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SUNRISE AVENUE

Ort: Herford - X

Datum: 13.03.2010

Nachdem wir im Januar noch nach Hannover fahren mussten, um eine finnische Band zu sehen, reichte nun im März ein Abstecher in das benachbarte Herforder X. THE 69 EYES hatten uns Anfang des Jahres bei Schnee und Eis zu ihrem dreckigen Sleaze-Goth-Rock in die niedersächsische Hauptstadt gelockt. An diesem Märzabend waren es nun ihre finnischen Landsmänner SUNRISE AVENUE, die derzeit mit ihrer Accoustic-Tour durch die deutschen Lande ziehen. Ganz andere Musik und natürlich auch eine ganze andere Stimmung erwartete uns in der bereits gut gefüllten Halle des X, als wir kurz vor 20:00 Uhr die Lokalität erreichten. Das Konzert der Männer aus dem hohen Norden war schon lange ausverkauft, was aber sicher auch daran lag, dass die Band Wert darauf legte, dass der Saal bestuhlt war (in diesem Fall wohl eher mit Bierzeltbänken bestückt) und somit weniger Nasen als üblich Platz bot. Das machte insofern Sinn, da eine Accoustic-Tour einen etwas intimeren, ruhigeren Rahmen benötigt – war aber für uns erstmal ein ungewönlicher Anblick in der uns gut bekannten Konzertstätte.

Wir konnten uns noch schnell mit Getränken versorgen und schon kam Punkt 20 Uhr Samu Haber, Frontman und Kopf der Band auf die Bühne. Keine Vorband, kein Schnick-Schnack, nur mit seiner Gitarre und stimmte den ersten Song an. Im Laufe dieses Liedes stießen die anderen Bandmitglieder Sami, Riku, Raul und als Live-Bandmitglied Osmo zu ihm. Großer Jubel im Publikum, der während des ganzen Abends nicht weniger wurde. Im Gegenteil: jede Gestik, jede Mimik der Jungs, vor allem aber von Samu, wurden bekreischt und ab dem zweiten Song hielt es niemanden mehr auf den Plätzen. Das Publikum bestand – wie zu erwarten – zu 70% aus Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts. Die restlichen 30% waren dann sicherlich eher deren Begleitung. Und SAMU und seine Mitstreiter wurden ihrem Ruf als Sunnyboys und Womanizer durchaus gerecht. Nach unzähligen Konzerten wissen die Jungs halt, was von ihnen erwartet wird. Interaktion mit dem Publikum gab es reichlich, es war wie eine Begegnung unter Freunden mit einem Hauch Lagerfeuerromantik. ein musikalisch war der Abend mal etwas anderes: zwei Gitarren, Percussions und ein Keyboard – das alles auf „low voltage“. Das Quintett spielte einige Songs der beiden Longplayer „On the way to wonderland“ und „PopGasm“, aber auch ein, zwei Lieder, die es – so Samu – nicht auf die CDs geschafft hatten. Dennoch war auch hier das Auditorium äußerst textsicher. Das Programm der Band ist natürlich in erster Linie rockiger Mainstreampop, viele der Balladen passten also gut in das Motto „accoustic“. Interessant wurde es dann bei den etwas rockigeren Stücken wie zum Beispiel „Forever yours“, die in einem ganz anderen Arrangement daherkamen und auch zu überzeugen wussten.

Nach etwa einer Stunde verschwand der Sänger von der Bildfläche und überließ für das MICHAEL JACKSON -Cover „The way you make me feel“ Gitarrist Riku das Feld. Kurz darauf war das offizielle Set auch schon beendet. Aber lange ließen sich SUNRISE AVENUE nicht bitten, keine 5 Minuten später enterten sie unter viel Applaus die Bretter erneut und feierten gemeinsam mit den mitsingenden Anwesenden weiter. Bis gegen 21:30 Uhr nach gut 90 Minuten Spielzeit auch das letzte Lied verklungen war. Ein ruhiger, chilliger Abend, der auch gut in eine MTV umplugged-Reihe gepasst hätte.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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