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T-MOBILE EXTREME PLAYGROUNDS 2009 – THE DIRT SESSION

Ort: Duisburg - Kraftzentrale im Landschaftspark

Datum: 20.04.2009

NOFX – THE FLATLINERS – DAN DRYERS

Die T-Mobile Xtreme Playgrounds gehen anno 2009 ins dritte Jahr und brechen schon zu Beginn der Saison wieder Rekorde. Vorab konnten die Veranstalter bereits mit 40.000 Dollar Preisgeldern die Crème de la crème der internationalen BMX und Mountainbike Szene nach Duisburg locken und wöchentlich neue große Namen verkünden. Nachdem im Jahre 2008 bereits 15.000 Zuschauer und 2 ausverkaufte Events gemeldet wurden, war auch die Dirt Session in Duisburg, die den Auftakt der diesjährigen Xtreme Playgrounds Reihe bildete, mit 4200 verkauften Tickets komplett ausverkauft.

Am vergangenen Sonntag war es dann endlich soweit und bei allerbestem Wetter ging es bereits mittags nach Duisburg in den Landschaftspark zur Dirt Session. Das Gelände um die Kraftzentrale war bereits gefüllt mit Extremsport- und Musikbegeisterten aller Altersklassen, die Nummernschilder der Autos bewiesen, dass für ein so besonderes Event auch mehrstündige Anfahrtswege gern in Kauf genommen worden waren. Während der Free Practise und den Vorrunden mieden dann viele Zuschauer die riesige Kraftzentrale und erkundeten lieber den Landschaftspark mit seinem unvergleichlichen Ruhrpott-Charme, legten sich in die Sonne oder nutzen das vielfältige Outdoor-Angebot. Denn auch wenn das Innere der Kraftzentrale mit wahnsinnigem Aufwand, Tonnen von Sand und viel Liebe zum Detail für die Fahrer vorbereitet worden war, stimmte genauso das ganze Drumherum. So gab es nicht nur die obligatorischen Getränke und Essensstände, sondern auch eine XBOX 360 Area mit Gaming Competitions, eine Sony Ericsson Area mit Bunny Hop Contest (quasi BMX-Hochsprung) und natürlich die Area des Hauptsponsors T-Mobile mit Action-Sports-Simulator, jeder Menge Signing Sessions, bei denen man den Stars hautnah Guten Tag sagen konnte und der Möglichkeit, seine Klamotten mit dem Xtreme-Sports-Logo „verschönern“ zu lassen.

Pünktlich zur ersten Runde des Mountainbike-Slopestyles und des nachfolgenden BMX Dirt Jumps zog es dann aber viele doch zurück in die Halle. Und die blieben dann auch gleich, als gegen 16 Uhr die DAN DRYERS auf die Bühne stürmten. Insgesamt zielt das ganze Programm natürlich zum einen auf das Extremsport-Publikum, zum anderen auf „normale“ Konzertbesucher, zeigt aber immer wieder, dass diese beiden Zielgruppen sich durchaus überschneiden. Bestes Beispiel dafür sind dann vielleicht auch die DAN DRYERS, da die Mitglieder allesamt aus der Extremsport-Szene stammen und Mountainbike-Profis, Freestyle Motorcrosser oder Downhill-Fahrer sind. Dem Titel ihres neuen Albums „Wrestling in Tijuana“ Tribut zollend, kamen die Jungs auch gleich in Wrestler-Klamotten und mit Masken auf die Bühne gestürmt (bzw. einer gehumpelt) und legten ordentlich los mit einer Mischung aus Punk, Metal und jeder Menge Rock n Roll und sorgten für die erste musikalische Vollbedienung des Tages (inkl. großartiger Special Effects: fliegende Klopapierrollen).

Nach der nächste Runde Extremsport hatten es THE FLATLINERS aus Kanada dann auch nicht einfach, noch einen drauf zu legen, zumal die Band in Deutschland trotz einiger Toursupports von Bands wie BAD RELIGION oder ANTI-FLAG noch relativ unbekannt ist. Dafür prügelte sie aber sympathisch erfrischend drauf los. Zwar erfanden sie das Rad bzw. den Punk nicht gerade neu und orientierten sich an zahlreichen California Punk Kapellen, aber das taten sie dafür recht gut und bekamen auch amtlichen Applaus.

Nach diesem schweißtreibenden Auftritt gab es eine halbe Stunde Pause zum Durchatmen an der frischen Luft, bevor es dann zum Final Four des Slopestyle mit diesen Teilnehmern:
Final Four
1. Amir Kabbani
2. Sam Pilgrim
3. Lance Mc Dermott
4. Yannick Granieri
weiterging. Hier kam es dann zur größten sportlichen Überraschung des Wettkampftages, als der Münchner Radprofi Amir Kabbani sich gegen die gesamte internationale Konkurrenz durchsetzen konnte und für ein begeistertes Publikum sorgte.

Auch im BMX Final Four mit:
Final Four
1. Rob Darden
2. Corey Bohan
3. Ryan Guettler
4. Ryan Nyquist
gab es eine Menge Spannung und ein hart umkämpftes Finale mit einer großen Dichte an 720er Tricks, das Rob Darden aus den USA knapp für sich entscheiden konnte.

Danach hieß es noch einmal kurz Kräfte sammeln, bevor es dann zum musikalischen Finale kam. Es dürfte kaum jemanden geben, dem die Punkrocklegende NOFX kein Begriff ist. Seit 1983 sind Fat Mike und seine Mannen nun aktiv und denken gar nicht daran aufzuhören. So drängten sich auch die kompletten 4200 Zuschauer auf einmal vor die große Bühne und begrüßten NOFX bereits mit frenetischem Applaus. Wie es sich für die Band allerdings gehört, hampelte man zu einem Intro auf die Bühne, verpasste gleich mal den Einsatz und betonte vor jedem zweiten Song, dass man genau DIESEN seit Jahren nicht mehr gespielt und auch gar nicht geprobt hätte. Natürlich glatte Lügen, die zu jeden NOFX Show einfach dazugehören. In den nächsten 90 Minuten hatten die Punks die Menge dann komplett im Griff, machten es sich aber auch sehr einfach durch das Spielen von Klassikern wie „Bob“, „Kill all the white man“ oder der seit eh und je genialen Coverversion von „Champs Elysees“ und konnten durchweg begeistern. Vielleicht nächstes Mal ein kleines bisschen „less talk more punk“, aber ansonsten gab es wenig auszusetzen.

Ausführliche Wettkampergebnisse sind auf der Homepage der Xtreme Playgrounds einsehbar. Dort sollte man auch die Augen für das nächste Event offenhalten. Am 30. August werden die Summer Sessions auf der Wasserski-Anlage in Hamburg Pinneberg stattfinden. Auch hier ist das Fahrerfeld im BMX und Wakeboard bereits jetzt erstklassig. Weitere Profis werden folgen. Mit ANTI-FLAG ist die erste Band schon benannt, 2 weitere werden dann auch auf der Homepage bekannt gegeben.

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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