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SUMMERBLAST OPEN AIR 2009

Ort: Trier - Exhaus

Datum: 20.06.2009

Jedes Jahr Mitte Juni steigt in Trier die Zahl der bunt tättoowierten Menschen sprunghaft an, hinzu kommen massig Piercings, eine Ladung Bandbusse und knapp 2000 Besucher, die das gemütliche Exzellenzhaus, kurz Exhaus zum Platzen bringen, die Rede ist vom Summerblast, Klappe die 5.!

Das hauptsächlich auf moderne Spielarten des Metal ausgerichtete Festival im Südwesten der Republik hat sich im Laufe der Jahre zu einer festen Institution gemausert. Metaler, Metalcoreler und Hardcoreler aus ganz Deutschland, einige sogar aus dem Ausland, machten sich auf den Weg nach Trier, um dort einen Tag lang so richtig zu rocken. Parkplätze waren mehr als rar gesät, wer zu spät war, brauchte gute Füße. So kam es denn auch, dass ich trotz Ortskundigkeit den Andrang bzw. die Zahl der Parkplätze gnadenlos unterschätzt hatte, nach einer halben Std. Rumkurverrei aufgegeben und eine Parkgelegenheit mit ordentlich Fußmarsch in Kauf genommen habe. In Kombi mit einer wirklich langen Schlange am Einlass und Problemchen mit der Akkreditierung (man hatte uns mal wieder auf der Liste vergessen…), führte dies dazu, dass die erste Band, IN BLOOD WE TRUST (Gewinner beim Voting Contest), leider ungehört blieb. THE EYES OF A TRAITOR fielen denn trotz guter Hoffnung auch noch darunter.

Wer für den heutigen Tag sein „Fitnessprogramm“ nicht absolviert hatte, hatte wirklich schlechte Karten, denn neben massig Moshpits, Circlepits, Crowdsurfen und Bands abfeiern, wurden dem geneigten Mosher „Zwangs-Saunagänge“ und eine Menge Geduld abverlangt, denn das Festival war komplett ausverkauft. Das bedeutet im Falle des Geländes des Exhauses: Das Ende der Fahnenstange in punkto Kapazität ist mit knapp 2000 Anhängern der härteren Klänge auf alle Fälle erreicht. Engpässe beim Bühnenwechsel mit ordentlich Gedränge waren da nicht zu vermeiden. Dennoch wurde das Ganze recht gut dirigiert und der Großteil der Besucher legte eine stoische Ruhe an den Tag, so dass es ohne größere Zwischenfälle, kaum Genöle und dergleichen abging.
Fürs leibliche Wohl war wie gewohnt gesorgt, u.a. mit dem – auch von Nicht-Vegatarieren – stark frequentierten Vegistand. Wie auch einige andere freu ich mich jedes Jahr auf das vegetarische Gyros – damit überzeugt man auch den größten Fleischfresser, garantiert! Und nach einer solch großzügig bemessenen Portion plus Fladenbrot ist man so pappsatt, dass Herumspringen wohl für zwei Bands lang flachfällt. Getränke- und Merchstände gab es ebenfalls zu Hauf, für genügend Unterhaltung war also gesorgt. Aber nun zu den Bands!

MISERY INDEX

Einlassproblem gelöst, Fotopassproblem ebenfalls, durch die Menge gekämpft und pünktlich zum Beginn der dritten Band da, immerhin! So stand ich denn genau zum Beginn von MISERY INDEX vor der Open Air Stage. Manch einer wird sich vielleicht wundern, warum eine Truppe, die doch gar nicht mehr so klein ist und zudem in Trier glatt einen Zweitwohnsitz haben könnte (die spielen hier mindestens einmal pro Jahr, manchmal, wie in diesem Jahr und 2007 auch zweimal!), so früh ran muss. Nun, ganz einfach, die Truppe aus Maryland hatte später am Abend noch einen weiteren Gig zu bestreiten. Also besser so, als gar kein MI. Die Amis sind eigentlich immer eine sichere Bank. Sie entern die Bühne und die Menge dreht am Rad, so war es dann auch hier, trotz früher Stunde. Verglichen mit eingen nachfolgenden Bands, sollte ich die Reaktionen der Menge aber wohl besser noch in die Schublade „verhalten“ einordnen. Nun, zumindest beim Rausschmeißer „Traitors“ war nach ultrakurzen 25 (!) Minuten eine in die Gänge kommende Meute auszumachen. So oder so: Klasse Einstieg ins Festival, Daumen hoch und wie immer: gerne wieder!

