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THE 69 EYES – MANDRAGORA SCREAM

Ort: Hamburg - Markthalle

Datum: 17.01.2010

THE 69 EYES rocken mit der aktuellen Scheibe „Back In Blood“ durch Europa

Passend zur eiskalten Jahreszeit, in der man Schnee erblickt, soweit das Auge reicht, ist die Zeit für die Goth ’n’ Roll Helden THE 69 EYES gekommen. Nachdem sie im Spätsommer letzten Jahres mit ihrer neuen CD „Back in Blood“ Fans und Kritiker überzeugen konnten, ist nun wieder der Moment erreicht, Bühnenpräsenz zu zeigen. Angekündigt wurde die Back-In-Blood-Tour mit dem Opener MANDRAGORA SCREAM sowie CHRISTIAN DEATH im Vorprogramm. Nachdem jedoch Letztgenannte ihren Support absagten, sprangen LACRIMAS PROFUNDERE bei den Deutschland-Konzerten ein. Doch leider noch nicht bei dem ersten Gig in Hamburg. Schade!

So müssen wir nun mit nur einem Einheizer vorlieb nehmen. 20:45 Uhr beginnt das Spektakel mit MANDRAGORA SCREAM. Mit ihrem südländischen Gothic Rock (man bedenke, dass sie aus dem sonnigen Italien kommen) können sie die Eiszapfen jedoch nicht zum Schmelzen bringen. Die Meute steht ruhig und still in der Markthalle herum und nippt an diversen Getränken, während Rockröhre Morgan sich vor keiner Bewegung scheut und immer wieder aufs Neue versucht, die Fans mitzureißen. Musikalisch wird ein ordentliches, wenn auch nicht gerade originelles Set geboten, bei dem der Bass ordentlich rockt, das Keyboard einige Effekte einzusetzen weiß und die Gitarre ein wenig in den Hintergrund rückt. Neben Songs wie „Dark Lantern“ oder „Haunted Heart“ wird auch das Cover „ Fade to Grey“ präsentiert. Insgesamt eine solide Leistung, allerdings ist der einheizende Macht-Laune-Auf-Mehr-Effekt nicht eingetreten.

Umso stärker steigt nun die Spannung in der Markthalle. Da CHRISTIAN DEATH wie eingangs erwähnt ersatzlos ausfallen, dürfen die Finnen bereits 22 Uhr die Bühne betreten. Zeit für ein wenig Goth Rock der feinen Art. Und los geht es auch schon mit „Back in Blood“, dem Opener der aktuellen CD. Die Fans sind schlagartig wie ausgewechselt und zeigen volle Präsenz, während Jyrkie 69 rotzig cool in Lederkluft und Sonnenbrille wie eh und je der Meute einzuheizen weiß. Weiter geht’s mit „Never Say Die“, Jyrkie schwingt das Tanzbein und Schlagzeuger Jussi 69 wütet sexy wie ein kleiner ungezähmter Vampir. Apropos Vampir… beim folgenden „The Good, The Bad & The Undead“ hat man das Gefühl, leibhaftig Teil einer Vampirparty zu sein. Die Stimmung ist düster und blutrünstiges Zähnefletschen macht sich breit. Wahnsinn. Anmutend zart und dunkel verzaubern die Finnen die Fans mit „Dance d’Amour“. Die unverkennbare Stimme Jyrkies gepaart mit rockiger Musik lassen nun wirklich niemanden mehr kalt und selbst die Eiszapfen beginnen zu wackeln. Weiter geht die musikalische Reise mit einem Mix aus Titeln der aktuellen Scheibe, wie „Lips of Blood“, „Suspiria Snow White“ (eine Ode an Dario Argento) oder „Kiss Me Undead“ sowie älteren Klassikern à la „The Chair“ und „Feel Berlin“. Jyrkie zieht dann und wann die Sonnenbrille herunter, um direkten Blickkontakt mit den „Gothic Girl“(s) aufzunehmen. Die Herzen der Mädels und wohl auch einiger Jungen schlagen höher, vor allem wenn Fronter Jyrkie sexy die Hüften kreisen lässt und den Mikrofonständer zu einer Tanzstange verwandelt. Das gibt auf jeden Fall volle Punktzahl. Musikalisch zeigen die Finnen, was es heißt, ordentliche Musik zu spielen. Gitarristen Bazie und Timo-Timo sowie Bassist Archzie beherrschen ihre Instrumente und Schlagzeuger Jussi schwingt den Drumstick, als hätte er nie etwas anderes getan. Und über die Stimme von Jyrkie brauchen wir gar nicht erst reden. Einfach ein Traum.

Das offizielle Set wird mit dem Kracher „Devils“ beendet und schon flattern die schwarzen Fledermäuse von der Bühne. Soll das schon alles gewesen sein? Die Fans fletschen erneut die Zähne und wilde Zugabe-Rufe werden laut. Doch die Finnen lassen sich erstmal ein wenig feiern. Mit „Brandon Lee“ und „Lost Boys“ kehren sie erneut auf die Bühne zurück, bevor sie dann aber endgültig in die Winternacht verschwinden. Noch einmal ist die Stimmung fantastisch ausgelassen. Alle tanzen, singen und liegen sich in den Armen. Daumen hoch. Doch leider ist nach kapp 80 Minuten das ganze Spektakel auch schon wieder vorbei.

Insgesamt ein sehr gelungener Deutschlandauftakt der Back-in-Blood-Tour. Die Finnen wissen eben, wie man die Fans begeistern kann. Wer noch keine Karte für die folgenden Deutschlandkonzerte hat, sollte spätestens jetzt nicht mehr lange überlegen. Nix wie hin und Zähne fletschen.

Setlist THE 69 EYES
Back in Blood
Never Say Die
The Good, The Bad & The Undead
Dance d`Amour
Lips of Blood
Gothic Girls
Suspira Snow White
The Chair
Kiss me Undead
Betty Blue
Perfect Skin
Hunger
Feel Berlin
Dead Girls Are Easy
Devils

Brandon Lee
Lost Boys

Copyright Fotos: Tine Kersten

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