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SUNRISE AVENUE

Ort: Köln - Kulturkirche

Datum: 09.03.2010

Im Grunde ist es schon lange kein ungewohnter Anblick mehr: Eine wartende Menschenmenge – vor den Toren der Kulturkirche Köln. Zugegeben, das Publikum war für SUNRISE AVE-Verhältnisse diesmal recht gut gemischt. In den hinteren Reihen fanden sich durchaus Mittdreißiger… (was ja kein Verbrechen ist, der Chefred. und Mittdreißiger) Um 19:30 Uhr war wie geplant Einlass und die Location hatte einiges zu bieten. Eine Kirche umgebaut zur Konzerthalle. Perfekt! Das blau-grüne Licht tauchte die Bühne in ein angenehmes Licht und in den vorderen Reihen machte sich schon die Ungeduld breit.

Pünktlich um 20:30 betrat Samu Haber, Frontmann der finnische Pop-Rocker die Bühne – alleine, nur in Begleitung seiner Gitarre. Kurzzeitig war das gewohnte, ohrenbetäubende Kreischen zu hören, was aber schnell nachließ. Atmosphärenbedingt sicherlich. Denn Akustikkonzerte sind eher was zum lauschen und träumen. Etwas ungewohnt, den flippigen Samu brav und andächtig auf seinem Hocker sitzen zu sehen. So ganz ohne Rumgespringe und typische Finnen-Power. Wobei, nimmt man es genau, vermisste man nichts. Außer vielleicht einen Stuhl – ich zumindest.
Samus Bandkollegen Riku Rajamaa, Osmo Ikonen, Raul Ruutu und Sami Osala betraten zum zweiten Song die Bühne und ernteten nicht weniger Applaus. SUNRISE AVENUE hatten Titel von ihrem Debüt- und dem aktuellen Album im Gepäck. Alle überarbeitet und zu Akustikversionen aufpoliert. Ungewohnt, aber dennoch ansprechend. Grundsätzlich ist es wohl relativ schwierig, Akustikversionen von rockigen Songs so umzufunktionieren, dass sie noch was hermachen. Mission geglückt. Für Samu war es aber scheinbar ungewohnt, die ganze Zeit auf seinem Stuhl sitzen zu müssen. Bei manchen Stücken blieb ihm nichts anderes als sein Mikrofon und er fuchtelte, teilweise hilflos wirkend, mit seinen Händen in der Luft herum. Ja, wenn man sich sonst immer an einer Gitarre festhalten kann, soll das wohl ungewohnt sein. Hits wie „Fairytale gone bad“, „The whole Story“ oder „Not again“ fehlten natürlich nicht und auch deren Umsetzung war mehr als gelungen. „Welcome to my life“, brachte zum Tourstart wohl noch Probleme mit sich. Um so mehr freuten sich die Fünf, als sie den Song fehlerfrei und zufriedenstellend ablieferten.

Spaß hatten sichtlich alle. Band wie Publikum und gegen Ende riss es Samu dann doch noch vom Hocker. Eigentlich hat man ja auch nichts anderes erwartet. Ein gelungenes Konzert, wenn auch ohne große Höhepunkte, aber schön umgesetzt! Und wie sollte es auch anders sein? Draußen vor dem Tourbus warteten die Fans nach Ende des Konzertes schon sehnsüchtig auf ihre finnischen Akustik-Stars.

Copyright Fotos: Ramona Schwarz

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