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SUMMER NIGHTS OPEN AIR 2009 – TAG 1

Ort: Mining am Inn - Burg Frauenstein

Datum: 22.05.2009

Das Summer Nights Festival im österreichischen Mining am Inn ging in diesem Jahr in die dritte Runde. Größer als in den Vorjahren: 3 Tage metallische Vollbedienung statt der üblichen zwei und auch die Bühnen hatte man anders verteilt. Im idyllischen Hof der Burg Frauenstein war lediglich die kleinere der beiden Bühnen aufgebaut, weiter oben liegend gab es eine Terasse mit Biergarten. Die Mainstage hatte man auf den nahegelegenen Sportplatz ausgelagert, was sich angesichts der über 5000 Headbanger als gute Entscheidung herausstellte. So verlief der Wechsel zwischen den beiden Bühnen, die mit je einer Straßenüberquerung leicht zu erreichen waren, beinah „staulos“. Der Campingplatz bzw. die Parkplätze waren über eine Brücke, die direkt über die Inn-Stauenstufen führte, zu erreichen, allerdings mit einem etwa längeren Fußmarsch verbunden – dennoch, bei manch anderen Festivals sind die Wege zu den Bühnen auch nicht gerade die kürzesten – aufgrund von Kritik seitens der Besucher ist eine Verbesserung der Park/ Camping Situation im kommenden Jahr bereits in Planung). Donnerstags war ein recht heftiger Sturm mit Böen von bis zu 130 km/h über Mining hinweg gefegt, der am folgenden ersten Festivaltag die Running Order gehörig durcheinanderbringen sollte.

Nach sehr relaxten 650 km Anfahrt in der Nacht ohne nervige Staus, wie man sie an einem verlängerten Wochenende hätte erwarten können, trafen wir gegen 9 Uhr morgens im Festivalareal ein. Zunächst noch unwissend über den Sturm der Vornacht und die damit verbundenen Probleme wunderten wir uns ein wenig über das Chaos – bis wir die Pässe in Händen hielten, sollten noch knapp 1,5 Std. vergehen. Allzu auskunftsfreudig waren die meisten Anwesenden Security auch nicht, auf beinah jede Frage erhielt man ein „Keine Ahnung“ oder „Da müsst ihr mal da und da nachfragen“ zur Antwort. Irgendwann waren auch diese Probleme gelöst und etwaige Befürchtungen, eine Band zu verpassen – denn nach regulärem Plan hätte um 11 bereits die erste Truppe auf der Bühne stehen sollen – verflüchtigten sich. Denn so langsam sickerten die News über den Sturm durch, der am Vortag beide Bühnen stark beschädigt hatte. Diverses Ersatz Equipment musste beigeschafft werden, so dass vor 15 Uhr wohl nicht viel passieren würde.

Jene unfreiwillige Pause wurde erstmal zum mehr oder weniger gemütlichen Einrichten auf dem doch recht klein geratenen Vip-Campingplatz eingerichtet – auf den restlichen Campingflächen sah es, wenn man von diversen Berichten ausgeht wohl auch nicht besser aus, es war zu wenig Platz da. Kurz darauf war die neue Running Order fertig, um die verlorene Zeit wieder wettmachen zu können, hatte der Veranstalter sich dazu entschieden, beide Bühnen für eine gewisse Zeit parallel, statt abwechseln zu bespielen, so dass beinah jede Band doch noch zum Zuge kam (bis auf PROSPERITY DENIED, HARMANIC, ALL FALLS DOWN und INZEST).

Freitag, 22.05.2009

Der erste Gig ging noch ungesehen über die Bühne – ULTRAWURSCHT läuteten das Festival auf der kleinen Stage ein. Sei’s drum, somit begann das Summer Nights mit einer Portion Melodeath Göteborger Prägung, diese wurde den Anwesenden von MISERY SPEAKS um die Ohren gehauen und stellt sich doch gleich mal als gar nicht so schlechter Start ins Wochenende heraus. Netterweise hatte sich auch der Regen, der noch bei der Anfahrt am Morgen präsent war, größtenteils verflüchtigt. Genug vom Wetter, mit guter Laune legte die Truppe mit „End Up In Smoke“ gefolgt von „A Road Less Travelled“ los. Einige wärmten hier schon mal gleich den Nacken vor.

