagerhaft
Würdelos in Gefangenschaft
Grössenwahn

Stukas
Feindflug 04

Nach Teil 1 der Black Rain/ NoiTekk.Gala wanderten wir zunächst zurück in die Stadt, um uns dann stilecht mit Tapas zu stärken. Danach schauten wir uns die „größte“ Halle des Summer Darkness an, das Tivoli Oudegracht, welches vielleicht knapp 1000 Zuschauer fassen kann. Ursprünglich sollten hier und heute DULCE LIQUIDO auftreten, wie beim M’era musste man aber wegen des Bandscheibenvorfalls des Sängers absagen. Als Ersatz hatte sich der omnipräsente Andy LaPlegua mit seinem Nebenprojekt COMBICHRIST angesagt. Das gibt es übrigens auch nur in Holland: Eine tanzbare Elektroformation zwischen den Mittelaltermusikanten FAUN und CORVUS CORAX, das sollte man mal in Deutschland wagen, wo die einzelnen Subszenen fein säuberlich getrennt feiern. Mir fiel sofort im Hintergrund die große Leinwand auf, auf welcher während des Gigs ein Film abgespielt wurde, aber nicht irgendeiner: „Spun“ vom schwedischen Videoclip-Erfolgsregisseur Jonas Åkerlund, ein vollkommen durchgeknallter Drogenfilm mit Mickey Rourke als dem „Koch“! Kann ich nur empfehlen, ist bei der BMG uncut auf DVD erhältlich. Die Ehre des Ansagers hatte an diesem Abend Mark Jackson von VNV NATION, der später noch auflegen sollte, die Elektro-Family war mal wieder beisammen. Dann stürmte Andy auf die Bühne, hinten noch ein gutaufgelegter Knöpfchendreher. Es scheint ja fast so, als ob der Terrorverlag dem Norweger hinterher reisen würde: Vor 8 Tagen noch im Hangar beim M’era Luna, dann am Mittwoch als Keyboard-„Ersatz“ beim HOCICO-Releasekonzert in Leipzig und nun mit seinem zweiten „Baby“ COMBICHRIST in Utrecht. Mittlerweile hat er die Seiten abrasiert und die restlichen Haare zum Iro hochgegelt, dazu trug er ein schwarzes Netzhemd mit ein paar neckischen Löchern, damit man auch seine Brustwarzenpiercings sehen konnte (diese Info für die Frauen unter uns…). Dann brach das Inferno über den gut gefüllten Saal hinein. Hatte ich beim WGT noch gerade einen Song mitbekommen, so führt die Dauerbeschallung mit den fast tekknoiden Klängen zu großflächigen Ausfällen der Motorik. Alle Welt zappelte und begab sich unterstützt durch die hektische Lichtshow in einen kollektiven Rausch. Andy schien begeistert, während er die volle Bühnenbreite ausnutzte und seine aggressiven Lyrics – „This is my rifle“ – ins Volk schrie. Dabei spielte er sich fast durch das gesamte Debüt-Album „The Joy of Gunz“, präsentierte aber auch einen neuen Song vom Nachfolger, der im Dezember eventuell als Doppelalbum erscheinen soll, meiner Meinung nach hieß das Stück „Anatomy“. Durchgeschwitzt verließen wir die „alte Gracht“ und machten uns auf den Weg zur Mitternachtsveranstaltung, die mit ruhigen Klängen einen kontrastreichen Abschluss bilden sollte.