TO KILL

Danach begann dann der Spaß so richtig. Aufgrund doch recht begrenzter Kapazitäten ist die zweite Bühne nicht ebenfalls draußen, sondern traditionell im Keller, aka (großes) Exil. Was ansonsten locker ausreicht um Metalgigs zu veranstalten – Kapazität etwa 450 (+-?) – platzt während des Summerblasts regelmäßig aus allen Nähten und mutiert somit bereits nach einer Band zur Sauna. Ich war noch nie ein Fan von Sauna und werde es hiernach schon dreimal nicht geworden sein. Während der dritten Truppe TO KILL war es noch problemlos möglich, nach unten zu gelangen und auch einen Platz VOR der Bühne zum Fotografieren zu ergattern. Die Italiener zeigten sich äußerst spielfreudig und ließen sich trotz äußerst knapp bemessener Spielzeit von 25 Minuten nicht davon abhalten, für ihre CD und noch viel mehr für mehr Umweltschutz und Tierschutz zu werben. Das ging einigen im Publikum gehörig auf den Senkel, doch darf sowas durchaus mal gesagt werden. Immerhin verfechten wiederum andere Truppen auch hartnäckig den Veganismus etc. Aber gut, einmal weniger erwähnen wäre mehr gewesen. So oder so legte die Jungs und das Mädel, welches übrigens ziemlich fiese Vocals beisteuerte, sich ordentlich ins Zeug.

WAR FROM A HARLOTS MOUTH

Der erste Saunagang wäre damit vorbei, „abkühlen“ war dann auf der Hauptbühne mit WAR FROM A HARLOTS MOUTH angesagt. Aber hier war weder an Abkühlung, noch Erholungspause zu denken. Dieses Line-Up forderte jedem Besucher alles ab, zumindest wenn man möglichst viele Bands sehen wollte und so konnten sich auch die Berliner einer großen Fanschar erfreuen. Im Keller hatten sie vor einer Weile ein wahres Liveinferno ob ihrer unbändigen Energie entfacht und das gelang ihnen auch draußen auf einer größeren Bühne scheinbar mühelos. Als Belohnung heimsten die Jungs eine Wall of Death und einen ziemlich ruppigen Pit ein. Ich bin ja keine Mimose, aber ganz ehrlich, so hart, wie manch einer da zur Sache geht… da möchte ich nicht in der Nähe stehen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass manch einer die Pits dieses Festivals ein wenig mit einer Kampfsportmatte verwechselt hat. Violent Dancing und Co. in allen Ehren, aber trotz allem kann und sollte (!) man auf die Leute um sich herum ein wenig Rücksicht nehmen. Es soll durchaus auch Zuschauer geben, die sich gerne den Gig geben, ohne dauernd Fäusten und Füßen auszuweichen.