Setlist MISERY SPEAKS
Intro
End Up In Smoke
Sentimend Is Missing
A Road Less Travelled
Obsessed
The Burning Path
To My Enemies

Damit waren dann alle warm für den folgenden Gig der Norweger von KEEP OF KALESSIN. Noch ziemlich verwöhnt vom Pyro geladenen Auftritt beim Inferno Festival im Monat zuvor, war ich nicht minder gespannt auf den Autritt auf der kleinen Bühne. Als habe der Wettergott ein Problem mit den Norwegern, fing es zu Beginn des Gigs nicht nur an zu regnen, nein, das war ein wahrer Platzregen… Den Großteil der Fans in den ersten Reihen störte das offenbar recht wenig. Zu schade, dass der BM gespickt mit Melodien auf der kleinen Bühne und vor allem bei Tageslicht einfach nicht so gut wirken wollte, wie er es im Dunkeln vielleicht hätte können. Nichtsdestotrotz ordentlich und kurz darauf verzog sich die fette Wolkenfront nebst Regen wieder so schnell, wie sie gekommen war.

Aber nun begannen sich die Auftritte Bands (teilweise) zu überschneiden, da nun auch die Hauptbühne wieder bespielbar war. Punkt halb sechs enterten nun also die Niederländer von LEGION OF THE DAMNED die große Bühne und läuteten mit „Death Head’s March“ die Thrash Metal Sause ein, bei der so mancher die nassen Haare vom KoK Auftritt zuvor binnen kürzester Zeit trocken bangte. „Sons Of The Jackal“ wurde gefolgt von „Slaughtering The Pigs“ – lange fliegende Matten auf der Bühne, eine Menge die so richtig in Schwung kam, was will man mehr? Spätestens beim Rausschmeißer „Legion of the Damned“. Der Anfangs noch zu laute (Gitarren-) Sound wurde zunehmends besser und obendrein gab´s gleich die erste Wall of Death. Letztere scheint übrigens mittlerweile der Hit schlechthin auf Konzerten jeglicher Coleur zu sein. Denn danach wird immer lautstark verlangt, ob zur Musik passend oder nicht…

Der Beginn von DEADLOCK auf der kleinere Bühne verzögerte sich gehörig. Warum kann ich nicht sagen. Zu langer Umbau? Wie schon auf ihrer Tour zu Beginn des Jahres läuteten die Jungs und das Mädel den Gig mit einem Intro ein, welches eher auf die Loveparade gepasst hätte – für Grinsen und seltsame Tanzverrenkungen hat’s aber gereicht. Im Gegensatz zu so manchem Gig im letzten Jahr, bei dem mir die Stimme der Sängerin ein wenig negativ aufgefallen war, war sie heute stimmlich wohl in absoluter Topform und DEADLOCK lieferten einen gut aufgelegten Auftritt hin und das Publikum erwies sich bei Hits á la „Code Of Honor“ als äußerst textsicher.

Schnell wieder rüber zur Mainstage, Hyperblast-Alarm! KATAKLYSM hatten dann eine Menge Glück. Zu einen war der Sound nun astrein, zum anderen kam nun auch endlich die Sonne so richtig raus. Das wirkte allein schon zum Fotografieren mit riesigem Backdrop richtig stimmungsvoll. Kompromisslos fegte die Knüppelorgie eingeläutet durch „As Death Lingers“ über die Menge hinweg. Bei „Crippled & Broken“ war bereits ein Höhepunkt erreicht (und genau dieser Song sollte mir wohl auch bis zum Ende des Festival, nein die gesamte Rückfahrt über so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen). Der Aufforderung des Sängers auszurasten und durchzudrehen, kam die Menge nur allzu bereitwillig nach, u.a. in Form einer doch recht fetten Wall of Death. Definitiv schon mal eines der Highlights des noch recht jungen Festivaltages. Northern Hyperblast at it’s best, laut, fies, hart! Meine Fresse!

Setlist KATAKLYSM
As Death Lingers
The Resurrected
Crippled & Broken
In Shadows & Dust
Let Them Burn
Manipulator Of Souls
Prevail
As I Slither
The Chains Of Power
Taking The World By Storm
Like Angels Weeping (The Dark)

CALLEJON fielen einer Verschnaufpause zum Opfer, die aber nach so einem Gig auch bitter nötig war. Krachenede Nackenwirbel ahoi sag ich da nur! Durch die Verspätung, die sich mittlerweile auf der kleinen Bühne eingeschlichen hatte, konnte ich NEAERA leider nur knapp 3 Songs lang sehen, was aber mehr als ausreichte, um festzuhalten, dass die Jungs ihrem Namen als top Livetruppe wieder einmal mehr gerecht wurden. Hier ging die Menge gleich von Anfang an steil und der Circlepit, den man von ihnen ja mitterweile schon gewohnt ist, fegte auch dieses Mal wieder über den Platz – in NEAERAschen Ausmaßen versteht sich.