Schlag zwölf wurden andere Seiten im „De Helling“ aufgezogen – Gitarrensaiten! Nach dem nachmittäglichen „Lärm“ von FEINDFLUG und Konsorten begann um Mitternacht unter dem Namen „War of Roses“ die Neu-Folklore-Veranstaltung. Den Anfang machten LAMIA aus Argentinien, die zweifellos der Rubrik „Avantgarde“ unterzuordnen sind. LAMIA begannen mit einem A-Capella-Stück, das mit Sicherheit die geneigten Besucher in Verzückung gebracht hätte, wären sie denn zahlreich erschienen. Hier tat sich nämlich schon ein erstes Problem auf: Die Zuschauerzahl! Diese war nämlich im Vergleich zum Nachmittag mehr als nur alarmierend. Gut zwanzig Leute scharten sich in dem verhältnismäßig kleinem Raum, um das extravagante Duo aus dem Maredo-Land zu bestaunen, die einen mindestens genauso extravaganten Auftritt vollzogen. Die Sängerin bot einen bezaubernden Anblick in ihren vielfach gewechselten Kleidern und ihre Stimme braucht sich nicht hinter denen „etablierter“ Künstler zu verstecken. Mit Stimmgewalt und Akkuresse meisterte sie diese Show. Nicht zu vergessen ist der „Herr mit der Maske“, der musikalische Kopf der Band, der in dieser Nacht besonders zuschauerfreundlich wirkte; er griff sich mit beschwingter Leichtigkeit eine der Besucherinnen, zog sie zu sich herauf auf die Bühne und integrierte sie durch eine mir unbekannte Art Ausdruckstanz in die Bühnenshow. Höhepunkt des musikalischen „Maskenballs“ (man bedenke die vielen Kostümwechsel!) war zweifellos die Darbietung des MYSTERIOUS ARTS-Klassikers „Das Omen“.

Setlist LAMIA
Arirang
Laudeamus Virginem
Dunkel Leben
Dark Angel
Deep Hurt
Der Dämon
You’ll die
Das Omen
O Domine Jesu Christe
Peccator

Zweite Gruppe des Abend waren KUTNA HORA. LAMIAs Landsleute bestachen auf der Bühne durch einen Auftritt in Kompaniestärke. Der Autor dieser Rezension zählte zwischenzeitlich 6 Personen. Trommelnd, Geige spielend und Gitarre zupfend wurde feinster Neofolk dargeboten, der starke Reminiszenzen an CURRENT93 zuließ. Solide und martialisch wurde dieser Auftritt mit dem „Song from the highest Tower“ vom Album „Will or Nothing“ abgeschlossen, zumal der einen weiteren Höhepunkt des Abend darstellte, weil die Sängerin von LAMIA sich bei jenem Stück ein weiteres mal auf der Bühne manifestierte. LAMIAs Mann mit der Maske bediente im übrigen auch hier die Keys.

Setlist KUTNA HORA
San Miguel Arcangel (Intro)
Kutna Hora
Love
The Fog
Oratorium
Far Lands
Stay
This is Disease
A Song from the Highest Tower

Den dritten Listenplatz des heutigen Abends belegten NOVALIS aus Deutschland. Diese hatten nach der subjektiven Einschätzung des Autors einen weitaus besseren Sound als die anderen Bands. Kraftvoll und zuweilen getragen, trugen die beiden Jungs (plus „richtigem“ Drummer) ihre Stücke vor, die von den beiden Veröffentlichungen „Last Years Calling“ und der MCD „First Cadence“ stammten. Es liegt nahe, dass die Neo-Folk- Hörerschaft von diesen Herren noch einiges zu erwarten hat, respektive „was zu hören bekommt“.

Setlist NOVALIS
Intro
Kiss the Devil
Bloody
Hey God
Vom Traum
Courage
Of the Golden Future Time
Setting Sun
Human
Outro

Den Abschluss dieses gemütlichen und atmosphärischen Abends bildeten um bereits 3 Uhr morgens (!) PREDELLA AVANT. Die Niederländer boten ein wahres Feuerwerk an Kriegstrommeleinsatz. Drei uniformierte Schlagwerker auf einmal ließen den Saal erzittern. An den Elektro-Drehern war ein alter Bekannter zu sehen, nämlich Jos von GRENDEL. Wie auch bei GRENDEL war eine Mitstreiterin an Bord, allerdings nicht Anita (die war zu dem Zeitpunkt im Tourbus). Ihr sexy Kampf-Outfit dürfte bei einigen männlichen Konzertbesuchern für angenehme Verwirrung gesorgt haben…

Ein weiteres Novum bei diesem Konzert war die Spielzeit der einzelnen Bands; 45 Minuten pro Band bedeuten, dass heute jeder ein Headliner war und niemand sich hinterher beschweren konnte, seine Lieblingsband hätte gar nicht genug Zeit gehabt, um das Podium zu begeistern. Ein faires Konzept des dahinterstehenden Labels! So war dann letztendlich auch das ganze Konzert: Begeisternd. Begeisternd ob seiner Schlichtheit und Unaufdringlichkeit.

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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