SALT THE WOUND

Schnell wieder nach unten und dieses Mal war klar, wenn mir die Kamera lieb ist, würde ich nicht mehr vor der Bühne stehen bleiben. Glücklicherweise war es kein Problem von der Bühne aus zu knipsen, so dass auch im Folgenden die Bilderversorgung sichergestellt war. SALT THE WOUND jedenfalls schafften es das Exil mehr als ordentlich zu füllen. Netterweise wurde uns Fotografen denn auch gestattet, den Backstageausgang zu nutzen, so dass dadurch um einiges einfacher wurde, pünktlich zu den Bands der Hauptbühne wieder oben dazu sein (Danke!). Zurück aber zu STW, meine Fresse, wie brutal war das denn Bitte? Richtig schön, mitten in die Kauleiste gab’s hier Deathcore, der sich gewaschen hatte. Im Circlepit, der sich logischerweise auch hier binnen kürzester Zeit bildete, gings heiß her, im wahrsten Sinne des Wortes und sicherlich wunderschöne blaue Flecken.

CALLEJON

Luft!!! Auf der Outdoor Stage standen bereits die Newcomer des Jahres in den Startlöchern. Beim Summnights in Österreich ausgelassen, war es nun an der Zeit sich CALLEJON nach ihrem Senkrechtstart zu Gemüte zu führen. Ich muss schon sagen, ich hab die Band kaum wieder erkannt. Vor knapp zwei Jahren hatte ich sie in einem kleinen Laden vor knapp 20 Nasen gesehen. Völlig ungestylt mit ner Menge Spaß. Ersteres hat sich nun geändert (irgendwie fühlte ich mich da an den Wandel der perfekt gestylten SONIC SYNDICATE erinnert), der Spaß war aber zum Glück geblieben, doch ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der ein wenig zurückgefahren wurde… Achja, kreischige Fans gibt’s jetzt auch noch, ob die gratis im Paket mit dem Styling mitkommen?! 😉 So oder so liefterten die Jungs aus dem „Zombiehauptquartier“ eine gute Show ab, so gut, wie man eben in knapp 25 Minuten sein kann. Kaum hat man die Menge auf Betriebstemperatur, ist der Spaß im Prinzip schon wieder vorbei. Den Fans gefiel es, ich für meinen Teil verbleibe mit gemischten Gefühlen… früher war’s wesentlich ungezwungener.

Mein Weg in den Keller (der Hinweg lief noch über die normalen Treppen nach unten) gestaltete sich schwierig, bzw. endete prompt vor dem Eingang zu eben jenem. Um den Herausströmenden überhaupt die Möglichkeit zugeben, aus dem Keller herauskommen zu können, wurde erstmal niemand reingelassen. Nach knapp 10 Minuten des Wartens und Herumgeschobenwerdens, war’s mir denn ehrlich gesagt doch zuviel des Guten, so dass ich dem Duft des Essensstandes folgte und mir eine Portion des heißgeliebten Gyros gönnte. Das Auffüllen der Wasservorräte war nach all dem Schwitzen vielleicht auch keine so schlechte Idee und ein Kräftesammeln vor NEAERA bestimmt auch nicht.

NEAERA

NEAERA sind ja als verdammt gute Liveband bekannt, die ordentlich Druck macht. Beim Summerblast haben sie auf die übliche Dosis Wahnsinn noch eine Schippe draufgelegt und gleich mal im ersten Song einen Circlepit gefordert. „Wir tun euch den Gefallen und geben direkt von Anfang an Gas, tut ihr uns doch auch diesen Gefallen, also los, Wall of Death!“. Diese Aufforderung war bestimmt nicht von Nöten und binnen Sekunden verwandelte sich der Platz in ein wahres Schlachtfeld. „Gebt den Security Jungs hier was zu tun, die sind gut drauf“ – und ehe dieser Satz zu Ende war, trudelten bereits die ersten Crowdsurfer ein. So ging es denn in den folgenden 25 Minuten im wahrsten Sinne des Wortes Schlag auf Schlag. Von der Bühne peitschten „Armamentarium“ und „Walls Instead Of Bridges“ die Menge immer weiter an. Ein großes Lob an die Security Jungs, die wie schon in den Vorjahren den Job nicht nur sehr kompetent, sondern vor allem mit einer Menge Spaß absolvierten! Man merkt schon recht deutlich, ob hier nur der Job erledigt wird, oder ob auch Spaß dabei ist und das war definitiv der Fall. Hoffentlich bleiben diese Securities dem Festival noch lange erhalten.

