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T-MOBILE EXTREME PLAYGROUNDS 2009 – THE SUMMER SESSIONS

Ort: Pinneberg - Wasserskianlage

Datum: 30.08.2009

Am vergangenen Samstag war es mal wieder so weit. Die Summer Sessions der T-Mobile Extreme Playgrounds standen vor der Tür und gingen 2009 in die bereits dritte Runde. Nachdem 2007 die Summer Sessions bei strahlendem Sonnenschein stattfanden, im letzten Jahr aufgrund starker Regenfälle vorab noch umfangreiche Erdarbeiten vorgenommen werden mussten, sollte es in diesem Jahr das gesunde Mittelmaß geben. Zum Start meinte es der Wettergott nicht sonderlich gut und schickte noch vereinzelte, zum Glück aber nicht starke Regenschauer gen Erde. Den Wakeboardern konnte es egal sein, ist Wasser doch genau ihr Element, doch die 1st Round der BMX musste gegen Ende unterbrochen werden, da auf einer nassen Miniramp die Unfall- und Verletzungsgefahr ein zu großes Risiko bildete.

Mittelmaß war an diesem Tag jedoch nur das Wetter, ansonsten gab man sich damit nicht zufrieden. Mittlerweile bildet die Summer Sessions bei den Wakeboarder sogar das Finale der WWA Wake Park World Series. Und da kommt höchstens Langeweile beim Betrachten der Endergebnisse auf, denn bereits zum dritten Mal in Folge konnte der zur Zeit beste Wakeboarder der Welt, Tom Foshee, die Konkurrenz hinter sich lassen und Platz 1 auf dem Siegertreppchen ergattern. Das allerdings auf allerhöchstem Niveau und mit absoluten Weltklassetricks, mit denen er sich im Finale gegen Mike Ketellapper, Steffen Vollert und James Young durchsetzen konnte. Immer ein bisschen im Schatten der Herren fuhren auch dieses Mal die Damen, konnten jedoch ebenso durchweg begeistern. Gerade die Holländerin Maxine Sapulette, die auch souverän den Contest gewann, brauchte sich kaum hinter ihren männlichen Kollegen verstecken und trat später beim XBOX 360 Contest als einzige Frau gegen die männliche Konkurrenz an. Zudem gab es eine weitere Premiere bei den Summer Sessions. Zum ersten Mal gab es einen Contest im Wakeskate, in dem sich der Amerikaner Brett Little durchsetzen konnte. Am frühen Nachmittag klarte der Himmel dann auf und wenn man die Weltelite des BMX auf eine trockene Miniramp loslässt und zudem noch fette Preisgelder locken, dann ist spannende Unterhaltung mit halsbrecherischen Tricks vorprogrammiert. Genau das wurde dem Publikum auch in Pinneberg wieder geboten. Bei den beiden Final-Läufen übertrafen sich Ben Wallace, Marc Webb, Alessandro Barbero und Sergej Geier mit immer verrückteren Runs. Gerade Ben Wallace und Marc Webb pushten sich scheinbar gegenseitig zu immer abgedrehteren Sprüngen (die Namen der Tricks konnte ich nicht einmal aussprechen…) und lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das letztendlich Marc Webb für sich entscheiden konnte.

Zwischen den spannenden sportlichen Wettkämpfen gab es natürlich auch die musikalische Seite der Veranstaltung, die sich mit einem ganz starken Line-Up ganz bestimmt nicht hinter dem Sport verstecken musste. Als erste Band traten die kalifornischen Ska-Punks MAD CADDIES pünktlich um 16 Uhr auf die Bühne und verscheuchten die letzten Regentropfen. Knapp eine dreiviertel Stunde bemühten sich die Jungs, das noch recht müde wirkende Publikum zu wecken. Das klappte in den vorderen Reihen schnell hervorragend, der Rest des Geländes schunkelte locker vor sich hin und gab der gelungenen Mischung aus Songs der letzten CD „Keep it going“ und den älteren Klassikern immerhin ordentlichen Applaus.

Leider noch etwas geringer war der Zuspruch beim späteren Auftritt von THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY. Die schwedische Kultband schien nicht unbedingt zielgruppengerecht aufzutreten und so war das Gelände vor der Bühne auch lediglich zur Hälfte gefüllt. Wer die Band (wie ich) etwas länger nicht mehr gesehen hatte, wurde zunächst einmal optisch arg überrascht, stürmte doch eine Horde Hippies mit Gummibändern in den langen Haaren und Fransen-Lederwesten auf die Bühne. Die neueste CD „The cross of my calling“ schlug auch bereits einen Bogen weg vom Polit-Hardcore/ Punk mit Garagensound hin zu 70s beeinflusster Rockmusik, die sich stark an Bands wie THE DOORS orientiert. In Pinneberg war das alles für das actiongewohnte Publikum zu wenig, die Hits wie „Smash it up“ kamen zu harmlos rüber und der ganze Auftritt gestaltete sich weniger mitreißend als gewohnt. Das hieß nicht, dass sich die Band keine Mühe gab oder gar lustlos wirkte. Gerade Sänger Dennis Lyxzen blieb kaum eine Minute ruhig stehen und versuchte immer neue Hochsprungrekorde aufzustellen. Das überwiegend jugendliche Publikum konnte man leider nur zum Teil animieren, vielleicht hätte man mit dem Auftritt warten müssen, bis diese von ihren Eltern abgeholt worden wären (gerade das Cover von BORN TO BE WILD hätte bei einem doppelt so hohem Altersdurchschnitt sicher zu mehr Begeisterung geführt). Hier war es dann leider so ein bisschen wie mit den Perlen und den Säuen.

Die absolut richtige Entscheidung trafen die Veranstalter dann aber wieder bei der Auswahl des Headliners dieses Tages. Mit RISE AGAINST sorgte man für einen furiosen Abschluss eines actiongeladenen Events. Für diese Band wurde die Price Giving Ceremony, die wenige Minuten vorher stattfand, zum Nebenereignis. Dicht gedrängt war auch der gesamte Bereich vor der Bühne. Mit Sprechchören wurde die Band auf die Bühne beordert und ab dem ersten Ton wurde gepogt und gesungen. Die Polit-Punks sind live immer wieder ein Erlebnis und stellten dies auch in Pinneberg wieder unter Beweis. Mit einer schweißtreibenden und energiegeladenen Live-Show und einer Setlist, die nun so gar keine Wünsche mehr offen ließ (siehe unten), konnten RISE AGAINST durchweg überzeugen. Nach einer Stunde und zahllosen durch geschwitzen T-Shirts wurden sie dann auch konsequent und lautstark für 3 Zugaben zurück auf die Bühne gerufen. Besser hätte der Tag nicht enden können.

Setlist RISE AGAINST
Collapse (Post America)
State of the union
Re-education (through labor)
Paper Wings
Long forgotten sons
The good left undone
Chamber the cartrigde
Drones
The dirt whispered
Audience of one
Savior
Survive
Blood-red white and blue
Dancing for rain
Prayer oft he refugee

Give it all
Ready to fall

Den Abschluss der Extreme Playgrounds 2009 wird auch in diesem Jahr wieder die Street Session am 6. Dezember 2009 in Berlin bilden. Genaue Informationen dazu, genauso wie detaillierte Ergebnisse zu den Wettkämpfen in Pinneberg sind unter: www.t-mobile-playgrounds.de zu finden.

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