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SUMMER NIGHTS OPEN AIR 2009 – TAG 2

Ort: Mining am Inn - Burg Frauenstein

Datum: 23.05.2009

Ordentlich ausgeschlafen begann der zweite Festivaltag recht gediegen, so dass ich zur ersten Band auf der kleineren Stage auf dem Festivalareal eintrudelte. Hier gleich schon mal eine Entschuldigung für die lückenhafte Abdeckung des Geschehens auf der kleinere Bühne – hatte mein Knie bereits am Vortag begonnen mit ein wenig rumzuschmerzen, wurde es im Laufe des zweiten Tages nicht viel besser. Schonung war angesagt, so dass ich mich vorwiegend auf die Hauptbühne konzentrierte. Man möge es mir nachsehen!

MORTIPHERUS rockten auf der kleinen Bühne vor einer noch recht überschaubaren Menge in Mönchskutten. Auch mal was anderes. So ganz wollte die Mischung bei mir aber nicht zünden, weswegen nun erstmal das Frühstück anstand. Pünktlich zu DARK REFLEXIONS, die als zweite Band auf der Mainstage an der Reihe waren, war ich wieder am Gelände. Aber auch hier waren noch einige Anlaufschwierigkeiten zu vermelden. Die Meute vor der Bühne war eher klein und den Meisten saß wohl noch die Party vom vorherigen Tag im Nacken, wie es schien. Die Truppe wirkte zunächst etwas reserviert, mühte sich aber dennoch ein wenig Schwung in die Menge zu bringen.

Als CATARACT ein wenig später eben jene Bühne enterten, sah die Sache schon etwas anders aus. Von den Herren bin ich ja energiegeladene Auftritte gewohnt und das wirkte eine ganze Ecke mitreißender. Zahlreicher war die Meute schließlich auch schon geworden und ließ sich von Schweizer Riffmassaker auf Betriebstemperatur bringen.. Böse gucken, rumposen und Leute anfeuern, hat funktioniert, Menge halbwegs warm.

GRAVEWORM können also kommen. Der Zuschauerzahl nach zu schließen, hatte wohl auch ein großer Teil der Festivalbesucher auf die Südtiroler gewartet. Auch wenn dem werten Herrn Fronter – von zuviel Party am Tag zuvor wohl noch etwas geplättet erstmal ein „Hallo Summer Breeze“ entfuhr. Aber nun, krumm nahm’s ihm keiner wirklich und es kam binnen kürzester Zeit zum ersten Moshpit, gefolgt von einer Wall of Death und gegen Ende folgte eine Strohschlacht. Aus sicherer Entfernung gesehen sehr spaßig – für Allergiker eher nicht. Aber wie war das noch mit „Ein Festival ist kein Kindergeburtstag“. Angesichts des herrlichen Wetters, welches den Tag über anhalten sollte -mittlerweile knallte die Sonne schon ordentlich – gab es danach dann auch keinerlei Ausreden übers „nicht aufgewärmt sein“ mehr.

DARKFALL enterten die kleine Bühne, wir das Camp zum Essenfassen. Das Essensangebot auf dem Gelände selbst war nicht so prickelnd, so dass der Gaskocher dann in jedem Fall die bessere Alternative für ein wenig Brutzelei darstellte.

Pünktlich zu MERCENARY war allerdings Antreten vor der Mainstage wieder angesagt. Ich war recht erstaunt, dass die Menge beim Auftritt der grinsenden Dänen im Vergleich zu GRAVEWORM ziemlich dezimiert war. Schade eigentlich, denn die Herren präsentierten sich gewohnt mitreißend und mit einer Menge toller Songs im Gepäck. Woran es liegt, dass sich hier so wenige eingefunden hatten, kann ich leider nicht sagen, denn was hier dargeboten wurde, war grundsolide und Basser Rene poste wie gewohnt und animierte die Menge. „Embrace The Nothing“ und weitere Kracher sollten jedenfalls genügend Gelegenheit zum Mitsingen und Headbangen geboten haben. In den ersten Reihen wurde das auch dankbar angenommen.

ELUVEITIE schienen da dem Gros der Besucher eher in den Kram zu passen. Hier war der Platz vor der Mainstage wieder vollgepackt. Gleich zu Beginn gab es einen bekannten Song „Inis Mona“, bei dem bereits beste Stimmung herrschte. Leider gingen die akustischen Instrumente im Verlauf des Sets aufgrund des Sounds ein wenig unter, was der allgemeinen Stimmung aber keinen Abbruch zu tun schien. Sänger Chrigel hatte die Menge gut im Griff, zum Headbangen und mitmachen musste niemand wirklich animiert werden. Bevor zwei akustische Leckerbissen des neuen Albums „Evocation I – The Arcane Dominion“ namens „Brictom“ und „Omnos“ zum Besten gegeben wurde, erkundigte sich der Fronter, ob überhaupt jemand Lust auf neue Stücke und vor allem akustisches Material hätte – keine Frage, dass hatten die Fans.