WHITECHAPEL

Schnell ins Exil durchgeschlängelt, einen Platz seitlich auf der Bühne ergattert und los ging der Spaß mit WHITECHAPEL. Auch hier wurde wieder Deathcore vom Feinsten geboten und binnen Sekunden brach wieder einmal die Hölle los. Die Jungs waren schon bei der letztjährigen Never Say Die Tour gut drauf, aber das hier, war einfach nur noch irre. Band wie Fans hatten sichtlich Spaß an der Sache, je wilder, desto besser. Spätestens jetzt, war die Temperaturanzeige sicherlich explodiert.

HORSE THE BAND

Hatte ich das eben schon als „irre“ bezeichnet?! Nun, dann sollte wohl für den folgenden Auftritt von HORSE THE BAND ein völlig neues Wort erfunden werden. Was die Truppe da ablieferte, konnte wohl getrost als komplett durchgeknallt durchgehen. Ich hatte diese Band noch nie live gesehen, geschweige denn viel Musik gehört, doch allenthalben erzählte man mir, ich müsse mir diese Show unbedingt mal anssehen. Nun, als erstens fielen einem die wirklich seltsamen Outfits des Quintetts auf, die irgendwo in den 80ern steckengeblieben zu sein schienen. Seltsame Sporthosen, viel zu enge Jeansshorts, noch seltsamere Shirts – aber wir sind hier nicht bei einer Modenshow und letzten Endes passte das ganze dann doch zur Musik. „I wanna start playiiiiiin“ nölte der Bassist wie ein kleines Kind – ihm sollte geholfen werden, prompt ginges los. Der Sänger rannte und tänzelte über die Bretter, der Keyboarder vollführte die wildesten Verrenkungen und Sprünge hinter seinem Instrument – ein Wunder, dass der Herr seinen Kopf nicht wirklich aufs Keyboard gehauen hat. Den Vogel in punkto Irrsinn hat schließlich der Triangelspieler abgeschossen, selten habe ich jemanden derart inbrünstig und mit soviel Hingabe ein Instrument spielen sehen. Zu Grinsen gab’s also ordentlich was, nach einem anfänglichen „Was zum Teufel ist das denn?!“, kam wohl bei den Meisten der doch recht experimentelle Sound der Amis ziemlich gut an. Ich war überrascht!

FINAL PRAYER

Noch recht geplättet von dieser Show, kämpfte ich mich wieder in den Keller, wo FINAL PRAYER zum nächsten Saunagang baten. Die Jungs legten sich ebenfalls ordentlich ins Zeug, tobten über die viel zu kleine Bühne und brachten das Publikum derart in Rage, dass Einige dem Sänger das Mikro des Öfteren mal aus der Hand rissen, um selbst ein wenig Show zu machen.

MAROON

Da der Zeitplan auf der Bühne im Keller ein wenig aus dem Ruder gelaufen war, wurden die Überschneidungen etwas größer, so dass nach 3 Songs der Gang nach oben angesagt war, um MAROON zu erwischen. Ganz wie bei den anderen Bands, war hier die Devise – wir haben nicht viel Zeit, also Action von Anfang an. 30 Minuten Zeit, 30 Minuten Wahnsinn. Als wären die Circle- und Moshpits nicht schon verrückt genug gewesen, wurde hier nochmals einer draugesetzt. Einer der Basketballkörbe an der Seite wurde als „Sprungturm“ genutzt, von dem aus ein Fan in die Menge sprang und vom Sänger mit einem „Oooooh“ bedacht wurde. Sie wollten Action, die bekamen sie. Sauberer Auftritt, auch wenn ich mit dieser Truppe nach wie vor nicht so ganz klarkomme.

