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TERROR – MODERN LIFE IS WAR – DONNYBROOK – BLACKLISTED

Ort: Bochum - Matrix

Datum: 27.01.2006

Keine Frage, wenn der TERROR auf Tour kommt, muss der Terrorverlag am Start sein. Vor allem, wenn das Package mit BLACKLISTED eine Band beinhaltet, die mich mit ihrem Album „the Beat goes on…“ ziemlich platt gerockt hat. Als Langhaariger war ich an diesem Abend natürlich recht alleine auf meinem Posten, denn das Bild wurde von Caps in allen Farben und Styles, exakt sitzenden Scheiteln und bunten Tattoos beherrscht. Wie war das noch mit Fashion-Core?

Die Jungs aus Phily mussten auch zuerst auf die Bretter und legten gleich deftig los. Tracks wie „I refuse“ und das abgefeierte „How quickly can we forget“ sorgten auch für erste Action im Pit, was aber noch gar nichts war im Gegensatz zu dem, was noch folgen sollte. Sänger George war die ganzen 30 Minuten über recht witzig anzusehen, denn während seine Bandkollegen ordentlich rockten, hüpfte und tänzelte der Shouter wie ein angeheiterter Waschbär über die Bühne, schwang das Mikro durch die Gegend und wunderte sich dann, warum der Stecker mal aus demselbigen flutschte und man nix von ihm hörte. Jedenfalls ein sehr gelungener Einstieg von BLACKLISTED, wobei deutlich zu bemerken war, dass die meisten Fans noch mit ihren Kräften haushielten.

Als nächstes waren die Schwergewichte von DONNYBROOK an der Reihe. Hatte mir die Platte „Lions in this Game“ nicht so richtig vom Hocker gehauen, ging es live schon besser ab. Vor allem die Gebrüder Stewart gaben hier den Takt an. Dabei sah Shouter eher aus wie ein Rapper, brachte seine Vocs auch oft in diesem Style rüber und stapfte dementsprechend „cool“ über die Bühne. Gitarrist Pat und der mir unbekannte Basser hielten sich dagegen deutlich im Hintergrund. Die Stimmung schien sich von Band zu Band zu steigern, denn nun ging es im Pit wieder eine Ecke wilder ab. Da wurden schon deutlich mehr Sportskanonen und Möchtegern-KungFu-Treter gesichtet. Mit „Get Real“, „Check your Chest“ und natürlich „Down for the Core” ging’s gut ab, und die Meute war auch richtig textsicher, so dass es dem Koloss auf und der Menge vor der Bühne schon ordentlich Spaß machte und in den gerade mal 30 Min. Spielzeit allen Beteiligten sichtlich Schweiß abverlangte.

Da ich ja nicht so der old School-Spezi bin, muss ich ja gestehen, dass mir MODERN LIFE IS WAR bisher nur vom Namen her was sagten. Und Sänger Jeff kam mir ziemlich überheblich und arrogant vor, wie er so auf die Bühne stakste. Zuerst hatte man einige Probleme mit einer Gitarre, doch dann ich war echt positiv angetan von der Energie, welche das Quintett von der Bühne abfeuerte und die sich auch prompt auf die Meute übertrug. Denn da ging es schon richtig fett ab. Lauthals wurden Kracher wie „Clarity“ mitgegrölt, und Jeff hing die meiste Zeit mitten in den Fans und mehr als einmal hielt er das Mikro in die shoutende Menge, die dieses dann auch gleich mal einige Meter in den Pit zog, so dass es gar nicht so leicht war für den Fronter, sein „Instrument“ wieder zu bekommen. Passend zum eher Rock und Metal-lastigen Sound hätten die Gitarrist Matt und John auch eher in eine solche gepasst, rockten und posten sie doch wie dir großen. Da werd ich mir doch mal die Platte der Jungs besorgen müssen, denn wenn die nur halb so ne Energie bereithalten, lohnt es sich wirklich.

Lange hatten sich TERROR Zeit gelassen, um endlich nach Deutschland zu kommen. Doch irgendwie hatte sich da was am Line Up getan. So fehlte ein Gitarrist, und am Bass war das auch nicht Carl Schwartz. Doch das war der ziemlich vollen Matrix total egal. Denn nun ging es ab wie Hölle. Vom ersten Song an ging es richtig zur Sache im Pit, die Stagediver und Crowd-Treter kamen unablässig geflogen (wobei ich es für voll-assig halte, wenn man mit den Beinen voran in die Menge springt). Da war es in dem Getümmel alles andere als leicht, das ein oder andere Foto zu machen. Jeder Song wurde frenetisch von den Fans abgefeiert, wobei vor allem „Life and Death“, „Nothing to me“ und speziell „Spit my Rage“ ganz weit vorne lagen. „This Stage is yours and feel free to grab this Mic and shout it out“ gab Fronter Scott Vogel als Devise aus, und da ließen sich die HCler natürlich nicht lange bitten. So sah man teilweise die Band vor lauter Fans nicht mehr. Tja, da fragt man sich, warum der Roadie erst noch so penibel die Mikros mit Feuchttüchern abgewischt und die Mikroständer so exakt positioniert hatte. Nach spätestens 2 Songs war das eh egal. Und da hielt es die Jungs von DONNYBROOK auch nicht mehr, und so kam Dre mehrmals auf die Bühne, um Scott an den Vocals zu unterstützen.

So kämpfte ich mich dann doch nach der Hälfte des Sets weiter nach hinten durch, wo es dann etwas sicherer war. Keine Frage, war dieses Konzert schon so früh im Jahr eines der Highlights in Sachen old school-HC, und auch wenn für mich als Metaller das Gehabe der HCLer (vor allem im Pit) doch etwas seltsam zu beobachten ist, ist es doch verdammt beeindruckend, was für eine Energie bei so einem Gig freigesetzt wird. Und mit TERROR gibt es kaum eine bessere Combo, um dafür den Soundtrack zu bieten.

Copyright Fotos: Michael Werneke

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