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TANZWUT

Ort: Detmold – Waldbühne am Hermannsdenkmal

Datum: 31.07.2010

Was soll der Teufel am Hermannsdenkmal?

Das mag sich vielleicht der eine oder andere Unwissende gefragt haben, der wahre Anhänger der Berliner Mittelalter Rock Formation frohlockte natürlich ob des sehr interessanten Auftrittsortes. Ohne die Geschichte des Wahrzeichens im Teutoburger Wald zu zitieren, sei doch eine gewisse Affinität zu den an diesem warmen Samstag Abend agierenden Künstlern erwähnt, die unter dem Banner „Rock am Hermann“ ihre mannigfaltigen Instrumente zum Glühen bringen wollten. Am Vorabend waren bereits LUXUSLÄRM an gleicher Stelle aktiv, wir und vielleicht 300 weitere, überwiegend dunkel gekleidete Menschen, zogen es aber vor, die immerhin zu 50 Prozent runderneuerten TANZWUT anzufeuern. Norri, Jordon und Ardor haben die Formation vor nicht allzulanger Zeit verlassen, insbesondere der Abgang des „Venushügels“ dürfte manch weiblichem Fan schwer im Magen (und nicht nur da…) liegen, doch hier ist sicherlich PanPeter als Ersatz angedacht, der dann auch ausgelassen die Sackpfeifen und einen riesigen Gummi-Penis bediente. Ebenfalls neu an Bord: „Der Zwilling“ am Bass (aka Stefan von VOLKSTROTT) sowie Martin Ukrasvan (ehedem DREIST & DESPOTIC) an der Langaxt.

Der Schauplatz war eine steil ansteigende Waldbühne mit bis zu 999 Sitzplätzen, welche an diesem Abend aber nicht benötigt wurden. Zum einen aufgrund der Zahl der Anwesenden, aber auch weil die meisten sich direkt vor der Bühne einfanden, um ordentlich abzutanzen. Einige Normalos betrachteten das Treiben wohlwollend neugierig aus der Ferne und konnten dabei das doch recht beeindruckende Cherusker-Panorama im Hintergrund genießen. Für das leibliche Wohl war mit Spanferkelbraten bis hin zu Detmolder Moon (einheimisch für „Krefelder“) gesorgt, und so konnte es mit etwas Verspätung gegen 20 30 Uhr losgehen mit der wilden Hatz. Ohne Vorband war die Setlist reichlich gefüllt mit immerhin 23 Titeln, die keine großen Überraschungen bargen. Genau genommen war sie eine absolut identische Kopie vorhergehender Auftritte (siehe etwa unseren 2007er Bericht aus Gütersloh). Hier hätte man vielleicht den einen oder anderen neuen Titel erwarten können, immerhin hat das letzte Werk „Schattenreiter“ ja nun auch schon wieder 4 Jahre auf dem Buckel. Aber man wollte wohl erstmal das neue Line Up etablieren, was spieltechnisch auch tadellos gelang. Zudem spielt Fronter Teufel eh die erste Geige, der demnächst auch ein Solo Album mit dem Titel „Absinth“ via AFM veröffentlichen wird. So bildeten Songs wie das ÄRZTE Cover „Bitte Bitte“, „Meer“ oder „Im tiefen Gras“ das Rückgrat der Show, welche über die gesamten knappe 2 Stunden dynamisch und engagiert feilgeboten wurde. Inklusive einiger kleiner Soli und natürlich der Leuchttrumscheid-Einlage als krönendem Abschluss.

Mittlerweile war es dunkel geworden und die stimmungsvollen Strahler in der Umgebung der Bühne hatten den Hermann in ein grün-athmosphärisches Licht getaucht, welches uns auf der Rückfahrt noch ein wenig begleitete. Wohlwissend einem zwar etwas routinierten aber gleichwohl sehr unterhaltsamem Event beigewohnt zu haben. Von TANZWUT ist durchaus noch einiges zu erwarten!

Setlist TANZWUT
Toccata
Ihr wolltet Spass
Im Labyrinth der Sinne
Meer
Wieder am Riff
Merseburger Zaubersprüche
Seelenverkäufer
Vulkan
Endlich
Was soll der Teufel im Paradies?
Lügner
Wächter
Bitte Bitte
Im tiefen Gras
Der Arzt
Geisterstunde
Niemals ohne Dich
Schattenreiter
Dämmerung
Nein Nein

Exstase
Königreich

Trumscheit

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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