Schnell rüber zur Mainstage, wo nun DIE APOKALYPTISCHEN REITER in den Startlöchern standen. Wie hätte es anders sein sollen, die Menge, die sich vor der Mainstage versammelt hatte, war bereits amtlich und das Publikum fraß der Truppe von Beginn an aus der Hand. „Wir Sind Das Licht“ läutet den Spaß ein und egal welcher Song auch angestimmt wurde, wann auch immer es etwas zum Mitsingen gab, wurde das natürlich auch getan.

Setlist DIE APOKALYPTISCHEN REITER
Wir Sind Das Licht
Revolution
Riders On The Storm
Friede Sei Mit Dir
Licked By The Tongues Of Pride
Es Wird Schlimmer
Adrenalin
Nach Der Ebbe
Seemann
Der Adler
Reitermania
We Will Never Die

Noch mehr Party gefällig? Dann fix rüber zur kleineren Stage, denn auch die Schweden von SABATON sind für mitreißende Auftritte, die einfach Spaß machen, bekannt. Wenn der Gitarrist auf der Bühne so strahlt und der Sänger post und die Menge anfeuert, als gäbe es kein Morgen mehr, kann man im Prinzip auch nicht anders als mitgrinsen, bangen, was auch immer. Klar, dass bei Hits wie „Cliffs Of Galipoli“ der geneigte Power Metal Fan nicht stillhalten und vor allem nicht ruhig sein kann. Denn Mitsing Potential hat ein Großteil der recht kriegerischen Songs auf all Fälle. Einfach eine äußerst sympathische Truppe! Ein dickes Lob gab’s für das Publikum, in dem sich der Fronter doch sehr erstaunt zeigt, dass die Menge trotz des Sturms am Tag zuvor ausharrte, immer noch derart fit war und alles gab – anschließend meinte, dass das wohl das erste Festival sei, bei dem sie die „Pussies“ wären. Die Lacher im Publikum waren ihm gewiss!

SONIC SYNDICATE, die kurz darauf die kleine Bühne rocken sollten, sparte ich mir allerdings. Zum einen wirken die Shows einfach zu einstudiert und zum anderen – und das war wesentlich wichtiger, sollten ja noch ein paar Kräfte für den Headliner des Abends übrig bleiben.

Dieser war niemand geringeres als SATYRICON. Die norwegische BM Institution nahm die Menge im Sturm. Das Wetter war nach wie vor bestens, die Atmosphäre gänsehauterzeugend. Wirkte Fronter Satyr zu Beginn noch etwas steif, taute er allerdings zunehmends auf, das Publikum hingegen brauchte keine Auftauzeit – bei „Now Diabolical“ wurde bereiwillig mitgesungen und „K.I.N.G“ entfachte nicht weniger Publikumsreaktionen. Der Lichttechniker sorgte mit überwiegend rot/ orangem Licht für die passende höllische Untermalung, die die Livepräsenz der Norweger unterstrich. (Rot in Kombi mit weißem Frontlicht war zudem das reinste Vergnügen für Fotografen – so soll’s sein!). Mit „Den Siste“ gab es in Österreich eine kleine Prämiere, denn dieses Stück wurde damit dort zum ersten Mal live gespielt. „Black Crow On A Tombstone“ oder „Fuel For Hatred“ waren weitere Black’n‘ Roll Kracher, die nicht fehlen durften. Als wäre das nicht genug gewesen, bescherte „Mother North“ – für mich eine der BM Hymnen schlechthin – eine richtig fette Gänsehaut. Das gesamte Publikum sang die Melodie lauthals mit und übertönte die Band beinah. Was ein geniales Ende des ersten Festivaltages!

Ende? Da spielen doch noch ABORTED?! Ja, schon richtig, aber so gerne ich mir zum gepflegten Tagesabschluss noch eine fette Ladung Blast-Massaker á la ABORTED gegeben hätte… 650km Anfahrt und zu wenig Schlaf in der Nacht zuvor forderten so langsam aber sicher ihren Tribut. Auch wenn ich keinen Zweifel daran hegte, dass mich der Sounds gleich wieder so richtig wach gemacht hätte… „der Geist war willig“ oder so ähnlich. Schade drum, denn demnach zu schließen, was ich von einigen Leuten gehört habe, haben die Jungs wie gewohnt richtig reingehauen! Aber gut, eine gute Ladung Schlaf ist auch nicht zu verachten. Der nächste Tag wartet schließlich mit einem ebenso starken Aufgebot an Bands.

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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