Setlist ELUVEITIE
Inis Mona
Gray Sublime Archon
Bloodstained Ground
The Somber Lay
Slanias Song
Brictom
Omnos
Memento
Ui Elvete
Tegernako

SODOM sorgten dann für die Ladung Oldschool Thrash beim Summer Nights. Schlechte Shows hab ich von ihnen eh noch nicht gesehen. Hier merkt man einfach, dass sie sich auf der Bühne wohl fühlen und bei jedem Gig hundert Prozent geben wollen. „Napalm In The Morning“ läutete den Gig ein und damit schaltete so mancher auf Dauer-Matteschütteln. Spaß pur. Als kurz darauf schon „Wachturm“ folgte, war die Stimmung top, ebenso wie der Sound – da hatte sich der Soundtechniker wohl mal „warmgeregelt“. Die dauernd ertönenden „Sodom“-Rufe wurden umso lauter, als Tom Angelripper verlauten ließ, man wäre dort zu Hause, wo die Fans seien. Ja, das glaub ich ihnen – eine jahrelange treue Fanbasis bestätigt dies. Kleine technische Patzer wie eine ausfallende Gitarre nahm man locker und mit einer Menge Routine, keinen störte es wirklich, wieder mal ein sauberer Auftritt.

Auf der kleinen Bühne ging es mit WOLFCHANT und VARG eher paganmäßig zu. Auch diese Bands wussten die Menge zu überzeugen, man gab sich publikumsnah und der Fronter von VARG sprang kurzerhand auch mal in den Graben, um dort das Mikro an Fans weiterzugeben und eifrig Hände zu schütteln. Sowieso kann hier einmal angemerkt werden, dass das Festival ingesamt einen recht familiären Charakter hatte. Neben lockerer Security und ebenso lockeren Fotoregelungen (kein 3-Songs-und-raus-aus-dem-Graben) ließen sich auch einige Bandmitglieder im Publikum sehen.

BEHEMOTH veranstalteten, nachdem nun die Dunkelheit eingesetzt hatte ein mindestens ebenso düsteres Death/ Black Gewitter. Fies, schnell, groovend, so kennt man die Polen, ein gewohnt mitreißender Auftritt, der von einem äußerst gelungenen TURBONEGRO Cover („I Got Erection“) gekrönt wurde – bei dem die Headbangerschar lauthals mitgröhlte. Nergal und seine Mannen hatten jedenfalls sichtlich Spaß am Auftritt, so dass auch dieser wieder als ein weiterer Siegeszug notiert werden kann! Kracher á la „Demigod“ oder „Conquer All“ schraubten so manche Rübe ab, BEHEMOTH wüteten wie die Berseker und auf die Aufforderung „I wanna see some chaos“, gab es in der Menge kein Halten mehr. Als hätte man irgendwen dazu wirklich auffordern müssen! Auf das Mitbrüll-Spielchen „Fuck Yeah!- Hell Yeah! – Praise Jesus!“ gab es neben ordentlich Resonanz auch eine Menge Gelächter. Denn selbst auf „Praise Jesus“ stiegen noch Einige ein – womit Nergal mal wieder unter Beweis gestellt hatte, dass es oft im Prinzip egal ist, was denn da gerade gebrüllt wird (was der VOLBEAT Fronter beim letztjährigen Rock Hard Festival ebenfalls gezeigt hatte – „Are you gay?! – „Yeah!“).

Dieses satanisch-dunkle Massaker zu toppen , war eine echte Herausforderung, die der Headliner des Abends ARCH ENEMY dankend annahm. Was soll man da noch sagen? Auf einen fetten und mitreißenden Auftritt der Polen folgte ein ebenso fetter Autritt ! „Blood On Your Handsg läutete die Schlacht ein, Frau Gossow stürmte growlend die Bretter und wieder bracht die Hölle los. Bereits nach wenigen Takten war klar, dass hier im Schlachtfeld, welches BEHEMOTH hinterlassen hatten, nochmals munter weitergewütet werden sollte. Um’s kurz zu machen, die Menge fraß ihnen aus der Hand. Wie soll man einem Kracher wie „Dead Eyes See No Future“ auch widerstehen? Headbangen ist Pflicht, ohne Wenn und Aber, selbiges gilt für das folgende „My Apocalypse“. Ein Drumsolo gab’s von Mr. Erlandsson, und ein Gitarrenduett von den Amott Brüdern und selbstredend weitere Hits – „We Will Rise“ und „Nemesis“ wurden vom Publikum dankbar angenommen und eifrig mitgesungen. Fronterin Angela growlte was das Zeug hielt und stürmte einer Furie gleich über die Bühne – eine äußerst energiegeladene Show. Und der Sound war schlichtweg der Hammer!

Auf der kleineren Bühne sorgten SWASHBUCKLE mit Piraten-Flair für die Abrundung des zweiten Tages, zu der sich mein Knie partout nicht mehr bewegen lassen musste. Den Schmerzen Tribut zollend war nun also der Marsch zum Zelt angesagt. Das hatte zumindest den Vorteil, dass für den nächsten Tag genügend Schlaf drin war – nicht zuletzt auch, weil dann leider schon die Heimreise anstand.

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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