NO TURNING BACK

So langsam ging die Rennerei auf die Kondition oder wurde viel eher noch nervig. Wieder einmal durchdrängeln, nach unten und ab zu NO TURNING BACK aus den Niederlanden., die mit brachialem Hardcore Sound dem Publikum wieder einmal alles abforderten. Wie verdammt nochmal halten einige das aus? Im Laufe des Tages waren einige Gesichter immer wieder in der ersten Reihe oder aber im Pit auszumachen – immer in Action! Der an den guten alten NYHC angelehnte Stil der Niederländer groovte amtlich und sorgte dank zahlreicher Mitsingtauglicher Passagen dafür, dass auch sie ein leichtes Spiel mit dem Publikum hatten.

DESPISED ICON

Das Publikum in der Hand hatten auch DESPISED ICON, die im Folgenden auf der Hauptbühne unterwegs waren. Zahlreiche Shirts ließen bereits vermuten, dass hier eine große Anhängerschar zu erwarten war und so sah es denn auch vor der Bühne aus. Diese Truppe weiß einfach, wie man eine gute Liveshow abzieht. Wirkten sie im letzten Jahr, wohl aufgrund andauernder Touren, beinah schon ein wenig ausgelaugt, waren sie hier wieder ganz bei Kräften wie es schien. „The Ills Of Modern Man“ und andere Deathcore Groovewalzen sorgten denn auch wieder für eine Wall Of Death und Circlepits. Ich glaube, ich habe noch nie derart viele Walls und Pits an einem einzigen Tag gesehen, geschweige denn ein solches Massaker in den Pits. Brutal ohne Ende! Genau das waren auch DI, die mich mit diesem Gig wieder einmal begeistern konnten. Wer mit diesem Genre noch nicht wirklich in Berührung gekommen ist, sich aber gerne mal eine richtig gute Show geben möchte, wäre hier gut aufgehoben! Thumbs up!

ABORTED

Hilfe! Noch mehr Brutalitäten, dieses Massaker ist noch zu steigern und zwar eine Etage tiefer, wo Sven de Caluwa mit ABORTED zum Brutalo-Tänzchen baten. Ob der Bewegungsfreude der Band wurde es auf der Bühne ganz schön eng. Die Belgier waren überzeugend wie immer, da gibt’s nix zu meckern und spätestens nach dem Gig war denn auch mein Nacken ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, dabei hatte ich mich bis dahin doch ziemlich zurückgehalten.

AUGUST BURNS RED

Flip-Flop-Time auf der Hauptbühne, kleiner Scherz am Rande, denn die Jungs von AUGUST BURNS RED traten alle mit Strandlatschen zum gepflegten Metalcore Showdown an. Auch diese Band nahm die Menge im Sturm – so langsam fragt ich mich denn wirklich, ob es am heutigen Tag eine Band geben würde, der das nicht gelingen würde. Ich glaube fast nicht. Also das volle Publikums-Abgeh-Programm mit Pits und Co und eine Band, die sich ordentlich ins Zeug legte. Wo sollte man da bitte mal eine verdiente Pause bekommen? Musiktechnisch ging´s quer durch die bis dato drei Alben umfassende Discographie. Für mich ein wenig zu „einfach gestrickt“.

ARCHITECTS

Da sollte der Sound von ARCHITECTS im Keller schon passender sein. Wie geil war das denn bitteschön? Die Jungs konnten ja mit ihrem neusten Release „Hollow Crown“ eine Menge guter Kriktiken einfahren und von mir gibt’s denn gleich die nächste gute für eine mitreißende Liveshow dazu. Der Keller schien noch voller als zuvor, sofern das denn noch ging, die Temperaturen waren immer noch tropisch, doch das schien wirklich niemanden daran zu hindern, beim Sound der Briten abzugehen.

