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TANZWUT – XANDRIA

Ort: Herford - Kick

Datum: 21.05.2003

Als die beiden Terrorverleger um kurz nach 20 Uhr das Kick betreten, ist dies a) schon gut gefüllt und b) spielen XANDRIA schon. Die Bielefelder Formation hat ja mit ihrem Erstlingswerk „Kill the Sun“ einigen Erfolg einfahren können. So ist man immerhin auf Platz 98 in die Media Control-Charts eingestiegen. Vom optischen Erscheinungsbild erinnert man an eine Gruppe Studenten plus dralle Opernsängerin, dabei ist die Truppe gut eingespielt und nur wenig nervös. Logischerweise spielt man vor allem Songs von der Debüt-CD, die sich zunächst recht gleichförmig anhören. Lisas hoher Gesang klingt perfekt, auch wenn ich solche Stimmen nicht besonders mag, es werden Erinnerungen wach an NIGHTWISH oder auch WITHIN TEMPTATION. Erst gegen Ende werden die Stücke härter, erdiger und klingen musikalisch sogar ein wenig nach MOONSPELL. Ein großer Teil der Anwesenden feiert die fünf ordentlich ab, für eine Vorgruppe im Kick nicht selbstverständlich. Andererseits hat man natürlich in OWL auch ein Heimspiel.

Um 21 15 Uhr entern dann die „Tanzwütigen“ die Bühne, vor der sich mittlerweile bestimmt 600 Nasen versammelt haben. Das Outfit, eine Mischung aus Futurismus und Mittelalter, ist altbekannt, die nackten Oberkörper auch. Als Intro wählte man ein diabolisches Lachen als Anspielung auf das neue Album „Ihr wolltet Spass“. Es folgen im ersten Teil des Sets eine Auswahl der besten Stücke des neuen Albums: „Meer“, „Zaubern“… Die Meute geht dabei genauso ab wie bei den alten Stücken, es wird gehüpft, mitgesungen und mit den Armen gerudert. Zwischendurch werden auch reine Dudelsackstücke ausgepackt, sehr imposant, wenn da fünf Säcke gleichzeitig nebeneinander blasen („Merseburger Zaubersprüche“)…

Als Gimmicks hat man sich auch ein paar nette Dinge einfallen lassen. So wird einmal ein altes Gramophon zur Ouvertüre auf die Bühne gefahren, dann bekommen die beiden Gitarristen Strohhüte mit eingebauten roten Laseraugen eingesetzt (á la SHOGUN ASSASSIN, wer den Film kennt). Zudem sind die imposanten Drums mit Leuchtringen ausgestattet, welche nette Effekte ergeben. Später kommen dann auch die Klassiker der Band zum Vorschein, das ÄRZTE-Cover „Bitte Bitte“, „Was soll der Teufel im Paradies“ usw. Nach über 90 Minuten beendet man den Auftritt (mit „Caupona“) und es sieht schon nach einem Ende ohne Zugabe aus, als das Publikum die Hauptstädter dann doch noch einmal auf die Bühne bekommt. Mit „Gnade“ von dem neuen Album findet ein sehr unterhaltsamer Abend für uns ein handfestes Ende, denn danach ruft das Bettchen. Fazit: Ob Metaller, Mittelalterfreaks oder Gothics, diese Band hat sich durch harte, ehrliche Arbeit eine breite Fanbasis gesichert und wird uns hoffentlich noch viele Jahre zur „Ekstase“ bringen.

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