THE BLACK DAHLIA MURDER

Ein weiterer „Darauf-freu-ich-mich-so-richtig“-Act stand nun draußen auf dem Plan: THE BLACK DAHLIA MURDER. Diese Truppe macht live einfach richtig Spaß. Immerhin hatten BDM nun 50 Minuten Spielzeit, weniger wäre ihnen auch einfach nicht gerecht geworden, auch wenn sie die Menge ebenfalls binnen kürzester Zeit in der Hand hatten, aber so richtig. Da dieser Gig so unterhaltsam war, beschloss ich denn auch die Sauna für den heutigen Tag endgültig ad acta zu legen, somit verpasste ich leider DEATH THREAT und ganz am Schluss BRUTAL TRUTH, man möge es mir nachsehen, irgendwann geht’s nicht mehr. Berichten zufolge war der Keller denn gegen Ende auch nicht mehr bis zum Bersten gefüllt.

PARKWAY DRIVE

Das wiederum könnte aber durchaus auch am Headliner des Festivals gelegen haben, denn diese Position hatten die Aussies von PARKWAY DRIVE inne, die sicherlich der ein oder andere schon im Vorjahr bei der Never Say Die Tour bestaunen durfte. Die Fans mobilisierten nochmals alle noch übrig gebliebenen Kräfte und sorgten für einen denkwürdigen Abschluss des Festivals. PD jedenfalls wurden ihrem Headliner Status voll und ganz gerecht. Fragt sich nur noch, warum trotz Zugabe, die Spielzeit von geradezu großzügigen 55 Minuten, gemessen am Zeitfenster, das andere Bands an diesem Tag eingeräumt wurde, nicht ganz ausgenutzt wurde? Na, da wäre sicherlich noch was gegangen. So oder so ging das diesjährige Summerblast mit einem Paukenschlag zu Ende. Im Keller war knapp 15 Minuten später, also um 23:15 ebenfalls Schicht im Schacht und die Meute wurde komplett platt, aber mit dem Wissen eine Menge gute Auftritte gesehen zu haben, in die Nacht entlassen.

Fazit: Das einzige, was so richtig, richtig störte, war die übelst kurze Spielzeit der Bands. 25 Minuten sind einfach zu wenig – das Platzproblem ist altbekannt, eine Lösung wohl eher nicht in Sicht, es sei denn, man würde das Festival auf zwei Tage verteilen und alle Bands auf der großen Bühne spielen lassen. Somit wären Engpässe und massig Lauferei passé! Denn weniger Bands und damit einige Leckerbissen weniger, wäre wohl bestimmt nicht die ideale Lösung. Für manch passionierten Pit-Prügler (sorry, ein anderes Wort fällt mir da beinah nicht mehr ein) wäre wohl auch eine kleine Lehrstunde in punkto Verhalten auf Konzerten keine schlechte Idee. Es ist niemandem verboten, Spaß auf Konzerten zu haben, aber wenn man sieht, wie einige wie die Berserker durch den Pit pflügen, ohne Rücksicht auf Verluste, und um sich prügeln, da hört der Spaß auf. Gebrochene Nasen und Co braucht’s nämlich definitiv nicht!Und Argumente á la „Die Weicheier können sich ja an den Rand stellen“ sind auch eher grenzwertig, denn das Ticket haben alle bezahlt und so sollte es denn auch Jedem möglich sein, sich das Festival ohne Faust im Gesicht ansehen zu können… Eigentlich. Aber diese Entwicklung hin zu zuviel Aggression in den Pits ist ja leider nicht neu. Aber ansonsten, abgesehen von eben angeführtem Gemecker: 10 Stunden Musikmarathon , der sich gewaschen hat, 17 Bands in 9 Stunden fotografiert und damit den Summerbreeze Rekord von 2008 eingestellt, 7 oder 8 Saunagänge, 1 kleine Regendusche, 2000 begeisterte Fans, leckere Essensauswahl, eine zum Bersten gefüllte Location = massig Spaß und logischerweise Tonnen guter Musik. Daumen hoch und gerne wieder!

Copyright Fotos: Cornelia Wickel

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